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Die Preise für .dk-Domains steigen ab Mai 2021

Die rund 1,3 Mio. Inhaber von Domain-Namen unterhalb der dänischen Länderendung .dk müssen sich auf Preiserhöhungen einstellen.

Wie die Registry DK Hostmaster A/S bekanntgab, erhöhen sich ab dem 03. Mai 2021 die Gebühren von bisher DKK 50,– auf künftig DKK 60,–, umgerechnet also EUR 6,72 auf EUR 8,07. Die Gebühr wird immer dann fällig, wenn eine .dk-Domain neu registriert, verlängert oder übertragen wird. Die Erhöhung gilt zudem lediglich für die Zukunft, es drohen also keine nachträglichen Kosten. Zur Begründung der Erhöhung verweist DK Hostmaster auf gesteigerte Bemühungen um mehr Sicherheit bei der Nutzung des Internets in Dänemark, unter anderem durch die zunehmende Verbreitung von DNSSEC; aber auch der Verweis auf allgemeine Kostensteigerungen fehlt nicht. Im Vergleich mit anderen Endungen wie .se, .no und .fi sei .dk jedoch weiterhin verhältnismäßig günstig.

Domain-Branche

Übernahmewelle in der Domain-Industrie rollt auch 2021 weiter

Die Welle der Konsolidierungen rauscht auch im Jahre 2021 über die Domain Name Industry hinweg: während GoDaddy Inc. damit begonnen hat, US$ 800 Mio. von Investoren einzusammeln, hat die Londoner CentralNic Group plc die Berliner Wando Internet Solutions GmbH für bis zu EUR 10,8 Mio. übernommen.

»GoDaddy Inc. übernimmt das Registry-Business von Neustar Inc. für US$ 218 Mio.« oder »Donuts schluckt die .info-Verwalterin Afilias Inc. für unbekannten Betrag« – diese und ähnliche Meldungen gab es in den letzten Wochen zuhauf. Und nach aktuellem Stand scheint sich diese Entwicklung auch im neuen Jahr fortzusetzen. So hat der weltgrößte Domain-Registrar GoDaddy Inc. am 22. Februar 2021 bekanntgegeben, über seine Tochtergesellschaften GoDaddy Operating Company LLC und GD Finance Co. Inc. sogenannte »senior notes« im Gesamtwert von US$ 800 Mio. an institutionelle Investoren anzubieten. Sie werden im Jahr 2029 fällig und sollen 3,500 Prozent an Zinsen abwerfen. Zum Zweck des Investments erklärt das Unternehmen:

GoDaddy intends to use the net proceeds from this offering for general corporate purposes, which may include working capital, capital expenditures and potential acquisitions and strategic transactions.

Um welche Übernahmen und Transaktionen es sich handeln könnte, blieb vorerst offen.

Bereits einen Schritt weiter ist die an der Londoner Börse notierte CentralNic Group plc. Sie gab ebenfalls am 22. Februar 2021 bekannt, dass man die in Berlin ansässige Wando Internet Solutions GmbH erworben hat. Die 2011 gegründete Wando GmbH versteht sich als »Führer im digitalen Dschungel«; sie beschäftigt sich mit der Erbringung von Dienstleistungen im Online-Marketing und dem Betreiben und Vermarkten von Webseiten. Der Kaufpreis liegt bei EUR 5,4 Mio., kann sich aber bei Erreichen bestimmter Ziele um weitere EUR 5,4 Mio. erhöhen, die dann im 3. Quartal 2022 zu zahlen wären. Diese Übernahme hatte sich angedeutet, nachdem CentralNic Anfang Februar 2021 mitgeteilt hatte, Anleihen im Wert von ca. EUR 15 Mio. auszugeben, um damit die »acquisition of near-term identified targets« abzuschließen. Rund die Hälfte seines Umsatzes hat Wando bisher bereits über die Partnerschaft mit CentralNic erwirtschaftet. CentralNic setzt damit seinen jahrelangen Übernahmekurs fort; dazu gehören unter anderem SK-NIC (2017), Hexonet und Team Internet AG (jeweils 2019) sowie SafeBrands (2021).

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EU-Kommission stoppt die Ausschreibung der .eu-Verwaltung

Die EU-Kommission hat die Ausschreibung des Registry-Vertrages für die europäische Top Level Domain .eu gestoppt.

Ursache für die überraschende Entscheidung ist ein Fehler in den Ausschreibungsunterlagen. Diese gestatteten eine Bewerbung von Organisationen mit Sitz in der EU; zum Zeitpunkt der Veröffentlichung schloss dies aber auch Organisationen mit Sitz in Großbritannien ein. Die Klausel war während der Übergangsphase vom 01. Febraur bis 31. Dezember 2020 eingefügt worden, während der EU-Recht in Großbritannien noch Anwendung fand. Das Brexit-Rückzugsabkommen sieht in Verbindung mit dem mehrjährigen Finanzrahmen der Europäischen Union aber vor, dass solche Bewerbungen nicht länger zulässig sind; die Kommission sah sich daher veranlasst, das gesamte Ausschreibungsverfahren am 23. Februar 2021 abzubrechen. Der Neustart soll in naher Zukunft erfolgen, einen konkreten Termin nannte die Kommission nicht. All diesen Problemen zum Trotz gibt es derzeit kein Anzeichen dafür, dass die alte Registry EURid nicht auch die neue sein wird.

UDRP

Siegesgöttin Nike beschert Nike im Streit um nike.dev eine Niederlage

Der Sportschuhhersteller Nike sah seine Marke durch die Domain nike.dev verletzt und stürmte in ein UDRP-Verfahren. »Nike«, die griechische Göttin des Sieges, hatte aber anderes im Sinn, als sich hier geschlagen zu geben.

