Digitale Transformation

eco e.V. lädt zum 10. Netzpolitischen Forum 2026 nach Berlin

Im Oktober lädt eco – Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V. zum »Netzpolitisches Forum 2026« nach Berlin. Thema ist »Digitales Deutschland 2030 – Wie steht es um Deutschlands Digital Readiness?«.

Das Netzpolitische Forum 2026 von eco e.V. jährt sich zum 10. Mal. Seit 2016 findet es jährlich statt. eco e.V. arbeitet damit an der Schnittstelle von Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Zum Termin am 06. Oktober 2026 in Berlin kommen als Referenten unter anderem Dr. Karsten Wildberger (Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung) und Dr. Stefanie Hubig (Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz). Beim Thema »Digitales Deutschland 2030 – Wie steht es um Deutschlands Digital Readiness?« stehen die Internetwirtschaft, Anwender und die Bevölkerung im Mittelpunkt und die Frage, inwieweit Deutschland zu deren Gunsten digital aufgestellt ist. Ausgehend von Deutschlands heutigem Stand bei der digitalen Transformation fragt sich, welche Fortschritte sichtbar sind, wo strukturelle Hürden bestehen und wo gehandelt werden muss, um Digitalisierung in der Breite der Wirtschaft wirksam voranzubringen und die digitale Handlungsfähigkeit des Mittelstands bis 2030 zu stärken. eco e.V. wird anlässlich der Veranstaltung den »eco Digital Readiness Index 2026« vorstellen.

Das Netzpolitische Forum 2026 »Digitales Deutschland 2030 – Wie steht es um Deutschlands Digital Readiness?« findet am 06. Oktober 2026 von 17:30 bis 20:00 Uhr in der Hessischen Landesvertretung, In den Ministergärten 5 in 10117 Berlin statt. Im Anschluss an die Veranstaltung darf genetzwerkt werden. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung Bedingung zur Teilnahme.

Statistik

Der Domain-Markt in Europa mit Blick auf Registrare

Der Branchenblogger Andrew Allemann (domainnamewire.com) war im Mai 2026 bei den Nordic Domain Days und lernte dort die europäischen ccTLDs kennen, ebenso das Team von ShareShift (shareshift.io), eines jungen Unternehmens für Datenanalyse im Bereich Hosting und Domains, das forensische Erkenntnisse zur europäischen digitalen Wirtschaft sammelt. Dieses lud er ein, in seinem Blog in drei Artikeln dem .com-Land USA Hintergründe zur Domain-Welt in Europa (»The Domain Market in Europe«) zu vermitteln. In drei zahlenschweren Artikeln erklärt Nafya Frost von ShareShift den europäischen Domain-Name Markt.

Dass sich der Domain-Markt in Europa von dem in anderen Ecken der Welt und besonders vom US-amerikanischen unterscheidet, weil die Nutzer in den europäischen Staaten mehr Wert auf die landeseigene Endung legen, ist für uns selbstverständlich. Interessant werden die Artikel von Frost, wenn sie Zahlen zur Verteilung von Domains in den einzelnen Ländern und den Domain-Inhabern mitteilt, und die Marktanteile von Konzernen aufschlüsselt. Diese ermittelt ShareShift nicht über Zone-Dateien, weil ccTLDs solche selten zur Verfügung stellen. ShafeShift sammelt stattdessen Daten aus öffentlichen Quellen, unter anderem anhand von Nameservern, und baut einen Datenstamm auf, der nach eigenen Angaben rund 90 Prozent erfasst. Nameserver sind eine gute Quelle, können aber auch irreführen, weil vielfach Cloudflare-Server ausgelesen werden, die auch von Domain-Inhabern, die bei anderen Anbietern ihre Domains registrieren, als Proxy genutzt werden. Anhand der Angaben von ShareShift zeigt sich jedenfalls folgendes Bild:

