nTLDs

Die neue Endung .vegas erhöht die Sicherheit für Domain-Inhaber mit »registry lock«

Die US-amerikanische Dot Vegas Inc., Verwalterin der am 20. März 2014 delegierten Top Level Domain .vegas, legt in Sachen Sicherheit noch ein Stück drauf.

Ab sofort ist es möglich, .vegas-Domains mit einem »registry lock« zu versehen. Ein »registry lock« sperrt eine Domain über die Registrar-Registry-Schnittstelle und sichert sie so gegen ungewollte Veränderungen und Einwirkungen durch unberechtigte Dritte ab. Änderungen an einer Domain sind nach dessen Einrichtung nur nach einem Authentifizierungsverfahren möglich; weder die Änderung des Domain-Inhabers noch die Aktualisierung der Nameserver sind ohne diese Verifizierung möglich. Mit dem »registry lock« kann der Domain-Inhaber also jederzeit die volle Kontrolle über seine Domain behalten. Im Gegenzug fallen leicht erhöhte Registrierungsgebühren an. Zuständig für die Aktivierung des »registry lock« ist der Domain-Registrar, eine Anfrage bei der Registry hilft also nichts.

Statistik

Die deutsche Endung .de schafft die 18 Millionen Hürde und .com weitere 1 Million Registrierungen

Deutschlands Länderkürzel macht die 18 Millionen voll: zum Monatswechsel Juni auf Juli 2026 knackte .de zum ersten Mal die Marke von 18 Millionen registrierten Domains. Und auch .top gelang es, einen neuen Millionenrekord aufzustellen.

Fünf Jahre ist es her, seit .de mit Registrierung der 17-millionsten Domain letztmals eine Millionenmarke überschritt, doch nun ist es erneut soweit. Wie die .de-Verwalterin DENIC eG bekanntgab, hat .de mit Vergabe der 18-millionsten Domain ihre weltweite Spitzenposition weiter ausgebaut. Das explosive Wachstum der Anfangsjahre ab 2000 hat sich spätestens seit 2014 verlangsamt; dennoch ist die anhaltende Beliebtheit von .de unbestreitbar. Wie in vielen anderen europäischen Ländern ist sie beim lokalen Publikum deutlich beliebter als .com. Tom Keller, Vorstandsmitglied der DENIC eG, erklärt:

18 Millionen .de-Domains sind kein Selbstläufer, sondern das Ergebnis eines starken Ökosystems aus Genossenschaftsmitgliedern und Partnern. In einer Zeit, in der digitale Identität wichtiger denn je ist, steht .de für Verlässlichkeit und Zugehörigkeit. Wer in Deutschland sichtbar sein will, wählt .de.

Diese Sonderstellung wird durch eine repräsentative Studie der Ipsos GmbH Hamburg aus dem Dezember 2025 unter mehr als 1.000 Befragten untermauert. Die ungestützte Bekanntheit von .de liegt bei 79 Prozent im Gesamtmarkt und damit deutlich vor .com (67 Prozent) und .net (17 Prozent). Die gestützte Bekanntheit erreicht mit 97 Prozent nahezu den Maximalwert. 78 Prozent der Befragten im Gesamtmarkt sind mit .de äußerst oder sehr vertraut. Zum Vergleich: Die Endung .com erzielt einen spürbar niedrigeren Wert von 64 Prozent. Bestnoten erzielt .de vor allem bei den Kriterien Datenschutz, deutschsprachige Inhalte und nationale Relevanz. Müssten sich die Befragten bei freier Wahlmöglichkeit für eine Endung entscheiden, wählen 72 Prozent im Gesamtmarkt die Endung .de; auch hier liegt .com mit 29 Prozent mit deutlichem Abstand dahinter.

