nTLDs

Die neue Internet-Domain-Endung .contact startet Ende September 2020

Die zu Donuts gehörende Dog Beach LLC, Registry der neuen generischen Top Level Domain .contact, hat den Startplan für die Einführung teilweise bekanntgegeben.

Den Auftakt macht traditionell eine Sunrise Period, die am 29. September 2020 beginnt und am 28. November 2020 endet. Termine für die Landrush-Phase und/oder den Start der Live-Phase hat die Registry bisher noch nicht veröffentlicht. Welche genauen Pläne Donuts mit .contact hat, ist noch unklar. Ursprünglicher Bewerber für diese Endung war Top Level Spectrum Inc.; laut Bewerbungsunterlagen hat es sich .contact zur Aufgabe gemacht,

to create a recognizable, viable, and profitable extension to bring together individuals and companies who are passionate about the registrant’s product or service.

Top Level Spectrum hat die Rechte jedoch am 08. April 2019 auf Dog Beach weiterübertragen. Es spricht viel für eine freie Registrierung, näheres müssen wir aber vorläufig abwarten.

Domaining

Die Zehn größten Fehler von aufstrebenden Domain-Investoren

Nur wenige Domain-Investoren sind wirklich erfolgreich und verzeichnen Domain-Verkäufe im sechs- und siebenstelligen Bereich. Doch regelmäßig versuchen sich tausende Neulinge ebenfalls auf dem Feld der Domainer, bleiben aber erfolglos. Die zehn häufigsten Fehler, die diese Neulinge machen, hat Marek Eckhaus, CEO und Gründer von brands.international, in einem Gastbeitrag auf tldinvestors.com aufgezeichnet. Wir haben uns das angeschaut.

Eckhaus klappert mit dem Artikel für seine Plattform brands.international, die sich als »The World’s Most Innovative Domain Investment and Knowledge Sharing Platform« bezeichnet. Unter diesem Gesichtspunkt sollte man die TOP 10 mistakes new domains investors are still doing in 2020! con grano salis lesen. Jedenfalls hofft er, seine Leser würden mit seinen Tipps ein wenig Geld sparen, um ihnen dann sogleich die Keule des ersten Fehlers um die Ohren zu schlagen: Du registrierst schlechte und wertlose Domains! Mit schlechten Namen wirst du nie Gewinne erzielen. So einfach, so unklar. Was gute Domain-Namen sind, erklärt Eckhaus nicht. Das entspricht den Predigten von Domain-King Rick Schwartz, der immer von »Pigeon Shit«-Domains spricht, aber nie klärt, was denn nun ein guter Name ist. Allerdings sieht man an Schwartz‘ Verkäufen, was gute Namen sein können, wenn man zudem noch das Verkaufstalent des Domain-King besitzt.

Der zweite Fehler ist, laut Eckhaus, zu viele Domains zu registrieren, deren zweite Registrierungsperiode man dann nicht mehr bezahlen kann. Es werde lediglich ein Prozent an Domains aus einem Portfolio jährlich zu einem signifikanten Preis verkauft. Auch hier lässt sich wieder auf Rick Schwartz verweisen, der eine Domain besitzt, die soviel Traffic aufweist, dass er mit den so generierten Einnahmen die jährlichen Registrierungskosten beinahe all seiner Domains abdecken kann. Wieder ein Verweis darauf, wie man den Fehler vernünftig ausgleichen kann, für den Eckhaus keine Hilfe anbietet. Beim 3. Fehler kommt Eckhaus allerdings mit einem wirklichen Tipp: man sollte nicht zu sehr in Foren von Domain-Investoren rumgammeln, weil da sich der Endkunde, an den man Domains am höchsten verkaufen kann, nicht aufhält. Dazu muss man auf anderen Social-Media Plattformen aktiv werden, wie Linkedin, Twitter usw. Weitere Fehler sind die Anbiederung eines nTLD-Portfolios bei Investoren, die auf .com setzen, keinen eigenen Marktplatz einzurichten oder einen eingerichteten Marktplatz unter .com zu haben, wenn man nTLD-Domains anbietet. Blöd sei es auch, zu viele Domains mit hohen, bleibenden (US$ 500,– und mehr) Registrierungsgebühren zu registrieren. Das wird schlichtweg zu teuer. Außerdem sollte man sich natürlich mit der Domain-Industrie auskennen, wissen, welche Registry welche Endungen verwaltet und was der Unterschied zu einem Registrar ist. Zuletzt macht Eckhaus dem Leser klar, dass es mit der Registrierung von Domains nicht getan ist: man muss sich in die Sache reinknien, wenn man irgendwas erreichen will mit dem eigenen Domain-Portfolio.

Mal abgesehen davon, dass die zehn Fehler von Domain-Neulingen mehr oder minder offenkundig und nachvollziehbar sind, bietet Eckhaus, der auf nTLD-Investoren zielt, an ein paar Stellen sogar brauchbare Tipps. Das A und O für Neulinge ist und bleibt, sich auf den hervorragenden Blogs der Domainer zu informieren, ehe sie Domains registrieren oder kaufen. Damit lassen sich die größten Fehler vermeiden.

