Oktober

The Merge Show mit der THEDomain Conference in Orlando

»Domains, Branding, Technology, Commerce« sind die Aspekte von »The Merge Show«, einer Gruppe von Konferenzen, die Mitte Oktober in Orlando (Florida, USA) stattfinden. Mit dabei ist auch die »THEDomains Conference«, die damit zum 3. Mal stattfindet.

The Merge Show, bei der Geschäft und Technologie zusammenkommen, findet vom 14. bis 18. Oktober 2017 in Orlando, im Bundesstaat Florida der USA statt. Hinter diesem neuen Format steht der wie immer unermüdliche Jothan Frakes (u.a. NamesCon) und Ray Dillman Neu (Mitbegründer der THEDomain Conference). Als Teil der verschiedenen Konferenzen, die da zusammenkommen, findet deshalb auch die THEDomains Konferenz statt, die vor zwei Jahren als Nachfolgerin der T.R.A.F.F.I.C. startete. Auf der THEDomains Conference treffen sich alle Zweige der Domain-Industrie: Domain-Bewertungsexperten, Domain-Broker, Registries, Registrare, Werbefachleute und weitere. THEDomain Conference ist aber nur eine von mehrere Veranstaltungen innerhalb The Merge Show. Es gibt daneben das Allegravita China Bootcamp, eine Blockchain Road Show, die CMS Summit, die Confluir und die McGrady Domain Academy von Domain-Recht Fachmann Paul McGrady. Weitere Aktivitäten und Networking-Gelegenheiten kommen noch hinzu. Als Keynote-Sprecher sind unter anderem Chris Disspain (ICANN), Jennifer C. Wolfe (CEO Dot Brand 360) angekündigt. Weitere Redner sind unter anderem Jeff Sass (.club), Jothan Frakes, Bill Sweetman (Name Ninja), Rolf Larsen (DotGlobal) und Ron Jackson (dnjournal.com).

The Merge Show findet vom 14. bis 18. Oktober 2017 in Marriott World Center, 8701 World Center Dr, Orlando, FL 32821 (USA) statt. Das Ticket für die gesamte Show kostet US$ 899,– nebst US$ 113,13 Gebühren und Steuern.

Domain-Handel

Trotz Warnung des SSAC sind Emoji-Domains im Handel gefragt

Im Mai 2017 hatte das »Security and Stability Advisory Committee« (SSAC) der Internet-Verwaltung ICANN vor »Emojis« in Domain-Namen gewarnt, da diese vor allem in Kurznachrichten beliebten Bild-Schriftzeichen erhebliche Sicherheitsrisiken in sich bergen. Jedoch finden Emoji-Domains immer wieder gut betuchte Käufer, wie der aktuelle Deal über das »Yin-Yang«-Emoji unter .com zeigt.

Domain-Investor Gregg Ostrick (GNO, Inc.) teilte vergangene Woche mit, die Domain ☯️.com (»Yin-Yang«-Emoji) zum Preis von US$ 11.201,– (ca. EUR 9.413,–) gekauft und sie in seine Kollektion von fünf weiteren Emoji-Domains aufgenommen zu haben. Dabei handelt es sich um den zweitteuersten bisher bekannten Emoji-Domain-Deal: Bereits im Dezember 2016 erzielte die Domain ☁.com (»Cloud«-Emoji) US$ 13.600,– (ca. EUR 12.710,–). Unter .com gibt es bisher lediglich 33 Emoji-Domains. Gregg Ostrick besitzt nun sechs davon: neben dem Yin-Yang-Zeichen auch ein Uhr-Emoji, ein Flugzeug-Emoji, ein Schneeflocken-Emoji, ein Schneemann-Emoji sowie ein Keyboard-Emoji:

  • ✈️.com
  • ⌚.com
  • ☃️.com
  • ❄️.com
  • ⌨️.com
  • ☯️.com

Derzeit kann man keine Emoji-Domains unter .com registrieren. Möglich war das für kurze Zeit in 2001, als mit der Internationalisierung der Domain-Registrierung auf Grundlage des Punycodes Domain-Namen mit zum Beispiel Umlauten verfügbar wurden. Damals registrierte Ostrick seine fünf Emoji-Domains, die seinerzeit noch »Dingbats«-Domains genannt wurden. Emoji-Domains lassen sich zur Zeit laut Wikipedia unter .ws, .tk, .to, .ml, .ga, .cf und .gq registrieren.

