nTLDs

Mit .qvc meldet sich eine weitere .brand ab

Die auf Teleshopping und eCommerce-spezialisierte QVC Inc. hat ihr Interesse an der Markenendung .qvc verloren.

Mit Schreiben vom 12. April 2021 hat das in West Chester (US-Bundesstaat Pennsylvania) den Registry-Vertrag mit der Internet-Verwaltung ICANN gekündigt. Wie viele andere .brands zuvor, beruft sich auch QVC auf Sektion 4.4 b) des Registry-Agreements, die eine jederzeitige ordentliche Kündigung unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von 180 Kalendertagen gestattet. Die weiteren Ausführungen sind ernüchternd:

We note that the ‚.qvc‘ Top-Level Domain (the ‚TLD‘) was never used, and the only domain names on the TLD are those that were required by ICANN upon the creation of the TLD – icann-sla-monitoring.qvc and nic.qvc – both of which are owned by QVC. No additional domain names were ever created.

Seit Delegierung von .qvc am 29. Juli 2016 wurden also ledgilch zwei Domains registriert. Insgesamt steigt die Zahl der freiwillig zurückgezogenen .brands damit auf 95 an.

DENIC

Die deutsche Domain-Verwaltung veröffentlicht ihren Tätigkeitsbericht 2020

Die .de-Verwalterin DENIC eG hat den Problemen der Corona-Pandemie getrotzt und das offizielle Länderkürzel sicher und stabil durch das Jahr 2020 geführt. Das geht aus dem aktuelle Tätigkeitsbericht hervor, der kürzlich veröffentlich wurde.

Dass zum Jahresende 2020 exakt 16.700.855 Domains unter .de registriert waren, konnten wir dem Domain-Atlas entnehmen, den die DENIC am 27. Mai 2021 vorgestellt hat. Doch das Tätigkeitsfeld einer Registry ist damit natürlich nicht abgedeckt. Darüber erfährt man mehr im Tätigkeitsbericht, den die DENIC seit dem Jahr 1999 veröffentlicht; damals war die Anzahl der registrierten .de-Domains übrigens von 280.000 auf 1,4 Millionen angestiegen, ein Wachstum von 400 Prozent. Derart dramatische Entwicklungen gab es 2020 nicht, dafür stellte die Corona-Pandemie auch .de vor spezielle Herausforderungen. DENICs Kerndienst, der als Basisinfrastruktur für die Funktionsfähigkeit des deutschen Internet essenzielle Nameservice für .de, ist seit Juni 2017 als kritische Infrastruktur nach dem IT-Sicherheitsgesetz eingestuft und damit durch angemessene technische und organisatorische Maßnahmen gegen Risiken und Bedrohungen abzusichern. Aufgrund dieser rechtlichen Auflagen waren zu Beginn des Jahres 2020 die grundlegenden Voraussetzungen für eine Remote-Tätigkeit der 104 DENIC-Mitarbeiter dank der weitgehenden Digitalisierung der Geschäftsprozesse schon seit Längerem im Wesentlichen gegeben und DENIC somit sehr früh in die Lage, schnell und umfassend auf die konkreten Herausforderungen zu reagieren, die sich durch die pandemische Zuspitzung der COVID-19-Situation in Deutschland ab ca. Ende Februar ergaben und das vollständige mobile Arbeiten aller DENIC-Mitarbeiter außerhalb der Geschäftsstelle in Frankfurt gewährleistet. Die kritische Infrastruktur des Nameservice für .de war durchgängig unterbrechungsfrei bereitgestellt.

Aber auch füre Optimierung von Betrieb und Sicherheit des Nameservice war gesorgt. Der für .de sowie DENICs Anycast-Kunden betriebene Dienst wird in mehreren Nameserverlokationen (NSL) bereitgestellt, die zu einer oder mehreren Serviceadressen gruppiert sind. Seit 2020 verfügen sämtliche Nameserver-Wolken für .de über eine IPv4- und IPv6-Adresse. Um bei Attacken auf den .de-Nameservice besser und schneller reagieren zu können, wurde ein Grundkonzept zur Entwicklung eines Big Data AnalyseTools erarbeitet, das über DNS Traffic-, Routing- und ggf. Serverleistungsdaten zunächst den Betriebszustand der Nameserver-Infrastruktur widerspiegeln und analysieren helfen soll. Ergänzend hat DENIC durch die Anbindung eines der marktführenden Anti-DDoS-Anbieter die Möglichkeit erhalten, deutlich über die eigenen Leitungskapazitäten hinaus Angriffsverkehr mit sehr hoher Bandbreite gegen die DNS-Infrastruktur zu mitigieren. Zum Schutz vor Cyberattacken, Domain-Hijacking oder Sicherheitslücken bietet die DENIC Inhabern einer .de-Domain zudem seit Juli 2020 das Sicherheits-Feature »Registry Lock« an, mit dem sie die volle Kontrolle über Änderungen an den Domain-Daten erhalten.

