nTLDs

Erfolgreichste neue Endung bei Alexa ist .online

DotOnline Inc., zur indischen Radix FZC gehörende Registry der neuen Top Level Domain .online, sieht sich als Nr. 1 unter den neuen Domain-Endungen.

Als Maßstab gilt dabei nicht die Anzahl der Registrierungen; dort liegt .online mit etwas über 52.000 Domains nur auf Platz 10 der nTLD-Rangliste. DotOnline gibt dagegen dem Online-Dienst Alexa den Vorrang. Das Unternehmen Alexa Internet Inc. ist ein Tochterunternehmen von Amazon.com und wertet mit dem so genannten »Alexa-Rank« nach Angaben von Wikipedia Websites nach der Art ihrer Anwahl in dem Sinne, ob diese direkt oder über ähnliche Seiten angewählt werden. Hier führe .online die »1-Million«-Liste von Alexa an: mehr als 3.150 Domains mit der Endung .online sind darin vertreten, mehr als jede andere nTLD. Ausserdem sei .online die bekannteste neue Endung in Europa, führend in Frankreich, Deutschland und Polen. Der Vollständigkeit halber sollte man bedenken: der Alexa-Rank beschreibt eine nicht repräsentative Stichprobe; ebenso wie Registrierungszahlen sind sie also nur ein Faktor, um den Erfolg einer nTLD festzustellen.

Statistik

.com verliert eine halbe Millionen Registrierungen

So trüb und trist wie das Wetter war es im November auch bei .com und .net: die beiden wichtigsten generischen Domain-Endungen der Welt haben deutlich an Registrierungen verloren. Dafür weiss mit .al eine Länderendung die Herzen zu erwärmen.

Nicht wenige waren erstaunt, als VeriSign-CEO Jim Bidzos im November anlässlich einer Investorenkonferenz bekanntgab, davon auszugehen, dass am Ende des vierten Quartals 2016 weniger Domain-Namen unter .com und .net registriert sind als zu dessen Beginn. Und die Ankündigung scheint sich zu bestätigen: in den vergangenen vier Wochen musste .com Nettoverlust von 454.035 Domains einstecken, bei .net waren es immerhin 150.804 Adressen. Eine offizielle Begründung gibt es von VeriSign dafür aktuell nicht, aber zumindest deutet sich an, dass die Verluste nicht nur auf das Konto von .net gehen, sondern auch .com betrifft – eine TLD, für die es lange Jahre praktisch keine Begrenzung nach oben gab. Ein schwacher Trost mag sein, dass neben .com und .net auch .org und .info deutlich bluten müssen. Ob es sich nur um einen Vorweihnachtsblues oder eine anhaltende Entwicklung handelt, werden wir zum Jahreswechsel sehen.

So gar nicht besinnlich ging es in den Novemberwochen im Lager der nTLDs zu. Bei zusammen 1.184 delegierten Endungen sind zum 1. Dezember 2016 insgesamt 26.803.748 Domains registriert. Die Rangliste führt, wie nicht anders zu erwarten, unverändert .xyz mit 6.677.594 Domains an, ein Anstieg von 117.266 Domain-Namen gegen über dem Vormonat. Auf den Plätzen folgen ebenfalls unverändert .top mit 4.721.164 sowie .win mit 1.296.321 Domains. Überflieger des Monats ist aber ohne Zweifel .kiwi: die Konkurrentin zur neuseeländischen Länderendung .nz notierte am 1. November 2016 noch bei 10.516 Domains, nur einen Monat später sind es 187.252. Gründe für den enormen Anstieg wurden bisher nicht bekannt, zumal .kiwi bereits seit dem 1. Mai 2014 von jedermann weltweit registriert werden kann. Der Registry Dot Kiwi Ltd. wird es egal sei: sie ist aktuell vor .nyc (72.575) sowie .berlin (57.565) die erfolgreichste GeoTLDs unter den neuen Endungen.

