Neue Veranstaltungsreihe

In Kempten (Allgäu) findet im August der erste »Domain Summit Europe« statt

Im August treffen sich Domain-Käufer und -Verkäufer, Investoren, Entwickler, Juristen, Registrare und Hosting Providers von Angesicht zu Angesicht bei der als Präsenzveranstaltung stattfindenden »Domain Summit Europe 2026«. Die auf 60 Teilnehmer beschränkte Veranstaltung ist bereits ausgebucht, Interessierte können sich auf die Warteliste setzen lassen.

Nachdem sich der »London Domain Name Summit« in den vergangenen Jahren als Magnet der Domain-Branche entwickelte und der Veranstalter zusätzlich die »Domain Summit Asia« und »Domain Summit Afrika« eingeführt hat, bietet er nun auch den vom 16. bis zum 19. August 2026 erstmals stattfindenden »Domain Summit Europe 2026«. Veranstaltungsort ist Kempten im Allgäu. Die Veranstalter »Domain Summit Ltd« konzipiert den »Domain Summit Europe 2026« als Networking-Konferenz für erfolgreiche Domain-Geschäfte mit zahlreichen Panels. Mit der Ausrichtung des Domain Summit Europe in Kempten startet eine Veranstaltungsreihe mit globalem Blick auf die Domain-Branche und geschäftsorientiertem Charakter, die zukünftig an verschiedenen Orten in Europa stattfinden soll.

Der »Domain Summit Europe 2026« beginnt am Sonntag, dem 16. August mit einem Gruppenausflug zu Schloß Neuschwanstein. Am Montag geht es dann in medias res mit Vorträgen und Panels zu europäischen Länderendungen, Fragen des Domain-Hostings und eine Runde zum »Domain Investing space in DACH Region«. Am Nachmittag sprechen Michael Riedl und Andriy Khvetkevych über nächste Schritte für Registrare im Hinblick auf die 2. Einführungsrunde von gTLDs. Am Folgetag werden Rechtsfragen im DACH-Raum, Zahlungsoptionen, Broker und der Domain-Markt, und Domains, KI und eMail besprochen. Am Abschlusstag, 19. August 2026, ist der Besuch einer Bierbrauerei geplant.

Der Domain Summit Europe 2026 findet vom 16. bis 19. August 2026 in »Die Bitcoin Metropole«, Rathausstraße 2, 87435 Kempten (Allgäu) statt. Die Teilnahme ist per Einladung möglich. Derzeit sind alle 60 Teilnehmerplätze belegt. Interessierte können sich auf die Warteliste setzen lassen. Wer nicht auf eine Einladung hin teilnehmen kann, zahlt EUR 2.500,–.

DNS

ICANN kündigt den nächsten KSK rollover für Oktober 2026 an

Die Internet-Verwaltung ICANN hat angekündigt, dass der nächste »Key Signing Key (KSK) rollover« am 11. Oktober 2026 stattfinden wird. Dieser Prozess ist ein wichtiger Schritt zur Aufrechterhaltung der langfristigen Sicherheit, Stabilität und Ausfallsicherheit des DNS.

»First Root KSK Rollover Successfully Completed« – diese Botschaft liess ICANN am 15. Oktober 2018 verkünden und gab damit erleichtert zu verstehen, dass ein Schritt, bei dem der Zusammenbruch des Domain Name Systems (DNS) nicht ausgeschlossen werden konnte, zum ersten Mal erfolgreich vollzogen worden war. Der KSK ist ein kryptografischer Schlüssel, der zur Überprüfung der Legitimität von DNS-Antworten und deren Unversehrtheit während der Übertragung dient. Domain Name System Security Extensions (DNSSEC) tragen dazu bei, dass Internetnutzer beim Zugriff auf Websites und Online-Dienste authentische DNS-Daten erhalten. Der Rollover-Prozess ersetzt dabei den aktuellen KSK durch einen neuen, um die hohe kryptografische Sicherheit des DNS aufrechtzuerhalten; er war seit seiner Einrichtung im Jahr 2010 nicht geändert worden. Um das seither gestiegene Risiko von erfolgreichen Angriffen zu reduzieren, hatte ICANN beschlossen, den Schlüssel zu ändern. Ganz reibungslos verlief die Änderung damals nicht; das meldete zumindest die .com-Registry VeriSign, zugleich Betreiber der beiden A- und J-Root Server. So belief sich die Zahl der Anfragen nach den DNSKEY-Daten in den Tagen vor dem Rollover auf rund 15 Millionen täglich; in den Tagen danach waren es 75 Millionen, und bis zum 21. März 2019 sogar 1,15 Milliarden am Tag, also der 75fache Wert. Nach endgültiger Löschung des alten Schlüssels am 22. März 2019 war die Zahl der Anfragen aber wieder erheblich gesunken.