Lehrreiches gibt es unter anderem auf Rick Schwartz‘ Ricks Blog, Raymond Hackney‘ The Domains, Konstantinos Zournas‘ Online Domain, Andrew Allemanns Domain Name Wire und Elliot Silvers Domain Investing.

ccTLDs

Die Gebühren für südafrikanische .za-Domains werden ab 1. April 2021 erhöht

ZA Domain Name Authority (ZADNA), Verwalterin der südafrikanischen Länderendung .za, hat die angekündigte Reform des Gebührenmodells verabschiedet.

Beginnend ab 01. April 2021 erhöhen sich die Verkaufspreise an die Registrare um ZAR 10,– auf ZAR 55,–, umgerechnet also um EUR 0,52 auf EUR 2,85, was einer Erhöhung von rund 22 Prozent entspricht. Das gilt jedoch nur für Registrare, die das Extensible Provisioning Protocol (EPP) nutzen. Noch teurer wird es für alle Registrare, die das alte Registrierungssystem nutzen wollen; hier erhöhen sich die Gebühren auf umgerechnet EUR 6,72 je .za-Domain im Jahr. Parallel hat ZADNA angekündigt, einen »Registry Lock«-Service« einzuführen, um Inhaber von Domains mit den Endungen .co.za, .net.za, .org.za und .web.za noch effektiver zu schützen. Die zusätzliche Validierung erfordert eine telefonische Rücksprache zwischen ZADNA und dem zuständigen Registrar, bevor Änderungen rund um eine .za-Domain durchgeführt werden können. Welche Kosten hierfür anfallen, verrät ZADNA bisher leider nicht.

UDRP

Drei aktuelle und lehrreiche Domain-Entscheidungen kurzgefasst

In dieser Woche geben wir einen kleinen Überblick über mehrere lehrreiche UDRP-Entscheidungen, bei denen einerseits die Eigeninitiative der Entscheider deutlich wird, Beteiligte schwören und ein bekanntes Finanzamt Rückenwind durch die heimische Gesetzgebung erfährt.

sars-gov.xyz

Vergangene Woche berichteten wir, wie das Finanzamt von Südafrika (South African Revenue Service) in einem UDRP-Verfahren an der Domain sars.app scheiterte. Am selben Tage wie im Falle sars.app hatte dieses Finanzamt auch die UDRP-Beschwerde gegen die Domain sars-gov.xyz bei der WIPO eingereicht. Hier fiel das Ergebnis anders aus. Der Gegner hatte die Domain sars-gov.xyz im November 2019 registriert, aber nicht mit einer Webseite verknüpft. Das Finanzamt Südafrika war dieses Mal aus zwei Gründen erfolgreich: Die Domain sars-gov.xyz hatte den Zusatz »gov«, der die Verwechslungsgefahr nicht verringert, sondern vielmehr um die Anspielung auf »Government« (Verwaltung) erhöht. Andererseits ist der Gegner, der einen Privacy-Service für den WHOIS-Eintrag nutzte, Einwohner Südafrikas. Aufgrund dessen griff der »South African Revenue Service Act 34 of 1997«, der in »section 30(1)(e)« regelt, dass das Akronym »SARS« nicht für Domains genutzt werden darf und widrigenfalls Strafen nach sich zieht. »Illegality of a domain name is manifestly considered evidence of bad faith« heißt es im WIPO Overview 3.0 (Section 3.1.4). Damit lag die Bösgläubigkeit des Gegners auf der Hand. Panelist Jeremy Speres bestätigte die Beschwerde des Finanzamts und entschied auf Übertragung der Domain auf dieses (WIPO Case No. D2020-1792).

sea-change.org

Die 2006 gegründete Non-Profit-Organisation Sea Change Foundation aus den USA, Inhaberin der Domain seachange.org und der Marke »SEA CHANGE FOUNDATION«, wehrte sich gegen die Domain sea-change.org, die der US-Bürger Larry Alexander am 01. Mai 2020 registriert hatte. Alexander erklärte im Verfahren, er habe die Domain für die im Staate Minnesota anerkannte Non-Profit-Organisation »Ida B. Wells Center on American Exceptionalism and Restorative Justice« registriert. Diese Organisation habe in ihren Statuten das Motto »… Scholarship, Engagement and Action to create civil and economic sea change …« kultiviert, weshalb er die Domain sea-change.org ausgewählt habe. Alexander schwor, er wußte von der Beschwerdeführerin und ihrer Marke nichts; er habe allerdings bemerkt, dass die Domain seachange.org bereits vergeben sei, sei dem aber nicht weiter nachgegangen, denn sea-change.org sei ja noch frei gewesen. Die drei im Streit um die Domain sea-change.org tätigen Panelisten Robert A. Badgley, Peter J. Dernbach und Frank L. Politano konnten keine Bösgläubigkeit des Gegners feststellen und wiesen die Beschwerde ab (WIPO Case No. D2020-1571). „Sea Change“ sei ein allgemeiner Ausdruck, die Marke der Beschwerdeführerin weise zusätzlich den Begriff „Foundation“ auf und sie habe keinen Nachweis dafür erbracht, dass die Marke bekannt sei. Der Gegner hingegen habe geschworen, weder die Beschwerdeführerin noch ihre Marke gekannt zu haben. Und er habe das Thema „Scholarship, Engagement and Action“ und den Begriff „sea change“ bereits genutzt, ehe die Beschwerde zugestellt wurde.

