Fortbildung

Der 15. Frankfurter IT-Rechtstag findet am 23. und 24. Oktober 2026 in Frankurt/M statt

Die HERA Fortbildungs GmbH der Hessischen Rechtsanwaltschaft und weitere veranstalten am 23. und 24. Oktober 2026 in Frankfurt am Main den 15. Frankfurter IT-Rechtstag. Anmeldungen für die Teilnahme vor Ort und Online ist bereits möglich.

Der 15. Frankfurter IT-Rechtstag im Oktober 2026 wird vermutlich wie die vorangegangenen Frankfurter IT-Rechtstage als Hybridveranstaltung stattfinden. Veranstalter sind wie gewohnt davit – Arbeitsgemeinschaft Informationstechnologie im Deutschen Anwaltverein (DAV) e.V. – und HERA Fortbildungs GmbH der Hessischen Rechtsanwaltschaft. Sicherlich findet auch die Kooperation mit dem Frankfurter Anwaltverein e.V. und Prof. Dr. Indra Spiecker, gen. Döhmann, LL.M., Universität zu Köln wie gehabt statt. Die Moderation übernehmen wie gewohnt Rechtsanwalt Dr. Thomas Lapp (Frankfurt/M) und Rechtsanwalt Stephan Schmidt (Mainz). Genaues zur Agenda liegt noch nicht vor. Am Abend des ersten Tages ist ein gemeinsames Abendessen geplant.

Der zweitägige 15. Frankfurter IT-Rechtstag 2026 findet als Präsenz- und Onlineveranstaltung am 23. Oktober von 13:00 Uhr bis 24. Oktober 2026 15:00 Uhr in den Räumlichkeiten der Rechtsanwaltskammer Frankfurt am Main, Bockenheimer Anlage 36, 60322 Frankfurt am Main statt. Wie immer ist auch der 15. Frankfurter IT-Rechtstag 2026 als Fortbildungsveranstaltung nach § 15 FAO für IT-Recht mit 10 Stunden anerkannt. Die Teilnahmekosten betragen EUR 523,60 (EUR 440,– Netto). Die Anzahl der Vorortteilnahmeplätze ist begrenzt.

Gigalaw

Das Domain Dispute Digest für Q1/2026 zeigt einen Anstieg von 15 Prozent der Verfahren und mehr als 40 Prozent bei Domains

Domain-Rechtsanwalt Doug Isenberg legt seinen statistischen Bericht zu UDRP-Entscheidungen für das erste Quartal 2026 vor. Die Anzahl der Entscheidungen steigt um knapp 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

»Gigalaw’s Domain Dispute Digest First Quartal, 2026« ist ein 16-seitiger Report über die Entwicklung der UDRP-Verfahren in den ersten drei Monaten dieses Jahres. Isenberg wertete dafür die entschiedenen UDRP-Verfahren aller fünf von ICANN akkreditierten Streitbeilegungsstellen (WIPO, Forum, CAC, ADNDRC und CIIDRC) aus. Die Domain-Namen-Entscheidungen nach der UDRP stiegen demnach gegenüber dem ersten Quartal 2025 um 14,88 Prozent an; der Anstieg der Domains, um die gestritten wurde, beträgt sogar 41,76 Prozent – was zwei Verfahren geschuldet ist. Maßgebend war das Verfahren von L’Oréal um 705 Domains, über das wir berichteten, und der Streit von Empower um 537 Domains. Auch das erfolgreiche Verfahren von Allstate um 153 Domains dürfte seinen Beitrag zum Anstieg geleistet haben.

Im Vorjahresquartal (2025) waren die Zahlen ein wenig zurückgegangen auf 1.942 Entscheidungen über 3.362 Domains gegenüber im 1. Quartal 2024 insgesamt 2.201 Entscheidungen über 4.638 Domains. Jetzt gab es 2.231 Entscheidungen über 4.766 Domains, so dass ein Anstieg auch gegenüber dem 1. Quartal 2024 vorliegt.

