Berlin

4. Deutscher IT-Rechtstag Ende April

Die Arbeitsgemeinschaft IT-Recht im Deutschen Anwaltverein (davit) und die DeutscheAnwaltAkademie laden für Ende April 2017 zum 4. IT-Rechtstag nach Berlin. An zwei Tagen werden aktuelle IT-Rechtsthemen durchdekliniert.

Der Deutsche IT-Rechtstag findet zum vierten Mal statt. Vom 27. bis 28. April 2017 kommen die IT-Rechtler wieder in Berlin zusammen, um sich aktuellen IT-Rechtsthemen zu widmen. Die Moderation übernimmt Rechtsanwalt Karsten U. Bartels. Der erste Tag der Veranstaltung beginnt ab 13:30 Uhr und legt den Schwerpunkt auf zahlreiche rechtliche Aspekte der Virtual und der Augmented Reality. Der Arbeitstag endet mit der Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft IT-Recht des DAV und einem sich anschließenden IT-Rechtsabend mit Getränken und Buffet. Am 2. Tag werden die Themen Robotik, Technik, DarkNet sowie Datenschutz (DSGVO) und die Blockchain behandelt. Als Referenten sind unter anderem dabei: Prof. Dr. Gerald Spindler (Uni Göttingen), Rechtsanwalt Oliver Meixner (Hamburg), PD Dr. Beatrice Brunhöber (Uni Berlin), Prof. Dr. Peter Bräutigam (München), Professor Wolfgang Broll (TU Ilmenau) und selbstverständlich Rechtsanwältin Dr. Astrid Auer-Reinsdorff (DAVIT Berlin). Gegen 17:30 Uhr endet der 4. Deutsche IT-Rechtstag Berlin.

Der 4. Deutsche IT-Rechtstag findet vom 27. bis 28. April 2017 im »Steigenberger Hotel am Kanzleramt«, Ella-Trebe-Straße 5 in 10557 Berlin, statt. Mitglieder von davit und des FORUM Junge Anwaltschaft zahlen EUR 450,-; Nichtmitglieder zahlen EUR 495,–. Wer lediglich am Donnerstag, 27. April 2016, teilnehmen will, zahlt nur EUR 185,–. Die Preisangaben verstehen sich zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer. Die Veranstaltung umfasst 10 Arbeitsstunden, die als Fortbildung nach § 15 FAO angerechnet werden.

Statistik

Droht den neuen Endungen der Absturz?

Erneut ist ein historischer Meilenstein erreicht: die Zahl der registrierten Domain-Namen mit neuer Top Level Domain hat erstmals die Marke von 29 Millionen überschritten. Jedoch zeichnet sich ab, dass es demnächst eher abwärts geht.

Die Kommerzendung .com scheint ihre kleine Schwächephase überwunden zu haben: nachdem es im Februar 2017 um netto 653.475 Domains voran ging, waren es vier Wochen später immerhin noch 385.285 Domains. Im Dezember 2016 hatte .com dagegen unter dem Strich 454.035 Domains verloren, nachdem vor allem Domain-Inhaber aus China ihre Domains löschen ließen. Diese Erholung von .com müssen offenbar die beiden anderen weltweit wichtigsten gTLDs büssen: sowohl .net als auch .org verlieren fünfstellig. Auch .info kann das Plus von 35.133 Domains aus dem Vormonat nicht bestätigen, und notiert rund 17.000 Domain-Namen leichter. Von derartigen Einflüssen unbeeindruckt zeigte sich .de: mit rund 35.000 Domains wächst die deutsche ccTLD sehr stabil.

