ccTLDs

CEO von .tzNIC blickt in die Zukunft von Tansanias Endung .tz

Abibu R. Ntahigiye, CEO von .tzNIC, hat in einem Interview interessante Ausblicke auf die weitere Entwicklung der Landesendung von Tansania gewährt.

Mit aktuell rund 14.300 registrierten Domains zählt .tz zu den kleineren afrikanischen Endungen, wobei eine Einwohnerzahl von über 50 Millionen erhebliches Potential verspricht. Problematisch ist, dass es .tz noch an der notwendigen Bekanntheit fehlt; wie in vielen afrikanischen Ländern dominiert auch in Tansania .com. Auch bei der Infrastruktur hat .tz Defizite; über das AfNOG (African Network Operators Group), ein Gemeinschaftsprojekt mehrerer afrikanischer Registries, will man aber laut Ntahigiye für Abhilfe sorgen. Zu mehr Popularität könnte auch eine Öffnung von .tz beitragen; aktuell ist ein Kontakt vor Ort erforderlich, wobei Ntahigiye andeutet, dass man sich Treuhandmodellen nicht widersetzen wird. Stolz zeigt sich Ntahigiye über das Portal karibu.tz, das den Registrierungsvorgang vereinfachen soll. Zwölf offizielle Subdomains erschweren derzeit die Auswahl, aber es winkt Abhilfe: es seien zwar noch Untersuchungen anzustellen, aber man denkt darüber nach, die Second-Level-Ebene von .tz freizugeben; Domains wie ne.tz oder me.tz rücken also näher. Zudem gelten auch für .tz-Domains die Regelungen der UDRP, so dass im Fall von Rechtsverletzungen schnelle Hilfe zur Verfügung steht.

RySG

Tauziehen um einen ICANN-Rabatt für schwächelnde nTLD-Registries hält an

Das Tauziehen zwischen der Netzverwaltung ICANN und der Registries Stakeholder Group (RySG) um Gebührenrabatte hält an: in einem weiteren Schreiben erneuerte die RySG ihre Forderung und will sich mit ICANN schon bald an einen Tisch setzen.

Im März 2017 hatte sich Paul Diaz, Chairman der RySG, an Akram Atallah, President von ICANNs Global Domains Division, gewandt und darauf hingewiesen, dass zahlreiche Verwalter einer neuen Top Level Domain vor ernsthaften wirtschaftlichen Herausforderungen stehen. Um für Linderung zu sorgen, forderte RySG, die Quartalsgebühr von US$ 6.250,– um 75 Prozent zu senken und einen US$ 3 Mio. schweren Fond aufzulegen, um damit weltweit Marketing für nTLDs zu betreiben. Das Geld solle ICANN dem Pool an Bewerbungsgebühren entnehmen, der mit rund US$ 100 Mio. gut gefüllt sei. Damit biss er bei ICANN allerdings auf Granit. In einem Schreiben vom 29. August 2017 wies Atallah darauf hin, dass man zwar Verständnis dafür habe, dass sich einige nTLD-Registries möglicherweise in einer frühen Phase finanziellen Herausforderungen gegenüber gestellt sehen. ICANN sei aber nicht verpflichtet, Überschüsse aus dem Bewerbungsverfahren an die Registries zu erstatten; zudem sei das Bewerbungsverfahren noch nicht abgeschlossen und daher die Kosten noch gar nicht endgültig absehbar.

Das wiederum will die RySG nicht auf sich sitzen lassen und hat deshalb in einem weiteren Schreiben vom 3. Oktober 2017 nachgelegt. Konkret fordert man ICANN dazu auf, sich beim Meeting in Abu Dhabi Ende des Monats zusammenzusetzen und die Diskussionen um eine Gebührenreduzierung fortzusetzen. Dabei benennt die RySG eine Reihe von Punkten, bei denen eingehakt wird: So will die RySG herausgefunden haben, dass ICANN im Zusammenhang mit der Einrichtung des Trademark Clearinghouse (TMCH) Gebühren in Höhe von US$ 5.000,– doppelt erhoben hat. Ausserdem seien diese Gebühren nicht im Bewerberhandbuch erwähnt worden; stattdessen habe sie ICANN ohne »Community-Input« nachträglich festgesetzt. Des Weiteren kritisiert RySG, dass ICANN die Bemühungen um ein weltweites Marketing für nTLDs (Universal Awareness/Acceptance) nicht proaktiv betreibe. Auch bei den Gebühren lässt die Lobby-Gruppe nicht nach. Ziffer 6.7 des Registry Agreement sehe ausdrücklich die Möglichkeit vor, dass ICANN nach freiem Ermessen einen zeitweisen Nachlass gewährt; nichts anderes habe man bereits im März 2017 verlangt. Dazu habe es eine ganze Reihe von unvorhergesehenen Kosten gegeben: beispielhaft nennt die RySG »names collision processes, withholding two-letter names, barring other short names, the unpredictable GAC Advice procedure, new trademark protections«.

