ccTLDs

SWITCH bleibt bei der schweizer Endung .ch am Hebel

Vertragsverlängerung für SWITCH: Das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) in der Schweiz hat beschlossen, die Zusammenarbeit mit der Stiftung Switch bei der Verwaltung der Landesendung .ch weiterzuführen.

Seit 2003 ist SWITCH im Auftrag des Bundes als Registry für .ch tätig. Der neue Vertrag tritt am 01. Januar 2027 in Kraft. Für die Verlängerung des Registry-Vertrages sprachen laut Pressemitteilung mehrere Gründe. Zum einen erkennt das BAKOM die zentrale Bedeutung einer kontinuierlichen, sicheren und soliden Verwaltung von .ch an. Dadurch werden Verfügbarkeit, Sicherheit und Zuverlässigkeit aller digitalen Dienste, die auf .ch-Domains beruhen, direkt gefördert und das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Behörden in die digitale Schweiz gestärkt. Zum anderen ging aus einer vom BAKOM im März 2025 durchgeführten Umfrage hervor, dass die Akteure auf dem Domain-Markt in der Schweiz sehr zufrieden sind mit den Leistungen, die SWITCH im Rahmen ihres Auftrags erbringt. Ausserdem lassen sich so Mehrkosten, Unsicherheiten und Verzögerungen vermeiden, die ein Wechsel des operativen Betriebs mit sich bringen könnte. Schließlich sprach sich niemand gegen die Fortsetzung der Zusammenarbeit aus. Abschließend stellte das BAKOM nochmals klar, dass SWITCH in ihrer Funktion als Registry auch weiterhin selbst keine .ch-Domains an Endkunden verkaufen darf, mithin eine Registrar-Tätigkeit weiterhin nicht erlaubt ist.

nTLDs

ICANN veröffentlicht die Liste der evaluierten Registry Service Provider für die neue Einführungsrunde – mit dabei sind tldbox GmbH und DENIC Services GmbH & Co. KG

Das nTLD-Programm hat wie geplant den nächsten Meilenstein erreicht: Die Internet-Verwaltung ICANN hat eine Liste der vorab evaluierten Registry Service Provider (RSPs) veröffentlicht. Mit der DENIC Services GmbH & Co. KG und tldbox GmbH, einem Schwesterunternehmen der österreichischen Nic.at, mischen auch zwei deutschsprachige Registries ganz vorne mit.

Wer sich um eine neue Top Level Domain bewirbt, hat häufig nicht die technischen Fähigkeiten, die mit dem Betrieb einer eigenen Domain-Endung verbunden sind. Diese Aufgabe übernehmen in der Praxis die RSPs; sie übernehmen im Auftrag des Bewerbers die Bereitstellung der technischen Infrastruktur und fungieren als »Backend« für die Domain-Registrierung; sie arbeiten zudem mit den Domain-Registraren zusammen, um Domain-Namen an die Nutzer zu verkaufen. Im Vorfeld der Öffnung des Bewerbungsfensters konnten sich RSPs von ICANN prüfen lassen (»Registry Service Provider Evaluation Program«), ob sie die notwendige Kompetenz mitbringen; bei Öffnung des Bewerbungsfensters, also voraussichtlich im April 2026, können die Bewerber dann ihren Wunsch-RSP auswählen, was das Bewerbungsverfahren insgesamt erheblich beschleunigen soll.

Um den Evaluierungsprozess abzuschließen, mussten die RSPs zwei Phasen der technischen Bewertung durchlaufen: ein technisches Screening (darunter versteht ICANN eine Dokumentenprüfung) und einen technischen Test. Die nunmehr am 27. Januar 2026 veröffentlichte Liste der evaluierten RSPs umfasst insgesamt 28 Unternehmen. Darunter befinden sich Bewerber, welche die technische Prüfung und die Tests bestanden haben, als auch solche, die die technische Prüfung bestanden haben, sich aber noch im technischen Testprozess befinden. Im Einzelnen handelt es sich um folgende Unternehmen:

  • AFNIC (Frankreich)
  • Alibaba Cloud (Beijing) Technology Co. Ltd. (China)
  • Beijing Tele-info Technology Co. Ltd. (China)
  • Canadian Internet Registration Authority (CIRA, Kanada)
  • CentralNic LTD (Großbritannien)
  • Charleston Road Registry Inc. (USA)
  • CORE Association (Schweiz)
  • DENIC Services GmbH & Co. KG (Deutschland)
  • DigiCert Inc. (USA)
  • Dotbrand Limited (Großbritannien)
  • Identity Digital Limited (Irland)
  • Internet Domain Name System Beijing Engineering Research Center Ltd. (ZDNS, China)
  • IT.COM DOMAINS LTD (Großbritannien)
  • Japan Registry Services Co., Ltd.(JPRS, Japan)
  • Knipp Medien und Kommunikation GmbH (Deutschland)
  • LEMARIT GmbH (Deutschland)
  • Netnod AB (Schweden)
  • Nominet UK (Großbritannien)
  • PT AIDI DIGITAL GLOBAL (Indonesien)
  • Registry Services LLC (USA)
  • RyCE GmbH (Österreich)
  • Saiyu Technology (Beijing) LLC (China)
  • SIDN Business B.V. (Niederlande)
  • Thai Name Server Co. Ltd. (Thailand)
  • tldbox GmbH (Österreich)
  • Tucows.com Co (Kanada)
  • Unstoppable Domains Inc (USA)
  • YANDEX LLC (Russland)

Diese Liste der evaluierten RSPs wird fortlaufend aktualisiert, sobald die Bewerber den Bewertungsprozess durchlaufen. Nicht auf der Liste vertreten ist die .com- und .net-Verwalterin VeriSign. Dies deutet darauf hin, dass sich VeriSign auch nicht um eine Top Level Domain bewerben wird, denn für den Marktführer gibt es keinen Grund, auf Dienste Dritter zurückzugreifen. Mit DigiCert Inc., IT.COM DOMAINS LTD und Unstoppable Domains Inc. gibt es dafür auch drei Neulinge, die bisher nicht im RSP-Geschäft aufgetreten sind.

Hocherfreut über das Ergebnis zeigt sich die tldbox GmbH, eines der Schwesterunternehmen der österreichischen .at-Verwalterin Nic.at. Geschäftsführer Andreas Musielak sagt:

Diese Evaluierung bestätigt, worauf sich unsere Kundinnen und Kunden seit Jahren verlassen: sichere Betriebsprozesse, eine resiliente Infrastruktur und vertrauenswürdige Expertise.

Fritz Diekman, Business Development Manager New gTLD bei der tldbox GmbH ergänzt:

Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit den Bewerbern das globale TLD-Universum weiter auszubauen.

Das Unternehmen betreibt seit 2014 unter anderem die Registries für die Städte-Endungen .berlin und .hamburg, und steht damit für langfristige Stabilität und Zuverlässigkeit als europäischer Registry Service Provider. Der Registry-Betrieb erfolgt innerhalb der EU und erfüllt die Anforderungen von ISO 27001, DSGVO und NIS-2. Die Infrastruktur ist mit führenden Registraren weltweit integriert und nahtlos an Escrow-Provider sowie das Trademark Clearinghouse (TMCH) angebunden.

nTLDs

ICANN-Vertragsparteien treffen sich zur Summit in Manchester

Der jährliche ICANN-Vertragspartner-Gipfel (CPS) findet diesmal vom 27. bis 29. April 2026 in Manchester (Großbritannien) statt. Besonders spannend wird es, weil sich einen Tag später, am 30. April 2026, das Fenster zur Bewerbung um neue generische Top Level Domains öffnet.

