.brand

Weber gibt seiner Endung .weber länderspezifische Subdomains wie de.weber

Der französische Baustoffhersteller Saint-Gobain Weber SA, Verwalter der eigenen Marken-Endung .weber, lässt mit einer interessanten Domain-Verwendung aufhorchen.

Das Unternehmen, das aktuell in über 60 Ländern präsent ist und mit rund 10.000 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von über EUR 2 Mrd. erzielt, individualisiert sich in sprachlich getrennten Märkten durch die Verknüpfung des Länderkürzels mit der eigenen .brand. So ist das deutschsprachige Angebot unter de.weber zu erreichen, das französische unter fr.weber und das spanische unter es.weber. Eine englischsprachige Version findet sich unter uk.weber, nicht jedoch unter us.weber oder ca.weber. Mit diesem »Sprache statt Land«-Modell erspart sich Weber eine klassische Landing-Page, die wie ein Portal über einzelne Landesflaggen zu den Tochterunternehmen mit ihren einzelstaatlichen Angeboten führt. Insgesamt kommt .weber damit auf 142 registrierte Domains

Cybersquatting

EUIPO untersucht Sicherheitslücke bei Markenanmeldung

Das Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) hat angekündigt, eine gefährliche Sicherheitslücke im Anmeldesystem zu überprüfen: zum Schutz der Markenanmelder vor Cybersquatting sollen Anmeldungen künftig erst mit zeitlicher Verzögerung veröffentlicht werden.

Bereits im Jahr 2016 hatte das französische Markenschutzunternehmen IP Twins in einer Pressemitteilung Alarm geschlagen. Demnach habe man in den vergangenen Monaten mehrfach beobachtet, dass am gleichen Tag, an dem eine Markenanmeldung im Markenregister des EUIPO eingegangen war, der Marke entsprechende .com-Domains registriert wurden. IP Twins vermutet, dass diese Domains sodann meistbietend zum Kauf angeboten wurden; Markenanmelder wären so gezwungen worden, die Domains zu erwerben, wenn sie zuvor nicht ihrerseits auf eine rechtzeitige Domain-Registrierung geachtet haben. Ob es Kaufangebote an Markenanmelder tatsächlich gegeben hat, lässt die Pressemitteilung allerdings offen. Die dubiose Praxis erstreckte sich dabei laut IP Twins nur auf Anmeldungen für Unionsmarken. Die vermeintlichen Cybersquatter nutzen dabei den Umstand, dass eine Markenanmeldung vom EUIPO binnen weniger Stunden in den Datenbanken »eSearch Plus« und »TMview« veröffentlicht wird. »eSearch plus« ist der Zugang des EUIPO zur Datenbank der Unionsmarken und eingetragenen Gemeinschaftsgeschmacksmuster, »TMview« enthält Informationen zu Markenanmeldungen und eingetragenen Marken von allen nationalen Ämtern für geistiges Eigentum in der EU, vom EUIPO und von mehreren internationalen Partnerämtern ausserhalb der EU.

Doch diese Lücke könnte schon bald geschlossen sein. Nach unbestätigen Meldungen prüft das EUIPO derzeit, eingegangene Markenanmeldungen künftig nur noch mit zeitlicher Verzögerung in den beiden Datenbanken zu veröffentlichen. Die Rede ist von einer Verzögerung um bis zu 24 Stunden. Während dieser Zeit hätte der Anmelder Gelegenheit, die der Marke entsprechenden Domains zu registrieren, sei es unter .com oder jeder anderen gewünschten Top Level Domain. durch die präventive Registrierung käme er jedem Cybersquatting-Versuch zuvor. Aktuell befindet sich das EUIPO im Dialog mit der Industrie, um die beabsichtigte Änderung zu diskutieren. Ob und bis wann diese Änderung jedoch in Kraft tritt, lässt sich derzeit noch nicht sagen.

Der aktuelle Fall weist auf ein Problem, das erfahrenen Markenanmeldern in der Regel nicht passiert. Bei ihnen geht die Markenanmeldung und die Domain-Registrierung Hand in Hand einher. Dabei kann es durchaus sinnvoll sein, die Domain vor der Marke zu registrieren; zum einen kann man so prüfen, ob die gewünschte Domain überhaupt erhältlich ist, zum anderen erscheint eine Domain-Registrierung in keinem öffentlichen Register und kann somit geraume Zeit verborgen bleiben. Zudem ist die Domain-Registrierung ungleich schneller und kostengünstiger vollzogen als eine Markenanmeldung.

