Madrid

3. ICANN-GDD Industry Summit im Mai 2017

ICANNs Global Domain Divition (GDD) trifft sich vom 09. bis 11. Mai 2017 in Madrid (Spanien) zum dritten GDD Industry Summit. Die Veranstaltung ist für Registries und Registrare von Interesse. In den Tagen danach gibt es gleich mehrere Folgeveranstaltungen.

Bei der GDD Industry Summit treffen sich vom 09. bis 11. Mai 2017 ICANN-Vertragspartner wie Registries und Registrare, um gemeinsam Probleme zu besprechen. Es handelt sich nicht um eines der über das Jahr üblichen ICANN-Meetings. Vor Ort besteht die Möglichkeit, Mitarbeitern vom ICANN-GDD Team zu treffen und mit ihnen persönlich zu sprechen. Die Agenda stellt die Registry and Registrar Stakeholder Group zusammen. Es können noch Themenvorschläge unterbreitet werden.

Die GDD Industry Summit kommt aber nicht alleine. Gleich drei Veranstaltungen schließen sich in den Folgetagen unmittelbar daran an: ein eintägiger Registration Operations Workshop am 12. Mai. 2017, den ICANN zusammen mit VeriSign ausrichtet. Danach am 13. Mai 2017 ein ICANN DNS Symposium, bei dem die aktuellen Initiativen und Projekte ICANNs hinsichtlich der DNS-Weiterentwicklung thematisiert werden. Am 14. und 15. Mai 2017 findet abschließend die OARC 26 statt. Für diese Veranstaltung, die sich mit der Sicherheit und Stabilität der DNS-Infrastruktur befasst, sind Teilnehmergebühren für Frühbucher von US$ 150,– (zuzüglich Umsatzsteuer) und ab 30. April 2017 US$ 250,– (zuzüglich Umsatzsteuer) zu entrichten.

Die GDD Industry Summit findet com 09. bis 11. Mai 2017 im Hotel NH Collection Madrid Eurobuilding, Calle de Padre Damián, 23, 28036 Madrid (Spanien) statt. Ebenda gibt es am 12. Mai 2017 den sechsten Registration Operations Workshop (ROW#6). Gleich danach, am 13. Mai 2017 folgt das ICANN DNS Symposium und am 14. und 15. Mai 2017 findet die OARC 2016 am selben Ort statt.

Statistik

Domains dominieren die Werbung beim Super Bowl erstmals gegenüber Hashtags

Beim Super Bowl, dem Endspiel der Football-Liga NFL in den USA, vermeldete marketingland.com, dass erstmals die Zahl der in der Werbung genannten Internet-Domains die der Hashtags übertraf. Domain-King Rick Schwartz spricht von einem Wendepunkt.

Die Domainer-Branche ist euphorisch, nachdem marketingland.com die Auswertung der Werbung während des Super Bowl 2017 bekanntgab. In 66 geschalteten Werbungen von über 15 Sekunden Länge zwischen Anfang und Ende des Spiels warben 26 Unternehmungen mit Domains und nur 20 mit Hashtags (Begriffen hinter „#“). Damit warben die Unternehmen erstmals seit Aufzeichnung von marketingland.com mehr mit Domains als mit Hashtags.

Für Domainer wie Rick Schwartz ist das der Wendepunkt, die Bedeutung von Domains werde gerade resetted. Der Umweg über Vermittler wie Facebook bringe Verluste gegenüber der eigenen Domain und der eigenen Website. Hashtags stellten eine Störung des eigentlichen Kaufabschlusses dar. In seinem bei thedomains.com veröffentlichten Artikel schätzt Rick Schwartz, der anstehende Wandel werde noch drei Jahre brauchen, aber am vergangenen Super Bowl hätten die Domains die ihnen zustehende Krone zurückgeholt. John Yunker teilte in einem Artikel auf circleid.com seine Beobachtungen mit: Hashtags sind wohl nicht mehr so beliebt wie ehedem, Facebook und Instagram fanden kaum Erwähnung in den Werbespots, die vor kurzem noch gefragten mobilen Apps fehlten ganz und er arbeite gerade an der »2017 Web Globalization Report Card« und stelle fest, dass immer mehr Unternehmen ihre Besucher bitten, sich in ihre Mailingliste einzutragen. Die totgesagte eMail wird wieder beliebter und die eigene Website ebenfalls.

Wenden sich die Werber von den Social Medias ab? Rick Schwartz sieht bei Facebook und Twitter die kritische Masse erreicht, nach der es nur noch bergab gehen kann. Doch reichen die Daten von marketingland.com aus, diese Umwälzung zu belegen? Man ist mit seinen Angaben präzise und offen: Seit 2012 misst das Unternehmen die Hashtags in der Super Bowl-Werbung. Erst seit 2014 registriert marketingland.com auch die angezeigten Domain-Namen. Es liegen also vergleichbare Werte von gerade vier Jahren vor. Die wenigen Daten reichen aber aus, um zu erkennen, dass sowohl Hashtag- als auch Domain-Erwähnungen in der Super Bowl Werbung ihre Höhen und Tiefen im Verhältnis zur Anzahl der geschalteten Werbefilme aufweisen. Dass sich hier ein Wendepunkt offenbart hat, lässt sich nicht verbindlich sagen.

ccTLDs

Auch .us bietet ein schnelles Streitbeilegungsverfahren

Inhaber von Markenrechten können rechtsverletzende .us-Domains auch suspendieren lassen.

