Domain-Event

Indische DomainX-Konferenz kommt im April nach London

Die DomainX findet im April 2017 zum Vierten Mal statt. Organisator Manmeet Pal Singh lädt für diese eigentlich indische Domain-Konferenz diesmal nach London (Großbritannien).

Singh bezeichnet die DomainX als die weltgrößte »X«-Faktor Konferenz für Domain-Namen. Seit deren Start 2014 widmete sich die jährlich stattfindende Domain-Name Konferenz dem Netzwerken und der Schaffung von Aufmerksamkeit und Öffentlichkeit für Domain-Namen und die Domain-Industrie. Nun findet die zuvor immer in Indien abgehaltene Konferenz am 09. April 2017 ihren Weg nach London (Großbritannien), wo sie eine Brücke zwischen der Domain-Industrie und anderen Internetfachleuten bauen will. Als Redner sind, neben vielen indischen Unternehmern wie Shiva Kandula (Digits United Limited), Paul Singh (Price.com) und Sunny Bajaj (JMM Interactive), unter anderem Zak Muscovitch (dnattorney.com), Michael Sumner (NameBio.name) und Jon Yau (StockPhoto.com) angekündigt. Die DomainX 2017 ist dieses Mal auf lediglich einen Tag angelegt. Sie beginnt nicht wie sonst bereits am Vorabend mit einem Empfang, sondern erst am 07. April 2017 um 09:00 Uhr mit der Registrierung der Teilnehmer. Offiziell eröffnet wird die Konferenz um 10:00 Uhr. Danach reihen sich über den Tag die einzelnen Vorträge oder Panels zum Thema Domain. Gegen 17:00 Uhr endet die Veranstaltung mit einer „Closing Note“ von Manmeet Pal Singh.

Die DomainX 2017 findet am 09 April 2017 in einem noch nicht näher benannten »Convention Centre« in Central London (Großbritannien) statt. Die Teilnahme kostet GBP 199,– für die Einzelperson, ein Konferenzticket für zwei Personen kostet GBP 299,–.

Neuschwanstein-Domain

Bayern zieht UDRP den Zivilgerichten vor

Der Freistaat Bayern ging zum wiederholten Male gegen eine Neuschwanstein-Domain vor. Ein Mann aus Füssen hatte die Adresse neuschwanstein-ticket.com auf sich registriert. Der Freistaat entschied sich für ein UDRP- und nicht für ein Zivilgerichtsverfahren.

Der Freistaat Bayern sah seine Markenrechte durch den Domain neuschwanstein-ticket.com verletzt. Die streitige Domain hatte sich ein Mann aus Füssen am 06. Januar 2016 über einen US-Registrar registriert und unter ihr zeitweise Eintrittskarten für verschiedene Schlösser, darunter das Märchenschloß Neuschwanstein, angeboten. Der Freistaat Bayern verwies auf die eigenen Marken und darauf, dass es sich bei Neuschwanstein nicht um eine geographische Bezeichnung handelt; es gäbe keine Stadt oder eine Region dieses Namens: Neuschwanstein bezeichne lediglich das Schloss. Die Marke „Neuschwanstein“ sei für das gleichnamge Schloß und für die unter der Marke verkauften Produkte berühmt. Der Domain-Inhaber und Beschwerdegegner nahm zu den Vorwürfen nicht Stellung. Als Entscheiderin wurde die Frankfurter Rechtsanwältin Stephanie G. Hartung bestimmt.

