März

Das 116. IETF-Treffen findet Ende März in Yokohama (Japan) statt

Das 116. Treffen der Internet Engineering Task Force (IETF) startet am 25. März 2023 als Präsenzveranstaltung unter dem Titel »IETF 116 Yokohama« in Yokohama (Japan). Eine Online-Teilnahme ist selbstverständlich auch möglich.

Das IETF 116 findet von Samstag, den 25. bis Freitagnachmittag, den 31. März 2023 in Yokohama statt. Mittlerweile sind die Präsenzveranstaltungen beim IETF wieder Routine. Die üblichen Begleitveranstaltungen, der IETF Hackathon und der IETF Codesprint, finden ebenfalls vor Ort und zwar am Wochenende 25./26. März 2023 statt. Hierbei kann man sich auch online dazuschalten. Die Trainings und Tutorien für Neuzugänge werden wie gehabt am Sonntagnachmittag gegeben. Die Agenda für die Veranstaltung ist noch nicht veröffentlicht.

Das IETF 116 Yokohama findet von Samstag, 25. bis Freitag, 31. März 2023 im Convention Center PACIFICO, 1-1-1 Minato Mirai, Nishi-ku, Yokohama 220-0012 (Japan) statt. Optional kann man auch online teilnehmen. Der »Onsite Week Pass« ist bis 06. Februar 2023 für US$ 700,– zu haben; wer nur Remote dabei sein will, zahlt US$ 230,–. Der »One-Day Pass« und der »Student Pass« sind günstiger. Alle Preise steigen, je näher der Veranstaltungstermin rückt. Die Teilnahme am Hackerton kostet nichts. Teilnehmer nutzen für den Überblick und weitere Informationen die iOS/iPad-App bzw. die Android-App »IETFers«. Das darauf folgende IETF 117 findet im Juli 2023 in San Francisco (USA) statt.

sex.com

Happy End für mindestens US$ 20 Mio.

Sex.com, die wohl wertvollste Domain der Welt, steht nach rund zehn Jahren erneut zum Verkauf: für mindestens US$ 20 Mio. erhält der Käufer nicht nur die Internetadresse, sondern zusätzliche Leistungen.

Seit sie im September 1995 ihrem damaligen Inhaber Gary Kremen auf strafbare Weise abhanden kam, gilt sex.com als Skandal-Domain schlechthin. Kremen hatte die Domain 1994 registriert, doch im Herbst 1995 gelang es dem Ex-Häftling Stephen Cohen, durch ein vermutlich gefälschtes Schreiben an den Registrar Network Solutions, sie auf sein Unternehmen übertragen zu lassen. Die folgenden Jahre verbrachte man im Streit, in dem schließlich Anfang 2001 der Supreme Court der Auffassung von Kremen folgte und bestätigte, dass die Domain unrechtmäßigerweise an Cohen übertragen worden war. Es wurde seinerzeit zudem bekannt, dass die Domain durchschnittlich US$ 17.000,– an Umsatz einbringt – pro Tag! Im Jahr 2006 landete sex.com für US$ 11,5 Mio. bei Escom LLC. Das Unternehmen verstand es aber nie, das Potential der Domain zu nutzen und verzettelte sich in wirtschaftlichen Schwierigkeiten, was zu einem Insolvenzantrag führte. Beim United States Bankruptcy Court for the Central District of California verständigte man sich im Frühjahr 2010 schließlich darauf, die Domain über Sedo zu verkaufen. Die daraufhin eingeleitete Suche nach einem geeigneten Käufer fand nach drei Monaten ihren Abschluss: die Clover Holdings Limited, ein auf St. Vincent und die Grenadinen in der Karibik ansässiges Unternehmen, sicherte sich die Domain. Der von Sedo offiziell bestätigte Kaufpreis lag bei US$ 13 Mio.

Diese Summe wird beim nun anstehenden Verkauf allerdings nicht genügen. Wie der Inhaber mitteilt, erwartet er ein

»Minimum bid $20 million USD with a minimum of $10 million paid immediately in cash upon closing.«

Gebote können seit dem 18. Januar 2023 noch bis zum 31. Januar 2023 eingereicht werden. Zusätzliche Informationen sind aus einer frei erhältlichen Präsentation ersichtlich; demnach steht nicht nur die Domain sex.com zum Verkauf, sondern auch alle Domain-bezogenen Marken, die jedoch nicht einzeln genannt sind. Weiter stehen nach Ermessen des Inhabers zum Verkauf: »Source code deployed on sex.com and sex. com/pins«, »Operational databases and all associated data«, »User accounts«, »Sex.com related social media accounts in the Seller’s controll« und »The associated corporate entities«. Zudem werden erwähnt »Advertising relationships«, »Hosting relationships«, »Merchant processing« und »Other vendor relationships«. Die Zahl der »unique visitors« soll durchschnittlich bei etwa einer Mio. täglich liegen, wobei 36,3 Prozent aus den USA und Kanada stammen, weitere 23,2 Prozent aus der EU. Wer nähere Informationen benötigt, kann sich über die eMail-Adresse auction@sex.com melden oder ein Kontaktformular nutzen.