Im Ton gibt sich das Schreiben höflich und bestimmt, lässt an seinem Ziel aber auch keinen Zweifel:

The time is right to plan for the disbursement of these excess funds.

Da ICANN jedoch nicht nur für das Jahr 2018, sondern auch darüber hinaus mit finanziellen Nachwirkungen des nTLD-Programms rechnet, gelten die Chancen auf ein erhebliches wirtschaftliches Entgegenkommen allerdings nach wie vor als gering.

ccTLDs

NeuStar diskutiert über den Stand von .us mit Nutzern

NeuStar Inc., Registry der US-amerikanischen Länderendung .us, hat am 5. Oktober 2017 ein so genanntes »Town Hall Meeting« abgehalten und dabei den Zustand der sich im Schatten von .com entwickelnden ccTLD beleuchtet.

So erfreut sich .us einer stabilen »renewal quote« rund 80 Prozent. Die Teilnehmer der (virtuellen) Veranstaltung kritisierten jedoch, dass es .us vor allem an Marketing fehle. Um das Kürzel attraktiver zu machen, überlegt Neustar deshalb eine Reihe von Änderungen einzuführen. So soll möglicherweise schon 2018 ein »WHOIS privacy«-Service eingeführt werden, der den Domain-Inhabern besseren Schutz ihrer Daten bietet. Zudem steht im Raum, dass Ein- und Zwei-Zeichen-Domains unter .us zu Premium-Preisen auf dem Markt angeboten werden sollen. Warum Neustar die Zahl der WHOIS-Abfragen auf 20 je IP-Adresse täglich beschränkt, blieb hingegen offen. Schließlich gibt es auch keine Anzeichen dafür, dass Neustar die »Nexus requirements« kippen wird; sie beschränken eine Registrierung unter .us auf US-Bürger, Unternehmen und Organisationen mit Sitz vor Ort in den USA

Spam-Warnung

.berlin- und .bayern-Domain-Inhaber erhalten Betrugs-E-Mails

Derzeit kursieren wieder einmal betrügerische E-Mail-Angebote, die sich an Inhaber von .berlin- und .bayern-Domains richten. In den versandten Spam-E-Mails wird »search engine registration« für Geschäftsdomain-Inhaber angeboten.

Es ist nicht die erste Generation der Spam-Mail wegen der »search engine registration« für Geschäftsdomain-Inhaber. Alle Jahre taucht sie mit leichten Abwandlungen auf. Die aktuelle Variante wendet sich an Inhaber von .berlin- und .bayern-Domains und weist bereits im Betreff den Namen des Inhabers und den der Domains auf. Wie so oft kommen solche betrügerischen Angebote mit Zeitdruck aufbauenden Fristen. In der uns vorliegenden E-Mail, die am 14. Oktober einging, war Frist bis zum 16. Oktober 2017 gesetzt, um der »Domain Service Notice« nachzukommen. Es sei Zeit für die Registrierung und an der Zeit zu sparen. Weiter heißt es in der E-Mail, die sich an den Inhaber einer .berlin-Domain richtet, aber auch an Inhaber von .bayern-Domains eingegangen ist:

Failure to complete your Domain name search engine registration by the expiration date may result in cancellation of this offer making it difficult for your customers to locate you on the web.

Wenn man also nicht in kürzester Zeit reagiert, ist man ein Verlierer: das Angebot könnte verfallen, mit der Folge, dass es potentiellen Kunden schwerfällt, einen im Internet zu finden. Schnell überflogen kann sich beim Leser auch der Eindruck vermitteln, es ginge um die Registrierung seiner Domain, die auslaufe und verlängert werden müsse.