Auf diese bisher selten genutzte Möglichkeit in der »usTLD Rapid Suspension Dispute Policy« (usRS) weist der US-Anwalt Doug Isenberg hin. Die usRS weist insgesamt viele Parallelen zur Uniform Domain Name Dispute Resolution Policy (UDRP) auf, die für alle generische Top Level Domains und ausgewählte ccTLDs gilt. Allerdings gibt es einen maßgeblichen Unterschied: die UDRP verlangt, dass die streitige Domain »was registered and is being used in bad faith«; die usRS lässt genügen »was registered or is being used in bad faith«. Aus einem »und« wird also ein »oder«, was die Einsatzmöglichkeiten erheblich erweitert. Gleichwohl findet die usRS in der Praxis bisher wenig Beachtung; das National Arbitration Forum listet seit Juli 2014 nur vier Verfahren. Ein Grund mag sein, dass .us als Länderkürzel der USA mit über 2,3 Millionen registrierten Domains zwar vergleichsweise unpopulär ist; betroffene Markeninhaber sollten die usRS aber unbedingt in ihre Strategie einbinden.

UDRP

Leica holt sich leica.store über ein WIPO-Verfahren

Der Optikspezialist Leica Microsystems IR GmbH musste sich mit dem Inhaber der Domain leica.store auseinandersetzen. Nach langem Hin und Her und einer Verfahrensunterbrechung kam es dann aber zur Entscheidung zu Gunsten von Leica.

Die Leica Microsystems IR GmbH aus Wetzlar sah ihre Markenrechte durch die Domain leica.store verletzt. Deren Inhaber ist Tong Chuang aus Xi’an in China, der die Domain über Alibaba Cloud Computing Ltd. registriert hatte. Leica leitete im November 2016 ein UDRP-Verfahren vor der WIPO ein und machte ihre Markenrechte geltend. Zugleich beantragte die Beschwerdeführerin, das UDRP-Verfahren in englischer Sprache zu führen. Der Beschwerdegegner hielt entgegen, dass der »leica« im Chinesischen „Tränenwischen“ bedeutet, und es auch einen Ort namens »leica« in Zunyi in China gäbe. Auf den Antrag zur Verfahrenssprache reagierte er nicht. Noch im November meldete sich der Domain-Inhaber nochmals per eMail in Chinesisch und Englisch und erklärte, sein Englisch sei nicht so gut, die Verfahrenssprache solle Chinesisch sein, er wäre der Angelegenheit müde und wolle den Domain-Namen an die Beschwerdeführerin transferieren, und er habe eine Menge Geld für die Domain ausgegeben, wofür er entschädigt werden wolle. Daraufhin beantragte Leica das Ruhen des Verfahrens für einen Monat, um sich mit dem Gegner über einen Transfer der Domain zu verständigen. Die Parteien kamen zu keinem Ergebnis, weshalb Ende Dezember 2016 das Verfahren wieder aufgenommen wurde. Als Entscheider wurde der Australier Sebastian M. W. Hughes, Rechtsanwalt aus Hong Kong, berufen.

Für Hughes gab es nicht mehr viel zu tun in der Sache: er prüfte zunächst die Frage der Verfahrenssprache und bestimmte Englisch. Die Beschwerdeführerin konnte mit der außerhalb des Verfahrens entstandenen Kommunikation zwischen den Parteien belegen, dass der Beschwerdegegner mit Englisch durchaus vertraut ist und die Sprache beherrscht. Auch die Erklärung, die Domain transferieren zu wollen, habe der Beschwerdegegner auf Englisch abgegeben, was aus Hughes Sicht dafür sprach, Englisch als Verfahrenssprache zu bestimmen. Und da der Beschwerdegegner innerhalb des Verfahrens erklärt hatte, dass er mit der Übertragung der Domain einverstanden ist, sah Hughes von der weiteren Prüfung ab und entschied, die Domain leica.store sei auf die Beschwerdeführerin Leica Microsystems IR GmbH zu transferieren (WIPO Case No. D2016-2316).

UDRP-Verfahren müssen nicht immer streitig ausgehen, wie der Fall leica.store zeigt. Dass die Parteien aber so nah an einer einvernehmlichen Einigung außerhalb des Verfahrens scheiterten, ist schade und sorgt für Verzögerungen bei der Übertragung der Domain und zusätzliche Kosten.

nTLDs

.art strauchelt beim Start der allgemeinen Registrierung

Einen Pannenstart verzeichnet die neue Kunst-Domain .art: nach einer zweimonatigen Sunrise-Phase war für den 8. Februar 2017 der Start sowohl der Landrush-Phase als auch einer »qualified launch«-Phase angesetzt.

Offenbar war die Registry UK Creative Ideas Limited vom öffentlichen Interesse an der nTLD .art aber völlig überrascht: wie es in einer Mitteilung auf der Website hieß, habe man in den ersten acht Stunden eine überwältigende Menge an Traffic und Domain-Suchen zu verzeichnen gehabt, was dazu geführt hat, dass man das Registrierungssystem vorübergehend abschalten musste. Die Begründung stieß auf Verwunderung, da als technisches Registry-Backend für .art die britische CentralNic fungiert – und die hatte mit Start von .xyz, mit mehreren Millionen Domains bis heute die erfolgreichste nTLD, bisher keine Probleme. Aktuell rund 330 registrierte .art-Domains deuten ebenfalls nicht auf einen unvorhersehbaren Ansturm hin. Inzwischen funktioniert das System wieder wie gewohnt. Zumindest zum Start der Live-Phase am 10. Mai 2017 sollten aller Kinderkrankheiten ausgemerzt sein.

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