QuartalUDRP-EntscheidungenDomains
Q1/2026 2.231 4.766
Q1/2025 1.942 3.362
Q1/2024 2.201 4.638

Im Vergleich zum 4. Quartal 2025 bleibt die Anzahl der Entscheidungen (2.264) etwas niedriger, dafür liegt die Zahl der streitigen Domains (3.679) jetzt deutlich höher. Aber zurück zum Vergleich zwischen den 1. Quartalen: Die Entscheidungen des 1. Quartals 2026 führten zum Transfer von 3.871 Domains (81,22 Prozent), bei 158 Domains (3,32 Prozent) wurde er abgelehnt, für 737 (15,46 Prozent) Domains liegt ein »Cancelled« vor. Im 1. Quartal 2025 lagen die Domain-Zahlen prozentual bei »Transfer« (88,70 Prozent) und »Transfer Denied« (4,28 Prozent) höher, während folglich die abgebrochenen (»Cancelled«) Fälle mit 6,93 Prozent niedriger lagen.

Die meisten Entscheidungen ergingen bei WIPO (1.272), gefolgt vom Forum (671). Bei 85,97 Prozent aller Verfahren ging es um lediglich eine Domain, bei 6,65 Prozent um zwei Domains. Der prozentuale Anteil nimmt ab, je mehr Domains beteiligt waren. Das umfangreichste Verfahren war der Streit von L’Oréal um 705 Domains, über den wir berichtet haben. Zweitumfangreichstes Verfahren war das von Empower über 537 Domains. Die meisten, nämlich 31 Verfahren, bestritt Philip Morris. Die meisten Verfahren unter den gTLDs betrafen .com-Domains (2.801), gefolgt von .shop (494) und .online (209). Unter den Länderendungen lag .ai (Anguilla) mit 41 Verfahren vorne, gefolgt von .co (Kolumbien) mit 31 Verfahren.

Isenberg erwähnt diesmal auch Reverse Domain Name Hijacking-Entscheidungen (RDNH), von denen er 24 (1,08 Prozent aller Entscheidungen) verzeichnet. Bei WIPO gab es 13 bei 1.272 Entscheidungen (1,02 Prozent), beim Forum waren es 10 von 671 Entscheidungen (1,49 Prozent) und beim CIIDRC war es ein Fall von zwölf Entscheidungen (8,33 Prozent). Schließlich wirft er einen Blick auf das Uniform Rapid Suspension-Verfahren (URS). Hier fielen die Zahlen deutlich gegenüber dem 1. Quartal 2025. So bietet das 1. Quartal 2026 lediglich noch 32 Entscheidungen, ein Minus von 39,62 Prozent gegenüber 53 Entscheidungen in 2025. Auch die Zahl der streitigen Domains verringerte sich auf 70, ein Minus von 21,35 Prozent gegenüber 89 Domains in 2025.

Das 16-seitige Gigalaw’s Domain Dispute Digest, Q1/2026 gibt einen schnellen, übersichtlichen und nachvollziehbaren Überblick über die Entwicklung der UDRP- und URS-Verfahren im ersten Quartal 2026. Wir empfehlen – wie immer – die Lektüre.

ccTLDs

Dänemarks Sicherheitssystem für die Landesendung .dk trägt Früchte

Die dänische Landesendung .dk zählt weiterhin zu den sichersten Top Level Domains der Welt. Wie die Registry Punktum dk in einem Bericht mitteilt, tragen die gezielten Bemühungen zur Bekämpfung der Cyberkriminalität Früchte.

