Salzburg

10. IT-Businesstalk mit nic.at und Salzburg Research

Im April 2019 findet in Salzburg (Österreich) der 10. IT-Businesstalk statt, diesmal zum Thema »Trends im Future Internet | Ohne Sicherheit kein Business.« Ausführlich wird dabei auch das Domain Name System und dessen Sicherheit erörtert.

Die Salzburg Research Forschungsgesellschaft mbH ist ein unabhängiges Forschungsinstitut des Landes Salzburg, das angewandte Forschung und Entwicklung für Informations- und Kommunikationstechnologien betreibt. nic.at ist wie bestens bekannt die Domain-Verwaltung von Österreichs Domain-Endung .at, die ihrerseits ihren Sitz in Salzburg hat. Beide veranstalten zusammen seit 2005 ca. alle 1,5 Jahre den IT-Businesstalk zu jeweils aktuellen Themen. Diesmal kapriziert man sich auf »Trends im Future Internet | Ohne Sicherheit kein Business«. Die Veranstaltung findet am Nachmittag des 11. April 2019 in den Räumen der Wirtschaftskammer Salzburg statt. Ab 14:00 moderieren Monika Pink (nic.at) und Birgit Strohmeier (Salzburg Research) gut drei Stunden durch verschiedene Vorträge zu Sicherheit bei der Digitalisierung von Unternehmen. Alexander Mayrhofer referiert gegen Ende der Veranstaltung über das nach wie vor überwiegend unverschlüsselte Domain Name System und zeigt, welche Informationen aufgrund dessen abgegrast und welche Sicherheitsstandards dagegen entwickelt wurden, und wie sich das auf betrieblichen Modelle von IT-Systemen in Unternehmen und bei Internet Providern auswirkt. Im Anschluss an den offiziellen Teil der Veranstaltung gibt es bei einem Buffet Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen und zu pflegen.

Der 10. IT Businesstalk findet am 11. April 2019 ab 14:00 Uhr im Plenarsaal der Wirtschaftskammer Salzburg, Julius-Raab-Platz 1, 5027 Salzburg, Österreich statt. Die Veranstaltung ist kostenlos und richtet sich an IT-Verantwortliche, Entscheider*innen und alle Interessierte, die einen Blick in die IT-⁠Zukunft werfen wollen. Um Anmeldung bis 5. April 2019 wird gebeten.

UDRP

Osram GmbH räumt in drei WIPO-Verfahren mit drei Cybersquattern auf

Die Osram GmbH erwehrt sich zahlreicher Cybersquatter, die unterschiedlichste Vertipper-Domains registrieren. Wir haben uns drei aktuelle UDRP-Entscheidungen angeschaut.

Die älteste der drei Osram-Entscheidungen stammt vom 26. Februar 2019 und betraf die Domain osarm.pw von den Palau-Inseln. Osram wandte sich an die WIPO und beantragte die Übertragung der Domain. Inhaberin der Domain ist die ziinex22 zinnex, zinnex Inc. mit Sitz in Spanien, die über die Domain per eMail gefälschte Osram-Rechnungen an die indische Osram-Kundin Phoenix Lamps versandte. Die Gegnerin meldete sich nicht im Verfahren. Der britische Rechtsanwalt David Perkins bestätigte die Osram-Beschwerde (WIPO Case No. DPW2019-0001), wobei er die Domain osarm.pw als gezielte Vertipperdomain von osram.pw, die die Beschwerdeführerin inne hat, einschätzte.

Den zweiten und dritten Osram-Fall bearbeitete der brasilianische Rechtsanwalt Mario Soerensen Garcia. Im Streit um die im November 2018 registrierte Domain orsam-os.com, den er am 27. Februar 2019 entschied, reagierte der Domain-Inhaber, Crawford Kieran mit Sitz in London (Großbritannien), ebenfalls nicht auf das UDRP-Verfahren bei der WIPO. Garcia gab der Beschwerde von Osram statt (WIPO Case No. D2019-0034), wobei der Vorwurf erneut gefälschte Osram-Rechnungen waren, die über eine eMail-Adresse unter der Domain versandt wurden. Garcia stellt völlig unhinterfragt fest, dass das Vertippen der Marke »Osram« und der Zusatz »-os« nichts an einer Verwechslungsgefahr zwischen Marke und Domain ändere. Er verwies auf frühere WIPO-Entscheidungen, bei denen die Identität oder Verwechslungsfähigkeit bestätigt wurde,

when the domain name includes the trademark, or a confusingly similar approximation, regardless of the other terms in the domain name.