In der DACH-Region ist die United Internet AG (UI) mit ihren zahlreichen Tochterunternehmen, darunter auch die united-domains GmbH (zu deren Projekten der Domain-Newsletter und domain-recht.de zählen) gehört, federführend. Der Marktanteil von UI im DACH-Bereich liegt demnach bei 17 Prozent. Allerdings verzeichnen laut ShareShift lediglich drei von zwölf UI-Konzerntöchtern 2026 positive Registrierungszahlen. Mit ähnlicher Marktmacht stehen Konzerne da wie OVHcloud in Frankreich, die ein Drittel des französischen Marktes beherrscht, und Aruba S.p.A , die in Italien mit drei Töchtern ebenfalls ein Drittel des italienischen Marktes beherrscht. Neben diesen europäischen Konzernen versuchen sich auch außereuropäische Konzerne: Für Team.blue verzeichnet ShareShift 24 Brands, die als Gruppe 6 Prozent des gesamten europäischen Domain-Marktes in der Tasche haben. Deren Methode ist es, erstklassige Unternehmen in den Ländern zu kaufen und sie auszubauen. So konnten sie in den Niederlanden (TransIP) und Schweden (Loopia, die ein Drittel des schwedischen Marktes besetzen) Fuß fassen. Group.one beherrscht 4 Prozent des europäischen Marktes und dominiert unter anderem mit one.com den skandinavischen Markt. Darüber hinaus ist Cloudflare auf dem europäischen Markt mit einem Anteil von 5,5 Prozent vertreten, wobei der Anbieter vermeintlich 18,3 Prozent der Neuregistrierungen für sich vereinnahmt, ein Wert, der zu großen Teilen auf die Proxy-Nutzung seiner Domain-Name-Server zurückzuführen ist. Weiter bemerkenswert sind Squarespace (1,3 Prozent Marktanteil), Wix (1,5 Prozent Marktanteil), Namecheap (kein nennenswerter Marktanteil) und GoDaddy (7,3 Prozent Marktanteil). Bei GoDaddy zeichnet sich ein Rückgang bei Neuregistrierungen um 1,51 Prozent ab, während Namecheap, im Vereinigten Königreich starke Zuwachszahlen verzeichnet.

Weitere Informationen zeigen die – fallenden – Börsenwerte der Konzerne, die Sättigung der einzelnen europäischen Länder mit Domains pro Bürger (Niederlande an Platz 1 mit 33,4 Prozent Sättigung, Deutschland mit 21,1 Prozent und Spanien mit 4,3 Prozent) und Entwicklungstendenzen der einzelnen Unternehmen und Tochterunternehmen bei den Marktanteilen. Was fehlt, ist eine umfassendere Liste der europäischen Endungen, was für den US-Markt wahrscheinlich nicht relevant ist. ShareShift bietet lediglich 18 europäische ccTLDs in der Liste zur Marktsättigung; es fehlen zum Beispiel Irland (.ie), Andorra (.ad), Luxemburg (.lu), Estland (.ee), Kroatien (.hr), Gurnsey (.gg), Litauen (.lt) usw., die sicher keine hohen Zahlen aufzuweisen haben, aber doch von Interesse sind.

Auf die drei Gast-Artikel von Frost auf domainnewswire.com kommt man über den letzten: »Top 20 Chart«, vom 23. Juni 2026, mit Details zu Marktanteilen und deren Veränderung.

nTLDs

Google startet am 01. September 2026 die Sunrise Phase für die neue Endung .fly

Die zu Google gehörende Charleston Road Registry Inc. hat die Markteinführung der neuen Top Level Domain .fly angekündigt. Losgehen soll es mit einer Sunrise Period, die am 01. September 2026 beginnt und am 09. November 2026 endet.

Teilnahmeberechtigt sind Markeninhaber mit Eintrag der Marke im Trademark Clearinghouse (TMCH). Der Live-Start ist aktuell unmittelbar folgend für den 10. November 2026 angesetzt. Delegiert wurde .fly bereits am 23. August 2014, mehr als zwei registry-eigene Domains sind bisher aber nicht vergeben. Als Zielgruppe hat man die Reisebranche im Visier. In den Bewerbungsunterlagen heißt es:

The mission of this gTLD, .fly, is to provide a dedicated domain space in which airlines, travel agencies, and travel re-sellers can enact second-level domains that offer content, products and services related to air travel. Charleston Road Registry expects this content may include but is not limited to branded airline web spaces (airline.fly), discount offerings (sales.fly), and custom frequent flyer services (i.fly, vip.fly).

