nTLDs

Änderungen bei der Einführung von .spa – Landrush noch bis 01.10.2021

Die in Malaysia ansässige Asia Spa and Wellness Promotion Council Limited (ASWPC), Registry der neuen Top Level Domain .spa, hat ihren Einführungszeitplan modifiziert.

Seit dem 26. Mai 2021 und noch bis 01. Oktober 2021 um 15.59 Uhr (UTC) läuft eine Landrush-Phase. Nach einer kurzen Pause beginnt dann am 12. Oktober 2021 um 16.00 Uhr (UTC) die Phase der General Availability. Bei ASWPC hofft man, dass sich die Spa- und Wellness-Industrie allmählich von den Folgen der Corona-Pandemie erholt. Die Endung .spa versteht sich als »community-driven initiative«, die sich auf drei Kerngruppen konzentriert: »Spas and wellness centers, and spa and wellness professionals«, Gesellschaften, die in der Rechtsform der »società per azioni« oder »sociedad por acciones« registriert sind, und »Brands and businesses that wishes to leverage on the sense of peace, tranquillity and inclusiveness that a .spa domain enables«. Eine strikte Beschränkung auf die Spa-Industrie gibt es also nicht. Zuletzt war .spa in den Mittelpunkt einer gesellschaftsrechtlichen Auseinandersetzung gerückt. In Streit steht eine 30-prozentige Beteiligung des Finanzinvestors Namesphere Limited, hinter dem DotPH Domains Inc. steht. Ob diese Streitigkeiten beigelegt sind, ist unklar.

Blockchain

Domain-Registrar Namecheap startet »Handshake domain names« als Konkurrenz zum WWW

Der in Phoenix (US-Bundesstaat Arizona) ansässige Domain-Registrar Namecheap hat damit begonnen, Blockchain-basierte Domains anzubieten. Die »Handshake domains« genannten Adressen sind jedoch nur über technische Umwege nutzbar.

Mit rund 14 Millionen verwalteten Domain-Namen zählt Namecheap zu den Schwergewichten der Branche. Umso mehr ließ eine Pressemeldung mit dem Titel »The Decentralized Internet of the Future is Here!« aufhorchen. Darin wirbt der US-Registrar für so genannte »Handshake domain names« (HNS); dahinter steckt ein Peer-to-Peer Netzwerk, das auf der Blockchain-Technik basiert, also eine dezentrale verkettete Folge von Datenblöcken, die über die Zeit weiter fortgeschrieben wird und insbesondere bei Kryptowährungen zum Einsatz kommt. Im Fall von Namecheap handelt es sich um Domains unter insgesamt elf verschiedenen Endungen, nämlich .p, .pgp, .sox, .elite, .ill, .saas, .creator, .oh, .oo, .oot und .orb. Sie sind zu Preisen zwischen EUR 7,66 und 29,85 im Jahr erhältlich und erinnern auch insoweit an die klassische Domain-Namen unter TLDs wie .com, .net oder .de. Namecheap versteht die elf Endungen aber als »new approach to domain name ownership«, der »traditional organizations and registry oversight« umgeht und den Inhabern mehr Kontrolle und mehr Inhaberschaft an ihren Domains und ihren Webseite verspricht.

In der Praxis bedeutet dies, dass die meisten Browser ohne Änderung an den Einstellungen nicht in der Lage sind, diese HNS aufzurufen. Darauf weist Namecheap auch hin und schlägt parallel einen Umweg vor, wie sie dennoch genutzt werden können. Dazu ist ein sogenannter Resolver nötig, der beispielsweise per Browser-Erweiterung angesteuert werden kann (erwähnt werden Bob Wallet und LinkFrame für Chrome und Resolvr für Firefox). Der praktisch einfachste Weg dürfte sein, die gewünschte Domain über die Adresszeile der Website hns.to anzusteuern; dazu sind weder Erweiterungen noch Änderungen an den Grundeinstellungen des Browsers notwendig. Allerdings kratzen derartige alternative Angebote an den Grundfesten des Netzes. »Ein einheitliches System ist die Basis des Internets«, meinte bereits 2001 Sabine Dolderer, bis 2007 Geschäftsführerin der DENIC eG. Globale Erreichbarkeit, Stabilität, Eindeutigkeit und Verlässlichkeit waren schon damals (und sind noch heute) Voraussetzung dafür, dass sich das Internet zu dem universalen Kommunikations- und Informationsmedium entwickeln konnte. Wer also derartige Domains registriert, muss wissen, dass er für den weit überwiegenden Teil der Internetnutzer nicht erreichbar ist.