In der Domain-Investorenwelt ist man geteilter Meinung hinsichtlich des Sinns und des Werts solcher Domains. Einige halten die Investition in Emoji-Domains für rausgeschmissenes Geld. Andere sehen Möglichkeiten aufgrund der Nutzung von Mobilgeräten, die die Eingabe von Emojis in die Adresszeile des Internetbrowsers und den Aufruf der gewünschten Domain kinderleicht machen. Für Domain-Investoren sind Emoji-Domains im Hinblick auf die Abgrenzungsmöglichkeiten zu Domains mit Schriftzeichen von Interesse und Wert. Man kann sogar Vergleiche zu chinesischen, japanischen und anderen Schriftzeichen ziehen, die mit einem Zeichen ein ganzen Wort erfassen.

Nichtsdestotrotz bleibt die Warnung des SSAC auf lange Sicht aktuell: Emoji-Domains sind vor allem problematisch, da identische Emojis in unterschiedlichen Applikationen verschieden dargestellt werden. Für das Emoji „Smileys & People / face-positive“ stellte SSAC allein in Apple-Produkten über 20 zwar ähnlich aussehende, aber verschiedene Darstellungen fest. Im Rahmen der Kommunikation per Kurznachricht mag das egal sein, innerhalb einer Domain würde aber jedes Emoji zu einer anderen Adresse führen und so Verwirrung stiften. Erschwert wird eine eindeutige Identifizierung auch durch die Verwendung verschiedener, aber ähnlicher Hautfarben in einem Emoji. So dürfte der praktische Nutzen von Emoji-Domains von den möglichen Risiken deutlich eingeschränkt werden, was sich auch in ihrem Preis abzeichnen wird.

nTLDs

.build Registry in finanziellen Schwierigkeiten

Plan Bee LLC, die im kalifornischen Santa Monica ansässige Verwalterin der neuen Top Level Domain .build, hat Ärger mit dem Finanzamt.

Wie onlinedomain.com berichtet, haben sowohl das California Secretary of State als auch das Franchise Tax Board den Geschäftsbetrieb suspendiert. Auslöser sollen Versäumnisse bei der Abgabe von Steuerunterlagen sein. Damit ist es der Registry derzeit untersagt, Geschäfte in Kalifornien zu betreiben. Seit wann diese Anordnung gilt, ist unklar; ICANN hat offiziell bisher nicht reagiert. Welche Auswirkungen das auf Domain-Registrierungen unter .build hat, ist ebenfalls nicht klar; seit ihrem Start in die Live-Phase am 29. April 2014 hat die Registry aber nur überschaubare 3.800 Domain-Namen eingesammelt. Ausser .build verwaltet Plan Bee LLC keine weiteren Top Level Domains.

nTLDs

Amazon drängt auf unverzügliche Einführung von .amazon

Amazon EU S.à.r.l., einzige Bewerberin um die neue globale Top Level Domain .amazon, erhöht den Druck: Anfang September 2017 forderte der Online-Händler die Internetverwaltung ICANN dazu auf, die Endung nach inzwischen fünfjähriger Prüfung unverzüglich einzuführen.

