ccTLDs

Wegen Spoofing-Gefahr migrieren die britischen GSi-Subdomains unter andere offizielle Endungen

Die britische Regierung trennt sich von einer offiziellen Subdomain.

Wie das Central Digital and Data Office (CDDO) im Vereinigten Königreich bekanntgab, sollen alle Domains aus der Familie des »Government Secure Intranet (GSi)« Ende März 2023 in andere offizielle Subdomains wie gov.uk, gov.scot, llyw.cymru oder gov.wales migriert werden. Betroffen sind damit alle Domain-Namen mit den Endungen gsi.gov.uk, gse.gov.uk, gcsx.gov .uk oder gsx.gov.uk. Eigentlich sollten diese Domains bereits seit 2019 nicht mehr genutzt werden; das CDDO spricht aber von einer »significant number«, die noch aktiv sei und nun für sogenanntes »email spoofing« anfällig seien. Nick Woodcraft vom CDDO:

»As a result we plan to remove them entirely by 31 March 2023.«

Domains aus der 1996 gestarteten GSi-Familie wurden häufig eingesetzt, um Daten zwischen Regierungsbehörden zu versenden. Wie viele Domain-Namen von der Migration betroffen sind, teilte das CDDO nicht mit.

Statistik

Domain-Registrierungszahlen gleiten ruhig ins neue Jahr

Das Wetter mag im ersten Monat des neuen Jahres stürmisch gewesen sein, der globale Domain-Markt blieb ruhig: fast alle Registrierungszahlen der wichtigsten Top Level Domains zeigen Querbewegungen. Aus dem Rahmen fällt nur .xyz.

Die gute Nachricht vorweg: nach den zuletzt deutlichen Verlusten startete .com solide in das neue Jahr. Im Januar 2023 kamen netto rund 150.000 Domains hinzu, so dass sich .com weiterhin bei über 160 Mio. Domains hält. Ebenfalls einen vernünftigen Auftakt erwischten .de mit einem Plus von über 30.000 Domains und .at mit einem Plus von über 10.000 Domains. In der Gesamtbetrachtung war der Januar 2023 ruhig; auch die weiteren wichtigen TLDs verzeichneten allenfalls kleinere Verluste, immerhin aber auch kleinere Zuwächse.

Aus Brüssel erreicht uns der Bericht der .eu-Registry EURid bereits für das vierte Quartal 2022. Demnach schloss .eu das vergangene Jahr 2022 mit offiziell bestätigten 3.702.264 registrierten Domains. Gegenüber dem gleichen Zeitpunkt des Jahres 2021 bedeutet das einen kleinen Verlust; per 31. Dezember 2021 meldete EURid exakt 3.713.804 .eu-Domains, also eine Differenz von 11.539 Domains. Die »renewal quote« lag im 4. Quartal 2022 bei stabilen 78 Prozent. Zurückgegangen sind gegenüber dem Vorjahr die internationalisierten .eu-Domains, und zwar von 43.947 Domains auf 40.248; Domains mit der griechischen Variante von .eu (2.618) und der kyrillischen Variante von .eu (1.315) fristen ein Nischendasein. Am beliebtesten bleiben .eu-Domains übrigens in Deutschland; hier haben 997.352 Domain-Inhaber ihren Sitz, gefolgt von den Niederlanden (463.116) sowie Frankreich (305.672).

Einen schwachen Jahresauftakt hat die neue generische Top Level Domain .xyz erwischt, die im Januar über 200.000 Domain-Registrierungen verlor. Damit zeichnet .xyz gemeinsam mit .top, die über 327.000 Domains verlor, maßgeblich verantwortlich für den Rückgang der Gesamtzahl aller nTLDs, die zum Ende 2022 noch auf 30.786.642 Registrierungen kamen und zum Ende Januar 2023 bei 30.461.049 notieren. Einen interessanten Fakt am Rande liefert Jean Guillon vom nTLD-Beratungsunternehmen Jovenet Consulting: nach seinen Recherchen wurden 2023 insgesamt 786 Domains unter einer Markenendung registriert. Unter dem Strich meldet er aktuell 19.088 registrierte .brands, wobei .dvag mit 5.871 Domains weit führt vor .audi mit 1.671 Domains.

Bei den ccTLDs haben zum Abschluss noch zwei kleine Meldungen: die irische IE Domain Registry Limited meldet zum Jahreswechsel 2023 auf 2023 insgesamt 329.265 .ie-Domains, ein Rückgang um milde 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. IEDR sieht die Ursache hauptsächlich im „post-COVID pandemic blues“, also einem Rückgang der zuvor überdurchschnittlichen Registrierungszuwächse mit dem Übergang bei Corona von der Pandemie zur Endemie. Ähnliches berichtet auch die italienische Registro.it; dort reduzierte sich die Zahl der Registrierungen auf 3.467.693, so dass das Wachstum bei nur noch 0,5 Prozent lag – zu Hochzeiten der Corona-Pandemie waren es 4,20 Prozent. Und dennoch dürfte sich niemand die Pandemie zurückwünschen.