ICANNs »Global Domains and Strategy team« lädt vom 27. bis 29. April 2026 akkreditierte Registrare und gTLD-Registries zum »Contracted Parties Summit« nach Manchester (Großbritannien). Das ICANN-Treffen unter Vertragsparteien bietet den Anwesenden die Möglichkeit, sich mit Themen von gegenseitigem Interesse und Bedeutung zu befassen. Das »Contracted Parties Summit« ist kein typisches ICANN-Meeting, es werden keine Regelwerke verhandelt. Teilnehmende treffen sich am Nachmittag des Montag, 27. April 2026 zu 1 zu 1 Gesprächen mit ICANN-Mitarbeitern. Am frühen Abend gibt es einen Eröffnungsempfang. Das Gipfeltreffen findet dann von Dienstag, 28. April bis Mittwoch, 29. April 2026 statt. Auf der vorläufigen Tagesordnung stehen Diskussionen über neue TLDs, die Zusammenarbeit mit Domain-Registraren, die Überbrückung von Web2/3-Namensräumen und DNS-Missbrauch. Die Hauptzielgruppe sind Domain-Registrare und -Registries, also die Vertragspartner. Es handelt sich um eine geschäftsorientiertes Zusammentreffen, das dieses Jahr wegen des Starts der Bewerbungsphase um neue Top Level Domains am 30. April 2026 von besonderem Interesse sein dürfte.

Das ICANN »Contracted Parties Summit« findet vom 27. bis 29. April 2026 im Kimpton Clocktower Hotel, Oxford Street, Manchester M60 7HA, Vereinigtes Königreich statt. Anmeldungen sind bis 13. April 2026 möglich. Der Eintritt ist frei, eine vorherige Anmeldung ist jedoch erforderlich.

ccTLDs

DNS Belgium verschärft sein Vorgehen gegen illegale Glücksspiele unter .be

DNS Belgium, Verwalterin der belgischen Länderendung .be, sagt illegalem Glücksspiel den Kampf an.

Am 15. Dezember 2025 unterzeichnete die Registry ein Abkommen mit der nationalen »Gaming Commission«, um schneller und effizienter gegen rechtswidrige Angebote vorzugehen. Verstößt eine Website unter einer .be-Domain gegen das belgische Glücksspielgesetz, kann die »Gaming Commission« dies ab sofort an DNS Belgium melden; dies betrifft beispielsweise Websites, die Glücksspiele ohne die erforderliche Lizenz anbieten. Sobald die Registry eine solche offizielle Benachrichtigung erhalten hat, werden binnen eines Werktages die Nameserver-Einträge der Domain deaktiviert. Besucher der Website werden stattdessen auf eine Stopp-Seite weitergeleitet, auf der eine deutliche Warnung angezeigt wird. Parallel erhält der Domain-Inhaber die Gelegenheit, das rechtswidrige Angebot einzustellen; tut er dies nicht, wird die Domain widerrufen. Peter Vergote, Legal Advisor bei DNS Belgium erklärte:

We’re very much looking forward to working with the Belgian Gaming Commission to tackle problematic websites in the .be zone quickly and efficiently.

2025 habe man einen Anstieg der Beschwerden über mutmaßlich illegale Glücksspielseiten verzeichnet. Die Kooperation stelle eine angemessene Antwort auf diesen Trend dar.

Domain-Industrie

Positiver Rück- und Ausblick auf die Jahre 2025/2026

Ron Jackson, Betreiber des Blogs dnjournal.com, fragte – wie alle Jahre – Experten aus der Domain-Industrie nach deren Beurteilung von 2025 und was 2026 zu erwarten steht. Die vorrangigen Themen der diesjährigen Befragung sind wieder AI, .ai sowie .com – und natürlich die ICANN-Bewerbungsrunde um neue gTLDs. Man blickt weiterhin optimistisch in die Zukunft.

Ron Jacksons dnjournal.com widmet sich ganz dem Handel mit Internetdomains, listet vierzehntägig die Preise von verkauften Domains und berichtet darüber hinaus täglich, was in der Domain-Industrie vor sich geht. Die Befragung von Experten zum Stand der Branche nimmt Jackson seit 22 Jahren zu Anfang eines jeden Jahres vor. Die diesjährige Befragung von diesmal 29 Expert*innen spricht von einem erfolgreichen Jahr 2025 und einer weiteren Verbesserung des Marktes in 2026. Die für den The State of the Industry-Report Befragten rekrutieren sich aus Investoren, Brokern und Entwicklern.