Abschließen wollen wir dieses Monat mit einem Blick nach Albanien. Von dort meldet die Electronic and Postal Communications Authority (AKEP), dass im November 2016 erstmals mehr als 20.000 Domains unterhalb der Landesendung .al einschließlich aller offiziellen Subdomains wie .com.al oder .net.al registriert waren. Im Jahr 2015 verzeichnete .al nur 5.466 registrierte Domains, so dass der Anstieg durchaus beachtlich ist. Von einer massenmarkttauglichen Domain-Vergabe ist Albanien allerdings noch weit entfernt: wer die Registry-Website aufruft, um eine Domain zu registrieren, muss erst ein .pdf-Dokument herunterladen, ausfüllen und dann per Fax, eMail oder per Post zurücksenden.

Die aktuellen Domain-Zahlen:

.de16.152.228(Vergleich zum Vormonat:+ 12.931)
.at1.271.994(Vergleich zum Vormonat:+ 1.052)
.com128.165.193(Vergleich zum Vormonat:– 454.035)
.net15.797.743(Vergleich zum Vormonat:– 150.804)
.org10.652.689(Vergleich zum Vormonat:– 156.514)
.info5.474.670(Vergleich zum Vormonat:– 29.313)
.biz2.297.446(Vergleich zum Vormonat:+ 10.461)
.eu3.717.116(Vergleich zum Vormonat:– 8.978)

(Stand 1. Dezember 2016)

München

3. Domain-Stammtisch München am 06. Mai 2017

Kommenden Mai ist viel los in der Domain-Welt: Auf ICANNs Global Domain Divition (GDD) hatten wir bereits hingewiesen (ohne ein genaues Datum im Mai 2017 benennen zu können). Ebenfalls im Mai 2017 findet der 3. Domain-Stammtisch München statt.

Der Domain-Stammtisch München ist ein privat organisiertes, loses Treffen der Domain-Branche. Der aktuelle Stammtisch findet am Samstag, den 06. Mai 2017 ab 11 Uhr im Biergarten des Hofbräukellers statt. Wieder wird man sich ein wenig über die guten alten Zeiten aber auch aktuelle Themen austauschen. Die Vergangenheit zeigt, dass der Domain-Stammtisch leitende Mitarbeiter von mehr als 15 Unternehmen aus der Domain-Branche anzieht. Schon jetzt sind einige für das Treffen angemeldet. Neben den Veranstaltern Tobias Sattler (CIO united-domains AG) und Jochen Kieler (CBDO Key-Systems) sind bereits zwölf Teilnehmer angemeldet, darunter Anja Elsing (Geschäftsführerin regiodot) und bekannte Namen wie Richard Wein (CEO nic.at), Stefan Meinecke (CEO GreenSec), Wilhelm Laubach (CEO Smart Internet Solutions) und Uli Retzlaff (1&1 Internet). Da mit Anja Elsing jetzt schon eine Frau dabei ist, sollte für andere Frauen aus der Domain-Branche Anreiz genug bestehen, sich den 06. Mai 2017 für den Domain-Stammtisch München freizuschaufeln und zu erscheinen.

Der 3. Domain-Stammtisch München findet am 06. Mai 2017 ab 11:00 Uhr im Biergarten des Hofbräukeller am Wiener Platz, Innere Wiener Straße 19, 81667 München statt. Die Teilnahme am Event ist kostenlos. Für Essen und Getränke muss jeder Teilnehmer selbst aufkommen.

UDRP

Leichter Anstieg von WIPO-Streitigkeiten bei WIPO

Elliot Silver stellt in einem aktuellen Blogartikel auf domain investing.com fest, dass die Anzahl der UDRP-Verfahren bei der WIPO steigen. Wir nehmen das zum Anlass, nach langer Pause mal wieder auf der Statistikseite der WIPO zu blättern.

ICANN führte das UDRP-Verfahren Ende 1999 ein. In diesem Jahr verbuchte WIPO lediglich einen UDRP-Streit. Doch schon im Folgejahr und in den Jahren danach zeigte sich, wie erfolgreich das Verfahren und wie gering die Zahl der Auseinandersetzungen im Vergleich zur Zahl tatsächlich registrierter Domains war:

JahrDomainsFälle
199911
20003.7601.857
20012.4651.557
20022.0421.207
20031.7741.100
20042.5991.176
20053.3121.456
20062.8061.824
20073.4232.007
20083.9582.329
20094.6852.107

Die ersten Jahre zeigen nach einer Absenkung einen leichten Anstieg der UDRP-Verfahren. Bei der Anzahl der in Streit befindlichen Domains sieht es ähnlich aus.

