Newsletter-Ausgabe #409: April 2008

Themen: AGB-Klausel – NSI nutzt Subdomains für Parking | .eu – Europa-Domain feiert 2. Geburtstag! | TLDs – Neues von .me, .asia und .wf | hOLG Hamburg – Haftung für Beiträge Dritter | Pizza & Co. – Millionen im Dreierpack | Domainer – von ICANN ungeliebt? | Konferenz – T.R.A.F.F.I.C. East in Orlando

AGB-Klausel – NSI nutzt Subdomains für Parking

Der US-Registrar Network Solutions Inc. (NSI), erst Anfang des Jahres wegen umstrittenem Domain-Tasting bei Suchanfragen seiner Kunden heftig kritisiert, ist erneut in die Schlagzeilen geraten: wie das Online-Magazin Techcrunch berichtet, nutzt NSI Subdomains seiner Kunden, um darauf Werbung zu schalten.

Aufgedeckt hat den vermeintlichen Skandal der Betreiber des Gaming-Portals gotgame.com, der seine Domain bei NSI hostet. Per Zufall stellte er fest, dass von ihm ungenutzte Subdomains wie etwa app.gotgame.com zu Parking-Seiten von NSI führen, darunter Text-Links zu „Poker Tournaments“ und „Texas Holdem Games“; die Seite ist inzwischen nicht mehr erreichbar. Auch bei einigen anderen Subdomains sollen Parking-Seiten abrufbar gewesen sein; eine Suche über DomainTools ergab laut Techcrunch, dass insgesamt 294.438 weitere Webseiten mit der IP-Adresse verbunden waren, die zu app.gotgame.com geführt hat. Die Nachricht, erstmals gemeldet am 8. April 2008, verbreitete sich wie ein Lauffeuer rund um den Planeten, und fand sich auch in deutschsprachigen Online-Magazinen wieder.

Doch dürfte die Aufregung, die der Bericht von Techcrunch ausgelöst hat, vergeblich sein, denn diese Art der Nutzung erfolgt mit Wissen der Domain-Inhaber – zumindest, wenn sie sich zuvor durch ein allerdings über 59.000 Wörter starkes „Service Agreement“ gekämpft haben. Dort heisst es in Version Nummer 7.8.4 in Abschnitt A unter Ziffer 11 zu dem Stichwort „Under Construction Page“, dass sich der Nutzer einverstanden erklärt, dass jede Subdomain, die nicht zu einer bei NSI gehosteten, aktiven Website führt, zu Parking-Zwecken genutzt werden darf. Wie dort ebenfalls vermerkt ist, steht es den Nutzern jedoch frei, diese Einstellung jederzeit über ihren Kundenaccount zu ändern; es muss lediglich ein Häkchen angeklickt werden. Entsprechend sind einige Magazine bereits zurückgerudert und haben ihre Leser auf die OptOut-Möglichkeit hingewiesen.

Zurück bleibt ein fader Beigeschmack, der NSI einmal mehr in ein fragwürdiges Licht stellt. Ob vom Kunden eines Registrars und Hosting-Anbieters erwartet werden kann, sich zuvor durch ein fast 60.000 Wörter starkes Vertragsstück zu wühlen, muss ernstlich bezweifelt werden; andererseits trägt jeder Domain-Inhaber auch Verantwortung dafür, was er mit seiner Domain anstellt, und sei es nur, dass er ungenutzte Subdomains schlicht löscht.

Das „Service Agreement“ von NSI finden Sie unter:
> http://short4u.de/48039a1286bd9

Quelle: techcrunch.com, arstechnica.com, theregister.co.uk

.eu – Europa-Domain feiert 2. Geburtstag!

Die europäische Top Level Domain .eu (dotEU) feiert ihren zweiten Geburtstag: seit dem 7. April 2006 können sich Einzelpersonen und Unternehmen mit Sitz in einem der 27 EU-Mitgliedsstaaten unter .eu im Internet repräsentieren. Doch trotz viel Licht findet sich auch mancher Schatten.