Wer sich für die ganze Story um sex.com interessiert, dem sei das Buch »Sex.com: One Domain, Two Men, Twelve Years and the Brutal Battle for the Jewel in the Internet’s Crown« vom Domain-Experten Kieren McCarthy ans Herz gelegt. Das Buch ist auf Englisch bei Quercus Publishing unter der ISBN 1905204663 erschienen.

ccTLDs

Kenias Landesendung .ke soll populärer werden

Das Kenya Network Information Centre (KeNIC), Registry der kenianischen Länderendung .ke, hat der afrikanischen Konkurrenz den Kampf angesagt.

In einem Interview teilte Geoffrey Shimanyula, Chairman des KeNIC, mit, dass .ke im November 2022 erstmals die Marke von 100.000 Domain-Registrierungen überschritten hat; aktuell steht man bei rund 110.000 Registrierungen, wobei der Anteil der aktiven Webseiten bei 80 Prozent liegt. Nun liege der Fokus von KeNIC darauf, dass diese Domains auch verlängert werden. Im afrikanischen Vergleich liegt .ke damit derzeit hinter .sa (Süd-Afrika) und .ng (Nigeria). Die Corona-Pandemie beschreibt Shimanyula als »win-lose«-Situation; viele Unternehmen hätten schließen müssen, der Bereich eCommerce hätte dagegen für einen Anstieg an Nachfragen nach .ke gesorgt. Zum Erfolg von .ke beitragen sollen weiter günstige Gebühren; für die Registrierung einer .ke-Domain fallen KES 1.000,– an, umgerechnet rund EUR 7,35; im Fall der Vertragsverlängerung sind es KES 800,–, umgerechnet rund EUR 5,90. Gerade Markeninhaber, die in Afrika tätig sind, sollten deshalb über eine präventive Registrierung ihrer Marken nachdenken; die Kosten der Verfolgung einer Rechtsverletzung dürften jedenfalls deutlich höher sein.

UDRP

Bayer AG im Dauerclinch mit Cybersquattern

Wir berichten immer wieder über gescheiterte UDRP-Verfahren. Diese bilden aber die Ausnahme. Ganz überwiegend werden UDRP-Verfahren gegen dreiste Cybersquatter geführt, die praktisch immer zu einem positiven Ergebnis für die Beschwerdeführer führen. Ein Beispiel dafür bietet die deutsche Bayer AG, die in den vergangenen zwei Monaten in sechs Verfahren gegen zehn Domains erfolgreich war.

Die Bayer AG hat (wie viele andere bekannte oder berühmte) Konzerne und Unternehmen mit Cybersquatting zu kämpfen. Das UDRP-Verfahren bietet die Möglichkeit, gegen missbräuchlich registrierte Domains, die Markenrechte verletzen, kostengünstig und schnell vorzugehen. In der Zeit zwischen 12. Dezember 2022 und 19. Januar 2023 konnte die Bayer AG sechs Entscheidungen der WIPO im Streit um zehn Domains für sich verbuchen. In zwei Fällen, bei den Domains bayerr.com und bayer-cz.com, nutzte der jeweilige Gegner die Domains, um betrügerische eMails zu versenden. Im Streit um bayer-cz.com wie in dem um die beiden Domains bayer-career-nz.co und bayernz.co war die im Domain-Namen eingefügte geographische Abkürzung ein den Eindruck, mit der Beschwerdeführerin verbandelt zu sein, verstärkendes Element. In keinem der Verfahren meldete sich einer der Gegner zur Sache. Im Einzelnen ging es um folgende Fälle:

bayer-cz.com
Die Bayer AG stritt gegen Andrew Evera, Kanada. Der nutzte die Domain, um betrügerische eMails zu versenden. Entscheider Peter Burgstaller konstatiert in seiner Entscheidung vom 12. Dezember 2022 (WIPO Case No. D2022-4008):

»In fact, the use of the term „cz“ in connection with the mark BAYER rather strengthen the impression that the disputed domain name is in some way connected to the Complainant or the Complainant’s services, […].«

bayer-career-nz.co und bayernz.co
Hier stritt die Bayer AG gegen zwei Gegner: Mukib Mukib, Chile and johnson mitchell, India. Wieder entschied Peter Burgstaller. Er stimmte dem Antrag, das Verfahren gegen beide Gegner zu führen, zu, da beide sich nicht meldeten und so dem Antrag der Beschwerdeführerin nicht widersprachen; hinzu kam, dass die Domains die identische geographische Abkürzung »nz« aufweisen und beim selben Registrar zeitlich nah registriert wurden. Auch hier verstärkte die geographische Abkürzung »nz« für Neuseeland im Zusammenhang mit der Marke »Bayer« den Eindruck einer Verbindung zur Beschwerdeführerin. Die Entscheidung (WIPO Case No. DCO2022-0092) erging am 23. Dezember 2022.

