gTLDs

ICANN verlängert den Vertrag: SITA wird auch in Zukunft .aero verwalten

Die Internet-Verwaltung ICANN hat angekündigt, den Registry-Vertrag für .aero mit der Registry SITA Information Networking Computing USA Inc. (SITA) verlängern zu wollen.

Die aktuelle Vereinbarung wurde am 11. Juni 2009 abgeschlossen und endet am 10. September 2021; sie soll vorerst um zehn Jahre verlängert werden. Für SITA wäre eine Vertragsverlängerung durchaus lukrativ. So muss man zwar Neuregelungen wie die Einführung der Uniform Rapid Suspension oder das Notfall-Programm Emergency Backend Registry Operator (EBERO) akzeptieren; dafür bleiben die an ICANN zu zahlenden Gebühren deutlich unter dem Niveau anderer nTLDs. Während deren Mindestzahlung an ICANN bei jährlich US$ 25.000,– liegt, zahlt SITA für .aero bei unter 5.000 registrierten Domains nur US$ 500,– jährlich, bei bis zu 50.000 Domains US$ 5.000,– jährlich. Nach den zuletzt verfügbaren Zahlen aus dem März 2021 sind aktuell 12.593 Domains unter .aero registriert, so dass SITA weiterhin nur US$ 5.000,– jährlich zahlen muss. Die Entscheidung über die Verlängerung will ICANN frühestens im September 2021 bekanntgeben.

Internetkriminalität

»Löschen statt Sperren« ist laut dem Jahresbericht der Bundesregierung weiterhin die erfolgreichste Methode gegen kinderpornografische Inhalte

Nach einem Bericht der Bundesregierung sind die Bemühungen der Umsetzung des Grundsatzes »Löschen statt Sperren« im Jahr 2020 erfolgreich gewesen: von den im Inland gehosteten Inhalten waren innerhalb einer Woche nahezu alle gemeldeten kinderpornographischen Inhalte gelöscht.

Am 21. Juli 2021 hat die Bundesregierung den »Bericht über die im Jahr 2020 ergriffenen Maßnahmen um Zweck der Löschung von Telemedienangeboten mit kinderpornografischem Inhalt im Sinne des § 184b des Strafgesetzbuchs« veröffentlicht. In Zusammenarbeit von staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren wie dem Bundeskriminalamt (BKA), der länderübergreifenden Stelle jugend schutz.net, dem eco-Verbandes der Internetwirtschaft e.V., der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia Diensteanbieter e.V. und der Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz, vormals bekannt als Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM). Eine Evaluierung der Löschbestrebungen im In- und Ausland erfolgt seit dem Jahr 2010. In der Regel werden Hinweise auf Telemedienangebote mit kinderpornografischem Inhalt von Dritten an Polizeidienststellen oder an die genannten Beschwerdestellen gemeldet. Sofern es sich um Inhalte handelt, die in Deutschland gehostet werden, leitet das BKA die zur Strafverfolgung in Deutschland erforderlichen Schritte ein und informiert den Provider. Soweit es sich um im Ausland gehostete Inhalte handelt, leiten die Beschwerdestellen die Hinweise an die INHOPE-Beschwerdestelle weiter; INHOPE ist der internationale Dachverband der Beschwerdestellen.