Dank ihres dynamischen Wachstums erzielte die deutsche Länderendung im heimischen Markt 2020 einen Marktanteil von 59,3 Prozent (2019: 60,7 Prozent) und konnte damit ihre seit jeher unangefochtene Marktführerschaft weiterhin klar behaupten. Daran vermochten auch die gut 654.000 nTLDs nichts zu ändern, die Ende 2020 in Deutschland registriert waren. Insgesamt kann die DENIC für das Geschäftsjahr 2020 eine uneingeschränkt positive Bilanz ziehen: Als gegenläufige Entwicklung zum massiven Einbruch eines erheblichen Teils der heimischen und globalen Wirtschaft aufgrund der COVID-19-Pandemie wurde bei den Domain-Registrierungen unter .de der höchste Zuwachs seit acht Jahren erzielt. Gleichzeitig verzeichneten auch die Aktivitätsfelder DNS-Infrastrukturdienstleistungen und Data Escrow Services, die seit Ende 2018 von der neu gegründeten Tochtergesellschaft DENIC Services GmbH & Co. KG betreut werden, abermals erfreuliche Zuwächse und sichern so das Kerngeschäft der 285 Mitglieder starken Genossenschaft zusätzlich ab. Der insgesamt 50-seitige Tätigkeitsbericht hält zahlreiche Detailinformationen bereit – wir können die Lektüre nur empfehlen.

Schweiz

Das Swiss IGF 2021 findet am 21.06.2021 online statt

Am 21. Juni 2021 findet in der Schweiz das Swiss IGF 2021 virtuell statt. Das vom schweizer BAKOM lancierte Swiss IGF richtet sich an alle interessierten Akteure aus Verwaltung, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. Es steht allen Interessierten offen.

Der örtliche Ableger des Internet Governance Forum (IGF) in der Schweiz, Swiss IGF, tagt zum sechsten Mal und – coronabedingt – zum zweiten Mal virtuell: Das Swiss IGF 2021 findet am 21. Juni 2021 online statt. Die Themen der Veranstaltung wurden über einen öffentlichen Themenaufruf zwischen dem 06. Januar und 21. Februar 2021 ermittelt. In diesem Zeitraum gingen 50 Themenvorschläge ein, die von der Swiss IGF Steuerungsgruppe zur Grundlage der Programgestaltung herangezogen wurden. So stehen nun der digitale Staat, die Rolle der Digitalisierung bei der Bewältigung der Corona-Krise, digitale Inklusion, Cyberangriffe sowie die Medien im Internetzeitalter im Zentrum des Swiss IGF 2021 auf dem Program. Nach einer 15 minütigen Eröffnung der Veranstaltung durch Bernard Maissen (Direktor Bundesamt für Kommunikation, BAKOM), startet die erste Session am 21.06.2021 um 09:00 Uhr mit »Lektionen für den digitalen Staat«, bei der Anja Wyden Guelpa (CivicLabGeneva) und Maximilian Stern (Smart City Stadt Zürich) Informationen zu Entwicklungen und über Erfahrungen geben. Weiter geht es mit der 2. Session ab 10:25 Uhr zu Fragen der Nutzung digitaler Möglichkeiten zur Bewältigung der Coronakrise; unter der Moderation von Johan Rochel diskutieren gleich vier Teilnehmer, ob digitale Werkzeuge in der Krise ausreichend genutzt wurden. Es folgen drei weitere Sessions und schließlich am Ende die Zusammenfassung, in der die Hauptpunkte der Sessions des Swiss IGF 2021 als »Messages von Bern« an das globale IGF weitergereicht werden, wo sie in dortige Diskussionen Eingang finden.

Die sechste Ausgabe des Schweizer Forums für Internet Gouvernanz findet am 21. Juni 2021 in virtueller Form statt. Die Teilnahme am Swiss IGF steht allen Interessierten offen und ist kostenlos. Alle Teilnehmenden können sich als gleichwertige Diskussionspartner am Austausch beteiligen. Das Swiss IGF wird in den drei Sprachen Deutsch, Französisch und Englisch durchgeführt und simultan übersetzt.

Tipps

Domain-Broker DomainAgents veröffentlicht einen »Domain Valuation Guide«

In einem Blog-Eintrag zeigt Ryan McKegney, der CEO von DomainAgents, wie aktuell verschiedene Kategorien von Domains zu bewerten sind.

2012 gründeten sich die DomainAgents als Domain-Broker, um die Kommunikation zwischen Käufer und Verkäufer zu vereinfachen und Domain-Geschäfte leichter zum Abschluss zu bringen. Das Geschäft lief in den vergangenen Jahren sehr gut, so dass Domain-Agents, laut Escrow.com, im vergangenen Jahr auf Platz 3 der umsatzstärksten Domain-Broker aufgestiegen ist. In einem aktuellen Blogpost mit dem Titel 2021 Domain Valuation Guide berichtet DomainAgents-CEO Ryan McKegney, wie Domains zur Zeit preislich einzustufen sind.

