IPv6

IT-Experten fordern raschen Umstieg

Frohe Botschaft vom 2. deutschen IPv6-Kongress in Frankfurt: der Pool an zur Verfügung stehenden IP-Adressen wird zwar in Kürze erschöpft sein. Die Frage ist aber nicht mehr, ob mit IPv6 ein Nachfolgeprotokoll mit zahllosen neuen Adressen eingeführt wird, sondern wann. Und wie gut die IT-Verantwortlichen darauf vorbereitet sind.

Am 20. und 21. Mai 2010 fand in Frankfurt am Main der zweite deutsche IPv6-Kongress statt, veranstaltet von DE-CIX, heise Netze und iX. In technischen Vorträgen, Anwenderberichten und Tutorials konnten sich die Teilnehmer in kurzer Zeit einen Überblick über die Eckpunkte der IPv6-Migration verschaffen. Auf der Agenda standen zahlreiche Referate zum Thema IPv6, das als Nachfolgeprotokoll des derzeit noch meistgenutzten Protokolls IPv4 mit „340 Billionen Billionen Billionen“ neuen IP-Adressen für weiteres Wachstum im Internet sorgen soll. Zu den Teilnehmern zählten Vertreter des Bundesministeriums des Innern, der Deutschen Telekom AG sowie mehrerer Internet Service Provider; auch die deutsche Domain-Verwaltung DENIC eG war mit einem Vortrag zum Thema „IPv6 in der Realwelt – welche Rolle spielt das DNS?“ vertreten.

Trotz aller Diskussionen um den zwingend notwendigen Umstieg führt IPv6 bisher jedoch noch ein Mauerblümchendasein. Gerade zwei Promille des über den größten deutschen Internet-Knoten abgewickelten Datenverkehrs seien IPv6-Pakete, der Rest klassisches IPv4, so Frank Orlowski vom DE-CIX, meldet Heise Online. Doch die positiven Signale häufen sich: die Bundesregierung hat bereits fünf Quintillionen IP-Adressen für die öffentlichen Verwaltungen Deutschlands zugeteilt bekommen, und in Hamburg werden 150.000 VoIP-Anschlüsse auf IPv6-Basis eingerichtet.

Wie drängend der Umstieg ist, hat Rod Beckstrom, CEO der Internet-Verwaltung ICANN, nochmals verdeutlicht. Anlässlich der Einführung von vollständig internationalisierten Domain-Namen in Russland gab Beckstrom bekannt, dass noch etwa acht bis neun Prozent IPv4-Adressen zur Verfügung stehen. „Uns gehen die Adressen aus“, so Beckstrom wörtlich. John Curran, CEO der American Registry for Internet Numbers, sprach sogar von einem D-Day für Internet Service Provider; in spätestens 18 Monaten gäbe es keine IPv4-Adressen mehr, bereits jetzt lehnt man entsprechende Anfragen ab. Am Rande der FutureNet-Konferenz forderte er die ISPs daher auf, den Umstieg durch entsprechende Angebote an die Kunden zu beschleunigen: „Führen Sie IPv6 in den Zyklus Ihrer Produkte ein – und zwar so schnell wie möglich!“.

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