Japan

Das 64. ICANN-Meeting findet im März in Kobe (Japan) statt

Das kommende 64. ICANN-Meeting findet vom 09. bis 14. März 2019 in Kobe (Japan) statt. Auch diesmal ist die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) Thema. Die Agenda für das Meeting ist jetzt abrufbar.

Für das 64. ICANN-Meeting trifft sich der ICANN-Tross vom 09. bis 14. März 2018 in Kobe (Japan). Gastgeber ist „The ICANN64 Local Host Committee (LHC)“. Die Agenda des 64. ICANN-Meetings online auf Seiten von ICANN abrufbar oder über die ICANN-App (iOS und Android) einsehbar. Danach geht es am Samstag, den 09. März 2019 für einige bereits um 08:30 Uhr los: das GNSO – EPDP (ICANN Generic Names Supporting Organization und Expedited Policy Development Process) Team trifft sich zum ersten von vier Malen während des Kobe-Meetings und bespricht die vorrübergenden ICANN-gTLD-Registrierungs-Spezifikationen, die wegen der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) notwendig sind. Dies dürfte auch diesmal über das gesamte Meeting ein entscheidendes Thema sein. Ob man zu einer Lösung etwaiger Dissonanzen mit den Anforderungen der EU kommt, bleibt dabei weiter die Frage. Die GNSO muss sich aber auch um andere Themen kümmern, wie die Erleichterung des Dialogs über geoDomain-Endungen und in einer weiteren Sessionreihe über die allgemeinen Erfahrungen, die mit der Einführung neuer gTLDs 2012 gemacht wurden. Die Willkommenszeremonie zum 64. ICANN-Meeting mit James Cole (ICANN) und Brad White (ICANN) findet am Morgen des 11. März 2019 statt. Darüber hinaus gibt es wie immer viele aktuelle Themen in Veranstaltungen zu besprechen und Workshops zu besuchen. Vom 25. bis 28. Februar 2019 gibt es zudem die ICANN64 Prep Week, in der man sich im Rahmen von verschiedenen Webinaren auf das anstehende Kobe-Meeting vorbereiten kann. Die einzelnen Termine für die Webinare stehen noch nicht fest.

Das 64. ICANN-Meeting findet vom 09. bis 14. März 2019 im Kobe Portopia Hotel & Kobe International Conference Center, 0-1, 6 Chome, Minatojima Nakamachi Chuo-ku, Kobe, 650-0046 (Japan) statt. Für das Meeting kann man sich jetzt registrieren. Für die Teilnahme entstehen keine Kosten, allerdings muss man die Anreise und Unterkunft selbst zahlen. Es besteht die Möglichkeit, auch per Webcast an den einzelnen Meetings von Zuhause oder vom Büro aus teilzunehmen.

UDRP-Reform

Die europäische Markenlobby Marques Ltd. schlägt ICANN eine Expertengruppe zur Weiterentwicklung der UDRP vor

Die Marques Ltd. mit Sitz in Großbritannien hat in einem neuen Schreiben vom 01. Februar 2019 an ICANN-Vorstand Cherine Chalaby und ICANN-CEO Göran Marby einen Vorschlag für künftige Entscheidungen bei der Weiterentwicklung der UDRP (Uniform Domain-Name Dispute-Resolution Policy) unterbreitet.

Die Marques Ltd. ist ein europäischer Verband, der seit 1986 die Interessen der Markeninhaber vertritt. Seinen Sitz hat der Verband in Leicester (Großbritannien). In einem fünfseitigen Schreiben vom 01. Februar 2019 mit dem Betreff »The UDRP: Protecting rights, protecting consumers« wandte sich der Verband wegen der bevorstehenden Überarbeitung der Uniform Domain-Name Dispute-Resolution Policy an ICANN. Die Arbeit von ICANNs »Rights Protection Mechanism (RPM) Working Group« startet mit der ersten Überarbeitung der UDRP als 2. Phase der Überprüfung des »Rights Protection Mechanism« der neuen Top Level Domains. An der Stelle will sich Marques als Vertreter von Markeninhabern, die Milliarden von Dollar jährlichen Handelsvolumens repräsentieren und mehr als 3 Millionen Domains registriert halten, sowie zahlreichen Beratungsunternehmungen einklinken. Bei Marques ist man der Ansicht, die nun knapp 20 Jahre alte UDRP, mit der neben den generischen Endungen mittlerweile auch gut 75 Länderendungen arbeiten, möge nur auf Grundlage von Fakten geändert werden. Weiter heißt es, die UDRP sei zu wichtig, um sie durch einen schlecht informierten Überprüfungsprozess zu gefährden.