So waren von den mehr als 3.500 Domain-Namen, die auf den Sperrlisten der dänischen Telekommunikationsbranche erschienen, nur sieben .dk-Domains. Im gesamten Jahr 2025 mussten insgesamt lediglich zwölf .dk-Domains aufgrund von Beschwerden gesperrt werden. Dabei ist die Registry sehr aktiv; von rund 1,3 Mio. registrierten .dk-Domains hat Punktum dk im Jahr 2025 insgesamt 953 Domain-Inhaber aufgrund eines Verdachts oder festgestellten Missbrauchs kontaktiert. Der Einsatz künstlicher Intelligenz dürfte jedoch künftige Betrugsversuche deutlich glaubwürdiger und für den Durchschnittsnutzer schwerer nachvollziehbar machen. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, führt Punktum dk noch im Jahr 2026 das »Trusted Flaggers«-System ein, also ein neues System für vertrauenswürdige Melder. Vereinfacht ausgedrückt bedeutet es, dass man den zuständigen Behörden die Möglichkeit gibt, schneller einzuschreiten, wodurch Punktum dk noch effektiver gegen den Missbrauch von .dk-Domains vorgehen kann.

ccTLDs

Mauritius‘ Landesendung .mu soll als »Musikdomain für alle« vermarktet werden

Internet Direct Ltd., Verwalterin der Landesendung .mu von Mauritius, will neue Märkte erschließen und dabei der generischen Top LevelDomain .music Konkurrenz machen.

Am 04. Mai 2026 kündigte die Registry eine neue globale Marketinginitiative an, die .mu als »Musikdomain für alle« positionieren soll. Im Rahmen einer Strategie- und Marketingvereinbarung mit der britischen IT.COM Domains Ltd. wird .mu dazu international bei Künstlern, Kreativen, Labels, Musikplattformen, Veranstaltungsorten, Festivals, Verlagen, Musiktechnologieunternehmen, Fan-Communities und Marken des globalen Musikökosystems beworben. Als Teil dieses Relaunches räumt .mu in der Zeit vom 15. Mai 2026 bis zum 28. Juni 2026 Markeninhabern die Möglichkeit zur bevorrechtigten Domain-Registrierung ein. In einer Pressemitteilung heißt es:

The Trademark Priority Period is designed to notify trademark owners, intellectual property professionals, brand protection agencies, and registrars that .MU will be marketed globally as a music-focused domain.

Von einer traditionellen Sunrise- oder Landrush-Phase will man aber nichts wissen:

.MU is an existing ccTLD with existing registrations.

Die neuen .mu-Vergaberegeln werden derzeit finalisiert und demnächst unter nic.mu veröffentlicht. Zum Schutz vor Rechtsverletzungen ist ferner ein »memorandum of understanding« mit dem Schiedsgericht der WIPO angekündigt, um Streitigkeiten von .mu-Domains außergerichtlich zu lösen.

2. gTLDs-Runde

US-Unternehmen Early Warning LLC bietet Frühwarnberichte für nTLD-Bewerber

Ein neuer Frühwarnbericht der US-amerikanischen Early Warning LLC soll Bewerbern um eine neue generische Top Level Domain helfen, die Risiken ihrer Bewerbung besser einzuschätzen. Das Programm setzt vor allem auf Eigeninitiative.

Nach einem Bilderbuchstart nimmt die Internet-Verwaltung ICANN seit dem 30. April 2026 Bewerbungen um eine neue generische Top Level Domain entgegen. Wer sich um welche Endung bewirbt, ist öffentlich bisher kaum bekannt. Es besteht auch keine Eile zur Offenlegung; während der gesamten Bewerbungsphase und damit bis zum 12. August 2026 gilt der Grundsatz des »first come, first served« nicht, es hat also keinen Einfluss auf die Bewerbung, ob man zu den ersten Bewerbern zählt oder zu den letzten. Diese Unsicherheit erhöht für viele potentielle Interessenten das Risiko einer eigenen Bewerbung; gerade Unternehmen wüssten zu gerne, was die Konkurrenz plant – oder eben nicht. Hier setzt der »Early Warning Report« der Early Warning LLC an. Das Unternehmen mit Sitz in Scottsdale (US-Bundesstaat Arizona) verspricht Informationen und Kontakte, um unnötige Kosten zu vermeiden. Die Plattform ermöglicht es Bewerbern (und potenziellen Bewerbern), ihre gewünschten Domain-Endungen einzugeben und benachrichtigt zu werden, wenn diese mit den Endungen anderer Nutzer der Plattform übereinstimmen. Damit wissen sie schon lange vor offizieller Bestätigung durch ICANN, ob sich ein anderes Unternehmen für dieselbe Zeichenkette beworben hat oder bewerben will– vorausgesetzt, es hat sein Interesse ebenfalls bei der Early Warning LLC hinterlegt, denn Einsicht in die ICANN-Bewerberdatenbank hat auch dieses Unternehmen nicht. Wer sich hinter einer potentiellen Bewerbung verbirgt, wird schließlich erst offengelegt, wenn beide Bewerber zustimmen.

