Newsletter-Ausgabe #170: August 2003

Themen: DENIC – Grosser Ansturm auf Umlaut-Domains | .name – Nun auch als Second Level Domain | ENUM – Tesbetrieb für Telefonnummern-Domains | Unschlagbar? – Marketing mit Domains | Verbessert – Domain-Check via SMS | Impressum – Teurer Spass für Schlamper | Aktuell – Lebenszeichen vom Domain-Markt | Genf – WIPO veranstaltet Workshop zur UDRP

DENIC – Grosser Ansturm auf Umlaut-Domains

Die Ankündigung von DENIC-Vorstand Sabine Dolderer im exklusiven Sommer-Interview mit domain-recht.de, wonach die DENIC damit rechnet, noch in diesem Jahr Domains mit Sonderzeichen und Umlauten anbieten zu können, stösst auf grosses Medieninteresse.

Die als IDNs (Internationalized Domain Names) bekannten Domains erlauben erstmals die Registrierung von Sonderzeichen wie deutschen Umlauten oder französischen Accents. Abgesehen von der Erweiterung des Namensraumes und damit einer Vielzahl neuer Domains machen IDNs das Surfen erheblich komfortabler. Plug-Ins für den Browser, mit denen schon jetzt teilweise Sonderzeichen-Domains genutzt werden können, entfallen künftig. Ein verbindlicher Einführungstermin für die IDNs steht jedoch noch nicht fest. Meldungen, die den Eindruck erwecken, daß die Einführung durch die DENIC noch in diesem Jahr bereits als sicher gilt, sind somit irreführend.

united-domains.de bietet Ihnen ab sofort die Möglichkeit, solche Domains vorzubestellen. Sobald seitens der DENIC die technischen Voraussetzungen zur Registrierung geschaffen sind, werden wir versuchen, Ihre Domain(s) zur Anmeldung zur bringen. Kosten in Höhe von EUR 12,-/Domain jährlich entstehen nur im Falle einer erfolgreichen Registrierung. Eine Garantie für eine tatsächliche Registrierung Ihrer Wunschdomains kann united-domains.de jedoch nicht übernehmen.

Vorbestellungen von .de-IDNs unter:
> http://www.united-domains.de/download/Umlaut-Domains.pdf

Unser Sommerinterview mit Sabine Dolderer finden Sie unter:
> http://www.domain-recht.de/magazin/article.php?id=187

Medien-Echo auf die Ankündigung der DENIC (Auswahl):
> http://heise.de/newsticker/data/jk-20.08.03-008/
> http://www.spiegel.de/netzwelt/netzkultur/0,1518,262015,00.html
> http://www.n-tv.de/3179296.html

Quelle: eigene Recherche

.name – Nun auch als Second Level Domain

Mit einem klaren 9 zu 0 Votum haben die Direktoren der Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) eine Resolution verabschiedet, wonach Verwalter Global Name Registry Limited (GNR) die neue Top Level Domain .name künftig auch als reine Second Level Domain anbieten dürfen soll.

Durch die Änderung der Vergaberegeln werden neben existierenden Domains wie peter.schmid.name zusätzlich Adressen im Format peterschmid.name oder alternativ schmidpeter.name erlaubt sein. Ein konkreter Einführungstermin steht noch nicht fest. Nach Meinung des ICANN-Direktoriums besteht aber keine Gefahr, daß durch die Freigabe der Second-Level Ebene die berechtigten Interessen Dritter geschädigt werden können, so daß der endgültige Beschluß zur Änderung der .name-Vergaberegeln eigentlich nur mehr eine Formsache sein dürfte.

Doch ganz so einfach gestaltet sich die Änderung nicht: zwar erfolgt keine komplette Freigabe, da die Registrierung nach wie vor auf Personennamen beschränkt bleibt. Damit sind theoretisch vor allem attraktive generische Domains wie business.name weiterhin nicht möglich. Problematisch ist aber, daß es bereits .name-Domains wie air.force.name, soulman.ist.ein.sau.doofer.name oder atomic.bomb.name gibt, bei denen – vorsichtig formuliert – der Verdacht besteht, daß gerade keine Personennamen angemeldet wurden. Blickt man auf die Einführung anderer neuer Top Level Domains, so kann nicht ausgeschlossen werden, daß mit der Änderung der Vergabestruktur massenweise auf gut Glück generische Domains angemeldet werden. Schließlich hält sich das Risiko in Grenzen: im schlimmsten Fall droht, die Domain eben nicht zu erhalten. Auch GNR befindet sich in einem Dilemma, da man als gewinnorientierte Registry auch wirtschaftliche Interessen verfolgt. Für ausreichend Spannung ist also gesorgt.