Namecheap versteht das Angebot dieser »Handshake domains« sehr wohl als Angriff auf ICANN:

Handshake hopes to operate independently of ICANN and offer an unlimited selection of top-level domains.

Daher ist die Ankündigung, dass den aktuell elf alternativen Domain-Endungen weitere folgen, durchaus ernst zu nehmen. Offizielle Statistiken, wie viele Domains unter solch einer »Handshake domain« registriert sind, gibt es noch nicht. Sollte die Nachfrage ausbleiben, könnten sie aber auch rasch wieder aus den Namecheap-Regalen verschwinden.

UWG

Die Wettbewerbszentrale lädt zum Herbstseminar »Aktuelle Entwicklungen im Wettbewerbsrecht«

Die Wettbewerbszentrale aus Bad Homburg lädt auch in diesem Jahr zu ihrem Herbstseminar »Aktuelle Entwicklungen im Wettbewerbsrecht«. Erneut findet das Seminar online statt. Unter anderem werden Informationspflichten bei werblichen Aussagen und im Fernabsatz sowie Datenschutz besprochen.

Die Herbstseminarreihe der Wettbewerbszentrale fokussiert wie immer auf die wichtigen Rechtsfragen in Werbung, Absatz & Vertrieb. Dabei werden aktuelle Entwicklungen im Recht des unlauteren Wettbewerbs berücksichtigt und über die Auswirkungen höchstrichterlicher Urteile informiert. In diesem Jahr wird unter anderem in Teil I des Seminars die neue Rechtsprechung zum »Heilmittelwerberecht: Zuwendungsverbot, Irreführung und Werbeverbote« sowie zum Irreführungsverbot besprochen. Im Teil II des Seminars kommen die Auswirkungen der UWG-Änderungen vom 02. Dezember 2020 zur Sprache, sowie Entwicklungen bei Informationspflichten, Fernabsatz und Datenschutz, und schließlich die Rechtsprechung zu Verstößen gegen Marktverhaltensnormen. Wie immer werden auch die Themen des vorangegangenen Jahres und deren aktuelle Entwicklungen nochmals in den Blick genommen. Referenten der Herbstseminare sind –9 wie gehabt – Rechtsanwalt Dr. Hans-Jürgen Ruhl und Rechtsanwalt Martin Bolm. Die Herbstseminare richten sich an Rechtsanwälte, Justiziare und Führungskräfte von Unternehmen, sowie an Webseitenbetreiber und Berater in Werbeagenturen oder Marketingabteilungen. Es gibt zwei Seminare bestehend aus je zwei Teilen á 1,75 Stunden an jeweils zwei Tagen.

  • Die Terminfolge I findet am Dienstag, 26.10.2021 (Teil 1) und am Donnerstag, 28.10.2021 (Teil 2) statt.
  • Die Terminfolge II findet am Dienstag, 02.11.2021 (Teil 1) und Donnerstag, 04.11.2021 (Teil 2) statt.

Die Teilnahmekosten der Online-Herbstseminare 2020 Aktuelle Entwicklungen im Wettbewerbsrecht betragen je nach Status zwischen EUR 360,– (inkl. 19 Prozent MwSt.) und EUR 290,– (inkl. 19 Prozent MwSt.). Teilnehmer erhalten eine Fortbildungsbescheinigung über 3,5 Stunden zur Vorlage nach § 15 FAO.

UDRP

Doug Isenberg im Gespräch mit Lenka Náhlovská vom CAC

Domain-Anwalt Doug Isenberg sprach am 08. September 2021 mit Lenka Náhlovská vom Czech Arbitration Court (CAC), einer der sechs von ICANN akkreditierten Schlichtungsstellen für Domain-Streitigkeiten.

Es ist das dritte Interview in einer Reihe, in der Domain-Anwalt und UDRP-Panelist Doug Isenberg mit Vertretern einer Mediations- und UDRP-Stelle spricht. Über das Interview mit Renee Fossen von Forum (NAF) hatten wir bereits berichtet. Nun nahm sich Isenberg das CAC vor und sprach mit Lenka Náhlovská. Seit gut neun Jahren ist die promovierte Juristin beim CAC. Derzeit ist sie dessen Generalsekretärin, als welche sie die Arbeit des Tschechischen Schiedsgerichts organisiert; zugleich leitet sie das Ressorts »Domain Name Disputes«. Doug Isenberg sprach mit ihr in einem 35-minütigen Interview über die Geschichte des CAC, aktuelle Zahlen und die Arbeit während der Pandemie.