Am 20. Mai 2026 gab ICANN nun bekannt, dass der nächste „KSK rollover“ bevorsteht und für den 11. Oktober 2026 angesetzt ist. Ganz überraschend kommt die Ankündigung nicht. Der Rollover-Prozess folgt einem in mehreren Phasen verlaufenden Implementierungszeitplan, der 2024 begann und 2027 abgeschlossen sein wird. Während dieses Zeitraums bleiben sowohl der aktuelle als auch der neue KSK gültig, wodurch rekursive Resolver – die von Internetdienstanbietern und anderen Unternehmen, die DNS-Informationen im Auftrag von Benutzern abrufen und überprüfen – Zeit erhalten, den neuen Schlüssel zu übernehmen, bevor der neue KSK im Oktober 2026 mit der Signierung der Root-Zone beginnt und der alte Schlüssel im Januar 2027 außer Betrieb genommen wird. Der Oktober-Termin ist dabei ein besonderer Meilenstein, weil der neue Schlüssel erstmals zur Erstellung von Signaturen verwendet wird. Kim Davies, Vice President, Internet Assigned Numbers Authority (IANA) Services und President of Public Technical Identifiers (PTI), sagte:

The trust anchor rollover is a carefully coordinated process that helps safeguard the integrity of the DNS. While most Internet users will not notice any change, operators of DNS software should confirm that their systems are properly configured to trust the new key ahead of the rollover.

Da jegliche Änderungen die Sicherheit und Stabilität des DNS und damit die Kernaufgabe von ICANN betreffen, wird jeder „KSK rollover“ weltweit mit Argusaugen verfolgt.

Sind Netzbetreiber nicht auf den Schlüsselwechsel vorbereitet und haben sie DNSSEC aktiviert, riskieren sie erhebliche finanzielle Einbußen. Wurde der »trust anchor« nicht aktualisiert, um den neuen Schlüssel zu berücksichtigen, behandeln DNS-Resolver Antworten, die mit dem neuen Schlüssel signiert sind, als manipuliert und verwerfen diese Antworten. Dies führt dazu, dass Endnutzer bei jeder Abfrage eines DomainNamens eine Fehlermeldung erhalten, was zu Supportanrufen von Kunden führen könnte. ICANN hat eine eigene Mailingliste eingerichtet, über die man sich weiter informieren kann.

dotweekly.com

Eine Domain-Suchmaschine über alle Sekundärmärkte

Der seit 2006 aktive Domain-Spezialist Jamie Zoch ist seit Jahren als Domain-Berater unter dotweekly.com unterwegs. Seit Februar 2026 hat er seine Dienstleistungen unter dotweekly.com erneuert und bietet nun eine »Premium aftermarket domains«-Suche über zahlreiche Marktplätze an. Bisher ist das Angebot für Nutzer kostenlos.

Für Domain-Investoren und Markenmanager bietet Zochs DotWeekly eine sorgfältig zusammengestellte Auswahl an Tools für die tägliche Domain-Analyse und zum Schutz von Marken. Die Seite bietet zunächst kuratierte Angebote in prominenter Stellung. Darunter gibt es den »Fancy Filter« mit zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten. Diese beginnen mit einer Auswahl sichtbarer Top Level Domains, die um weitere ergänzt werden können. Weiter kann man den »Style« (»1-Word«, »Brandable«, »Acronym« u.a.) auswählen und die Länge der Domain einstellen. Weitere Punkte sind der Preis, die Form des Angebots, die Branche, die Konnotation (»Positive«, »Positive/Neutral«) und Schlüsselbegriffe (Keywords). Schließlich gibt es die Möglichkeit, die Suche unter »Advanced« noch weiter zu verfeinern. Mit diesen Einstellungen werden dann auf dem Sekundärmarkt zum Verkauf stehende Domains angezeigt – zunächst 30 Stück. Wählt man eine europäische Endung aus, zeigt sich, dass die Ergebnisse ganz klar am englischsprachigen Markt ausgerichtet sind: die Domains weisen englischsprachige Begriffe auf. Man findet zur Domain jeweils den Preis, den Angebotsmarkt, das Alter der Domain und erhält die Möglichkeit, den Direktkauf einzuleiten oder ein Angebot abzugeben. Einige Domains sind mit dem Label »High demand« versehen. Ein Klick führt weiter auf die Anbieterseite. Wie sich zeigt, sind nicht alle Anbieter korrekt vernetzt: keine Domain unter »NameClub« (Dynadot) war bei unserer Recherche auffindbar.