Die aktuellen Domain-Zahlen:

.de17.449.637(Vergleich zum Vormonat:+ 30.675)
.at1.483.254(Vergleich zum Vormonat:+ 10.702)
.com160.665.248(Vergleich zum Vormonat:+ 147.148)
.net13.220.882(Vergleich zum Vormonat:– 15.668)
.org10.707.159(Vergleich zum Vormonat:+ 21.053)
.info3.722.404(Vergleich zum Vormonat:+ 13.014)
.biz1.352.930(Vergleich zum Vormonat:– 13.483)
.eu3.657.587(Vergleich zum Vormonat:+ 4.576)
.xyz4.380.964(Vergleich zum Vormonat:– 209.318)
.online2.379.004(Vergleich zum Vormonat:+ 42.932)
.top2.049.992(Vergleich zum Vormonat:– 37.404)

(Stand 01. Februar 2023)

Rust

Das CloudFest findet im März 2023 im Europa-Park statt

Das CloudFest kehrt nicht nur zurück in die USA, sondern findet wie immer, so auch in diesem Jahr im März im Europa-Park bei Rust statt. Organisator ist die WHD Event GmbH.

Erst kürzlich haben wir mitgeteilt, dass das Cloud-Fest USA in die USA zurückkehrt und parallel zur NamesCon.Global im Mai und Juni 2023 in Austin (Texas, USA) stattfindet. Aber ursprünglich findet das Cloud-Fest, das zuvor Webhostingday, dann World Hosting Days (WHD) hieß und im Phantasialand Brühl zelebriert wurde, im Europapark bei Rust in Deutschland statt; und in diesem Jahr tut es das vom 20. bis 23. März. Die Veranstaltung startet richtig am 21.03.2023 unter der Ägide von Elisabeth Klughardt und Jeff Hardy um 09:30 Uhr mit einer 15-minütigen Willkommens Session von Soeren von Varchmin (Vorsitzender des Beirats bei CloudFest). Von da an geht es Schlag auf Schlaf mit halbstündigen Keynotes und zwanzigminütigen Vorträgen, die sich weitestgehend mit Stabilität, Sicherheit und Widerstandsfähigkeit der Cloud beschäftigen. Weitere Themen sind die Metasphere und Künstliche Intelligenz. Am Abend gibt es verschiedene »Social Events«. Vergleichbar verlaufen auch die beiden Folgetage. Das CloudFest endet abends mit einem »BierFest« von 19:00 bis 22:00 Uhr. Die Liste der Vortragenden ist lang – wir kommen auf 55. Mit dabei sind unter anderem Claudia Frese (CEO Strato AG) und Michael Riedl (CEO CentralNic Group PLC); darüber hinaus finden sich zahlreiche Manager der Speichermittelindustrie.

Das CloudFest 2023 findet vom 20. bis 23. März 2023 im Europa-Park bei Rust im Süd-Westen Deutschlands statt. Derzeit gibt es bei den Tickets Frühbucherrabbat. Der »Standard Pass« ist für EUR 399,– (zzgl. Steuer) zu haben; der »VIP Pass« kostet EUR 999,– (zzgl. Steuern).

nTLDs

Vereinte Nationen (UN) und Unterorganisationen registrieren prominente .day-Domains

Der Google-Tochter Charleston Road Registry Inc. ist ein Marketing-Coup für die eigene Top Level Domain .day gelungen.

Mehrere Organisationen der United Nations (UN) haben rund 20 Premium-Domains unter .day ausgewählt, um Aufmerksamkeit für ihr jeweiliges Anliegen zu schaffen. So hat UNAIDS, das gemeinsame Programm der Vereinten Nationen für HIV/Aids, aids.day registriert, um an den Welt-AIDS-Tag am 01. Dezember zu erinnern, UN WOMEN die Domain womens.day, um den Internationalen Frauentag am 08. März zu feiern und UNICEF hat sich childrens.day gesichert, der für den Weltkindertag am 20. November steht. Für eine eigene Website hat es aber nicht gereicht; stattdessen leiten alle Domains auf bereits existierende Angebote der UN weiter. So viel Öffentlichkeit kann .day nur guttun; derzeit sind nur rund 14.200 Domains registriert, davon etwa 4.700 direkt über den Registrar Google LLC.