Der Sportbekleidungs- und -schuhhersteller Nike Innovate C.V. stört sich an der Domain nike.dev und sieht seine Markenrechte verletzt. Aus diesem Grunde startete er ein UDRP-Verfahren vor der World Intellectual Property Organization (WIPO). Neben den üblichen Argumenten ergänzte Nike in ihrem Vortrag, es gäbe keinen anderen möglichen glaubhaften und realistischen Grund zur Registrierung und Nutzung der Domain nike.dev, als Vorteile aus der eigenen Marke »NIKE« zu ziehen. Gegner des UDRP-Verfahrens war ein Privacy-Service des Registrars, über den die Domain am 23. Februar 2019 registriert wurde. Jedoch meldete sich der tatsächliche Inhaber der Domain per eMail im Vorfeld und teilte mit, mit der Domain nike.dev sei keinesfalls die Beschwerdeführerin gemeint, sondern vielmehr die griechische Gottheit Nike, Göttin des Sieges. Die Domain habe er zusammen mit den Domains bia.dev, zelos.dev und kratos.dev registriert, die jeweils auch griechische Gottheiten bezeichnen. Die Namen könne er sich gut merken, und .dev verstehe er als Kürzel für den Begriff »deva« (Gott), womit nike.dev wortwörtlich Siegesgöttin heiße. Einen Hinweis, der das kläre, habe er bereits am 29. November 2020 unter die sonst inhaltslose, aber für private technische Dinge bereits seit 25. Februar 2019 genutzte Domain gesetzt. Zur Entscheidung des Streitbeilegungsverfahrens wurde der Chicagoer Rechtsanwalt und Politikwissenschaftler mit Französischkenntnissen Robert A. Badgley berufen.

Badgley wies die Beschwerde von Nike ab, da diese aufgrund der ziemlich dünnen Faktenlage die Bösgläubigkeit des Gegners habe nicht nachweisen können (WIPO Case No. D2020-3067). Dass Domain und Marke identisch sind, tat Badgley mit zwei Sätzen ab. Und mit der Frage eines fehlenden Rechts oder berechtigten Interesses auf Seiten des Gegners hielt er sich nicht auf, sondern schwenkte gleich zur Frage der Bösgläubigkeit. Hier kam er zu dem Schluss, dass Nike die Bösgläubigkeit nicht nachgewiesen habe. Die Verteilung der Beweislast sei hier letztlich der entscheidende Faktor, da dies eine knappe Entscheidung sei. Der Gegner gäbe eine einfache Erklärung für seine Domain-Wahl. Sie sei nicht umfassend dargelegt, und einige Aspekte der Darstellung des Beklagten seien etwas zweifelhaft. Nichtsdestotrotz sei seine Erklärung ziemlich überzeugend, und er behaupte zu Recht, dass ein Domain-Name, der einer Marke gleicht, unter geeigneten Umständen für den persönlichen Gebrauch verwendet werden kann. Zudem habe er in den zwei Jahren, in denen er die Domain nutzt, sie nie zum Verkauf angeboten; auch die Website gäbe da keine Hinweise. Er könne bei der Faktenlage nicht auf Drängen der Beschwerdeführerin hin, die sich vor allem auf ihre berühmte Marke stützt, anders entscheiden. Er sähe unter Abwägung der Unterlagen und des Vorbringens der Parteien keine ausreichende Grundlage, an den Erklärung des Gegners, dass seine Motive ausschließlich persönlicher und nichtkommerzieller Natur sind, zu zweifeln. Im weiteren Verlauf zieht Badgley das Verfahren zum Streit um die Domain marlboro.party (WIPO Case-No. D2015-1128) heran, das ähnlich gelagert war, und macht im Sinne dieser Entscheidung darauf aufmerksam, dass auch Nike das UDRP-Verfahren wiederholen könne, soweit sich an der Faktenlage etwas in der Zukunft ändere. Damit wies er die Beschwerde von Nike ab. Die Domain bleibt beim Inhaber.

Wie Badgley in seiner Begründung festhält, ergäbe sich hier eine wichtige Erkenntnis: auch berühmte Marken wie Marlboro, Nike und auch Apple, die letztlich generische Begriffe sind, geben ihren Inhabern nicht notwendigerweise das Recht, alle Domain-Namen zu erlangen, die ausschließlich die berühmte Marke enthalten.

Auf das Domain-Recht spezialisierte Anwälte findet man auf Domain-Anwalt.de, einem Projekt der united-domains AG.

ccTLDs

.nl-Verwaltung lässt sich bei Domain-Überwachungsprogramm von Berater unterstützen

SIDN, Verwalterin der niederländischen Länderendung .nl, kooperiert künftig mit dem Beratungsunternehmen ICTRecht.

Die Juristen von ICTRecht sollen an die Arbeit des »Domain Name Surveillance Service« (DBS) anschließen, einem Überwachungsdienst für Typosquatting und Markenrechtsverletzungen. DBS überwacht vor allem neu registrierte Domains auf potentielle rechtliche Risiken, noch bevor sie aktiv erreichbar sind. Knapp dreihundert größere Organisationen nutzen den Dienst aktuell. Ihnen möchte SIDN mit ICTRecht einen optionalen »follow-up«-Service bieten. ICTRecht hat sich auf alle Rechtsthemen rund um das Internet und damit auch Domain-Namen spezialisiert. Bei den Kosten dieses Dienstes hält sich SIDN bedeckt und verweist auf individuelle Anfragen. Unklar ist zudem, ob sich andere Kanzleien und Beratungsunternehmen ohne weiteres mit dem Angebot einverstanden erklären, da die Registry an der Daten-Quelle sitzt und ICTRecht damit exklusive Mandate winken.

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