ccTLDs

Nordkoreanische Endung .kp hat nur 28 registrierte Domains

Seit dem Jahr 2007 ist .kp, offizielles Landeskürzel von Nordkorea delegiert, doch um die Zahl der registrierten Domain-Namen wurde seither gerätselt.

Nun soll nach unbestätigten Presseberichten durch eine falsche Konfiguration eines Nameservers herausgekommen sein, dass es derzeit lediglich 28 Domains mit der Endung .kp gibt. Mit Ausnahme der Newsseite kcna.kp sowie der nicht zugänglichen rep.kp handelt es sich sämtlich um Subdomains unterhalb von .co.kp, .com.kp, .net.kp, .org.kp, .edu .kp und .gov.kp, wobei ein Großteil der unter den Domains verfügbaren Inhalte nicht (mehr) erreichbar ist. Verwaltet wird .kp seit dem Jahr 2011 von der Star Joint Venture Company, wobei die offizielle Registry-Website unter www.star.co.kp ebenfalls nicht zugänglich ist. Eine freie Registrierung von .kp-Domains ist ausgeschlossen; für Domainer wird .kp damit wohl unerreichbar bleiben.

nTLDs

Uniregistry löscht 230.000 neue Domains

In den vergangenen Tagen sorgte die Meldung für Aufregung, dass die Uniregistry-Tochter North Sound Names 230.000 Domains löschen werde und Uniregistry selbst weitere 9,8 Mio. bisher gesperrte Domain-Namen zur Registrierung frei geben wird. Frank Schilling, Gründer und CEO von Uniregistry, erklärt die Maßnahme.

Bei den 230.000 Domains handelt es sich um registrierte Premium-Domains der von Uniregistry verwalteten neuen Endungen. Die Domains, die über den hauseigenen Registrar North Sound Names registriert sind, weisen auf Landing-Pages, auf denen Interessierte zum Kauf der Domains eingeladen werden. Die weiteren 9,8 Mio. Domains waren bis vor kurzem für eine Registrierung gesperrt. Frank Schilling erklärt auf Anfrage von Elliot Silver (domaininvesting.com), ob die neuen Endungen tot sind, oder warum die 230.000 Domains nun gelöscht und dann zur freien Registrierung angeboten werden. Schilling legt dar, man habe die Sache durchgerechnet und es habe sich gezeigt, dass die Domains im freien Verkauf mehr Gewinn erbringen, als wenn man sie weiter selbst registriert halte und Verkaufsanzeigen auf ihnen schaltet. Uniregistry konnte sie so nicht früher anbieten, da man kurz nach dem Live-Start der Endungen noch keine funktionierende Geschäftsbeziehungen zu Registraren hatten. Jetzt arbeiten man jedoch mit 200 Registraren zusammen, die die Domains leichter an den Mann bringen. Als weiteren Grund, alle gut 10 Mio. Domains jetzt dem Markt zuzuführen, benennt Schilling die neue Partnerschaft mit dem Webseiten-Baukastenanbieter thegrid.io.

Für Domain-Investoren sieht das dagegen aus wie der Tod der neuen Top Level Domains. Auf Schillings Äußerung, »The cream is rising and new names are selling«, reagieren Domain-Investoren mit Häme und dem Vorwurf der Schönfärberei. Uniregistry und Schilling kapitulieren, so die kritischen Kommentare, vor der Tatsache, dass sich die neuen Domains nicht verkaufen lassen. Was jedoch zunähme, seien die Löschungen von Domains unter den neuen Endungen. Wer all diese Domains kaufen solle, bleibe völlig unklar. Dass die knapp 10 Mio. jetzt entsperrten Domains, die am 04. Oktober 2016 auf den Markt kommen sollen, sich kaum verkaufen werden, machte Kevin Murphy (domainincite.com) deutlich, indem er auf eine der Kollisionslisten von ICANN für die Endung .link verweist, die überwiegend aus kryptischen Zeichenfolgen besteht. Allerdings findet man in diesen Listen durchaus auch das ein oder andere Stück Gold. Indem Uniregistry die 230.000 Domains über einen Registrar registrieren muss, weil Registries lediglich 100 Domains kostenfrei für sich registrieren dürfen, erklärt Konstantin Zournas (onlinedomaining.com), zahlt sie für jede Domain US$ 0,25 an ICANN, also US$ 57.500 jährlich. Dieser Kleinstbetrag summiert sich auf. Die Kostenersparnis, die mit Löschung dieser Domains einhergeht, ist offensichtlich. Hinzu komme aber auch, dass die registrierten Domains das Risiko von Markenrechtsverletzungen und UDRP-Prozessen mit sich bringen. So seien Zournas bisher vier UDRP-Verfahren gegen North Sound Names bekannt, von denen der Registrar einen verloren hat.