Wesentlicher Gegenstand des 27-seitigen Berichts ist die statistische Auswertung der Löschbemühungen für das Jahr 2020 sowie eine Übersicht von Maßnahmen, die auf die Löschung von Telemedienangeboten mit kinderpornografischem Inhalt im Sinne des § 184b StGB abzielen. Die Basis für die Erhebungen bildet die Anzahl der jährlich beim Bundeskriminalamt sowie den oben genannten Beschwerdestellen eingegangenen berechtigten Hinweise auf kinderpornografische Inhalte; die tatsächliche Gesamtzahl von Missbrauchsdarstellungen im World Wide Web bildet er nicht ab. Demnach wurden im Jahr 2020 insgesamt 6.821 (2019: 7.639) Hinweise zu kinderpornografischen Inhalten im WWW (In- und Ausland) durch das BKA und die Beschwerdestellen statistisch erfasst. 1.728 Fälle (25,3 Prozent) waren im Inland und 5.093 Fälle (74,7 Prozent) im Ausland gehostet (2019: 1.857 Fälle bzw. 24,3 Prozent im Inland; 5.776 Fälle bzw. 75,7 Prozent im Ausland). Die Löschung der im Inland gehosteten kinderpornographischen Inhalte gelingt dabei in der Regel schneller als die Löschung der im Ausland gehosteten Inhalte, da die Anzahl der Verfahrensschritte geringer ist. So wurden 73,4 Prozent aller Inhalte in der Bundesrepublik spätestens nach zwei Tagen gelöscht; nach einer Woche waren dann 98,6 Prozent gelöscht. Der durchschnittliche Verfügbarkeitszeitraum im Internet lag bei 1,66 Tagen. Im Ausland waren 61 Prozent aller Inhalte nach einer Woche gelöscht. Nach vier Wochen lag der Anteil gelöschter Inhalte bei 81 Prozent. Nicht gelöschte beziehungsweise nicht löschbare Inhalte werden in der Regel der BPjM zur Durchführung des Indizierungsverfahrens zugeleitet.

Die hohen Löschquoten und die vergleichsweise kurzen Bearbeitungszeiten belegen, dass das Konzept »Löschen statt Sperren« insgesamt wirkungsvoll ist,

so Bundesjustiz- und –familienministerin Christine Lambrecht. An den umstrittenen Netzsperren will man gleichwohl festhalten:

Doch das Löschen kinderpornographischer Inhalte alleine reicht nicht.

Hamburg

2. IT-Juristinnen Tag im September

Härting Rechtsanwälte und die Rechtsanwaltskanzlei Diercks veranstalten im September 2021 den 2. IT-Juristinnentag in Hamburg. Unter dem Thema »IT-Juristinnen Tag – Das BarCamp zu Digitalisierung und Recht« sind IT-JuristInnen, Datenschutzbeauftragte und IT-Secs zum Austausch geladen.

Es ist der 2. IT-Juristinnen Tag, den die Härting Rechtsanwälte und die Rechtsanwaltskanzlei Diercks gemeinsam veranstalten. Eigentlich sollte die 2. Auflage des IT-Juristinnen Tag nach dem Erfolg der Auftaktveranstaltung 2019 bereits im vergangenen Jahr stattfinden, er wurde aber pandemiebedingt auf den 10. September 2021 verschoben. Die Veranstaltung ist wieder als BarCamp geplant. Durch den Tag führen die Rechtsanwältinnen Marlene Schreiber und Nina Diercks. Das Programm weist bereits eine Struktur auf, die Themenvorschläge sind allerdings noch nicht veröffentlicht. Fest steht jedoch schon Dr. Armgard von Reden als Keynote-Rednerin. Der 2. IT-Juristinnen Tag richtet sich an RechtsanwältInnen, SyndikusanwältInnen, ReferendarInnen und StudentInnen sowie sonstige JuristInnen und an Datenschutzbeauftragte und IT-Sicherheitsbeauftragte.

Der 2. IT-Juristinnen Tag – Das BarCamp zu Digitalisierung und Recht findet am Freitag, den 10. September 2021 von 08:30 Uhr bis 17:30 Uhr in den Räumen der ITA Consulting GmbH im Hugh-Greene-Weg 4 in 22529 Hamburg statt. Der Arbeitstag schließt mit Fingerfood & Wein ab 17:30 Uhr. Teilnehmen können Frauen, Männer sind nicht ausgeschlossen. Insgesamt ist Platz für 80 TeilnehmerInnen (60 Tickets für Frauen, 20 für Männer). Die Tickets kosten jeweils EUR 124,21 (EUR 98,00 nebst EUR 6,38 Gebühr und EUR 19,83 USt. Bitte die Regeln zum Erwerb eines Tickets beachten!.

nTLDs

DOTZON legt den aktuellen Report »Digitale Stadtmarken 2021« vor

Das internationale Management-Beratungsunternehmen DOTZON GmbH legte dieser Tage einmal mehr seine Ranking-Studie »Digitale Stadtmarken« vor, diesmal für das Jahr 2021. Unter den neuen Städte-Endung steht .berlin ganz vorn, gefolgt von .tokyo und .nyc.

