Den Haag

2. brandsand.domains-Konferenz im Oktober 2017

Dietmar Stefitz, der langjährige Organisator von Domaining Europe, hat seit Ende 2016 ein neues Eisen im Feuer: Brands and Domains (brandsand.domains). Im Oktober 2017 findet die Veranstaltung zum zweiten Male statt. Mittlerweile liegt die Agenda vor.

Zur 2. Brandsand.Domains-Konferenz lädt Dietmar Stefitz am 01. und 02. Oktober 2017 nach Den Haag (Niederlande). Diese Konferenz will die Möglichkeiten der Teilnahme als Bewerber an der kommenden neuen Einführungsrunde von nTLDs ausloten. So weist die Agenda für 2017 eine Keynote von Georges-Edouard Dias (Quantstreams) aus, der davon ausgeht, dass der Kunde auf der Jagd nach Marken ist und Marken gastfreundlich werden müssen. Nach einem Panel mit unter anderem Akram Atallah (ICANN) zum Blick von ICANN auf Markenendungen (.brands) wird die Zukunft der Nutzerperspektive durch Browser, Soziale Medien und Domain-Namen erörtert. Im Laufe des ersten Arbeitstages der Veranstaltunf gibt es darüber hinaus weitere Panels, die sich mit der Zukunft von .brands beschäftigen. Am zweiten Arbeitstag schafft unter anderem Tony Kirsch einen Überblick über die bestehenden .brands, und was die Unternehmen daraus machen. Das bringt dann auch die Frage nach SEO auf, die in mehreren Sessions behandelt wird. Die Konferenz endet nach einer Zusammenfassung mit der Möglichkeit, in Ruhe noch Kontakte zu knüpfen und zu vertiefen. Als Sprecher sind neben den bereits genannten unter anderem Katrin Ohlmer (DOTZON), Rechtsanwalt Thomas Rickert (eco) und Erika Mann angekündigt.

Die 2. Brandsand.Domains Konferenz findet am 02. und 03. Oktober 2017 im Grand Hotel Amrâth Kurhaus, Gevers Deynootplein 30, 2586 CK Den Haag, Niederlande statt. Das Standardticket kostet EUR 300,–.

ccTLDs

Kongos Telekommunikationsminister will DNS-Änderung für .cd

Die Demokratische Republik Kongo bemüht sich um Änderungen an den Nameservern für die landeseigene Top Level Domain .cd.

Das geht aus einem Schreiben von ICANN-CEO Göran Marby an Minister Emery Okunji Ndjovu hervor, das ICANN am 02. August 2017 veröffentlicht hat. Technische Gründe haben allerdings dazu geführt, dass die Änderung bisher nicht umgesetzt wurde. Zu den konkreten Hintergründen dieses Änderungswunsches schweigt sich Marby aus; er deutet lediglich an, dass es offenbar Streit um die Verwaltung von .cd gibt. Aktuell wird .cd von CDNIC (Congolese Network Information Centre) verwaltet. Technisch gesehen, steckt .cd noch in den Kinderschuhen; auch die Zahl der akkreditierten Registrare ist überschaubar. Gut möglich, dass es der Regierung des Kongos darum geht, das Potential von .cd besser auszuschöpfen. Im Internet wurde .cd lange Zeit als Abkürzung für »Compact Disc« vermarktet, vereinzelt in Anlehnung an »Corps Diplomatique« auch als Diplomaten-Domain.

Domain-Handel

Domaining 2017 versus Domaining 2007

Eine der populären Fragen unter Domainern ist, wer die leichtere Zeit hatte beim Domaining. Raymond Hackney fragte im Branchenblog thedomains.com, ob es heutzutage härter ist, Domains zu verkaufen als vor zehn Jahren. Die Meinungen gehen auseinander.

Hackney knüpft an Rick Schwartz an, der vor kurzem auf Twitter mitgeteilt hatte, dass es in den frühen Jahren des Domainings härter gewesen sei als heute: Damals war das Internet noch neu und die Euphorie groß. Aber für Domainer gab es noch keine Regeln und keine Verkaufsbörsen. Für Schwartz war es ein großartiges, unbekanntes Risiko. Vor 20 Jahren war das Internet neu, man wusste noch nicht viel darüber und noch weniger über den Verkauf von Domains. Und wie sah es vor zehn Jahren aus: 2007 war bekannt, wie man Domains kauft und verkauft, es gab Domain-Handelsplätze und es gab lukratives Domain-Parking. Doch heute sieht es nicht mehr so rosig aus. Google ist auf der Suche nach Inhalten beherrschend, Domain-Parking bringt nicht mehr so viel ein, die neuen Top Level Domains bieten Ausweichmöglichkeiten bei der Domain-Wahl, Social-Media ist populär und macht in vielen Fällen Domains überflüssig. Hackney zitiert Domain-Investor Jim Holleran, der versichert, dass es heute viel schwieriger wäre als 2007. Damals konnte man allein vom Domain-Parking leben. Aus seiner Sicht ist Google der wesentliche Grund, warum es heute schwieriger geworden ist. Nachdem Chinesen Ende 2015 eine kurze Blüte getrieben haben, gehe es nur noch bergab. Die neuen Endungen haben die Domain-Industrie vergiftet, meint Holleran weiter. Endkunden zu überzeugen sei heute härter als früher. Viele denken, Facebook oder andere Social-Media Accounts seien alles, was sie bräuchten. Hoffnung gehe aktuell noch vom Spanisch sprechenden .com-Markt und von Indien aus.