Der Anbieter verschweigt seinen Namen gänzlich und gibt lediglich eine Telefonnummer in den USA an. In einer früheren Variante des Scams, vom Juli 2016, wies die E-Mail noch einen Link zu einer .su-Domain (UDSSR, ehemalige Sowjetunion) auf, den Kurzentschlossene anklicken konnten, um das Geschäft perfekt zu machen. Um was für eine Dienstleistung im Detail es sich handelt, die der Versender der E-Mail anbietet, bleibt unklar. Klar sind aber die Kosten der Dienstleistung: ein Jahr kostet US$ 75,00, zwei Jahre kosten US$ 119,00, fünf Jahre US$ 199,00, zehn Jahre US$ 295,00 und die Lifetime-Variante US$ 499,00. Wer dahinter steckt lässt sich nicht ermitteln. Die E-Mail-Adresse des Absenders weist auf eine Domain, die zur Zeit nicht aufrufbar ist. Registriert ist sie – wie zu erwarten – über einen Privacy Service, in diesem Fall WhoisGuard, Inc. Die Domain scheint nicht aufrufbar zu sein, weil Spamhaus.org die Domain des E-Mail-Absenders bereits auf die schwarze Liste gesetzt und geblockt hat.

So wie es aussieht hat wieder einmal jemand WHOIS-Daten ausgelesen und wahl- und planlos E-Mails versandt, die wohl kaum zu einem erfolgreichen Scam führen dürften. Die Endungen .berlin und .bayern weisen auf eine ganz überwiegende Inhaberschaft aus dem deutschen Raum. Warum diese für diesen Betrugsversuch in englischer Sprache mit US-Telefonnummer ausgesucht wurden, erschließt sich nicht. Deutsche Domain-Inhaber auf solche Weise anzusprechen führt hoffentlich nicht zu irgendeinem Erfolg.

Wer mehr über Domain-Verlängerungs-Spam erfahren möchte, findet ausführliche Informationen und auch eine frühere Variante der hier aktuell besprochene Spam-E-Mail bei unserem Partnerblog von united-domains.

November

6. Frankfurter IT-Rechtstag

Der 6. Frankfurter IT-Rechtstag steht an und findet Anfang November 2017 nicht nur an einem, sondern gleich über zwei Tage statt. Themen wie Cloud, IT-Sicherheit und natürlich Datenschutz (DSGVO) stehen auf der Agenda.

Dass ein IT-Rechtstag gleich über zwei Tagen stattfindet ist selten genug, aber lohnt sich sicher für die Teilnehmer. Den am 3. und 4. November 2017 stattfindenden 6. Frankfurter IT-Rechtstag veranstalten davit – Arbeitsgemeinschaft Informationstechnologie im Deutschen Anwaltverein (DAV) e.V. und HERA Fortbildungs GmbH der Hessischen Rechtsanwaltschaft in Kooperation mit dem Frankfurter Anwaltverein e.V. Unter der Moderation von Rechtsanwalt Dr. Thomas Lapp geht es am Freitag, 3. November 2017 um 10:00 Uhr los mit Rene Schneider von DB, der über die Transformation der IT-Infrastruktur der Bahn in die Cloud berichtet. Gleich daran anschließend erklärt DB-Mitarbeiter Thomas Görlich die Sicht des DB-Konzerns auf die IT-Sicherheit und das IT-Sicherheitsgesetz. Danach kommt schon das Thema Datenschutzgrundverordnung zum Zuge: Prof. Dr. Indra Spiecker gen. Döhmann schaut auf das Kohärenzverfahren nach Art. 63 DSGVO hinsichtlich der Aufsichtsbehörden. Nach dem Mittagessen geht es um den Beschäftigtendatenschutz, um E-Commerce und Verbraucherschutz und die Transparenzanforderungen nach DSGVO und AGB-Recht. Der Arbeitstag endet mit einer Diskussion ab 19:00 Uhr. Am Samstag, 4. November 2017 geht es bereits um 09:00 Uhr los. Auch an diesem Tag wird der Datenschutz angesprochen, doch der Schwerpunkt liegt auf dem Thema Cloud Computing sowohl vormittags als auch am frühen Nachmittag. Im Verlaufe des Nachmittags sind noch nicht definierte Vorträge mit anschließenden Diskussionen geplant. Der 6. Frankfurter IT-Rechtstag endet gegen 18:00 Uhr.

Der 6. Frankfurter IT-Rechtstag findet am 3. und 4. November 2017 im Silvertower, Jürgen-Ponto-Platz 1 in 60329 Frankfurt am Main statt. Die Teilnahme kostet pro Teilnehmer EUR 520,– (EUR 618,80 inkl. MwSt.). Für die Teilnahme werden 15 Stunden Fortbildung nach FAO angerechnet.

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