Da geht fast unter, dass .com nach einem überragenden Zuwachs von 1,1 Mio. Domains im Mai 2026 im Juni 2026 kaum schlechter dasteht. Es ging in vier Wochen wiederum um fast 1 Mio. Domains netto voran, so dass .com insgesamt bei 166,6 Mio. Domains notiert. Im Übrigen widersetzte sich der Markt den sommerlichen Temperaturen; mit Ausnahme leichter Verluste bei .info ging es zwar insgesamt für alle wichtigen generischen Top Level Domains voran, aber mit teilweise bescheidenen Ergebnissen wie etwa bei .eu, für die es nur um gut 6.200 Domains voranging. Umso beachtlicher wiederum waren die Fortschritte bei den nTLDs, deren Gesamtzahl im Juni von 78.454.059 auf 82.123.395 anstieg. Angetrieben wurde der Markt einmal mehr von starken Zuwächsen bei .xyz, für die es um rund 725.000 Domains voranging, und .top, die mit einem Plus von rund 500.000 Domains als zweite nTLD überhaupt in den zweistelligen Millionenbereich vorrückte.

Bei den Länderendungen verdient die niederländische Landesendung .nl eine Erwähnung. Im ersten Halbjahr 2026 stieg die Anzahl der Registrierungen weiter an. Mitte Juni 2026 lag die Gesamtzahl bei 6.129.000, verglichen mit 6.059.000 zu Jahresbeginn. Das Wachstum vom Jahresbeginn setzte sich also fort und beendete die Phase des Rückgangs in den Jahren 2024 und 2025. Die Registry SIDN führt die gestiegene Nachfrage nach .nl-Domains hauptsächlich auf die steigende Zahl von Unternehmensgründungen und -planungen zurück; Veränderungen der Gründungsrate spiegeln sich üblicherweise in den Daten des Domain-Marktes wider, bevor sie in den Daten der Handelskammer sichtbar werden, da sich Existenzgründer in der Regel drei bis sechs Monate vor der Unternehmensregistrierung ihre Domain sichern. Die aktuellen Zahlen der Handelskammer zeigen daher erst jetzt den positiven Trend, der sich bereits Anfang des Jahres bei den niederländischen Nachbarn abzeichnete: mehr Unternehmensgründungen und weniger Geschäftsaufgaben.

Die aktuellen Domain-Zahlen:

.de 17.998.588 (Vergleich zum Vormonat:+ 30.774)
.at 1.517.196 (Vergleich zum Vormonat:+ 5.267)
.com 166.610.853 (Vergleich zum Vormonat:+ 997.345)
.net 12.491.409 (Vergleich zum Vormonat:+ 34.701)
.org 11.980.715 (Vergleich zum Vormonat:+ 71.219)
.info 5.286.975 (Vergleich zum Vormonat:– 10.606)
.biz 1.252.589 (Vergleich zum Vormonat:+ 25.618)
.eu 3.689.382 (Vergleich zum Vormonat:+ 6.174)
.xyz 11.304.188 (Vergleich zum Vormonat:+ 726.323)
.top 10.400.923 (Vergleich zum Vormonat:+ 499.778)
.shop 6.962.165 (Vergleich zum Vormonat:+ 327.128)

(Stand 01. Juli 2026)

Digitale Transformation

eco e.V. lädt zum 10. Netzpolitischen Forum 2026 nach Berlin

Im Oktober lädt eco – Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V. zum »Netzpolitisches Forum 2026« nach Berlin. Thema ist »Digitales Deutschland 2030 – Wie steht es um Deutschlands Digital Readiness?«.