Kommentatoren des Artikels von Hackney blicken in das Jahr 2007 zurück, als man noch leicht gute Zwei-Wörter-Domains hat registrieren können und per Drop-Catch für wenig Geld ebenfalls gute Domains erstehen konnte. Man musste auch nicht mit den Chinesen bei Kurzdomains konkurrieren. Mit zu den Faktoren des Niedergangs gehören auch Mobilgeräte, Apps und künstliche Intelligenz (Amazon Echo). Jedoch gibt es auch Gegenstimmen, die sich erinnern, dass schon 2007 gesagt wurde, der Domaining-Zug sei abgefahren. Und doch konnte man noch einsteigen und sehr gute Geschäfte machen – wie heute auch. Zudem war es damals mit den Käufen schwieriger, da Domainer nicht gezwungen waren, ihre Domains an den Mann zu bringen. Mit dem Banken-Crash 2008 wurde viele zum Verkauf sehr guter Domains gezwungen, und man konnte gute Geschäfte machen.

Doch ein Ende des Investierens in Domains ist lange noch nicht abzusehen. Domainer untereinander sorgten früher für den regen Handel, weil sie aufgrund der Parking-Gewinne liquide waren. Jetzt, wo diese Geschäfte zurückgehen, müssen sie sich anstrengen und Domains an Endkunden verkaufen oder selber entwickeln. Das macht das Geschäft sicher härter, sorgt aber gleichzeitig für die Zukunft: denn nichts beflügelt die Nachfrage nach Domains mehr als Domains, die auch wirklich von Endkunden genutzt werden.

ccTLDs

Salomonen-Endung .sb ermöglicht Registrierung von Zwei-Zeichen-Domains für jedermann

Der in der Südsee gelegene Inselstaat der Salomonen soll am 04. August 2017 die Registrierung von Ein- und Zwei-Zeichen-Domain-Namen unterhalb der Landesendung .sb freigegeben haben.

Das geht aus einer Meldung von Com Laude, einem in London ansässigen Portfolio-Manager hervor. Auf der Website der Registry Solomon Telekom Company Limited findet sich aktuell keine offizielle Bestätigung; die letzte Meldung stammt dort allerdings aus dem Februar 2016. Trifft der Bericht von Com Laude zu, ginge die Liberalisierung sehr weit: gestattet wäre sowohl die Registrierung von kurzen Zeichen- als auch Ziffern-Domains, und zwar unter allen offiziellen Endungen wie .sb, .com.sb, .net.sb und .org .sb. Vergabebeschränkungen, also zum Beispiel das Erfordernis eines Sitzes vor Ort, gibt es nicht; sie stehen also jedermann zur Registrierung offen. Die Registry betrachtet alle .sb-Domains allerdings bis auf weiteres als »Bewerbung«; sie werden händisch geprüft und im Einzelfall von der Registrierung ausgeschlossen.

gTLDs

ICANN legt Missbrauchsbericht der CCTRT über den DNS-Missbrauch unter gTLDs vor

Die Internet-Verwaltung ICANN hat vor wenigen Tagen den Report »Statistical Analysis of DNS Abuse in gTLDs« vorgestellt. Angeleitet vom »Competition, Consumer Trust and Consumer Choice Review Team« (CCTRT), lässt er die neuen Top Level Domains nicht immer in gutem Licht erscheinen.

Im Mittelpunkt der Studie, die von der .nl-Registry SIDN in Zusammenarbeit mit der Delft University of Technology erstellt wurde, steht der Vergleich missbräuchlicher Arten einer Domain-Nutzung wie Spam, Phishing und Malware unter »legacy TLDs« wie .com oder .net und den neu eingeführten Domain-Endungen. Bedauerlicherweise liest sich der 32seitige Report eher sperrig. Dazu trägt vor allem der mathematisch-statistische Ansatz dieser Untersuchung bei, der Informationen aus verschiedenen Quellen wie Blacklists (z.B. von Spamhaus oder der Anti-Phishing Working Group), Zone Files oder WHOIS-Daten kombiniert. So ermittelt er beispielsweise für die alten generischen Endungen eine »spam-domains-per-10,000 rate« von 56,9, für die nTLDs dagegen von 526,6.

Die Schlüsselergebnisse dieses Reports fasst ICANN wie folgt zusammen:

  • die Zahl der kompromittierten ("gehackten") Domain-Namen erscheint bei den »legacy TLDs« höher zu sein
  • die Zahl der böswillig registrierten Domains erscheint dagegen bei den nTLDs höher zu sein
  • wenig überraschend reduzieren Registrierungsbeschränkungen den Anteil missbräuchlich genutzter Domains
  • in absoluten Zahlen ist der Anteil missbräuchlich genutzter Domains bei den »legacy TLDs« konstant, während bei den neuen Endungen ein Aufwärtstrend festzustellen ist
  • Privacy- und Proxy-Dienste führen nicht zu einem signifikanten Anstieg von Missbrauch

ICANN hat den Report bis 19. September 2017 zur öffentlichen Stellungnahme online bereitgestellt. Im Anschluss wird das CCTRT die eingegangenen Kommentare auswerten und in den Schlussbericht einarbeiten, der dem ICANN-Vorstand bis 06. Oktober 2017 vorgelegt werden soll. Die Öffentlichkeit gibt sich derzeit jedoch zurückhaltend – bisher sind keine Kommentare eingegangen.

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