> http://www.gnr.name

Vorbestellung von .name (Scond Level) möglich z.B. unter:
> http://www.united-domains.de/suchen-registrieren/

Quelle: icann.org, eigene Recherche

ENUM – Tesbetrieb für Telefonnummern-Domains

Die für die Verwaltung der .de-Domains zuständige DENIC e.G. und die Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation (RegTP) unterzeichneten vergangenen Freitag einen unbefristeten Vertrag zur Durchführung eines Testbetriebs der als ENUM bekannten Telefon-Domains.

DENIC-Chefin Sabine Dolderer hatte erst kürzlich in unserem Sommerinterview ENUM als sehr erfolgversprechend eingestuft. Bei der ENUM-Technik verschmelzen auf Grundlage von .e164.arpa-Domains Telefon und Internet miteinander, so daß unabhängig vom gewählten Dienst wie eMail, Telefon oder Website grenzenlose Kommunikation möglich wird. Statt sich mit einer Vielzahl von Rufnummern und Adressen auseinandersetzen zu müssen, die nur mit sehr viel Aufwand aktuell zu halten sind, genügt es in Zukunft, eine einzige Nummer in das Adressverzeichnis einzutragen. Die Zuordnung zu den jeweils passenden Ausgabegeräten übernehmen die Einträge im ENUM-Nameserver.

Bereits seit September 2002 läuft bei der DENIC ein ENUM-Testbetrieb. Mit dem nun unterzeichneten Vertrag haben sich DENIC und RegTP entschlossen, den Feldversuch auf eine formalere Grundlage zu stellen und die gemeinsamen Bemühungen zu intensivieren. Der Testbetrieb ist offen für alle, die sich daran beteiligen wollen, um die ENUM-Anwendungen praxisnah zu testen und weiterzuentwickeln. Kurz zuvor erklärten auch in den USA die Vertreter der National Telecommunication and Information Administration (NTIA), der Federal Communications Commission (FCC) und des Department of States International Communications and Information Policy ihre ausdrückliche Unterstützung von ENUM.

Eine Konsequenz der weltweit intensivierten Entwicklung der Telefon-Domains wurde übrigens bisher kaum beachtet: die intensive Arbeit an ENUM ist ein starkes Indiz dafür, daß uns das Domain Name System (DNS) noch sehr lange begleiten wird.

Weitere Informationen über ENUM erhalten Sie hier:
> http://www.denic.de/enum
> http://www.enum-center.de
> http://www.enum-forum.org

Einen lesenswerten Spiegel-Artikel zu ENUM finden Sie hier:
> http://www.spiegel.de/netzwelt/technologie/0,1518,261812,00.html

Quelle: denic.de, ntia.doc.gov, eigene Recherche

Unschlagbar? – Marketing mit Domains

Den eigenen Namen als Domain-Namen zu registrieren, ist zumindest für ein größeres Unternehmen unverzichtbar geworden. Doch damit sind die Einsatzmöglichkeiten von Domains lange nicht erschöpft: besonders im Marketing gelten sie als unschlagbar effizient.

In einem Artikel für das Magazin „Absatzwirtschaft“ beleuchten Ulf-Hendrik Schrader, Chefberater bei pr-dienst.de, Dietmar Pfaff vom Forum marketing.de und Tim Schumacher von der Domain-Handelsbörse Sedo.de ausführlich, wie Unternehmen die Effizienz ihres Online-Marketings verbessern und zielgruppengenaue Visits hinzugewinnen. Online-Marketing setzt nicht erst dann ein, wenn für eine fertige Webseite Besucher gewonnen werden sollen. Bereits in der Planungsphase, beispielsweise bei der Namensfindung für das Unternehmen und das Produkt, werden Entscheidungen getroffen, die auch für das Marketing von weitreichender Bedeutung sind. Denn der Name ist wichtig für die Wahl der späteren Domain.

Ungeachtet der daneben natürlich bestehenden juristischen Schwierigkeiten nennen die Autoren sieben weitere Kriterien für gute Domains. Dazu zählen etwa Unverwechselbarkeit und Einzigartigkeit, leichte Merkbarkeit, aber auch die Vermeidung von überstrapazierten Buchstabenkombinationen wie „zz“ oder „xx“. Daneben beugen sogenannte Co-Domains potentiellen Imageverlusten vor und generieren zusätzlichen, zielgruppenspezifischen Traffic auf der Website. So dient etwa die Domain gesetze.de dem Online-Buchhändler buecher.de als zusätzlicher Besuchermagnet. Quellen und Tipps für die Ermittlung guter Co-Domains runden den hilfreichen Artikel ab.