Egal ob Milka, Bridgestone und Versace – kaum eine weltberühmte Marke verzichtet auf einen Auftritt unter .eu. Über 2,8 Millionen .eu-Domains haben Unternehmen, Nichtregierungsorganisationen und EU-Bürger in den letzten zwei Jahren registriert, Tendenz steigend; laut .eu-Verwalter EURid kommen pro Werktag etwa 2.500 Domains hinzu. Damit hat sich .eu einen Platz unter den 10 grössten Top Level Domains der Welt gesichert und steht heute im Wettbewerb mit lange etablierten Endungen wie .com, .net und .de. Entsprechend erfreut zeigte sich Viviane Reding, EU-Kommissarin für die Informationsgesellschaft und Medien, in einer Pressemitteilung: „In meiner Vorstellung von einer europäischen Informationsgesellschaft, die alle einbezieht, steht die Schaffung eines vertrauenswürdigen Umfelds mit eigener europäischer Identität an vorderster Stelle. Die ersten Nutzer haben sofort den Wert der Domäne „.eu“ erkannt und die Chance ergriffen, ihre eigene europaweite Ausrichtung hervorzuheben.“ Und auch den Fahrplan für die Zukunft gibt Reding vor: „Je stärker der europäische Telekommunikations-Binnenmarkt wird, desto besser müssen wir dafür sorgen, dass .eu-Domänen sichtbarer, sicherer und erschwinglicher werden.“.

Bei den Registrierungszahlen pro Land steht, wie sich bereits unmittelbar nach Registrierungsstart angedeutet hat, Deutschland mit 31,4% weiterhin an erster Stelle, gefolgt von den Niederlanden (13,4%), dem Vereinigten Königreich (13,3%), Frankreich (7,3%) und Italien (5,1%). Allerdings beginnt sich dieses Bild zu verschieben, wie die Zuwachszahlen belegen: Bei einer Gesamtsteigerung von 11% hat die Anzahl der registrierten .eu-Domains im Jahr 2007 in Polen um 48,6% zugenommen, danach folgen Litauen (48,4%) und Finnland (39,9 %). Ebenso wichtig sind neben den reinen Registrierungszahlen die aktiven Angebote: 80% aller .eu-Domains führen derzeit zu aktiven Webseiten oder eMail-Servern; eine vergleichbare Quote hat auch Branchenprimus .com. Zudem sind 80% der registrierten .eu-Domains für das zweite Jahr verlängert worden.

Trotz aller Statistiken nicht zu verkennen ist allerdings, dass dotEU seit einiger Zeit stagniert. So entfallen ca. 2,6 Millionen von derzeit etwa 2,77 Millionen .eu-Domains auf Registrierungen bis April 2007, also innerhalb des ersten Jahres. Für Statistiker: zum 1. April 2007 notierte .eu bei 2.600.796 Domains, so dass sich das Wachstum im zweiten Jahr eher bescheiden ausnimmt. Dass .eu das Potential hat, in die Top 5 der weltweit wichtigsten TLDs aufzurücken, ist unstreitig; allerdings wünschen sich nicht nur Registrare, dass Verwalter EU-Rid, wie bei der Einführung angekündigt, tief in die Werbekiste greift und mit einer europaweit abgestimmten Imagekampagne dotEU noch bekannter und beliebter macht – eine frisch aufpolierte Registry-Website kann da erst der Anfang sein.

Weitere Informationen zu dotEU finden Sie unter:
> http://www.eurid.eu

Registrierung von .eu-Domains für nur EUR 29,- im Jahr möglich zum Beispiel unter:
> http://www.united-domains.de/eu-domain

Quelle: eurid.eu, europa.eu, eigene Recherche

TLDs – Neues von .me, .asia und .wf

Sie kennen .eu, Sie kennen .asia – aber .arab? Schon Ende des Jahres 2008 sollen erste Entscheidungen über die Einführung dieser geoTLD für den großarabischen Raum fallen. Was es sonst noch gab, hier unser Überblick.