Hartung bestätigte kurz und knapp die Beschwerde des Freistaates Bayern und entschied auf Übertragung der Domain neuschwanstein-ticket.com an die Beschwerdeführerin (WIPO Case No. D201 6-2521). Sie stellte fest, Domain und Marke seien sich zum Verwechseln ähnlich, da der allgemeine Begriff »Ticket« im Domain-Namen, der zugleich auf das Kerngeschäft der Beschwerdeführerin verweise, die Verwechslungsgefahr nicht beseitige. Sie vermochte auch keine Rechte oder legitimen Interessen des Domain-Inhabers an der Domain erkennen. Weder nutze er die Domain zu einem gutgläubigen Angebot von Waren oder Dienstleistungen, noch sei er unter dem Namen bekannt, noch sei ersichtlich, dass er die Domain für ein legales, nicht-kommerzielles Geschäft oder eine angemessene Verwendung ohne Gewinnerzielungsabsicht nutze. Laut Beschwerdeführerin betrieb er die Domain neuschwanstein-ticket .com zum Verkauf von Eintrittskarten für unter anderem Schloß Neuschwanstein, ohne dazu von Seiten Bayerns berechtigt zu sein. Diesem Vorwurf trat der Beschwerdegegner nicht entgegen. Damit erfüllte die Beschwerdeführerin die zweite Tatbestandsvoraussetzung. Hinsichtlich der Bösgläubigkeit fasste sich die Panelistin kurz: Der Umstand, dass der Beschwerdegegner die Domain neuschwanstein-ticket.com dazu nutzte, unberechtigterweise Eintrittskarten für unter anderem das Schloss Neuschwanstein zu verkaufen und so etwaige Nutzer auf betrügerische Art irrezuführen, spreche für die Bösgläubigkeit des Beschwerdegegners. Damit war die dritte Tatbestandsvoraussetzung für das UDRP-Verfahren gegeben, und Hartung entschied auf Übertragung der Domain neuschwanstein-ticket.com auf den Freistaat Bayern.

Der Freistaat Bayern musste also erneut eine Schloss Neuschwanstein-Domain erstreiten. Der Gegner hat seinen Sitz in Deutschland, womit der deutsche Zivilrechtsweg für die rechtliche Auseinandersetzung offen gestanden hätte. Doch Bayern hielt sich an die UDRP und damit an den schnellstmöglichen Rechtsweg: lediglich 55 Tage dauerte es von Einreichung der Beschwerde am 14. Dezember 2016 bis zur Entscheidung vom 07. Februar 2017. Der Weg über deutsche Zivilgerichte wäre langwieriger gewesen, und Bayern hätte auf dem Zivilrechtsweg nicht die Übertragung der Domain erwirken können. Die Domain befindet sich schon offiziell in den Händen Bayerns.

Auf das Domain-Recht spezialisierte Anwälte findet man auf Domain-Anwalt.de, einem Projekt der united-domains AG.

nTLDs

Internet Society übt Kritik an .nyc-Backend-Provider Neustar

Der New Yorker Ortsverband der Internet Society (ISOC-NY) gibt sich besorgt über die Entwicklung der Städte-Domain .nyc. Anlässlich eines Treffens am 31. Januar 2017 verabschiedete die Nichtregierungsorganisation eine Resolution, wonach die Stadt New York vor einer Verlängerung des Vertrages mit dem RegistryBackend-Provider Neustar die Öffentlichkeit einbinden soll.

Insbesondere stört sich die ISOC-NY daran, dass es Neustar darum gehe, seine Investitionen durch die Versteigerung teurer Premium-Domains möglichst rasch wieder hereinzuspielen; viele dieser teuren Domains werden dann aber geparkt, statt sie zum Vorteil aller Bürger New Yorks zu nutzen. Außerdem habe es ursprünglich ein »Community Advisory Board« gegeben, das der Öffentlichkeit eine Stimme geben sollte; dieses sei aber zahnlos und inzwischen praktisch abgeschafft. Darüber hinaus listet die ISOC-NY in einem Schreiben vom 6. Februar 2017 an den Bürgermeister Bill deBlasio der Stadt New York zahlreiche weitere Beobachtungen auf, wie ein beständiges Sinken der Domain-Registrierung und einen hohen Anteil von 60 Prozent geparkter Domains. Bevor der Vertrag verlängert werde, müsse die Community Gelegenheit haben, sich einzubringen. Dabei drängt die Zeit: der aktuelle Vertrag zwischen der Stadt New York und Neustar wurde am 31. März 2012 geschlossen und ist auf fünf Jahre befristet; demnach würde er offenbar bereits Ende März 2017 auslaufen.

RFC

Mit Alissa Cooper ist erstmals eine Frau Vorsitzende der IETF

Eigentlich ist »Girls’Day« erst am 27. April 2017, doch die Internet Engineering Task Force (IETF) zieht diesen Aktionstag um mehrere Wochen vor: mit der US-Amerikanerin Alissa Cooper wurde erstmals eine Frau an der Spitze der Standardisierungsorganisation gewählt.