Der Verband macht deshalb den Vorschlag, ICANN möge eine kleine Expertengruppe einberufen, um dort Erkenntnisse und Informationen von interessierten Parteien zu sammeln, einschließlich ICANNs Vertragspartner und Organisationen, welche die Interessen von Markeninhabern und Domain-Registranten vertreten. Diese kleine Expertengruppe sollte alle vorrangigen Themen und Lösungsmöglichkeiten ermitteln, die die derzeitige RPM Working Group vorantreiben kann. Dabei könne ICANN auf die World Intellectual Property Organization (WIPO), die ja schon für die UDRP verantwortlich zeichnet, zurückgreifen, die die Experten auswählen und der Expertengruppe vorstehen könnte. Zugleich, so empfiehlt Marques weiter, sollten ICANN-Mitarbeiter zusammen mit UDRP-Providern und anderen Experten UDRP-Daten sammeln und miteinander verknüpfen, um eine umfassende Faktenbasis zu schaffen. Derzeit lassen sich nicht alle Daten, die UDRP-Verfahren betreffen, aus öffentlichen Quellen zusammenstellen, etwa weil das National Arbitration Forum (NAF) zwar die Anzahl der Verfahren veröffentlicht, jedoch nicht die Anzahl der Domains, um die in UDRP-Verfahren gestritten wird.

Die Bemühungen von Marques Ltd. um eine faktenbasierte Evaluierung etwaiger Änderungen der UDRP sind gut nachvollziehbar und berechtigt. Selbstverständlich vertritt der Verband dabei vorwiegend die Interessen von Markeninhabern. Anhand einer beigefügten Tabelle mit Ideen für Änderungen der UDRP, die – wie Marques betont – nicht endgültig, wissenschaftlich oder ausgewogen sind, sondern einfach unterschiedlichen Foren entnommen wurden, setzt Marques Ltd. allerdings schon den Wegweiser: alleine schon das Lesen von Aussagen wie »Missbrauch liegt vor, wenn eine Domain bösgläubig registriert oder (statt »und«) genutzt wird«, »Panelisten können nicht zugleich Vertreter der Beschwerdeführer sein«, «wenn ein Domain-Inhaber drei UDRP-Verfahren verloren hat, sollte Bösgläubigkeit vermutet werden« und ähnliche, beeinflussen die Blickrichtung derjenigen, die an der Weiterentwicklung der UDRP mitarbeiten.

nTLDs

Neue Verhandlungen um die Domain-Endung .amazon

In die Verhandlungen um eine Einführung der neuen Top Level Domain .amazon ist wieder Bewegung gekommen.

Mit Schreiben vom 28. Januar 2019 wandte sich Alexandra Moreira Lopez, Generalsekretärin der Amazon Cooperation Treaty Organization (ACTO), an ICANN und bat um weitere Vermittlung. Dazu lud sie ICANN-CEO Göran Marby zu einem gemeinsamen Gespräch in die brasilianische Hauptstadt Brasilia ein, das Mitte Februar 2019 stattfinden soll. Bei diesem Gespräch soll eine einvernehmliche Lösung entwickelt werden, um die Einführung von .amazon voranzutreiben. Ihre Blockade-Haltung scheinen die ACTO-Staaten damit aufgegeben zu haben. Ob auch Amazon EU S.à.r.l. als Bewerberin um .amazon an den Gesprächen teilnimmt, geht aus dem ACTO-Schreiben nicht hervor. ICANN selbst hatte anlässlich einer Sitzung vom 16. Januar 2019 beschlossen, spätestens beim Meeting in Kobe Mitte März 2019 eine eigene Entscheidung zu treffen. Bis dahin haben Amazon und ACTO Zeit, mit Hilfe von ICANN eine gütliche Vereinbarung zu schließen.

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