Neben dieser Domain-Suche gibt es noch weitere »Curated picks«, die handverlesen (»hand-vetted«) sind. Zudem findet sich eine Domain-Suche über eine 5-Punkte-Frageliste: mit Angaben zur Endung, dem Stil, der Länge, dem Preis und – über die Angabe von Schlüsselbegriffen – der Branche bzw. der Zielgruppe erhält man eine Liste mit ausgesuchten Domains, die sowohl aus Auktionen abgelaufener Domains als auch vom Aftermarket stammen. Im Grunde wird nur die Basissuche nochmals auf andere Weise durchexerziert. Man darf dann bei der Wahl von Schlüsselbegriffen nicht zu wählerisch sein, andernfalls gibt es überhaupt kein Ergebnis.

DotWeekly ist ein interessantes – bisher kostenfreies – Angebot, über das man auf der Suche nach Domains, die sich in Auktionen befinden oder auf dem Sekundärmarkt angeboten werden, fündig werden kann. Domain-Investor Elliot Silver bekundete, das Angebot regelmäßig zu nutzen. So erhält er unter anderem über »DotWeekly Daily Highlights« tägliche Informationen und über die »Last Call«-eMail einen Hinweis über anstehende und endende Auktionen. Zoch selbst arbeitet ständig an der Verbesserung seines KI-gestützten Angebots und reagiert auch auf Nutzerwünsche oder -hinweise.

Sunrise-Periode

Endlich ist die Endung .latino aus der 1. Bewerbungsrunde auf dem Markt

Die in Englewood (US-Bundesstaat Colorado) ansässige Dish DBS Corporation geht mit ihrer neuen Top Level Domain .latino auf den Markt.

Seit dem 12. Mai 2026 und noch bis zum 11. Juni 2026 läuft eine Sunrise Period, in der Markeninhaber mit Eintrag ihrer Marke im Trademark Clearinghouse bevorrechtigt .latino-Domains registrieren dürfen. Eine Landrush-Phase gibt es nicht, die Live-Phase soll vielmehr bereits am 12. Juni 2026 beginnen. Eine völlig freie Registrierung ist zumindest auf Grundlage der Vergaberegeln nicht geplant; in jedem Fall erforderlich ist eine »bona fide intention to use the domain name in supporting the mission and purpose of the TLD«; vor allem aber wird ein »meaningful nexus (as determined by the Registry in its sole and exclusive right) with the television, telecommunications and broadcast media industry« verlangt. Wie intensiv die Registry auf die Einhaltung dieser Regeln pocht, bleibt abzuwarten. Vorrangige Zielgruppe dürften Personen, Unternehmen und Organisationen aus Lateinamerika, insbesondere Mittel- und Südamerikas sowie der Karibik sein. Für die Dish DBS Corporation ist .latino die erste Top Level Domain, die ihren Registrierungsbetrieb aufnimmt; mit .mobile, .dish, .dtv, .ott, .phone, .ollo, .blockbuster und .data hat das Unternehmen noch weitere nTLDs in der Warteschleife, die auf ihren Live-Start warten.

GoDaddy's Inside-Report

Domain-Registrierungen sind vielfältiger, globaler und durchdachter geworden

Der US-amerikanische Domain-Registrar GoDaddy hat in einem Inside-Report Einblick in seinen Domain-Bestand gewährt. Das Datenmaterial ist nicht repräsentativ, liefert aber nützliche Informationen für die Pflege von Domain-Portfolien.