Der 11. Juli 2017 hauchte der Bewerbung von Amazon neues Leben ein. An diesem Tag urteilte das Independent Review Panel, dass sich das »New gTLD Program Committee« (NGPC) von ICANN bei seiner Prüfung nicht alleine auf eine – die Bewerbung ablehnende – Konsensempfehlung des ICANN-Regierungsbeirates Government Advisory Committee (GAC) hätte verlassen dürfen. Das Schiedsgericht verpflichtete ICANN deshalb dazu, die Bewerbung im Lichte dieser Entscheidung unverzüglich nochmals zu prüfen, und im Rahmen einer objektiven und unabhängigen Bewertung zu beachten, ob es eine fakten- und wertebasierte Begründung gibt, Amazon den Zuschlag für .amazon zu versagen. Das 67seitige Urteil des Independent Review Panel fiel mit 2:1 Stimmen allerdings denkbar knapp aus. Das mag einer der Gründe sein, warum ICANN über das weitere Vorgehen noch nicht entschieden hat.

Doch Amazon dauert das alles viel zu lange. In einem Schreiben vom 7. September 2017 forderten Scott Hayden und Brian Huseman, beide Vice President bei Amazon, die Netzverwaltung dazu auf, der Bewerbung unverzüglich grünes Licht zu geben. Zum wiederholten Mal betont das US-Unternehmen, dass es keinen anerkannten Grund gebe, die Bewerbung zu blockieren. Soweit vor allem Brasilien und Peru behauptet hätten, dass „Amazon“ zu den geographischen Begriffen gehört, die nach den Regelungen im Bewerberhandbuch besonderen Schutz genießen, habe dies das Independent Review Panel eingehend geprüft und verneint. In den letzten fünf Jahren habe man diesen Ländern immer wieder signalisiert, gemeinsam an einer gütlichen Lösung arbeiten zu wollen, was jedoch abgelehnt worden sei. Schließlich sei es jetzt für ICANN an der Zeit, die IANA-Transition ernst zu nehmen und zu zeigen, dass man der Multistakeholder-Community verpflichtet sei – und nicht den Regierungen, die eine Einführung von .amazon verhindern wollen. Wenn in Zukunft ein negatives GAC-Votum dazu führt, dass eine Bewerbung zurückgewiesen wird, könne gar kein Bewerber mehr eine Prognose über den Ausgang des Prüfungsverfahrens wagen. »It is now time for the Board to approve the .AMAZON Applications«, so Hayden und Huseman.

Möglicherweise bietet ein Workshop in Montevideo die geeignete Plattform, um über das weitere Schicksal der Bewerbung zu entscheiden. Am 22. und 23. September 2017 trifft sich der ICANN-Vorstand in Uruguay, um über die GAC-Empfehlungen des letzten ICANN-Meetings in Johannesburg zu beschliessen. Zumindest hat Amazon nochmals klar gemacht, nicht nachzugeben und auch nicht den Weg zu gehen, den die US-Bekleidungsfirma Patagonia Inc. gegangen ist: nach Protesten von Argentinien und Chile um die politisch nicht definierte Region Patagonien zog das Unternehmen seine Bewerbung um .patagonia freiwillig zurück.

TLDs

Auswirkungen des atlantischen Hurrikan Irma auf die Domain-Industrie

Hurrikan Irma, der stärkste atlantische Hurrikan außerhalb des Golfs von Mexiko und des Karibischen Meeres seit Anbeginn der Aufzeichnungen des National Hurricane Centers im Jahr 1898, hat auch im Domain Name System seine Spuren hinterlassen.

Nach Angaben der .club-Verwalterin .CLUB Domains LLC wurde deren Hauptquartier in Fort Lauderdale schwer beschädigt. Unter anderem wurde das Dach in weiten Teilen abgetragen, so dass der Innenraum dem Regen ausgesetzt und zerstört wurde. Die 17 Mitarbeiter blieben alle verschont. Das gilt auch für die Technik; da alle Server und das technische Back-End vom US-Bundesstaat Virginia aus betrieben werden, blieb der Registrierungsbetrieb unbehelligt. Allerdings müsse man sich jetzt ein Ausweichquartier suchen. Von Irma heftiger erwischt wurde dagegen .ai, die Landesendung von Anguilla. Da der Strom ausgefallen ist, sind einige Registry-Funktionen wie zum Beispiel Neuregistrierungen und Transfers nur eingeschränkt möglich. An der Wiederherstellung wird jedoch bereits intensiv gearbeitet.

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