Seit 2005 berät DOTZON Unternehmen im deutschsprachigen Raum zu digitalen Identitäten. Aktuell legte DOTZON die 16-seitige Studie Digitale Stadtmarken 2021 vor und setzt damit die Rankings aus 2017, 2018, 2019 und 2020 fort. Dieses Ranking bildet ab, wie erfolgreich eine Stadt ihre digitale Stadtmarke nutzt. DOTZON untersuchte 36 Städte und ihre 41 Domain-Endungen. Istanbul, Moskau, Barcelona, Abudabi und Köln verfügen über jeweils zwei Varianten ihrer Top Level Domains, so dass die 36 Städte mit 41 Domain-Endungen aufwarten können. Die Bewertung der einzelnen digitalen Stadtmarken beruht auf acht Kriterien, die DOTZON zunächst erläutert. Herangezogen werden die Anzahl registrierter und die der aktiven Domains unter der cityTLD, der damit erzielte Umsatz, das Google-Listing, der Alexa- und der Majestic-Rank, die Anzahl von Domains und das Bruttosozialprodukt pro Einwohner sowie der Vergleich Stadtendung versus Länderendung.

Nach Auswertung dieser Referenzwerte steht .berlin, wie schon in den vier vorangegangenen Jahren, auf Rang eins. Bei knapp 50.000 registrierten Domains erzielt sie einen Umsatz von US$ 1,9 Mio., und konnte sich so gegenüber 2020 (rund 48.000 Domains und Umsatz von US$ 1,6 Mio.) verbessern. Den 2. Platz belegt .tokyo, die ihn sich zurückeroberte. Dazu bedurfte es neben den seit Jahren höchsten Registrierungszahlen (diesmal 169.814 Domains) einer Verbesserung der Rankings bei Alexa (22 Domains) und Majestic (53 Domains). Darüber hinaus sind pro 1.000 Köpfe in Tokio beinahe gleichviel .tokyo-Domains wie .jp-Domains japanweit registriert. Auf dem 3. Platz konnte sich – nach drei Jahren – wieder die New Yorker Endung .nyc positionieren. Hier kamen der Endung ebenfalls die Spitzenplatzierungen in den Alexa- (23 Domains) und Majestic-Rankings (91 Domains) zugute. Die zweitplatzierte vom Vorjahr, .amsterdam, kam diesmal nur auf Platz 4. Einen überraschenden Aufstieg erfuhr .miami, die von Platz 17 auf Platz 6 nach vorne schoß. Dem liegt unter anderem zugrunde, dass pro 1.000 Einwohner von Miami gut 35 .miami-Domains registriert sind, was sieben Mal mehr als der US-weite Wert für .us-Domains ist. Der Report nimmt aber auch das Gesamtszenario in den Blick und stellt einen Verlust von 6,5 Prozent – von 624.776 auf 584.797 – registrierter Städte-Domains fest. Denkbare Erklärung seien, so der Report, die Löschung von Promo-Domains sowie die Löschung von Domains von coronagebeutelten Unternehmungen, die ihr Geschäft aufgeben mussten. Weiter gibt es wieder Beispiele, die Erfolgsfaktoren für cityTLDs zeigen, und zudem »Sondereffekte«, die die Corona-Pandemie durch Informations-Projekte mit sich gebracht hat.

Die Studie »Digitale Stadtmarken 2021« informiert und ist lesenswert. DOTZON greift für die Studie auf öffentliche Quellen und Datenbanken zurück, wie etwa tldstats.com, google.com oder »stadtspezifische lokale Kenngrößen«, und konnte auf Selbstauskünfte der Registries zurückgreifen.