Der betrügerische Missbrauch der Domain und der Umstand, dass der Gegner auf das Verfahren nicht reagierte, sprächen zudem für dessen Bösgläubigkeit.

Der dritte Streitfall betraf die im November 2018 registrierte Domain osramarabia.com. Osram trug vor, dass die Domain für einen Webshop der UBM Universal Building Materials Merchants Co. Ltd. genutzt werde, über den Osram-Beleuchtungsprodukte beworben und vertrieben werden, ohne einen Hinweis, dass das Geschäft nicht mit Osram in Verbindung steht. Der Inhaber der Domain osramarabia.com, ein Gokhan Goksel mit Sitz in der Türkei, sei nicht autorisiert gewesen, die Domain zu registrieren und zu nutzen. Garcia entschied auch diese Beschwerde zu Gunsten von Osram (WIPO Case No. D2018-2916). Er bestätigte die Ausführungen von Osram und fand insbesondere, dass die geographische Bezeichnung »arabia« im Domain-Namen nichts an der Verwechslungsgefahr mit der Marke von Osram ändere. Konsumenten würden durch die Domain in die Irre geführt, da sie davon ausgingen, der Webshop werde durch Osram autorisiert betrieben. Auch hier stützte sich Garcia darauf, dass der Umstand, das der Gegner sich in dem Verfahren nicht zu Wort meldete, gegen ihn und für seine Bösgläubigkeit sprach.

Auf das Domain-Recht spezialisierte Anwälte findet man auf Domain-Anwalt.de, einem Projekt der united-domains AG.

gTLDs

dotAirport LLC bewirbt sich außer der Reihe um eine neue Endung .airport

Die US-amerikanische dotAirport LLC hat mitgeteilt, sich um eine Einführung der neuen Top Level Domain .airport bewerben zu wollen.

In einer Pressemitteilung gab das Unternehmen bekannt, im Jahr 2020 eine Bewerbung bei ICANN einreichen zu wollen, um Domains wie chicago.airport oder ohare.airport verfügbar zu machen. Die Bewerberin bezeichnet sich selbst als »airport industry stakeholdergroup funded«. Eine freie Domain-Registrierung ist nicht geplant, die Domain-Inhaber müssen sich vielmehr von den für die Luftfahrt zuständigen Behörden oder Verbänden verifizieren lassen, um einen besonders vertrauenswürdigen Namensraum zu schaffen. Flughäfen sollen bis zu zehn für sie relevante Domains kostenlos registrieren dürfen. Ob ICANN im Jahr 2020 neue TLD-Bewerbungen zulässt, ist allerdings derzeit offen. In jedem Fall würde .airport in Konkurrenz zu .aero treten; die im Jahr 2001 eingeführte Endung kam Ende November 2018 auf insgesamt 11.269 registrierte Domains, in der öffentlichen Wahrnehmung spielt sie kaum eine Rolle.

nTLDs

Neustar drängt auf 2. Einführungsrunde neuer generischer Top Level Domains

Tony Kirsch, Head of Professional Services beim Back-End-Provider Neustar Inc., hat ICANN scharf attackiert: in einem Blog-Beitrag mit der Überschrift »Genug ist genug« forderte er die Internet-Verwaltung auf, einen Stichtag für ein weiteres Bewerbungsfenster um neue generische Top Level Domains festzulegen.