Es zeigt sich: der Aufruhr unter Domainern über den Untergang der neuen Top Level Domains angesichts der 230.000 gelöschten Domains von Uniregistry kommt etwas verfrüht und ist unbegründet. Es liegen schlichtweg handfeste wirtschaftliche Interessen seitens Uniregistry dahinter, die allerdings auch zeigen, dass die Methode, registrierte und geparkte Domains an den Mann zu bringen, bei den neuen Endungen nicht zu fruchten scheint.

nTLDs

Streit um .web-Vergabe und Schadensersatz dauert an

Nu Dot Co LLC, dank finanzstarker Hilfe von VeriSign Inc. designierte Verwalterin der neuen Top Level Domain .web, muss weiter auf die endgültige Entscheidung warten.

Der von der Donutstochter Ruby Glen LLC angestrengte Schadensersatzprozess in Höhe von mindestens US$ 22,5 Mio. gegen ICANN zieht sich in die Länge. Vor dem United States District Court of California hat ICANN eine Fristverlängerung bis 26. Oktober 2016 erbeten und bekommen. Zur Begründung hat ICANN darauf verwiesen, aktuell einige der Themen, die in der inzwischen erweiterten Klage angesprochen werden, im Rahmen interner Mechanismen zu untersuchen; genauere Details wurden nicht öffentlich. Da Donuts mit dem Fristverlängerungsgesuch einverstanden war, scheint man es dort entweder nicht besonders eilig zu haben, oder auf günstige Ergebnisse zu hoffen. Doch auch Afilias lässt nicht locker; am 09. September 2016 forderte Vizepräsident Scott Hemphill die Internet-Verwaltung erneut auf, das .web-Gebot von Nu Dot Co zurückzuweisen. Damit bleibt die Sach- und Rechtslage vorerst weiter unklar; und eine Delegierung von .web steht unverändert in den Sternen, so dass es bis zur Registrierung der ersten Domains noch eine Weile dauern wird.

Brexit

eco-Verband stellt Diskussionspapier über Risiken für Internet-Domains in Händen britischer Bürger vor

Der nach einem Referendum vom 23. Juni 2016 bevorstehende Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU stellt nach Einschätzung des eco – Verband der Internetwirtschaft eV tausende Domains britischer Inhaber in Frage. Zu diesem Ergebnis kommt das neue Diskussionspapier »Brexit – Challenges for the Domain Industry?«, das am 21. September 2016 vorgestellt wurde.

Anknüpfungspunkt für das achtseitige, in englischer Sprache gehaltene Diskussionspapier, das vom Names & Numbers Forum innerhalb des eco unter Federführung von Rechtsanwalt Thomas Rickert und Lars Steffen erarbeitet wurde, sind die verschiedenen Vergabebedingungen für Domain-Namen in der EU. So sehen etwa Policies für .eu, .it oder .fr vor, dass nur Unternehmen oder Personen mit Sitz in der Europäischen Union oder aus dem Europäischen Wirtschaftsraum Domain-Inhaber sein dürfen. Nach dem Brexit würden mehrere hunderttausend Domain-Registrierungen, die von Großbritannien aus vorgenommen wurden, den Vorgaben dieser Vergabestellen nicht mehr genügen. Das Schicksal dieser Domain-Registrierungen ist nach Einschätzung von eco derzeit ungewiss.