Dotzon-Studie

.audi ist wieder Nummer 1 der besten Markenendungen 2022

Das internationale Managementberatungsunternehmen DOTZON GmbH legte dieser Tage zum fünften Mal die Ranking-Studie »Digitale Unternehmensmarken«, diesmal für das Jahr 2022, vor. Die zweimalige Nummer 1 .audi nimmt, nachdem sie im vergangenen Jahr 2021 den Titel an .leclerc abgeben hatte, jetzt die Spitzenposition wieder ein.

Seit 2005 berät DOTZON Unternehmen im deutschsprachigen Raum zu digitalen Identitäten. DOTZON legte dieser Tage die Studie »Digitale Unternehmensmarken 2022« vor. Die Studie beschäftigt sich mit digitalen Produkt- und Unternehmensmarken, die im Rahmen der von ICANN Anfang 2012 initiierten Bewerbung um neue Top Level Domains als .brand (.marke) zugelassen wurden.

Wie stets gibt es, nach einer kurzen Zusammenfassung der Studie, eine Einführung in das Thema Markenendungen und Erweiterung von Unternehmens- und Produktmarken durch Digitale Unternehmensmarken. Alsdann werden die Grundlagen für die Studie dargelegt, nach denen die mittlerweile nur noch 475 bestehenden Markenendungen (496 waren es 2021) bewertet werden. Es zeigt sich, dass die Anzahl unter Markenendungen registrierter Domains nach einem Anstieg von 2020 mit 23.439 Domains auf 24.700 Domains in 2021 jetzt wieder leicht auf 23.839 Domains abgefallen ist. Nach wie vor wird das Ranking der digitalen Unternehmensmarken mit sieben Bewertungsparametern gemessen, wobei es eine kleine Änderung gab: statt der Anzahl der Alexa-Backlinks wurde die Nutzung von HTTPS zur Bewertung mitherangezogen. Im Übrigen zählen die Anzahl registrierter Domains, inwieweit diese im Web auflösen, die Anzahl von Domains mit eingerichtetem Mailserver, die Anzahl der neu genutzten Domains, die Sichtbarkeit der Top Level Domain anhand der SISTRIX-Plattform und die Alexa-Ranks. Im Ergebnis lag nach einem Jahr Absenz auf Platz 5 die Endung .audi wieder auf Platz 1. Als Grund dafür nennt die Studie die ersten Plätze »beim Sistrix- und Alexa-Ranking sowie der Anzahl neu auflösender Domains«. Die zuvor führende Endung der französischen Genossenschaft und Supermarktkette Leclerc fiel von Platz 1 auf Platz 7. An zweite Position setzte sich, wie bereits im Vorjahr, die Markenendung .abbott des gleichnamigen US-amerikanischen Pharmaunternehmens. Sie ziert den ersten Platz bei den mit HTTPS erreichbaren Domains und den zweiten Platz beim Alexa-Ranking. Die Deutsche Vermögen mit ihrer Endung .dvag schafft es, aufgrund der Höchstzahl von 5.669 Domains und sehr guten Zahlen bei der Anzahl auflösender Domains, auf Platz drei. Google konnte sich diesmal zwei Plätze unter den Top Ten sichern, mit .google und .goog. Neuer Player auf den Spitzenplätzen ist die Schwarz Gruppe (u.a. Lidl und Kaufland) mit 326 .schwarz-Domains. Dafür mussten Endungen wie .weir und .weber die Top Ten verlassen. Insgesamt überwiegen Unternehmen der Internet- und Finanzwirtschaft sowie der Automobilindustrie die vorderen Plätze.

Unter den »Weiteren Beobachtungen« stellt DOTZON einmal mehr fest, dass zahlreiche Endungen die verpflichtende Domain nic.tld nicht erreichbar halten. Hier entwickelt sich gewissermaßen ein Trend: vermerkte DOTZON in der Studie für 2020 noch 14 nicht erreichbare nic.tld-Seiten, so wurden es 2021 34 und jetzt sind es 38 Unternehmen, die dieses verpflichtende Angebot nicht bereitstellen. Darüber hinaus konstatiert DOTZON, dass die Markenangebote im Hinblick auf die Sicherheitstechnik SSL-Verschlüsselung ausbaufähig sind. Nur 75,4 Prozent aller Endungen nutzen für ihre nic.tld-Domain SSL-Verschlüsselung, womit wir es hier mit einer Verschlechterung zu tun haben, lag der Wert im Jahr 2021 doch noch bei 83,5 Prozent, was 414 Endungen entsprach. Die DOTZON-Studie gibt darüber hinaus noch weitere Daten und eindringliche Beispiele für die Nutzung von Domains und Markenendungen. Wie noch jedes Mal gibt auch diesmal die 23-seitige Studie Digitale Unternehmensmarken 2022« von DOTZON einen Überblick über den Zustand der .marken-Endungen. Sie ist leicht verständlich geschrieben, übersichtlich und in jedem Falle lesenswert.

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