Den vollständigen Artikel finden Sie unter:
> http://www.domain-news.info

Quelle: eigene Recherche

Verbessert – Domain-Check via SMS

Sedo.de, Europas führende Domain-Handelsplattform, hat seinen kostenfreien SMS-Domaincheck verbessert. Mit der Abfrage von Domain-Namen via Mobiltelefon lassen sich jetzt bis zu drei Domains gleichzeitig überprüfen.

Die besten Ideen kommen oft unverhofft – beim Joggen, in der Kneipe oder am Strand. Plötzlich hat man eine Eingebung, welches die ideale Adresse für die private Homepage sein könnte, oder was die passende Domain für das neueste Geschäftsprojekt wäre. Aber wie lässt sich sofort überprüfen, ob die Wunschadresse noch frei ist? Hier schafft der kostenfreien Domain-Check per SMS Abhilfe.

Und so funktionierts: Einfach eine SMS nach dem Muster „SEDO wunschdomain.tld“ an die Kurzwahlnummer 86677 schicken; sogleich wird geprüft, ob die Domain unter der gewünschten Top Level Domain (TLD) und unter .de und .com noch frei oder schon belegt ist.

Über 30 verschiedene TLDs können auf diese Weise abgefragt werden, unter anderem .de, .com, .net, .org, .info, .biz, .at und .ch. Ferner wird der Nutzer darüber informiert, ob die betreffenden Domains bei Sedo.de zum Verkauf stehen.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:
> http://www.sedo.de/sms/

Quelle: sedo.de, eigene Recherche

Impressum – Teurer Spass für Schlamper

Auf seiner Website tele-zubehoer.de bot ein Händler einen Festplattenvideorekorder an. Er hatte jedoch versäumt, eine Anbieterkennung („Impressum“) nach dem TDG anzubringen. Dieses Säumnis brachte Konsequenzen mit sich: Das LG Düsseldorf verbot ihm, die Seite ohne Impressum zu betreiben. Dafür muss er auch die Kosten des Verfahrens tragen.

Die Frage des korrekten Internet-Impressums stellt sich seit der Gesetzesänderung zum 01.01.2002 immer wieder. Mittlerweile gibt es zwar sehr differenzierte Detail-Rechtsprechung zu Fragen der verwendeten Begriffe und der Positionierung des entsprechenden Links. Aber offensichtlich hat sich noch immer nicht herumgesprochen, dass überhaupt ein Impressum auf jeder gewerblich genutzten Internetseite anzubringen ist.

In dem einstweiligen Verfügungsverfahren vor dem LG Düsseldorf (Beschluss vom 11.07.2003, Az.: 12 O 310/03) hat das Gericht wegen besonderer Dringlichkeit ohne mündliche Verhandlung dem Domain-Inhaber u.a. untersagt, auf von ihm betriebenen Webseiten im Internet hinsichtlich der ihm obliegenden allgemeinen Informationspflichten zu verstoßen. Der Antragsgegner hatte insbesondere auf seiner Homepage tele-zubehoer.de gegen die Vorgaben aus dem Teledienstegesetz (TDG) hinsichtlich der ihm obliegenden allgemeinen Informationspflichten aus §§ 6, 7 TDG verstoßen, da weder der Name und die Anschrift, unter der er niedergelassen ist (§ 6 Nr. 1 TDG), Angaben zur schnellen elektronischen Kontaktaufnahme und unmittelbaren Kommunikation (§ 6 Nr. 2 TDG) noch seine Umsatzsteueridentifikationsnummer nach § 27 a Umsatzsteuergesetz (§ 6 Nr. 6 TDG) angegeben hatte.

Die Konsequenz aus dieser Nachlässigkeit sind die Kosten des Verfahrens aus einem Gegenstandswert von EUR 25.000,-; eine Anwaltsgebühr schlägt dabei mit EUR 686,- netto zu Buche. Und es besteht das Risiko, bei jeder weiteren Zuwiderhandlung weitere erhebliche Kosten zu haben. Zudem ist das Angebot auf der Website nicht mehr vorhanden, wodurch dem Anbieter wohl einige Geschäfte entgehen.