In einer kurzen Einführung spielt McKegney die wichtigsten Themen an: Das Jahr 2020 meinte es gut mit der Domain-Industrie. Anfangs war aufgrund der Pandemie unklar, wie sich der Markt für Domains entwickeln würde; jedoch zeichnet sich bald ab, dass Domains eine ihrer besten Zeiten hatten und sich das auch 2021 fortsetzt. Sehr viel Handel und soziale Aktivitäten sind online gegangen und bleiben dort. Bedenken hat McKegney wegen einer möglichen Rezession, doch die Domain-Preise würden mit dieser steigen. Wie sich zeige, befänden sich mittlerweile die besten Einwort-.com-Domains in finanzkräftigen Händen, mit der Folge, dass man ordentliche Angebote unterbreiten muss, um solch eine Domain zu erwerben.

Im weiteren werden im »2021 Domain Valuation Guide«, nach Namenskategorien gegliedert, Beispiele für die Kategorie, deren erzielten Preise und erwartbare Preise für vergleichbare Domains sowie, worauf bei der Domain-Kategorie zu achten ist, als Liste mitgeteilt. Die Liste startet mit den »Short, oneword .com domains« und den Beispielen wolf.com (US$ 550.000,–; ca. EUR 452.210,–) und dabble.com (US$ 75.000,–; ca. EUR 63.025,–). Als Tipp geben die DomainAgents mit auf den Weg, man solle nach allgemeinen, markenfähigen und trendigen Worten Ausschau halten, da diese Merkmale den Wert einer Domain erhöhen. Weiter geht es mit einer besonders interessanten Differenzierung, den »Longer or Uncommon One-word .com domains« wie triangular.com (US$ 55.000,–; ca. EUR 45.455,–), die nur einen Bruchteil der Preise der vorangegangen Kategorie erreichen. Weiter werden unter anderem Drei-Zeichen-Domains, Zwei-Zeichen-Domains und Domains unter anderen Endungen als .com besprochen. Der kleine Guide endet mit Faktoren, die eine positive Auswirkung auf den Domain-Preis haben, wie etwa der Umstand, dass sich Singular-Begriffe besser als Plural-Begriffe verkaufen, und Faktoren, die den Wert schmälern, wie Begriffe mit negativer Bedeutung.

Der »2021 Domain Valuation Guide« ist ein kurzes, schnell gelesenes Vademekum, das einem hier und da eine kleine neue Einsicht gewähren kann. Die Lektüre lohnt sich.

ccTLDs

DNS Belgium warnt .be-Inhaber vor Abzockmails

DNS Belgium, Verwalterin der belgischen Länderendung .be, muss sich mit einer altbekannten Abzockmasche herumschlagen.

In den vergangenen Wochen wurden mehrere Inhaber von .be-Domains von einer Unternehmung namens IDS Belgium kontaktiert. Sie gab vor, dass namentlich nicht benannte Dritte Interesse hätten, die Domain unter einer anderen Endung wie .com, .net oder .eu registrieren zu wollen. Der Inhaber der .be-Domain sei jedoch bevorrechtigt, auch diese Domain zu registrieren, müsse sich allerdings rasch entscheiden. Nach Angaben von DNS Belgium hat die IDS Belgium ihren Sitz in den Niederlanden und erinnere in ihrem Geschäftsgebaren an DNS Benelux, die vom »Court of Liège« am 20. Juni 2019 für ihr Verhalten abgestraft wurde. Die Registry empfiehlt, wachsam zu bleiben und derartige Angebote nicht anzunehmen. Zudem kann man bei der »Federal Public Service Economy« Beschwerde einreichen. Vor allem aber gilt: wer neue Domain-Namen unter weiteren Endungen registrieren möchte, sollte sich an seinen bekannten, bewährten und vertrauten Domain-Registrar halten, um kein böses Erwachen zu erleben.

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Der Domain-Newsletter von domain-recht.de ist der deutschsprachige Newsletter rund um das Thema "Internet-Domains". Unser Redeaktionsteam informiert Sie regelmäßig donnerstags über Neuigkeiten aus den Bereichen Domain-Registrierung, Domain-Handel, Domain-Recht, Domain-Events und Internetpolitik.

Mit Bestellung des Domain-Recht Newsletter willigen Sie darin ein, dass wir Ihre Daten (Name und E-Mail-Adresse) zum Zweck des Newsletterversandes in unseren Account bei der Episerver GmbH, Wallstraße 16, 10179 Berlin übertragen. Rechtsgrundlage dieser Übermittlung ist Artikel 6 Absatz 1 Buchstabe a) der Europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Sie können Ihre Einwilligung jederzeit widerrufen, indem Sie am Ende jedes Domain-Recht Newsletters auf den entsprechenden Link unter "Newsletter abbestellen? Bitte einfach hier klicken:" klicken.

Seite 1 von 593
Top