Die Preise für den Service beginnen bei US$ 1.000,– pro Zeichenkette. Zum Start gibt es ein Sonderangebot von US$ 100,– pro Zeichenkette, allerdings begrenzt auf maximal 100 Wunsch-Domains; der Einführungspreis ist zudem auf zehn Zeichenketten pro Nutzer begrenzt. Sollte die Datenbank nicht auf mindestens 200 freiwillige Einträge kommen, werden alle Gebühren erstattet. Diese Kosten können sich gleichwohl auszahlen, denn das Bewerberhandbuch verbietet private Auktionen; gibt es also Mehrfachbewerbungen um dieselbe Zeichenkette, kann ein Bewerber zwar seine Wunsch-Domain freiwillig wechseln oder ein Joint Venture mit dem Mitbewerber eingehen; er kann sich aber die Bewerbung nicht von der Konkurrenz abkaufen lassen und damit aus einer möglicherweise aussichtslosen Rechtsstellung noch Profit schlagen.

Der »Early Warning Report« ist nicht das erste Dienstleistungsangebot rund um die Einführung neuer Top Level Domains. Branchenblogger Kevin Murphy (domainincite.com) hatte bereits im Frühjahr 2026 ein Online-Werkzeug namens »Stringtel« auf den Markt gebracht. Dort können die Nutzer nach Endungen (»Strings«) suchen; konkret geht es um das Risiko, dass die von ihnen ausgewählten gTLD-Strings im Bewerbungsverfahren gesperrt werden oder während des Bewerbungsprozesses zusätzliche Kosten entstehen. Zugleich kann Stringtel dabei helfen, potenziell wertvolle, noch nicht vergebene Strings zu entdecken. Das Ziel des Angebots ist es ebenfalls, Bewerbern dabei zu helfen, die Verschwendung von zehn- oder hunderttausenden US-Dollar für ungeeignete Bewerbungen zu vermeiden. Das Tool ist zwar kostenlos, aber nicht umsonst, denn die Nutzer zahlen mit ihren Daten. Die wiederum nutzt Murphy für sich und prognostiziert, dass es mindestens 100 Bewerbungen um eine nTLD geben wird:

DI’s free risk analysis tool, Stringtel, currently has more than 100 announced applications in its database.

Darunter befinden sich Markenendungen wie .salesforce, vor allem aber Unternehmen aus dem Blockchain- oder Kryptowährungsbereich; für letztere gibt es Dutzende angekündigter Gebote, ohne dass jedoch klar ist, ob die Ankündigung umgesetzt wird. Murphy spricht auch von Bewerbungen um Domains in zukunftsträchtigen Branchen wie KI, Krypto oder Podcasting. Stringtel führt beispielsweise Einträge für Endungen wie .crypto, .agi, .podcast und .blockchain; einige weitere wie .chain und .anime sind bereits umkämpft. Genaueres wissen wir erst am »String Confirmation Day«, nach derzeitigem Stand also voraussichtlich am 28. Oktober 2026; dann wird ICANN die endgültige Bewerberliste veröffentlichen.

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