Afilias, Partner der mazedonischen Domain-Verwaltung .ME Registry, hat den Rollout-Plan für die Einführung der neuen .me-Domains veröffentlicht. Der Startschuss für die „General Sunrise Period“ fällt am 6. Mai 2008; 14 Tage lang können Inhaber von Markenrechten ihre .me-Domain bevorrechtigt anmelden. Am 6. Juni 2008 beginnt dann eine dreiwöchige Landrush-Phase, an der jedermann auch ohne besondere Rechte teilnehmen und sich seine Wunsch-Domain vormerken kann. Gibt es mehrere Vormerkungen für die gleiche Domain, hat sich auch Afilias – wie schon .asia – für ein Auktionsmodell entschieden, bei dem die Domains meistbietend versteigert werden. Auch ausgewählte Premium-Domains wie contact.me, drive.me und fly.me sollen versteigert werden. Ab dem 17. Juli 2008 startet dann der reguläre Live-Betrieb, in dem .me-Domains auf Basis des Prioritätsprinzips „first come, first served“ vergeben werden. Die Zeichen, dass die (laut LA Times) narzisstische .me-Domain erfolgreich wird, stehen gut: neben Afilias zählt mit GoDaddy.com einer der grössten Domain-Registare der Welt zu den Partnern.

Bei DotAsia, Verwalter der neuen Asien-Domain .asia, freut man sich auch nach dem Übergang in den regulären Registrierungsbetrieb über rege Anmeldungen. „An den ersten fünf Tagen nach Beginn der Live-Period am 26. März 2008 hatten wir durchschnittlich etwa 10.000 Registrierungen täglich“, so Edmon Chung, CEO von DotAsia. „Aktuell haben sich die Registrierungszahlen bei beständig etwa 3.000 bis 5.000 Domains täglich eingependelt.“ Dabei scheint sich .asia zunehmend auf seine Kernregion zu konzentrieren: die meisten Anmeldungen stammen aus China, Australien, Neuseeland, Indien und Korea. Wie Chung weiter verriet, sind sämtliche Bewerbungen aus der Sunrise-Period inzwischen validiert; die Erfolgsrate lag bei über 95 Prozent. Für über 45.000 Domains aus der Landrush-Period heisst es dagegen nun, ab in die Versteigerung zu gehen. Details werden in den kommenden Wochen veröffentlicht.

Und dann wäre da noch die Geburtsstunde eines Domain-Exoten: wie die französische Domain-Verwaltung AFNIC bekannt gegeben hat, sind auf Wunsch von Wallis & Futuna, einem französischen Überseeterritorium, nordöstlich von Fidschi gelegen, die ersten 13 .wf-Domains in der Geschichte dieser Landesendung registriert worden. Anlass hierfür war offenbar der Anschluss an eine Internet-Breitbandverbindung. Die „Wilde 13“ bildet jedoch erst den Auftakt der Vermarktung der Endung; Gespräche hierzu dauern an. Darüber hinaus verwaltet AFNIC auch die beiden Länderkürzel .pm (Saint-Pierre & Miquelon) und .yt (Mayotte); deren Vergabebestimmungen werden derzeit ebenfalls diskutiert. Wann und wo Domains unter diesen drei Endungen angemeldet werden können, ist aber noch nicht bekannt.

Weitere Informationen zu .me finden Sie unter:
> http://www.domain.me

Registrierung von .asia-Domains für nur EUR 49,- pro Domain und Jahr möglich zum Beispiel unter:
> http://www.united-domains.de/asia-domain/

Quelle: domainesinfo.fr, afnic.fr, domain.me

hOLG Hamburg – Haftung für Beiträge Dritter

Die Frage der Haftung von Blogs, Forenbetreibern und anderen ist in Zeiten des „Web 2.0“ brisant wie nie. Das hanseatische Oberlandesgericht Hamburg hat in einer Entscheidung vom September 2007, die vor kurzem öffentlich wurde, eine feine Variante beschrieben, die zeigt, in welchen Fällen ein Community-Betreiber die von Dritten eingestellten Bilder sich zu eigen macht und also haftet.