Die nächste Millionenmarke haben die nTLDs geknackt: pünktlich zum Monatswechsel kletterte der Domain-Zähler erstmals über die Marke von 29 Millionen registrierten Domain-Namen, bei derzeit 1.216 delegierten nTLDs. An der Spitze liegt nach wie vor .xyz, wobei der Anstieg mit rund 25.000 Domains bescheiden ausfällt. Die nächstplatzierten Endungen .top und .win verharren dagegen praktisch auf den Vormonatszahlen. Inzwischen tauchen erste Berichte auf, dass die nTLDs den Gipfel bereits erreicht hätten; Auslöser ist der Umstand, dass in diesen Tagen über zehn Prozent aller registrierten Domains mit neuer Endung zur Löschung anstehen. Das würde bedeuten, dass Anfang Mai nur rund 26 Millionen nTLDs registriert sein werden, vorausgesetzt, die Lücke wird nicht durch überdurchschnittlich viele Neuregistrierungen geschlossen. Das könnte viele Registries dazu verleiten, ihre Domains zu besonders günstigen Preisen anzubieten, um die Zahlen stabil zu halten.

Aus der Heerschar der ccTLDs sticht diesen Monat die polnische Landesendung .pl heraus. Wie die Registry NASK mitteilte, konnte man das vierte Quartal 2016 mit 2.703.165 registrierten .pl-Domains abschliessen, ein Anstieg um 21.413 Domain-Namen im Vergleich zum Vorjahr. Davon enthalten 40.116 Domains, also umgerechnet 1,48 Prozent, diakritische Zeichen. Mit einem Marktanteil von 73 Prozent geniesst .pl dabei innerhalb Polens grosses Vertrauen. Mit einer »renwal rate« von lediglich 61,42 Prozent ist die Entwicklung von .pl aber noch vergleichsweise volatil; zahlreiche generische Domain-Endungen erreichen dagegen Werte von um die 80 Prozent.

Die aktuellen Domain-Zahlen:

.de16.182.877(Vergleich zum Vormonat:+ 35.590)
.at1.270.355(Vergleich zum Vormonat:+ 2.711)
.com128.434.976(Vergleich zum Vormonat:+ 385.285)
.net15.204.833(Vergleich zum Vormonat:– 36.214)
.org10.504.608(Vergleich zum Vormonat:– 13.780)
.info5.277.908(Vergleich zum Vormonat:– 16.889)
.biz2.088.497(Vergleich zum Vormonat:+ 339)
.eu3.694.528(Vergleich zum Vormonat:– 5.016)
.xyz6.605.796(Vergleich zum Vormonat:+ 24.344)
.top4.515.313(Vergleich zum Vormonat:– 806)
.win1.193.020(Vergleich zum Vormonat:– 770)

(Stand 1. April 2017)

ccTLDs

Litauen kürt Ilgasūsas.lt zur schönsten .lt-Domain

Einen ganz besonderen Wettbewerb hat sich Kaunas University of Technology, Registry der litauischen Länderendung .lt, einfallen lassen.

In Zusammenarbeit mit der »Lithuanian computer society« sowie der »State Commission of the Lithuanian Language« hat man die schönste .lt-Domain gekürt. Voraussetzung für eine Teilnahme war, dass die Domain Sonderzeichen der litauischen Sprache enthält und auf ein funktional aktives Internetangebot verweist. In die engere Wahl kamen folgende Domains: ilgasūsas.lt, kupolė.lt, mažųjų-valdos.lt, raštija.lt, žiburys.lt und žara.lt. Zur Abstimmung berechtigt waren die litauischen Internetnutzer, allerdings ist das Zeitfenster für die Abstimmung bereits seit 9. April 2017 geschlossen. Den Gewinner hat die Registry nun vor kurzem bekanntgegeben: Ilgasūsas.lt, die Website der Kindertagesstätte »Ilgas ūsas«, hat sich den Titel und damit viel Ruhm, Ehre und Respekt (aber keinen finanziellen Vorteil) geholt. Zweiter wurde Žiburys.lt, die Webseite eines Gymnasiums.

Studie

Den neuen Endungen fehlt die »universal acceptance«

Der Weltwirtschaft entgehen durch die fehlende Unterstützung von nTLDs und internationalisierten Domain-Namen (IDN) Umsätze in Höhe von rund US$ 10 Milliarden im Jahr. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der in Seattle ansässigen Unternehmensberatung Analysys Mason im Auftrag von ICANN.