Gut drei Jahre sind vergangen, seit ICANN am 17. Dezember 2015 die New gTLD Subsequent Procedures Working Group ins Leben gerufen hat, um die Erfahrungen aus der Einführungsrunde im Jahr 2012 auszuwerten und so den Weg für die nächste Runde freizumachen. Doch während es ICANN durch den Druck der EU-Datenschutzgrundverordnung geschafft hat, binnen weniger Monate konkrete Ergebnisse für die WHOIS-Reform zu liefern, tut sich in Sachen nTLDs kaum etwas. Für Kirsch ist das ein Unding, aber auch der Beleg dafür, dass ICANN könnte, wenn man unter dem Druck einer Deadline zum Handeln gezwungen sei. Daher fordert er auch für die nächste nTLD-Einführungsrunde einen fixen Stichtag, bis zu dem über das nächste Bewerbungsfenster entschieden ist. Ganz uneigennützig ist der Vorstoß von Kirsch dabei nicht. Neustar, Registry unter anderem der US-Länderendung .us, betreibt aktuell das technische Back-End für 271 nTLDs, mit .loan und .club darunter die beiden zahlenmäßig erfolgreichsten neuen Endungen. Insgesamt verwaltet man rund 5,86 Millionen Domains, was einem Marktanteil von etwa 22 Prozent entspricht. Erfolgreicher ist derzeit nur CentralNic mit rund 7,2 Millionen verwalteten Domains. Mit jeder weiteren neuen Endung steigt also die Möglichkeit für Neustar, zusätzliche Geldquellen zu erschließen.

Mit seinem Vorhaben ist Kirsch nach eigenen Angaben bei Cherine Chalaby vorstellig geworden, Chair des ICANN-Boards. Dieser habe ihm mitgeteilt, das

Board was ready and as soon as the community completed their work, [they] will be ready to review it.

Derzeit befasst sich die »Subsequent Procedures Working Group« mit zahlreichen Kommentaren und Stellungnahmen, die nach Veröffentlichung eines Zwischenberichts eingegangen waren; laut einer Veröffentlichung von ICANN erwarte man, dass wesentliche Abwägungen demnächst begonnen werden. Dies lasse nach Einschätzung von Kirsch auf ein Bewerbungsfenster im Jahr 2020 schliessen. Bis dahin müssen aber unter anderem zumindest der Working Group Final Report, der GNSO Council Report to the ICANN Board und der ICANN Board Resolution Text verabschiedet werden; ausserdem steht die Überarbeitung des umfangreichen Bewerberhandbuchs (Applicant Guidebook) aus.

ICANN selbst hat bisher keinen Fahrplan für die nächste Einführungsrunde veröffentlicht. Erst wenn der Schlussbericht der »Subsequent Procedures PDP Working Group« vorliegt, will sich der ICANN-Vorstand mit weiteren Schritten befassen. Demgemäß wird für das derzeit laufende Meeting im japanischen Kobe keine Entscheidung erwartet. Auf eine Deadline wird Kirsch also noch eine ganze Weile warten müssen.

ccTLDs

Die Cookinseln (.ck) wollen ihren Namen ändern, die TLD ändert sich mit

Die im südlichen Pazifik gelegenen Cookinseln überlegen, ihren Namen zu ändern und dem polynesischen Erbe mehr Rechnung zu tragen.

Ihr Name geht auf den britischen Seefahrer James Cook zurück, der die Inselgruppe zwischen 1773 und 1779 mehrfach aufsuchte. Nun prüft ein Komitee 60 Namensalternativen vorwiegend in der Sprache Rarotonganisch, darunter Bezeichnungen, die sich als »Love from the Heavens« und »We Stand Under God« übersetzen lassen. Im Jahr 1994 hatte sich die Bevölkerung in einem Referendum noch gegen eine Änderung ausgesprochen. Sollte es zu einer Namensänderung kommen, könnte sich dies auch auf das Länderkürzel .ck auswirken. Das Kürzel wird von der Telecom Cook Islands Ltd. verwaltet, die Registrierung ist weitgehend liberalisiert und auch ohne Sitz auf den Cookinseln möglich, allerdings auf die Third Level Ebene beschränkt und vergleichsweise teuer. Bis wann über eine Namensänderung verbindlich entschieden wird, ist derzeit nicht bekannt.

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