Vergabebeschränkungen sind nach derzeitigem Stand nicht geplant, so dass jedermann zu jedem legalen Zweck beliebig viele .fly-Domains registrieren kann.

ICANN

Die Ombudsstelle der Internetverwaltung verzeichnet 2025 eine höhere Nachfrage

Die Ombudsstelle der Internet-Verwaltung ICANN hat ihren Jahresbericht 2025 veröffentlicht. Die Anzahl der bearbeiteten Fälle stieg demnach im Vergleich zu den Vorjahren deutlich an.

Fair, respektvoll und angemessen behandeln – diese Eigenschaften werden üblicherweise mit einer Ombudsstelle verbunden. Dem fühlt sich auch ICANN verpflichtet. Als informelle Streitbeilegungsstelle für die ICANN-Community soll das »Office of the Ombuds« fungieren, wenn sie eine Beschwerde über ICANN-Mitarbeiter, den ICANN-Vorstand oder Probleme in unterstützenden ICANN-Organisationen einreichen möchten. Die Ombudstelle ist seit Oktober 2024 mit der Britin Elizabeth (»Liz«) Field besetzt, zuvor unter anderem tätig für Amnesty International und die World Intellectual Property Organization (WIPO). Sie versteht sich nicht als Anwalt der Community, sondern untersucht Beschwerden über eine angeblich unfaire Behandlung, ohne in einem Streitfall Partei zu ergreifen. Der Prozess ist informell und flexibel, die Mittel allerdings begrenzt – das ICANN-Ombudsbüro kann nur Werkzeuge wie Verhandlungen, Moderation oder Pendeldiplomatie einsetzen, darf aber bei Bedarf formelle Ermittlungen anstoßen. Beschwerden an die Ombudsstelle unterliegen der absoluten Vertraulichkeit. Wer eine Beschwerde eingereicht hat, wird nur bei Verzicht auf Vertraulichkeit offengelegt; damit will man einem Machtungleichgewicht vorbeugen und Furcht vor den Folgen einer Beschwerde nehmen. Für Field ist dabei der Jahresbericht eine größere Chance, als nur Zahlen zu präsentieren; er soll das ICANN-Ökosystem stärken und verbessern.

Für den Berichtszeitraum 24. Juli 2024 bis 25. Juni 2025 meldet Field insgesamt 248 Beschwerdeverfahren. 212 davon waren jedoch außerhalb des Ombuds-Zuständigkeitsbereichs, also etwa in Betrugsfällen oder bei Verbraucherproblemen. Damit verblieben weitere 36 Fälle, für die Field zuständig war, ein Plus von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese 36 Fälle teilen sich in die beiden Kategorien »Interpersonal and Relational cases« (wie Belästigung, interne Streitigkeiten und Unhöflichkeit) und »Unfairness« (z.B. unfaire Behandlung oder unfaire Anwendung von Verfahrensregelungen). In der ersten Kategorie stieg die Zahl der Fälle gegenüber 2024 von 7 auf 20 an, in der Kategorie »Unfairness« blieb sie mit 16 unverändert. Die drei häufigsten Streitpunkte waren in der Beziehungs-/Gruppendynamik zu suchen (28 Prozent), zum Beispiel wenn Mitglieder einer ICANN-Community sich weigern, miteinander zu kommunizieren, sodann in der „Process unfairness“ (25 Prozent der Fälle), beispielsweise wenn der Vorsitzende einer ICANN-Community nicht auf die Anfrage eines Community-Mitglieds reagiert, und unhöfliche Sprache und/oder Verhalten (22 Prozent der Fälle), zum Beispiel weil ein feindseliger Tonfall herrscht. Den Anstieg der Fälle erklärt Fields unter anderem damit, dass dies möglicherweise die Bemühungen des Ombudsbüros widerspiegelt, präventive und kooperative Problemlösungen zu fördern. Insgesamt hat Field zwei Hauptprobleme identifiziert: zum einen, dass das Vertrauen in das Multi-Stakeholder-Modell durch fehlende sinnvolle Beteiligung untergraben wird, zum anderen sollte die Besetzung von Führungspositionen einer ICANN-Organisation von einer gezielteren und konsequenteren Auswahl und Entwicklung profitieren. Wer mit Entscheidungen der Ombudsstelle nicht zufrieden ist, kann übrigens einen Rechtsbehelf einlegen. Im Berichtszeitraum wurden zwei solcher Anträge auf erneute Prüfung eingereicht. Keiner dieser Anträge wurde jedoch geprüft, da sie vom Board Accountability Mechanisms Committee (BAMC) bereits aufgrund unzureichender Begründung umgehend zurückgewiesen wurden.