Unter dem Motto »jeder Domain-Name sollte gleich behandelt werden« rief ICANN im Jahr 2014 die Universal Acceptance Steering Group (UASG) ins Leben. Sie sollte dafür sorgen, dass jede Top Level Domain oder eMail-Adresse überall im Internet lesbar ist und von allen Internet-Clients wie Webbrowsern, Mail-Programmen und Routern akzeptiert wird. Etablierte Zwei- und Drei-Zeichen-TLDs wie .de oder .com gelten insoweit als unproblematisch; im Zuge der Einführung von hunderten nTLDs mit vier oder mehr Zeichen und IDNs wurde diese Aufgabe aber ungleich komplexer. Inzwischen sind über 28 Millionen Domains mit neuer Endung sowie weitere 2,6 Millionen IDNs registriert und stellen die Technik vor neue Herausforderungen; gleichzeitig belegen sie, dass man daran arbeiten muss, dass Internet nicht nur auf lateinische Zeichen zu beschränken, sondern international und universal akzeptiert zu halten.

Doch daran hapert es. Konservative Schätzungen der UASG kommen zu dem Ergebnis, dass sich die wirtschaftlichen Vorteile durch eine bessere »universal acceptance« von Domain-Namen auf einen Betrag von US$ 9,8 Milliarden belaufen. Auf den Bereich der neuen Domain-Endungen entfallen davon US$ 3,6 Milliarden. Die Zahl leitet die UASG wie folgt her: der weltweite Umsatz im eCommerce beläuft sich auf US$ 1,548 Milliarden. Bei weltweit 4,3 Milliarden eMail-Adressen ergibt dies einen Umsatz von US$ 360,– pro eMail-Adresse im Jahr. Diesen Wert multipliziert die UASG mit 152 Millionen, der geschätzten Anzahl von eMail-Adressen mit nTLD, und bricht diesen Wert statistisch auf jene 13 Prozent der eCommerce-Webangebote herunter, die aktuell nicht »UA-ready« sind. Ähnlich kompliziert ist die Berechnung bei IDNs, wo die UASG auf ein ungenutztes Potential von US$ 6,2 Milliarden kommt. Ausgangspunkt sind 805 Millionen Personen mit entweder russischer, chinesischer, arabischer, vietnamesischer und indischer Sprache, die nicht online sind. Daraus errechnet die UASG 17 Millionen Nutzer, und wenn man davon ausgeht, dass im Durchschnitt jeder Nutzer US$ 364,– im Jahr ausgibt, kommt man zu einem Betrag von US$ 6,2 Milliarden.

»All organisations should make their software UA ready« – auf diesen Nenner ist das Ergebnis der Studie zu bringen. Der Aufruf richtet sich vor allem an Techniker und Software-Programmierer, die so wesentlich dazu beitragen, dass nTLDs und IDNs noch populärer werden. Um die Kosten gering zu halten, möchte die UASG eine zentralisierte, laufend aktualisierte Datenbank aller neu registrierten Domains bereithalten. Solange aber zum Beispiel die Kontaktfelder von Banken keine .bank-Domain unterstützen, ist der Weg zur »universal acceptance« noch weit.

Afilias

Registry darf .info-Domains in China anbieten

Afilias, Registry der Top Level Domain .info, hat die Tür nach China ebenfalls aufgestoßen: vor wenigen Tagen gab das chinesische Ministry of Industry and Information Technology (MIIT) grünes Licht für den Verkauf von .info-Domains.

Damit ist der Weg frei für Millionen von Chinesen und Unternehmen oder Organisationen mit Sitz in China, sich ihre Wunschadresse auch unter .info zu registrieren. Afilias hatte sich zuvor einer Prüfung des MIIT unterziehen müssen, die allgemein als besonders streng gilt. Neben .info darf Afilias auch ..mobi, .red, .pro und .kim künftig in China verkaufen. Damit erweitert sich der exklusive Kreis der ASCII-TLDs, also der nicht-internationalisierten Domain-Endungen in China, auf 15. Darüber hinaus möchte Afilias in Zukunft auch .blue, .green, .pet, .ski .organic und .promo dort anbieten. Neben Afilias haben auch Neustar für .biz sowie Uniregistry für .auto und .link die Erlaubnis erhalten, ihre nTLD über chinesische Registrare verkaufen zu dürfen.

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