ICANN

Weg frei für Trillionen neuer Adressen

Mit einem Paukenschlag ging das Treffen der Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) im malaysischen Kuala Lumpur zu Ende: nach jahrelanger Debatte um die technische Notwendigkeit hat ICANN die ersten IPv6-Adressen in die Root Zone eingetragen und damit die Tür für »Trillionen neuer Adressen« geöffnet. Auch beim äusserst umstrittenen Budget näherte man sich an.

Jahrelang gab es hitzige Diskussionen, ob IP-Adressen tatsächlich knapp werden, und die derzeitige Internet Protocol Version 4 (IPv4) deshalb durch IPv6 abgelöst werden muss. Um den Bedürfnissen des ständig wachsenden Internets gerecht zu werden, hat ICANN einen Schlussstrich gezogen und sich für IPv6 entschieden. Rein theoretisch stehen jetzt 3,4 x 10 hoch 38 Adressen zur Verfügung – genug, um auch wirklich jeden Toaster mit dem Internet zu verbinden. Sowohl IPv4 als auch IPv6 laufen aber noch für einige Zeit parallel. Auch die für die Verwaltung von .de zuständige DENIC hat umgehend nachgelegt. Der schon seit Ende letzten Jahres mit einer IPv6-Adresse betriebene Nameserver (a.nic.de AAAA 2001:608:6::5) wird zukünftig unter dieser Adresse auch in der Root Zone zu finden sein. Die DENIC gehört damit zu den ersten Länderdomainverwaltern weltweit, die Nameserver mit den neuen Adressen zur Verfügung stellen.

Die im Vorfeld des Meetings heftig attackierte Verdopplung des Etats für das Finanzjahr 2004/2005 von derzeit US$ 8,7 Mio. auf fast US$ 16 Mio. wurde in Kuala Lumpur zwar formal verabschiedet; der ICANN-Vorsitzende Vint Cerf räumte jedoch ein, dass noch offen sei, wie das Geld eingetrieben werden könne. Das letzte Wort ist also noch nicht gesprochen.

Ebenfalls Thema war die Einführung neuer Top Level Domains. Derzeit nehmen ein technisches, ein juristisches sowie ein Finanzteam die zehn Bewerber, darunter Endungen wie .asia, .xxx oder .mobi, näher unter die Lupe. Eine endgültige Entscheidung soll voraussichtlich schon im Herbst 2004 fallen. Da jeder Bewerber, der die Bedingungen der Ausschreibung erfüllt, zugleich den Zuschlag erhalten soll, könnten unter Berücksichtigung der Doppelbewerbung um .tel rein theoretisch bis zu neun neue Domain-Endungen eingeführt werden. Da es sich jedoch wie bei .museum oder .aero ausschliesslich um sponsored TLDs handelt, die einer bestimmten Interessengruppe dienen und von dieser auch verwaltet werden, dürfte sich selbst in diesem Fall der Ansturm in Grenzen halten.

Mehr zu IPv6 finden man in der entsprechenden ICANN-Ankündigung.

Eine Auflistung aller Beschlüsse aus Kuala Lumpur findet sich hier.

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