UDRP

Rick Schwartz kämpft um queen.com

Domain-Investor und Domain-King Rick Schwartz findet im frühen Ruhestand keine Ruhe. Ständig registriert und verkauft er weiterhin Domains. Und nun machte ihm ein dänischer Blumenhändler auch noch die Domain queen.com streitig.

Die dänische Firma Knud Jepsen a/s vertreibt über ihre Domain queen.dk Kalanchoe, eine Blumenart aus tropischen Gebieten, ist also Blumenhändler. Aber die Firma ist auch Inhaberin mehrerer EU-Wort-/Bildmarken »queen«, deren älteste seit dem Jahr 2001 registriert ist, und seit November 2010 einer weiteren Wortmarke »queen«. Erst jetzt muss ihr – aus welchen Gründen auch immer – in den Sinn gekommen sein, mal zu schauen, ob sie nicht an die Domain queen.com gelangen könne. Sie strengte hierzu Anfang April 2017 ein UDRP-Verfahren bei der WIPO an (WIPO case D2017-0679).

Den Domain-Rentner Rick Schwartz, der die Adresse queen.com 1997 für US$ 2.500,– kaufte und seit vielen Jahre über die Domain auf Erwachsenen-Unterhaltung weiterleitet, ärgerte dies sehr. Denn er ist der Domain-King, als der er sich, nicht unberechtigterweise, bezeichnet, und will natürlich seine queen.com nicht sausen lassen. Wegen dieses – aus seiner Sicht – hinterhältigen und ohne Vorankündigung gestarteten bewaffneten Raubüberfalls (»attempted strong arm robbery«) des dänischen Blumenhändlers (der Däne habe ihn vorher nicht einmal angesprochen), ist der Domain-König nicht nur aufgebracht, er kündigte auch an, die Reputation des Dänen zu zerstören. Freilich kennt der King auch seine Reputation und erklärte Domain-Investor Konstantinos Zournas (onlinedomain.com):

I may not be a sympathetic figure with adult content. But THEFT is THEFT regardless of the form.

So wird der König seine zweifelhafte Königin nicht nur vor der World Intellectual Property Organization (WIPO) mit Zähnen und Klauen verteidigen sowie den Vorwurf des Reverse Domain Name Hijacking entgegenhalten, König Rick hat auch gleich die Domains frandsjepsen.com und frandsjepsensucks.com registriert – nur zu Informationszwecken, versteht sich.

Da schwebt ein Hauch Ironie des Schicksals mit im Streite. Rick Schwartz war auch einmal im Blumengeschäft: im Oktober 2006 anlässlich einer Auktion hatte er die Domain flowers.mobi für US$ 200.000,– dem Unternehmen 1-800-flowers vor der Nase weg ersteigert. Mit der Domain hatte er aber keinen Erfolg. Bei der slowakischen Domain-Börse Fusu verkaufte Schwartz deshalb später Anteile an der Domain an andere Domain-Investoren, womit zumindest er etwas von seiner Investition zurück bekam. Er handelte sich aber Ärger ein, als er – ohne die Anteilseigner zu fragen – die Domain flowers.mobi für lediglich US$ 6.500,– verkaufte. Und nun kommt ein Blumenhändler und verlangt die millionenschwere queen.com von ihm. Wer den Streit gewinnt, wird man in Kürze erfahren. Der Domain-King Rick Schwartz hat gute Aussichten auf Erfolg.

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