Rund 81 Mio. verwaltete Domain-Namen von über 20 Mio. Kunden aus mehr als 100 Ländern weltweit – den Titel als größter Domain-Registrar der Welt hat GoDaddy bereits seit vielen Jahren inne. Die Konkurrenz mit Unternehmen wie Namecheap, Tucows, Google und IONOS (1&1) rangiert derzeit noch mit einigem Abstand. Was wiederum bedeutet: Wenn GoDaddy seine eigenen Daten analysiert, betrachtet man einen bedeutenden Teil des gesamten offenen Internets. Umso mehr lässt GoDaddy’s domain trends report aufhorchen, der Anfang Mai 2026 veröffentlicht wurde. Beginnen wir mit der Zahl, die sich kaum bewegt hat. Im Jahr 2025 entfielen 50,25 Prozent aller bei GoDaddy registrierten Domains auf die Endung .com; das ist mehr als auf die nächsten vierzehn Endungen zusammen. Auch nach vier Jahrzehnten dominiert .com damit den Markt von GoDaddy. In den USA fällt die Dominanz noch deutlicher aus; dort kommt .com auf einen Anteil von 64,98 Prozent; in den USA greifen Kunden, die eine Domain registrieren, also fast schon reflexartig zur .com-Domain. Kanadische und indische GoDaddy-Kunden sind dagegen vielfältiger interessiert, hier kommt .com auf einen Anteil von nur rund 46 Prozent. Sie setzen bewusst auf einen Mix aus .com-Domains und kombinieren diese mit lokalen oder spezialisierten Endungen, die ihren Standort und ihre Tätigkeit widerspiegeln. Der GoDaddy-Markt ist dabei konzentriert; im Jahr 2025 stammten fast 70 Prozent der neu registrierten Domains aus nur fünf Ländern, wobei die USA mit 41,77 Prozent aller Registrierungen führend waren.

Doch welche sinnvollen Alternativen gibt es zu .com? Das verrät die Statistik über die fünf am häufigsten in den USA registrierten Top Level Domains: nach .com (64,98 Prozent) sind das .org (4,87 Prozent), .net (4,57 Prozent), .ai (1,99 Prozent) und .us (1,13 Prozent). Die Dominanz von .com in den USA ist damit zwar unübertroffen; zwei von drei amerikanischen Kunden, die eine Domain bei GoDaddy registrieren, entscheiden sich für .com. Aber angefacht vom Hype um KI hat es auch .ai in die Top 5 geschafft. Eine Domain-Endung, die – wie GoDaddy einräumt – vor drei Jahren noch niemand auf dem Schirm hatte, liegt in den USA nun sogar vor dem offiziellen Länderkürzel .us. Damit gilt 2025 als das Jahr von .ai. Bei GoDaddy stiegen die Registrierungen von .ai-Domains im Jahresvergleich um 62,6 Prozent. Im unternehmensinternen Ranking kletterte die Domain-Endung innerhalb eines Jahres von Platz 18 auf Platz 14. Und das Wachstum wurde nicht von einigen wenigen Großabnehmern getragen. Die Gesamtzahl der Registrierungen und die durchschnittlichen Tagesnutzungen stiegen nahezu im gleichen Maße, was darauf schließen lässt, dass diese Nachfrage von Tausenden von einzelnen Gründern und Unternehmen kam, die unabhängig voneinander die gleiche Entscheidung trafen. Aber auch die nTLDs holen auf. Im Jahr 2025 war .shop mit 2,82 Prozent aller Registrierungen weltweit die viertbeliebteste Domain-Endung bei GoDaddy; .store landete mit 1,93 Prozent auf Platz 11.

Insgesamt zeigt sich die Domain-Landschaft bei GoDaddy im Jahr 2026 vielfältiger, globaler und durchdachter als je zuvor. Die Kommerzendung .com hat eine Ankerfunktion – vertrauenswürdig und intuitiv. Wer seinen Sitz außerhalb der USA hat, für den ist die Kombination einer .com-Domain mit einer länderspezifischen Top Level Domain (ccTLD) oft eine kluge Entscheidung. Zudem hat sich .ai etabliert; wer im Bereich KI arbeitet, braucht eine .ai-Domain. Übrigens: Der beste Zeitpunkt, um einen freien Domain-Namen zu finden und zu sichern, ist Mitte der Woche, bevor die Nachfrage ihren Höhepunkt erreicht – auch das richtige Timing zahlt sich bei der Domain-Suche also aus.

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