Wie von den Fachleuten vor einem Jahr prognostiziert, wurde AI nicht nur maßgebend für Entwicklungen in 2025, sondern auch die Endung .ai erfüllte die Erwartungen. Einerseits hatte AI Einfluss auf das Verkaufsvolumen, da viele Unternehmen in die AI-Branche einstiegen und hoher Bedarf an .ai-Domains herrschte. Laut Braden Pollock (Legal Brand Marketing) gingen 2025 etwa die Hälfte aller Risikokapitalfinanzierungen in den USA an AI-Unternehmen, was die Domain-Verkäufe für .com, .ai und andere TLDs stützte und die .ai-Preise hochtrieb. Im Grunde sind sich allerdings alle einig, dass AI-Unternehmen, wenn erst das Kapital stimmt, auf eine .com-Domain umsteigen wollen, idealerweise unter Beibehaltung auch der .ai-Domain. In Folge dessen werden die Preise von Premium-.com-Domains weiter steigen. Broker rechnen – zumindest zu Anfang 2026 – mit einigen 7- bis 8-stelligen .com-Verkäufen. Für Domain-Investor Mike Mann hat .ai seinen Preiszenit bereits erreicht und steht auf dem absteigenden Ast. Sekundiert wird dies von Mark Ghoriafi (Sedo), für den klar ist, dass AI bald ein so allgemeines Feature ist, dass es der Endung .ai als beschreibendes Merkmal gar nicht mehr bedarf.

AI sorgt zugleich für einen Wandel bei der Domain-Bewertung: Chat Folkening berichtet aus eigener Erfahrung, wie sein Unternehmen eCorps in wenigen Wochen mit AI-Werkzeugen ein AI-Werkzeug unter einer .com-Domain entwickelte, mit dem Erfolg, dass sich nicht mehr die Frage nach dem Wert einer Domain stellt, sondern danach, was sie bereits leistet. Während man sich bei Dynadot um die Verbesserung des AI-gestützten Bewertungssystems bemüht, halten einige Experten wie Mike Mann an traditionellen Domain-Bewertungsverfahren fest und lehnen AI-gesteuerte Systeme als schädlich und unangemessen ab, da der Teamansatz wirklicher Menschen notwendig sei, um Verzerrungen zu auszuräumen.

Ebenfalls Thema war die kommende ICANN-Bewerbungsrunde um nTLDs, von der die Fachleute eine erhebliche Änderung des Marktes erwarten. Die neuen Endungen, von denen die ersten frühestens 2027 den Markt betreten, lenken – aus Sicht von Sandeep Ramchandani – den Blick auf nTLDs der ersten Einführungsrunde. Viele neue gTLDs befinden sich noch in einem frühen Stadium ihres Lebenszyklus; Endungen wie .store, .tech, .online, .site und .fun haben erhebliches Wachstumspotenzial. Für Simone Catania (InterNetX), der einige Höhepunkt von 2025 beschreibt, stellt die nächste ICANN-Runde für gTLDs die größte Chance dar: Der kommende Global Domain Report 2026 von Sedo und InterNetX werde sich damit näher beschäftigen. Die zweite Bewerbungsrunde nach 2012 wird allerdings nichts daran ändern, dass letztlich die eigene Premium-.com-Domain Ziel eines jeden online-orientierten Unternehmens ist.

Weitere angesprochene Themen sind der Wandel der Monetarisierung aufgrund der Einstellung von »Google AdSense for Domains (AFD)« im Februar 2026 sowie Geschwindigkeit, da KI die Unternehmensgründung beschleunigt und Unternehmen schneller als je zuvor Geld beschaffen und um Aufmerksamkeit konkurrieren müssen. Unternehmen werden, meint Munir Badr (Domain Days Dubai), um Vertrauen bei Mitarbeitern und Verbrauchern zu erlangen, sinnvollerweise in regionale Geschäfte und damit in ccTLDs investieren, womit der Markt für Länderendungen einen Schub erfährt. Auch Web3 wird hier und da angesprochen, wobei besonders im Hinblick auf die ICANN-Bewerbungsrunde mit zahlreichen Bewerbungen um Web3-orientierte Endungen wie .coin gerechnet wird, wie überhaupt mit einer größeren Beteiligung als in der Bewerbungsrunde 2012 gerechnet wird. Wie alle Jahre, wird auch 2026 für die Domain-Industry ein spannendes Jahr werden. Die Erwartungen sind hoch, und wir zweifeln nicht daran, dass sie auf überraschende Weise erfüllt werden.

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