ccTLDs

AFNIC legt Jahresbericht für .fr vor

AFNIC, Verwalterin der französischen Länderendung .fr, hat ihren Jahresbericht 2015 veröffentlicht.

Demnach begann man das Jahr mit 2.853.406 Domains und konnte in der Folge um 3,2 Prozent zulegen. Damit hat man die fünf Prozent aus dem Jahr 2014 nicht mehr erreicht, liegt jedoch über dem Schnitt anderer europäischer Endungen von 2,7 Prozent. Die »renewal quote« blieb mit 81,7 Prozent nahezu konstant hoch. Erfreulich ist ausserdem, dass die Produktionskosten je .fr-Domain von EUR 3,60 auf EUR 3,50 sanken. Stolz zeigt sich AFNIC, dass sämtliche 14 in eigener Verwaltung befindlichen nTLDs wie .ovh, .paris und .bzh inzwischen online sind, auch wenn die Registrierungszahlen aktuell noch unter den Erwartungen liegen. Der gesamte Report in englischer Sprache mit diesen und weiteren Details kann ab sofort kostenlos heruntergeladen werden.

DNSSEC

ICANN bereitet den Tausch der DNSSEC-Schlüssel vor

Die Internet-Verwaltung ICANN hat mit der Vorbereitung für den Tausch des DNSSEC-Schlüssels begonnen: ab Oktober 2016 startet die Generierung des neuen »key signing key« (KSK). Abgeschlossen sein wird das gesamte Verfahren jedoch erst im März 2018.

Seit 2010 arbeiten die 13 Root-Nameserver des Domain Name Systems mit den »Domain Name System Security Extensions« (DNSSEC). Dabei handelt es sich um eine Reihe von Internetstandards, die das Domain Name System um Sicherheitsmechanismen zur Gewährleistung der Authentizität und Integrität erweitern. DNSSEC hilft insbesondere sicherzustellen, dass zu einer angefragten Domain die hinterlegte IP-Adresse zurückgeliefert wird. Dazu überprüft DNSSEC die Daten anhand von kryptografisch gesicherten Signaturen, die über die zu schützenden Daten errechnet und zusammen mit den Daten an den Client übertragen werden. Um digitale Signaturen zu erstellen, wird ein Schlüsselpaar generiert, das aus einem privaten und einem öffentlichen Schlüssel besteht. Der private Teil ist dabei geheim und nur dem Besitzer bekannt. Der öffentliche Teil wird im DNS publiziert, und mit ihm kann eine Unterschrift, die mit dem privaten Schlüssel signiert wurde, überprüft und validiert werden. Die öffentliche Teil wird nun erstmals ausgetauscht.

Das Verfahren für den Schlüsseltausch ist vergleichsweise komplex und verteilt sich auf acht Phasen. Im ersten Schritt wird am 27. Oktober 2016 der neue »KSK-2017« an der US-Ostküste von ICANN generiert. Im Februar 2017 ist er »operationally ready«, eine Kopie wird sodann im Februar 2017 an die US-Westküste weitergeleitet. Am 11. Juli 2017 erscheint der neue Schlüssel zum ersten Mal in der Root Zone, um am 11. Oktober 2017 ebenfalls zum ersten Mal die Root Zone zu signieren. Dies gilt als einer der heikelsten Zeitpunkte; im schlimmsten Fall lösen DNSSEC-signierte Top Level Domains nicht mehr auf und wären dann folglich nicht mehr erreichbar. Daher wird der alte, »KSK-2010« genannten Schlüssel erst am 22. März 2018 aus der Root Zone entfernt; seine endgültige Löschung erfolgt erst im August 2018. Im Notfall wäre es also möglich, vom »KSK-2017« auf den bisher verwendeten Schlüssel »KSK-2010« zurückzuwechseln.

ICANN-CTO David Conrad betonte, dass jeder, der seine Hardware bereits korrekt konfiguriert hat, nichts weiter tun muss. Allerdings sei DNSSEC noch relativ neu und die neue Software nicht wirklich getestet; daher wolle man die Öffentlichkeit rechtzeitig über die bevorstehenden Änderungen informieren, um sich so darauf einstellen zu können. Dies sei auch ein Grund, weshalb sich das gesamte Verfahren vergleichsweise lange hinziehe. In absoluten Zahlen gibt es aktuell noch wenige Domains, die mit DNSSEC signiert sind; allerdings wird für die Zukunft ein rapider Anstieg erwartet.

ccTLDs

Irische Registry IEDR erwägt Öffnung von .ie für den Domain-Markt

Gute Nachricht für Domain-Händler: die irische Domain-Registry IE Domain Registry Limited (IEDR) bereitet neue Vergaberegeln vor, die einen privaten Verkauf von .ie-Domains möglich machen würden.

Aktuell ist eine Weiterveräußerung von bereits registrierten .ie-Domains strikt untersagt; IEDR hat sich sogar das Recht vorbehalten, .ie-Domains zu löschen, die zum Verkauf angeboten werden oder verkauft wurden. Das ist nicht mehr zeitgemäß; zumindest Privatverkäufe sollen nach Maßgabe einer neuen »secondary market-«Policy zulässig sein. Der Erwerber muss jedoch zur Registrierung von .ie-Domains berechtigt sein, insbesondere also eine nachprüfbare Verbindung zu Irland vorweisen können. Details will IEDR erst nach einer Befragung der Öffentlichkeit bekanntgeben, die noch bis zum 16. August 2016 andauert; eMails nimmt IEDR unter aftermarket-consult@iedr.ie entgegen. Bis wann diese neue »secondary market-« eingeführt wird, ist derzeit noch offen.

nTLDs

Ruby Glen LLC (Donuts) klagt auf Verlegung der .web-Auktion

Der Wettstreit um die neue Top Level Domain .web landet vor Gericht: mit einer gegen ICANN gerichteten Klage will die Donuts-Tochter Ruby Glen LLC in praktisch letzter Minute verhindern, dass die für 27. Juli 2016 angesetzte »auction of last resort« stattfindet. Zuvor waren bereits die Schlund Technologies GmbH als auch Radix FZC mit Verlegungsanträgen gescheitert.