Der Kläger fertigt Bilder von Nahrungsmitteln und Speisen, die auf einem Internetangebot seiner Frau, indem sie Rezepte zusammengestellt hat, eingestellt werden. Die Beklagten betreiben ihrerseits eine Rezeptsammlung. Die Rezepte unter diesem Angebot werden zu einem erheblichen Teil von Privatpersonen auf die Seite der Beklagten hochgeladen. Auf dieses Angebot der Beklagten wurden von Privatpersonen zu ihren Rezepten mehrfach Bilder des Klägers hochgeladen. Der Kläger sieht darin eine Urheberrechtsverletzung. Die Beklagten hatten deswegen bereits mehrfach Unterlassungs- und Verpflichtungserklärungen abgegeben. Allerdings sah der Kläger mit diesen Erklärungen nicht die Wiederholungsgefahr ausgeräumt und klagte vor dem LG Hamburg (Urteil vom 04.08.2006, Az.: 308 O 814/05) und bekam weitestgehend Recht. Die Beklagten legten gegen die Entscheidung Berufung beim Oberlandesgericht Hamburg ein; sie stehen auf dem Standpunkt, urheberrechtlich nicht dafür haften zu müssen, was Dritte auf ihrer Internetseite einstellen. Die ihnen zumutbaren Maßnahmen zur Verhinderung der Rechtsverstöße hätten sie bereits ergriffen.

Das hanseatische Oberlandesgericht Hamburg bestätigt in seinem Urteil vom 26.09.2007 (Az.: 5 U 165/06) im großen und ganzen die Entscheidung des Landgerichts. Es sieht die Verantwortung bei den Beklagten, bemisst die Höhe des Schadensersatzes jedoch geringer. Die Beklagten haften, weil sie als Diensteanbieter im eigenen, kommerziellen Interesse Dritten die Möglichkeit bieten, Bilder und Texte bei sich hochzuladen und einzustellen (§ 7 Abs. 1 TMG). Damit machten sie sich die Inhalte als Kernelement ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit zu Eigen; sie gelten somit nicht einfach als Störer, sondern unmittelbar Handelnde einer Urheberrechtsverletzung. Entsprechend müssen die Beklagten geeignete Schutzmaßnahmen ergreifen, um Urheberrechtsverstöße zu verhindern. Die können nach Ansicht des Gerichts in einer entsprechenden geforderten Auskunft des Dritten liegen.

Besonderes Augenmerk erhielt die Frage des „sich zu Eigenmachens“ der Inhalte Dritter durch die Beklagten. Ausschlaggebend für die Beurteilung war das Gesamtgepräge der Homepage der Beklagten. Dabei kam es nicht auf die fehlende Absicht der Beklagten an, die von Dritten auf ihr Angebot eingestellten Inhalte sich im Rechtssinne zu Eigen zu machen. Die Gestaltung der Internetseite, die sich als Themenportal darstellt, auf dem sich zahlreiche informative und kommerzielle Angebote finden, war ausschlaggebend. Sie vermittelt für den Nutzer gerade den Eindruck, dass die Inhalte redaktionell bereitgestellt werden, auch wenn erkenntlich ist, dass viele Rezepte und Bilder von Dritten eingestellt werden. Dieses Gesamtgepräge unterscheide das Angebot grundlegend von Internet-Marktplätzen, Foren oder Chatrooms, bei denen es deutlich um Drittinhalte gehe, meint das Gericht. Zudem markierten die Beklagten die rechtsverletzenden Inhalte auch als eigene, mit dem Symbol einer Kochmütze, und erklärten auf ihrer Internetseite, die von Dritten eingestellten Rezepte vor Freischaltung zu prüfen.

So geben uns die Hamburger Gerichte eine Facette mehr, in den Fällen der „Forenhaftung“. Dass das hOLG Hamburg hier differenziert Überlegungen zur Form und Gestaltung des jeweiligen Internetangebots gibt, macht deutlich, dass wir es in der Regel eben doch mit Einzelfallentscheidungen zu tun haben. Die vor einer gerichtlichen Entscheidung korrekt einzuschätzen, ist damit das Problem des Anbieters – sobald er abgemahnt wird.