bayerr.com
Die Bayer AG wurde auf die Domain bayerr.com aufmerksam, weil sich einer ihrer Großhändler bei ihr wegen einer ihm über @bayerr.com gestellten Rechnung meldete. Der Absender, eine Danielle Santos, erklärte, ein Vertragspartner der Bayer AG zu sein und für die Bayer S.A. zu handeln. In der Signatur der eMail und in zehn Links zur Privacy Policy leitete man auf die Hauptdomain bayer.com der Beschwerdeführerin. Entscheiderin Eva Fiammenghi bestätigte die Beschwerde am 29. Dezember 2022 (WIPO Case No. D2022-4277).

bayer-career.com, bayer-careers.com, career-bayer.com, careers-bayer.com
Um gleich vier Domains ging es Melissa Solis, Bayer, Kanada und anderen. Der Gegner, so die Bayer AG, sei bereits in 38 UDRP-Verfahren verwickelt gewesen. Entscheider war Mario Soerensen Garcia, der die Beschwerde am 19. Januar 2023 bestätigte (WIPO Case No. D2022-4127).

bayer-global.com
Zum Streit der Bayer AG gegen Michele Maraponte (Belgien) um die Domain bayer-global.com gibt es nichts weiter zu berichten. Der US-amerikanisch-irische Entscheider Colin T. O’Brien fand, der einzige plausible Grund, die Domain zu registrieren und passiv zu halten, sei, sie für illegale und bösgläubige Zwecke zu nutzen. Er bestätigte die Beschwerde am 13. Januar 2023 (WIPO Case No. D2022-4639).

bayer-science.com
Gegner im Streit um bayer-science.com war »camron Senger, Switzerland«. Für die türkisch-amerikanische Entscheiderin Ezgi Baklacı Gülkokar änderte das Element »science« in der Domain nichts an der irreführenden Ähnlichkeit zur Marke. Und auch dass die Domain zu keiner Website auflöste, änderte nichts an ihrer Einschätzung, dass die Domain bösgläubig genutzt wurde. Die Bestätigung der Beschwerde erging am 11. Januar 2023 (WIPO Case No. D2022-4128).

Auf das Domain-Recht spezialisierte Anwälte findet man auf Domain-Anwalt.de, einem Projekt der united-domains AG.

Internetinfrastrukturevent

CloudFest kehrt im Mai/Juni 2023 in die USA zurück

Das CloudFest USA findet nach sieben Jahren Pause wieder statt. Ende Mai 2023 kommt die globale Cloud Computing Industry in Austin (Texas) zusammen. Organisator ist die WHD Event GmbH, die CloudFest USA parallel zur NamesCon.Global veranstaltet.

Die Macher der NamesCon Global bringen das global größte Veranstaltung zur Internetinfrastruktur von Europa in die USA zurück, und da in das für die NamesCon bekannte Omnis Austin Hotel als Veranstaltungsort. Beide Veranstaltungen finden nebeneinander statt. Inhaber eines NamesCon.Global-Tickets kann mit diesem auch am CloudFest USA teilnehmen. Das Thema der viertägigen Veranstaltung, die zuletzt 2015 noch unter dem Titel »World Hosting Days« (WHD) in den USA stattgefunden hat, lautet „Taking WordPress to Scale“. Details zur Veranstaltung liegen noch nicht vor, aber die Struktur der Agenda steht fest. Die Veranstaltung startet am Mittwoch, 31. Mai 2023 um 10:00 Uhr, nachdem die Registrierung bereits eine Stunde geöffnet ist, mit der Morning Session, gefolgt von der Mittagspause und der Nachmittags Session. Abends um 18:00 Uhr gibt es einen Empfang. Abgesehen vom Abendempfang verlaufen die weitere Tage ähnlich. Für den letzten Tag ist ein „Fun Day“ vorgesehen, der um 10:00 Uhr startet und um 17:00 Uhr zusammen mit dem CloudFest USA 2023 endet.

Das CloudFest USA 2023 findet vom 31. Mai bis 03. Juni 2023 im Omni Austin Hotel Downtown, 700 San Jacinto, E 8th St, Austin, TX 78701 (USA) statt. Derzeit gibt es bei den Tickets Frühbucherrabbat. Der »Early-Bird Standard Pass« ist für US$ 399,– (zzgl. US$ 15.56 Fee und US$ 34.20 VAT) zu haben; der »Early-Bird Channel Pass« kostet US$ 599,– nebst Gebühr und Steuer. Die günstigen Preise enden am 03. Februar 2023. Vom 04. Februar an kostet der »On-Site Standard Pass« US$ 999,– und der »On-Site Channel Pass« US$ 1.499,–, beide jeweils nebst Gebühr und Steuer.

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