Für die Zukunft verspricht Fields, die Webseiten des Ombudsbüros mit benutzerfreundlicheren und detaillierteren Informationen über die Abläufe im Ombudsbüro einschließlich Moderation und Mediation weiterzuentwickeln. Außerdem soll eine »Community Anti-Harassment Policy« eingeführt werden, um die Fähigkeiten zur Konfliktlösung zu stärken und Belästigungen vorzubeugen. Wer mehr wissen möchte: der 25-seitige Office of the Ombuds Annual Report steht ab sofort zum kostenlosen Download zur Verfügung.

gTLDs

VeriSign will die »Vornamen« für die Endung .name abschaffen – ein Kunde wehrt sich

Die .name-Verwalterin VeriSign Information Services Inc. stößt mit ihrem Vorhaben, Third Level Domains unter .name abzuschaffen, auf Widerstand.

Konkret geht es VeriSign um etwa 22.000 Domain-Namen insbesondere im Format vorname.nachname.name samt der dazugehörigen eMail-Dienste, die man auf der dritten Ebene zu Gunsten reiner Second Level Domains nicht mehr anbieten möchte. Das gefällt Doytchin Spiridonov vom bulgarischen Registrar Dom.bg, selbst Inhaber mehrerer solcher Domains, gar nicht, weshalb er sich mit einem »Request for Reconsideration« an ICANN gewandt hat, um ICANN dazu zu zwingen, die Entscheidung zur Einstellung der Registrierung von .name-Domains der dritten Ebene zu überdenken. Die Einstellung des Betriebs steht dabei nach Angaben von Spiridonov unmittelbar bevor, und bestehende Registrierungen und Dienste können innerhalb kurzer Zeit beendet werden. Dabei sollen falsche oder ungenaue relevante Informationen verwendet worden sein; zudem soll es versäumt worden sein, wesentliche Informationen zu berücksichtigen. Verisign solle daher verpflichtet werden, überarbeitete Folgenabschätzungen vorzulegen, die sich mit den .name-Domain-Inhabern und den Auswirkungen der Abschaffung auf den Markt befassen. Ob und bis wann ICANN über das »Request for Reconsideration« entscheidet, ist offen.

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Der Domain-Newsletter von domain-recht.de ist der deutschsprachige Newsletter rund um das Thema "Internet-Domains". Unser Redeaktionsteam informiert Sie regelmäßig donnerstags über Neuigkeiten aus den Bereichen Domain-Registrierung, Domain-Handel, Domain-Recht, Domain-Events und Internetpolitik.

Mit Bestellung des Domain-Recht Newsletter willigen Sie darin ein, dass wir Ihre Daten (Name und E-Mail-Adresse) zum Zweck des Newsletterversandes in unseren Account bei der Optimizly GmbH (vormals Episerver GmbH), Wallstraße 16, 10179 Berlin übertragen. Rechtsgrundlage dieser Übermittlung ist Artikel 6 Absatz 1 Buchstabe a) der Europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Sie können Ihre Einwilligung jederzeit widerrufen, indem Sie am Ende jedes Domain-Recht Newsletters auf den entsprechenden Link unter "Newsletter abbestellen? Bitte einfach hier klicken:" klicken.

Seite 1 von 796
Top