Das CAC ist, gegründet 1949, eines der ältesten Schiedsgerichte in Europa. 2005 akkreditierte EURid es für die Schlichtung von rechtlichen Auseinandersetzungen um .eu-Domains im Wege des ADR-Verfahrens, womit es 2006 seine Arbeit als einziger Anbieter für diese Endung aufnahm. 2008 akkreditierte ICANN das CAC für UDRP-Verfahren, die es seit 2009 bearbeitet. Náhlovská erklärt im Gespräch, dass man sich als Alternative zur ordentlichen Gerichtsbarkeit sehe: Zivilprozesse in Tschechien könnten sich bis zu zehn Jahre hinziehen und sind kostenaufwändig. Man habe in den vergangenen 20 Jahren rund 27.000 Schiedsverfahren in allen Bereichen durchgeführt. Die erste Domain-Streitbelegung des CAC betraf eine tschechische .cz-Domain, die allerdings nach allgemeinen Schlichtungskriterien geklärt wurde, da es das Reglement für .cz noch nicht gab – das kam erst 2015. Wie bei anderen Streitbeilegungsstellen seien auch beim CAC die Zahlen in 2020 deutlich angestiegen. In einer Graphik zeigt Náhlovská, dass 2020 insgesamt 564 UDRP-Verfahren durchgeführt wurden, während es 2019 noch 456 waren. Der Anstieg liegt über 25 Prozent. Sie führt ihn darauf zurück, dass viele Markeninhaber während der Pandemie erkannten, dass sie online gehen müssen, aber feststellten, dass ihre Marken-Domains bereits vergeben waren. Hinzu kamen zahlreiche Phishingund Covid-Domains. Die Zahlen für ADR-Verfahren lägen zur Zeit bei zwischen 50 und 70 im Jahr. Mit Einführung von .eu gab es zunächst 700 ADR-Verfahren, die auf die Sunrise Period zurückzuführen seien. Die vergleichsweise geringe Zahl von Streiten um .eu-Domains ergäbe sich aus den strengeren Vergabebedingungen als bei etwa .com und .org. Auf die Arbeit während der Pandemie angesprochen, berichtet Náhlovská, dass das kein Problem dargestellt habe, da das UDRP-Verfahren sowieso online ablaufe und man gut vom Home-Office aus arbeiten könne. Problematisch wurde es allerdings bei ordentlichen Posteingängen. Diese habe man nicht weiterleiten können, da die Postämter wegen Covid-19 keine Briefe angenommen hätten. Also hätte man alles digitalisieren müssen. Isenberg spricht Náhlovská auch auf die günstigen Gebühren des UDRP-Verfahrens beim CAC an, die Náhlovská näher erklärt, und auf die Kategorien von Beschwerdeführern. Schließlich erweist sich, dass das CAC seinerseits über ein ADR Overview 2.0 verfügt, wie es ein WIPO Overview 3.0 gibt, in dem Entscheidungskriterien und -hilfen für Verfahren um .eu-Domains ausgearbeitet sind.

Alles in allem ist das Interview aufschlussreich und zeigt angenehm, welche Menschen und welcher Arbeitsethos hinter dem CAC stehen. Nicht nur der Hinweis von Náhlovská auf den ADR Overview 2.0, auch auf Hilfestellungen für Beschwerdeführer und -gegner, die das CAC zur Verfügung stellt, geben Anlass genug, sich das Interview anzuschauen.

Auf das Domain-Recht spezialisierte Anwälte findet man auf Domain-Anwalt.de, einem Projekt der united-domains AG.

ccTLDs

Frankreich hat die Vergabebedingungen für .fr geändert

AFNIC, Verwalterin der französischen Länderendung .fr, hat mitgeteilt, die Vergabebedingungen kurzfristig geändert zu haben.

Seit dem 15. September 2021 ist es nicht länger gestattet, .fr-Domains mit dem Endbestandteil -gouv.fr zu registrieren. Zur Begründung verweist AFNIC auf das Risiko einer Verwechslungsgefahr mit der offiziellen Subdomain .gouv.fr, deren Registrierung den Regierungsbehörden in Frankreich vorbehalten ist. Parallel hat AFNIC die Neuregelungen durch das Gesetz Nr. 2020-1508 vom 03. Dezember 2020, auch bekannt als »DDADUE Law«, in die Vergabebedingungen eingearbeitet. Sie stärken insbesondere die Rechte der Generaldirektion Wettbewerb, Verbraucherschutz und Betrugsbekämpfung (Direction générale de la Concurrence, de la Consommation et de la Répression des Fraudes, kurz DGCCRF). Diese hat künftig die Möglichkeit, eine Anordnung zu erwirken, die AFNIC dazu verpflichtet, binnen 48 Stunden nach ihrem Eingang eine .fr-Domain zu blockieren, zu löschen oder zu transferieren.

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