»To make the Internet work better« – so lautet die Mission der IETF. Wie es sich für Ingenieure gehört, verfolgt man dabei in erster Linie einen technischen Ansatz und definiert Standards, insbesondere in Bezug auf Kommunikationsprotokolle wie das »Internet Protocol« (IP) oder das technische Design von IP-Adressen, die wiederum die Grundlage von Domain-Namen bilden. Da es sich bei der IETF um einen losen Zusammenschluss handelt, gibt es keine besonderen Mitgliedsvoraussetzungen. So kann sich jedermann an einer der vielen Arbeitsgruppen (working groups) beteiligen, die zumeist per eMail über Mailinglisten festgelegte Themen abarbeiten. Mit technischen Spielereien hält man sich dabei ungern auf; die Webseite der IETF wirkt, als hätte man sich Ende der 90er Jahre aus dem Internet ausgeklinkt.

In administrativer Hinsicht steht der IETF ein »Nominating Committee (NomCom)« vor, das jährlich sein Führungspersonal wählt. Anlässlich der Wahl am 31. Januar 2017 hat die IETF mit Alissa Cooper nun zum ersten Mal in ihrer Geschichte eine Frau zum so genannten »chair« gewählt. Sie folgt auf den Finnen Jari Arkko, der Ende März 2017 zurücktreten wird. Cooper ist für das US-amerikanische Telekommunikationsunternehmen Cisco Systems Inc. tätig, das vor allem für Router und Switches bekannt ist, die von einem wesentlichen Teil der Internet-Backbones genutzt werden; dort ist sie als »Distinguished Engineer« in der »Collaboration Technology Group« tätig. Ihre Doktorarbeit an der Universität Stanford trägt den Titel »How Regulation and Competition Influence Discrimination in Broadband Traffic Management: A Comparative Study of Net Neutrality in the United States and the United Kingdom«. Als »chair« der IANA Stewardship Transition Coordination Group hat sie den Übergang der IANA-Funktionen auf die Internet-Verwaltung ICANN begleitet und so intensive Erfahrungen mit den Regularien der Netzverwaltung gewinnen können.

Neben Cooper sitzen zum ersten Mal auch drei weitere Frauen im 14-köpfigen Führungsgremium der IETF: Deborah Brungard (AT&T), Kathleen Moriarty (EMC Corporation) sowie Mirja Kuhlewind (ETH Zürich) komplettieren den exklusiven Kreis. Vertreter Deutschlands sucht man in der IETF-Spitze übrigens vergeblich, dagegen dürfte sich Donald Trump mit seinem »America first« freuen: 9 der 14 Mitglieder stammen aus den USA.

(Quelle: nzz.ch, ietf.org)

ADR und UDRP

2. Auflage des Handbuch für Schiedsverfahren beim tschechischen Streibeilegungsgericht (CAC)

Nach vier Jahren und mittlerweile über 200 neuen Streitschlichtungsverfahren hat der »Czech Arbitration Court« (CAC), zuständig für .eu-Schiedsverfahren, die 2. Ausgabe seines Handbuches veröffentlicht.

In Zusammenarbeit mit der Anwaltskanzlei Bird&Bird gibt die 59 Seiten starke »Overview of CAC Panel Views on Selected Questions of the Alternative Dispute Resolution for .EU Domain Name Disputes (CAC .EU Overview 2.0)« vor allem dem Praktiker wertvolle Hinweise, wie man das »Alternative Dispute Resolution« (ADR) genannte Streitschlichtungsverfahren für .eu-Domains mit Erfolg gestaltet. Es teilt sich in die fünf Kapitel »procedural questions, relevant rights of the complainant, identity or confusing similarity, legitimate rights and interests of the respondent and bad faith«, die jeweils in zahlreiche Frage-Antwort-Abschnitte untergliedert sind. Von besonderer Bedeutung ist, dass das Handbuch bei juristischen Meinungsstreitigkeiten zwischen »consensus view, majority view and minority view« unterscheidet, so dass sich die Erfolgsaussichten in einem ADR-Verfahren besser beurteilen lassen. Das Handbuch ist vollständig in englischer Sprache gefasst und kann als .pdf-Datei kostenlos heruntergeladen werden.

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