Aus Sicht von eco gibt es insgesamt fünf Optionen, wie mit diesem Problem umgegangen werden kann. Nummer eins wäre eine »Pause for registration«, mit der die EU-Kommission Registries anweist, keine Domain-Namen für Personen mit Sitz in Großbritannien mehr zu registrieren; die Pause würde enden, sobald eine Neuregelung getroffen wäre. Option Nummer zwei bezeichnet eco mit »Grandfathering«; profitieren würden alle jene britischen Domain-Inhaber, die bereits vor dem Brexit-Votum ihre Adressen registriert hätten, während alle anderen von der Neuregistrierung ausgeschlossen wären. Ein scharfes Schwert hielte Option drei bereit: bei der »Revocation« würden die Briten alle schon registrierten Domains verlieren und künftig nicht mehr neu registrieren können. In Option vier würde mittels »Proxy registration services« eine Art Treuhänder geschaffen, der die Einhaltung der Vergaberegeln sicherstellt. Die in der Praxis wohl einfachste Option fünf wäre schließlich, dass Großbritannien Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) bleibt; dieser dehnt aktuell den EU-Binnenmarkt auf Island, Liechtenstein und Norwegen aus. Ein unmittelbares Risiko, Domains zu verlieren, sieht auch eco nicht; zugleich mahnt man aber eindringlich an, sich rechtzeitig mit dem Problem zu befassen.

Mit unserem Paper und dem Eröffnen eines Diskussionsforums möchten wir dazu beitragen, dass die Auswirkungen des Brexit für Unternehmen und Kunden überschaubar bleiben und bald Rechtssicherheit für alle Beteiligten auf Basis von Expertenwissen geschaffen werden kann,

so Rickert.

Die .eu-Registry EURid hatte im Juni 2016 mitgeteilt, dass man im Zusammenhang mit dem Brexit keinerlei Maßnahmen gegen Inhaber von .eu-Domains plant, die von Personen mit Sitz in Großbritannien registriert sind. Dies ergab sich damals schon daraus, dass die politische wie juristische Umsetzung des Brexit noch nicht initiiert worden war. Allerdings deutete EURid schon damals an, dass sich dies ändern könne; wenn der Zeitplan und die Details des Brexit bekannt seien, erwarte man eine Weisung der EU-Kommission, wie man ihn für .eu umzusetzen habe. Offizielle Statistiken von EURid weisen aktuell rund 300.000 Inhaber von .eu-Domains mit Sitz in Großbritannien aus; sie alle könnten ihre Adresse im Zuge des Brexit verlieren.

ICANN

57. Meeting in Hyderabad (Indien)

Das kommende 57. ICANN-Meeting findet Anfang November 2016 in Hyderabad (Indien) statt. Die Umsetzung der IANA-transition wird sicher Thema sein. Die Agenda des Meetings steht noch nicht fest.

Nachdem ICANN56 von Panama City (Panama) nach Helsinki (Finland) verlegt wurde, hatte ICANN bereits im Mai diesen Jahres bekannt gegeben, dass ICANN57 wegen Zika von Puerto Rico nach Hyderabad Indien verlegt wird. Der Veranstaltungszeitraum rückt nun näher: ICANN57 findet vom 03. bis 09. November 2016 statt. Die Agenda für das Meeting in Hyderabad ist noch nicht veröffentlicht, sie wird aber die üblichen Routinen aufweisen. Allerdings dürfte insbesondere die IANA-Transition einen Schwerpunkt bilden, die dann ihren Anfang genommen haben wird, nachdem der IANA-vertrag am 30.09.2016 ausläuft.

Das 57. ICANN-Meeting findet vom 03. bis 09. November 2016 im Novotel & HICC Complex Hyderabad, Telangana 500081, Indien statt. Die Zimmer im Novotel sind bereits alle ausgebucht, so dass Interessierte auf nahgelegene andere Hotels ausweichen müssen. Eine Liste weiterer Hotels finden sich auf der Website zum 57. Meeting.

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Der Domain-Newsletter von domain-recht.de ist der deutschsprachige Newsletter rund um das Thema "Internet-Domains". Unser Redeaktionsteam informiert Sie regelmäßig donnerstags über Neuigkeiten aus den Bereichen Domain-Registrierung, Domain-Handel, Domain-Recht, Domain-Events und Internetpolitik.

Seite 1 von 406
Top