Domains

Spamhaus' aktueller Quartalsbericht sieht erneut .com als am meisten missbrauchte Top Level Domain

Die Top Level Domain .com hat den unrühmlichen Titel als meistmissbrauchte Domain-Endung verteidigt: nach Angaben des gemeinnützigen »Spamhaus Project« war die weltweit wichtigste Endung bei Cyberkriminellen im 2. Quartal 2021 noch beliebter als zuvor.

Die in London gegründete und mittlerweile auch in Genf ansässige Organisation, die sich seit dem Jahr 1998 der Bekämpfung von Spam verschrieben hat, hat ihren vierteljährlichen »Botnet Report« für das zweite Quartal 2021 veröffentlicht. Die gute Nachricht zuerst: gegenüber den ersten drei Monaten des Jahres 2021 ist die Anzahl der »Command-and-Control«-Server (C&Cs) um zwölf Prozent von 1.660 auf 1.462 zurückgegangen. C&Cs sind mit Schadprogrammen infizierte Rechner, die eine vitale Rolle bei der Verbreitung von Malware durch Cyberkriminelle spielen. Etwas beunruhigend ist aber, dass die Täter ihre Rechner allmählich in Südamerika abziehen und nach Europa verlagern; vor allem in der Tschechischen Republik, in Polen und Finnland, aber auch in Deutschland stellte Spamhaus einen Anstieg fest. Am beliebtesten bleiben jedoch die USA, die sich an der Spitze des Rankings halten können, vor Russland und den Niederlanden. Was genau diese Länder für Cyberkriminelle attraktiv macht, verrät der Report leider nicht.

Wenig Vergnügen am Spamhaus-Ranking dürfte VeriSign, die .com-Registry verspüren. In der Liste der »Most abused top-level domains« taucht .com wie bereits im ersten Quartal 2021 ganz an der Spitze auf. Doch während damals die Zahl missbrauchter Domains mit 27 Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2020 erheblich rückläufig war, explodierte ihre Zahl nun mit einem Wachstum von 166 Prozent förmlich – statt 1.549 C&C-Domains unter .com zählte Spamhaus nun 4.113. Auf Platz zwei folgt mit .xyz eine neu eingeführte Endung, die mit einen Anstieg von 114 Prozent aber ebenfalls überdurchschnittlich gefragt war und somit .top als bisherigen Zweitplatzierten ablöste, die nunmehr auf Platz vier steht. Sowohl .xyz als auch .top geniessen kein besonders gutes Image:

These two gTLDs have a long history of abuse, and it’s not surprising that they continue to be in the Top 5,

stellte Spamhaus bereits im ersten Quartal 2021 fest. Daher dürften bei .buzz alle Warnleuchten angehen, nachdem sie mit 662 C&C-Domains auf Platz drei eingestiegen ist. Entspannung ist dagegen bei den ccTLDs angesagt, was vor allem für die deutsche Endung gilt. Nachdem sich die Registry DENIC eG vor drei Monaten noch eine »weak anti-abuse policy« vorwerfen lassen musste, hat .de mittlerweile die Top 20 der am meisten missbrauchten TLDs verlassen.

Doch nicht nur die Domain-Registries, auch die Domain-Registrare bekommen bei Spamhaus ihr Fett weg. Während lange Jahre der US-Registrar Namecheap die Liste der »Most abused domain registrars« anführte, ist er im zweiten Quartal 2021 auf Platz zwei abgerutscht. Spitzenreiter ist Namesilo; dort hatten 1.797 C&C-Domains ihre virtuelle Heimat, deutlich vor Namecheap mit 955. Auf Platz drei und vier folgen mit eName Technology und Alibaba zwei chinesische Registrare, wobei China mit insgesamt fünf Registraren unter den Top 10 vertreten ist. Aber Spamhaus möchte auch loben; so sind die Netzwerke von Mail.ru, DigitalOcean, Eurobyte und Telstra aus den Top 20 der »Networks hosting the most newly observed botnet C&Cs« gefallen. Es geht also, wenn man nur will!

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