osam.cloud

Die immer wieder für ein UDRP-Verfahren gute Osram GmbH hatte diesmal im Streit um die am 02. März 2020 registrierte Domain osam.cloud Pech (WIPO Case No. D2020-1998). Die Gegnerin, ein asiatischer Anbieter von unter anderem Cloud-Diensten, meldete sich nicht zu Wort. Doch der US-amerikanische Jurist W. Scott Blackmer nutzte für die Rechtsfindung die Möglichkeit, als Entscheider selbst recherchieren zu dürfen. Er kam zum Ergebnis, dass die Domain osam.cloud und die OSRAM-Marken sich zwar leicht unterscheiden, aber trotzdem zum Verwechseln ähnlich sind. Doch nutze der Gegner die Domain osam.cloud, die auf die seit 2017 genutzte osam.io weiterleite, für sein Angebot von IT-Dienstleistungen, insbesondere von Cloud-Lösungen, und führe damit eine ordentliche Unternehmung. Dieses ist seit 2017 auch bei AWS gelistet. Die Endung .cloud liege da nahe und bezeichne etwas anderes als die von der Beschwerdeführerin angeführte digitale Infrastruktur für Gebäude und Netzwerklösungen für verbundene und smarte Straßen- und Industriebeleuchtung. Damit stünden die Parteien nicht in Konkurrenz zueinander. Auch seien sich die Kennzeichen der Parteien nicht ähnlich: so nutze Osram einen orangen Schriftzug auf weißem Grund, während die Gegnerin stark stilisierte gelbe Schriftzeichen auf schwarzem Grund nutze. Demnach habe die Gegnerin Rechte an der Domain osam.cloud, und habe diese weder bösgläubig registriert, noch nutze sie diese bösgläubig. Blackmer wies die Beschwerde der Osram GmbH zurück.

Auf das Domain-Recht spezialisierte Anwälte findet man auf Domain-Anwalt.de, einem Projekt der united-domains AG.

Frankfurt/M

Der 9. Frankfurter IT-Rechtstag findet als Präsenzveranstaltung im November 2020 statt

Gegen Ende November 2019 veranstaltet die DAV-Arbeitsgemeinschaft Informationstechnologie (davit) den 9. Frankfurter IT-Rechtstag, der diesmal am 20. und 21. November 2020 stattfindet. Die Agenda ist vollgepackt mit aktuellen IT-Rechtsthemen.

Der 9. Frankfurter IT-Rechtstag findet wie gewohnt in Kooperation mit HERA Fortbildungs GmbH der Hessischen Rechtsanwaltschaft, dem Frankfurter Anwaltverein e.V. und Prof. Dr. Indra Spiecker, gen. Döhmann, LL.M., Goethe Universität, Frankfurt am Main statt. Die Moderation übernehmen wie gehabt die Rechtsanwälte Dr. Thomas Lapp und Stephan Schmidt. Die Konferenz startet am Freitag, 20. November 2020 um 13:00 Uhr, und endet am Samstag, 21. November 2020 um 15:00 Uhr. Sie richtet sich an Rechtsanwälte und Syndizi. Den ersten Vortrag übernimmt Prof. Dr. Indra Spiecker, gen. Döhmann, die über »Neue Maßstäbe im einstweiligen Rechtsschutz und im Datenschutz vor dem Bundesverfassungsgericht« spricht. Alsdann widmet sich Prof. Dr. Christoph Burchard der Strafverfolgung aufgrund von durch Algorithmen erstellter Prognosen. Weitere Referenten und Themen sind unter anderem Miriam Ballhausen (Open Source Software), Martina Groß (Agile Rechtsabteilung), Dr. Maria Nakou (Datenschutz bei KI im Finanzbereich) sowie Dr. Thomas Lapp (elektronische Signatur und Siegel in der Praxis).

Der zweitägige 9. Frankfurter IT-Rechtstag findet am 20. und 21. November 2020 tatsächlich als Präsenzveranstaltung im Mainhaus – Stadthotel Frankfurt, Lange Straße 26, 60311 Frankfurt am Main statt. Die Teilnahmekosten betragen EUR 487,20 (EUR 420,– netto). Für die Teilnahme an der Veranstaltung werden 10 Stunden Fortbildung nach § 15 FAO für IT-Recht angerechnet.

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