Die Entscheidung tele-zubehoer.de finden Sie unter:
> http://www.jurpc.de/rechtspr/20030216.htm

Weitere vertiefende Informationen zur Impressumspflicht finden
Sie Magazin von domain-recht.de unter:
> http://www.domain-recht.de/magazin/

„Impressumsbaukästen“ finden Sie unter:
> http://www.digi-info.de/de/netlaw/webimpressum/index.php
> http://www.abmahnwelle.de/certiorina/

Spezialisierte Anwälte finden Sie unter:
> http://www.domain-anwalt.de

Quelle: jurpc.de, eigenen Recherche

Aktuell – Lebenszeichen vom Domain-Markt

Die Zweit-Verwertung von Domains ist aufgrund der Anzahl registrierter Domains sehr reizvoll. Aber da die ersten Boomzeiten hinter uns liegen und die nächsten noch auf sich warten lassen, ist der Handel mit Domains nicht gerade rosig. Dies belegt unter Angabe der Jahreszahlen der Verkäufe auch der Domain-Preisspiegel unter domain-spiegel.de.

An den Grundfesten des Domain-Handels hat sich jedoch nichts geändert: wirklich gute Domain-Namen erzielen immer auch gute Preise. Beliebt sind in den USA nach wie vor zweistellige Domains. Sie werden gerne zu fünfstelligen Beträgen veräußert. So erzielte fe.com am 07. September einen Kaufpreis von US$ 17.000,- nur zwei Tage später ej.com stolze US$ 11.500,-. Getoppt werden diese guten Deals überraschenderweise durch einen weitaus längeren Domain-Namen: indiana.com wurde am 13. August 2003 für US$ 50.000,- verkauft.

Auf der deutschen Domain-Börse Sedo.de finden sich solche hochpreisigen Geschäfte eher selten; aber auch dort werden gute Käufe getätigt. blitze.de wechselte für EUR 1200,- den Inhaber, miltstaettersee.at für EUR 2000,-, kinderwagen.com für US$ 5000 und germany2006.com konnte für US$ 6000,- an den Mann gebracht werden.

Der „Gebrauchtmarkt“ für Domains ist nach wie vor attraktiv und so mancher Domain-Namentüftler verdient sich dort ein schönes Zubrot. Aber auch Domain-Suchende erhalten oft für wenige hundert Euro ihre „Traum-Domain“. Ein Zeichen dafür, dass mittlerweile ein „funktionierender Markt“ entstanden ist.

Domain-Börsen finden Sie unter:
> http://www.afternic.com
> http://www.domain-handel.de
> http://www.sedo.de

Einen aktuellen Domain-Preispiegel finden Sie hier:
> http://www.domain-spiegel.de

Quelle: afternic.com, sedo.de, eigene Recherche

Genf – WIPO veranstaltet Workshop zur UDRP

Das Schiedsgericht der World Intellectual Property Organization (WIPO) veranstaltet am 23. und 24. Oktober 2003 für alle Interessierten einen zweitägigen Domain-Workshop für Verfahren nach der Uniform Domain Name Dispute Resolution Policy (UDRP).

Der Workshop befasst sich in insgesamt acht Vorträgen mit dem gesamten UDRP-Verfahren, von der Rolle der WIPO, der Antragstellung sowie der Antragserwiderung, der Entscheidung bis hin zu den Gebühren. Als Referenten stehen erfahrene WIPO-Schiedsrichter zur Verfügung. Die Veranstaltung richtet sich zum einen an Anwälte und Unternehmensjuristen; daneben dient sie als Vorbereitung für die Aufnahme in die Reihe der WIPO-Schiedsrichter, sofern hier künftig Personalbedarf bestehen sollte. Eine Aufnahmegarantie gibt es jedoch ausdrücklich nicht.

Der Workshop findet im schweizer Hauptquartier der WIPO in Genf, jeweils von 09.00 bis 18.00 Uhr statt. Als Teilnahmegebühr werden 1.400,- schweizer Franken oder umgerechnet gut EUR 900,- erhoben, wobei ausführliche Unterlagen, ein Mittagessen sowie Kaffeepausen enthalten sind. Die Teilnehmeranzahl ist auf 50 begrenzt. Da der Workshop in englischer Sprache gehalten wird, sind entsprechend qualifizierte Fremdsprachenkenntnisse erforderlich.

Weitere Informationen und Anmeldung unter:
> http://arbiter.wipo.int/events/workshops/2003/domainname/index.html

Quelle: eigene Recherche, WIPO

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