Das Netzpolitische Forum 2026 von eco e.V. jährt sich zum 10. Mal. Seit 2016 findet es jährlich statt. eco e.V. arbeitet damit an der Schnittstelle von Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Zum Termin am 06. Oktober 2026 in Berlin kommen als Referenten unter anderem Dr. Karsten Wildberger (Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung) und Dr. Stefanie Hubig (Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz). Beim Thema »Digitales Deutschland 2030 – Wie steht es um Deutschlands Digital Readiness?« stehen die Internetwirtschaft, Anwender und die Bevölkerung im Mittelpunkt und die Frage, inwieweit Deutschland zu deren Gunsten digital aufgestellt ist. Ausgehend von Deutschlands heutigem Stand bei der digitalen Transformation fragt sich, welche Fortschritte sichtbar sind, wo strukturelle Hürden bestehen und wo gehandelt werden muss, um Digitalisierung in der Breite der Wirtschaft wirksam voranzubringen und die digitale Handlungsfähigkeit des Mittelstands bis 2030 zu stärken. eco e.V. wird anlässlich der Veranstaltung den »eco Digital Readiness Index 2026« vorstellen.

Das Netzpolitische Forum 2026 »Digitales Deutschland 2030 – Wie steht es um Deutschlands Digital Readiness?« findet am 06. Oktober 2026 von 17:30 bis 20:00 Uhr in der Hessischen Landesvertretung, In den Ministergärten 5 in 10117 Berlin statt. Im Anschluss an die Veranstaltung darf genetzwerkt werden. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung Bedingung zur Teilnahme.

Statistik

Der Domain-Markt in Europa mit Blick auf Registrare

Der Branchenblogger Andrew Allemann (domainnamewire.com) war im Mai 2026 bei den Nordic Domain Days und lernte dort die europäischen ccTLDs kennen, ebenso das Team von ShareShift (shareshift.io), eines jungen Unternehmens für Datenanalyse im Bereich Hosting und Domains, das forensische Erkenntnisse zur europäischen digitalen Wirtschaft sammelt. Dieses lud er ein, in seinem Blog in drei Artikeln dem .com-Land USA Hintergründe zur Domain-Welt in Europa (»The Domain Market in Europe«) zu vermitteln. In drei zahlenschweren Artikeln erklärt Nafya Frost von ShareShift den europäischen Domain-Name Markt.

Dass sich der Domain-Markt in Europa von dem in anderen Ecken der Welt und besonders vom US-amerikanischen unterscheidet, weil die Nutzer in den europäischen Staaten mehr Wert auf die landeseigene Endung legen, ist für uns selbstverständlich. Interessant werden die Artikel von Frost, wenn sie Zahlen zur Verteilung von Domains in den einzelnen Ländern und den Domain-Inhabern mitteilt, und die Marktanteile von Konzernen aufschlüsselt. Diese ermittelt ShareShift nicht über Zone-Dateien, weil ccTLDs solche selten zur Verfügung stellen. ShafeShift sammelt stattdessen Daten aus öffentlichen Quellen, unter anderem anhand von Nameservern, und baut einen Datenstamm auf, der nach eigenen Angaben rund 90 Prozent erfasst. Nameserver sind eine gute Quelle, können aber auch irreführen, weil vielfach Cloudflare-Server ausgelesen werden, die auch von Domain-Inhabern, die bei anderen Anbietern ihre Domains registrieren, als Proxy genutzt werden. Anhand der Angaben von ShareShift zeigt sich jedenfalls folgendes Bild:

In der DACH-Region ist die United Internet AG (UI) mit ihren zahlreichen Tochterunternehmen, darunter auch die united-domains GmbH (zu deren Projekten der Domain-Newsletter und domain-recht.de zählen) gehört, federführend. Der Marktanteil von UI im DACH-Bereich liegt demnach bei 17 Prozent. Allerdings verzeichnen laut ShareShift lediglich drei von zwölf UI-Konzerntöchtern 2026 positive Registrierungszahlen. Mit ähnlicher Marktmacht stehen Konzerne da wie OVHcloud in Frankreich, die ein Drittel des französischen Marktes beherrscht, und Aruba S.p.A , die in Italien mit drei Töchtern ebenfalls ein Drittel des italienischen Marktes beherrscht. Neben diesen europäischen Konzernen versuchen sich auch außereuropäische Konzerne: Für Team.blue verzeichnet ShareShift 24 Brands, die als Gruppe 6 Prozent des gesamten europäischen Domain-Marktes in der Tasche haben. Deren Methode ist es, erstklassige Unternehmen in den Ländern zu kaufen und sie auszubauen. So konnten sie in den Niederlanden (TransIP) und Schweden (Loopia, die ein Drittel des schwedischen Marktes besetzen) Fuß fassen. Group.one beherrscht 4 Prozent des europäischen Marktes und dominiert unter anderem mit one.com den skandinavischen Markt. Darüber hinaus ist Cloudflare auf dem europäischen Markt mit einem Anteil von 5,5 Prozent vertreten, wobei der Anbieter vermeintlich 18,3 Prozent der Neuregistrierungen für sich vereinnahmt, ein Wert, der zu großen Teilen auf die Proxy-Nutzung seiner Domain-Name-Server zurückzuführen ist. Weiter bemerkenswert sind Squarespace (1,3 Prozent Marktanteil), Wix (1,5 Prozent Marktanteil), Namecheap (kein nennenswerter Marktanteil) und GoDaddy (7,3 Prozent Marktanteil). Bei GoDaddy zeichnet sich ein Rückgang bei Neuregistrierungen um 1,51 Prozent ab, während Namecheap, im Vereinigten Königreich starke Zuwachszahlen verzeichnet.

Weitere Informationen zeigen die – fallenden – Börsenwerte der Konzerne, die Sättigung der einzelnen europäischen Länder mit Domains pro Bürger (Niederlande an Platz 1 mit 33,4 Prozent Sättigung, Deutschland mit 21,1 Prozent und Spanien mit 4,3 Prozent) und Entwicklungstendenzen der einzelnen Unternehmen und Tochterunternehmen bei den Marktanteilen. Was fehlt, ist eine umfassendere Liste der europäischen Endungen, was für den US-Markt wahrscheinlich nicht relevant ist. ShareShift bietet lediglich 18 europäische ccTLDs in der Liste zur Marktsättigung; es fehlen zum Beispiel Irland (.ie), Andorra (.ad), Luxemburg (.lu), Estland (.ee), Kroatien (.hr), Gurnsey (.gg), Litauen (.lt) usw., die sicher keine hohen Zahlen aufzuweisen haben, aber doch von Interesse sind.

Auf die drei Gast-Artikel von Frost auf domainnewswire.com kommt man über den letzten: »Top 20 Chart«, vom 23. Juni 2026, mit Details zu Marktanteilen und deren Veränderung.

nTLDs

Google startet am 01. September 2026 die Sunrise Phase für die neue Endung .fly

Die zu Google gehörende Charleston Road Registry Inc. hat die Markteinführung der neuen Top Level Domain .fly angekündigt. Losgehen soll es mit einer Sunrise Period, die am 01. September 2026 beginnt und am 09. November 2026 endet.

Teilnahmeberechtigt sind Markeninhaber mit Eintrag der Marke im Trademark Clearinghouse (TMCH). Der Live-Start ist aktuell unmittelbar folgend für den 10. November 2026 angesetzt. Delegiert wurde .fly bereits am 23. August 2014, mehr als zwei registry-eigene Domains sind bisher aber nicht vergeben. Als Zielgruppe hat man die Reisebranche im Visier. In den Bewerbungsunterlagen heißt es:

The mission of this gTLD, .fly, is to provide a dedicated domain space in which airlines, travel agencies, and travel re-sellers can enact second-level domains that offer content, products and services related to air travel. Charleston Road Registry expects this content may include but is not limited to branded airline web spaces (airline.fly), discount offerings (sales.fly), and custom frequent flyer services (i.fly, vip.fly).

Vergabebeschränkungen sind nach derzeitigem Stand nicht geplant, so dass jedermann zu jedem legalen Zweck beliebig viele .fly-Domains registrieren kann.

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