Elliot Silver sieht nun für 2016 einen deutlichen Anstieg gegenüber 2015, obwohl das aktuelle Jahr noch nicht ganz um ist. Die Statistik von WIPO zeigt, dass in 2016 bisher 2.733 Domain-Dispute anhängig sind. 2015 waren es bis Dezember 2.520, und im gesamten Jahr 2.754 Fälle. Ein gewisser Anstieg ist also zu verzeichnen. Aber über die vergangenen sieben Jahre sieht das keinesfalls gravierend aus, denn auch in 2011 und besonders 2012 lagen die Zahlen höher als in 2015:

JahrFälle
20102.696
20112.764
20122.884
20132.585
20142.634
20152.754
20162.771((ohne Dezember))

Anhand dieser Daten lässt sich festhalten, dass über die Jahre immer einmal ein paar Domain-Streitigkeiten hinzukommen. Was dabei bisher nicht ins Kalkül gezogen wird, ist der Umstand, dass einerseits in den vergangenen vier Jahren mit Einführung der neuen Domain-Endungen die Anzahl der Endungen, die unter die UDRP fallen, exponentiell angestiegen ist. Auch die Anzahl der Länderendungen, die sich freiwillig der UDRP unterwerfen, nahm ihm Laufe der vergangenen 16 Jahren kontinuierlich zu. Im Mai 2000 war lediglich die Endung .nu (Niue) für die Streitschlichtung bei der WIPO eingetragen. Am Ende des Jahres waren es dann bereits 15 Länderendungen, darunter .tv (Tuvalu) und .ws (Western Samoa). 2006 waren 46 Länderendungen bei WIPO gelistet, und mittlerweile sind es 72. Davon ganz abgesehen stehen diese Zahlen in keinem Vergleich zu den in diesem Zeitraum registrierten Domains. Waren im Jahr 2000 noch keine 20 Mio. Domain-Namen registriert, liegen die letzten Werte bei über 312 Mio. registrierter Domains, davon allein über 127 Mio. .com-Domains.

Der Anstieg der UDRP-Streitigkeiten bei der WIPO ist kein Indikator für die Verwahrlosung des Internets aufgrund von vermehrtem Cybersquatting. Angesichts der aktuellen Gegebenheit ist es erstaunlich zu sehen, wie wenig UDRP-Verfahren geführt werden (oder werden müssen). Das alles bezieht sich lediglich auf die Zahlen, die WIPO liefert. Die Zahlen anderer Streitbeilegungsstellen sind nicht berücksichtigt. Die Vergangenheit hat jedoch gezeigt, dass auch beim National Arbitration Forum (NAF) keine rapiden Anstiege zu verzeichnen waren, auch wenn das NAF mittlerweile die auf nTLDs zugeschnittenen URS-Verfahren bearbeitet. Die Werte beim NAF lagen in der Vergangenheit stets etwas niedriger als bei der WIPO; so konnte NAF 2014 insgesamt 1.836 Dispute, davon 1.557 UDRP-Verfahren und 218 URS-Verfahren, schlichten. Andere Streitschlichtungsstellen weisen dagegen marginale Zahlen auf.

Auf das Domain-Recht spezialisierte Anwälte findet man auf Domain-Anwalt.de, einem Projekt der united-domains AG.

ccTLDs

AFNIC ändert Inhaberwechselprozedere für .fr

Die .fr-Registry AFNIC gibt sich bereits seit geraumer Zeit erhebliche Mühe, das französische Länderkürzel noch attraktiver für die Nutzer zu machen.

Diesen Weg setzt man mit einer aktuellen Änderung der Naming Policy um. Künftig wird der Inhaberwechsel für .fr-Domains ausschließlich zwischen dem (alten und neuen) Domain-Inhaber sowie den beteiligten Registraren abgewickelt; AFNIC berechnet hierfür keinerlei Kosten mehr. Damit wird vor allem der Handel mit .fr-Domains attraktiver. Die Neuregelung betrifft dabei Ziffer 6.4 der Naming Policy, sie tritt am 12. Dezember 2016 in Kraft. Von der Änderung profitieren übrigens auch die europäischen Nachbarn: .fr-Domains können sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen registrieren, sofern sie ihren Sitz innerhalb der EU, der Schweiz, Liechtenstein, Island oder Norwegen haben.

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