Bereits seit mehreren Monaten weist der Auktionskalenders der Internet-Verwaltung ICANN den 27. Juli 2016 als jenen Tag aus, an dem mit .web eine der attraktivsten Endungen aus dem nTLD-Programm meistbietend versteigert werden soll. Unmittelbar vor diesem Termin überschlagen sich jedoch die Ereignisse: Am 11. Juli 2016 wandten sich Thomas Mörz, Geschäftsführer der in Regensburg ansässigen Schlund Technologies GmbH, als auch Brijesh Joshi, Director bei Radix FZC, an ICANN und baten um die Verlegung des Termins. Beide gehen davon aus, dass sich die Gesellschafter- bzw. Geschäftsführungsverhältnisse beim Mitbewerber Nu Dot Co LLC geändert haben könnten und ein unbekannter, aber finanzstarker Dritter wie zum Beispiel VeriSign oder Neustar das Ruder bei Nu Dot Co übernommen hat. Das »Board Governance Committee« von ICANN schloss sich dieser Vermutung aber nicht an; auf Nachfrage habe Nu Dot Co erklärt:

[n]either the ownership nor the control of Nu Dotco, LLC has changed since we filed our application.

Folglich wies man den Verlegungsantrag am 21. Juli 2016 zurück.

Doch damit will sich nun die zu Donuts gehörende Ruby Glen LLC nicht zufrieden geben. Über die Kanzlei Cozen O’Connor erhob man am 22. Juli 2016 Klage zum »District court for the central district of california« gegen ICANN. In einer 30-seitigen Klageschrift erhebt Ruby Glen diverse Vorwürfe, darunter Vertragsverletzung und unlauteren Wettbewerb. Den Kern der Klage bilden dabei Vorwürfe, wie sie zuvor auch Schlund und Radix geäussert haben. So sei Nicolai Bezsonoff, der in der Bewerbung noch als »secondary contact, manager and COO« gelistet gewesen sei, inzwischen bei Nu Dot Co ausgeschieden; außerdem gebe es Hinweise, dass der Vorstand von Nu Dot Co um »several others« erweitert wurde. Schließlich habe Nu Dot Co erklärt, vor geschäftlichen Entscheidungen mit den »powers that be« sprechen zu müssen, was ebenfalls auf einen Führungswechsel hinweise. Es gäbe somit Änderungen gegenüber den Angaben in der Bewerbung, welche nicht offengelegt worden seien. Eine Einschaltung des Ombudsman von ICANN habe ebenfalls zu keinem Ergebnis geführt. Vor diesem Hintergrund begehrt Ruby Glen eine gerichtliche Anordung, die ICANN dazu verpflichtet, die Auktion zu verlegen. Ausserdem möchte man Schadensersatz für erlittene und künftige Verluste, die Ruby Glen mit mindestens US$ 10 Mio. beziffert.

ICANN hat sich zu der Klage bisher nicht geäußert. Der letzte Eintrag zu .web datiert auf den 22. Juli 2016; an diesem Tag gab ICANN bekannt, dass die Auktion planmäßig am 27. Juli 2016 stattfindet. Bestätigte Hinweise darauf, dass Nu Dot Co gegenüber ICANN die Unwahrheit gesagt haben könnte, gibt es aktuell ebenfalls nicht. Spätestens am 27. Juli 2016 wissen wir allerdings mehr.

Branchentreffen

Münchner Domain-Stammtisch trifft sich am Samstag im Biergarten Hirschgarten

Aus gegebenen Anlass erinnern wir an den Münchner Domain-Stammtisch mit Tobias Sattler und Jochen Kieler am kommenden Samstag, 30. Juli 2016 im großen Biergarten Hirschgarten. Noch kann man sich zu dem Klassentreffen der Domain-Szene anmelden.

Der Münchner Domain-Stammtisch ist als loses Treffen der Domain-Branche konzipiert, dessen Teilnehmer über die guten alten Zeiten, aber auch die Zukunft des Internets und der Domains plaudern werden. Neben den Organisatoren Tobias Sattler (CIO united-domains AG) und Jochen Kieler (CBDO, Key-Systems) des Münchner Domain-Stammtischs kommen unter anderem Stefan Meinecke (CEO GreenSec), Andreas Schreiner (CEO InterNetWire), Kathrin Hares (Key-Systems) und Stefan Panten (Ascio).

Der Münchner Domain-Stammtisch startet am 30. Juli 2016 um 11:00 Uhr und findet im großen Biergarten Hirschgarten, Neuhausen-Nymphenburg, Hirschgarten 1, 80639 München statt. Die Teilnahme am Event ist kostenlos. Die Teilnehmerzahl ist jedoch auf 20 beschränkt, eine Anmeldung ist erforderlich. Für Essen und Getränke muss jeder Teilnehmer selbst aufkommen.

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