Das Urteil des hanseatischen Oberlandesgericht findet man unter:
> http://medien-internet-und-recht.de/pdf/VT_MIR_2008_064.pdf

Wer einen Überblick über das Haftungsrecht der Forenbetreiber (Stand Dezember 2007) bekommen will, dem sei das Skript zum Thema von Dr. Stephan Ott empfohlen:
> http://www.linksandlaw.de/forenhaftung-tmg.htm

Spezialisierte Anwälte findet man unter:
> http://www.domain-anwalt.de

Quelle: medien-internet-und-recht.de, eigene Recherche

Pizza & Co. – Millionen im Dreierpack

Die einschlägigen Medien haben in der vergangenen Woche deutlich auf den Kauf von pizza.com für US$ 2,6 Mio. hingewiesen. In dieser Woche kamen die höchstpreisigen Verkäufe von money.co.uk für US$ 2,4 Mio. und pizza.net für US$ 1,15 Mio. hinzu. Und ganz nebenbei wurden auch kleinpreisige Domains ganz normal verkauft.

Die britische Endung .co.uk zeichnet sich seit Jahren als interessante und preisstarke Domain-Endung aus, doch nun scheint sie in die Adelsklasse aufzusteigen. Die Domain money.co.uk erzielte nach Meldungen von thedomains.com und anderen den Preis von US$ 2,4 Mio., womit sie den höchsten Preis überhaupt für eine Länderendung erzielte. Darüber hinaus verkauften sich auch weitere britische Domains:

contemporaryrugs.com – US$ 30.000,- (ca. EUR 19.126,-)
genes.co.uk – GBP  5.900,- (ca. EUR  7.353,-)
skilled.co.uk – GBP  3.500,- (ca. EUR  4.362,-)
musculardevelopment.co.uk – EUR  4.000,-
domesticviolence.co.uk – GBP  1.400,- (ca. EUR  1.745,-)

Als sehr gut im Preis erwies sich auch eine kanadischen Domain: banks.ca war für US$ 41.000,- (ca. EUR 26.139,-) zu haben. Akzeptable Preise erzielten auch .de-Domains, allen voran edv.de mit EUR 15.000,-, gefolgt von

haiti.de – EUR  4.600,-
keepit.de – EUR  2.000,-
kidopia.de – EUR  1.810,-
inmediares.de – EUR  1.500,-
übernachten.de (IDN) – EUR  1.500,-

Im übrigen gabs die übliche bunte Mischung, wobei wieder .fr etwas zu bieten hatte, während .eu trotz Jubiläum nicht wirklich aufzuscheinen wusste:

ouest.fr – EUR  5.000,-
popsugar.fr – US$  4.000,- (ca. EUR  2.550,-)

datenschutz.eu – EUR  2.750,-
oli.es – EUR  2.500,-
frost.eu – EUR  2.350,-
opticalia.es – EUR  1.800,-
north.ca – US$  2.701,- (ca. EUR  1.722,-)
multiply.it – US$  2.500,- (ca. EUR  1.594,-)
expo.es – EUR  1.500,-

Die Endung .info meldet sich mit zwei Verkäufen zurück, die beide deutlich vor den registrierten .mobi-Verkäufen rangieren: vuelos.info erzielte EUR 10.200,-, gefolgt von affiliates.info zu EUR 4.900,-. Dagegen machen pcb.mobi mit US$ 4.995,- (ca. EUR 3.184,-) und fibers.mobi mit US$ 3.500,- (ca. EUR 2.231,-) keine guten Schnitte.

Beeindruckender als das Geschäft mit pizza.com ist der Preis von pizza.net, die auf einer Auktion bei godaddy.com US$ 1.150.000,- Mio. erzielte. Die Meinungen gehen auseinander, ob dieser Zahl gerechtfertigt ist, denn immerhin handelt es sich lediglich um eine .net-Domain. Der Verkäufer jedoch scheint einige Argumente auf seiner Seite zu haben, da nicht nur die Domain, sondern auch das Geschäft dahinter versteigert wurde. Der Zuschlag für diese Auktion ist erteilt, aber noch ist das Geschäft nicht abgewickelt. Die übrigen gTLD-Preise zeigen erfreuliche Ergebnisse, die weit über denen von .mobi liegen:

madrid.net – EUR 28.000,-
compraventa.org – EUR 18.000,-
jeu.org – EUR 10.300,-
handyvertrag.net – EUR  9.600,-
you.org – US$ 14.500,- (ca. EUR  9.244,-)
clean.net – US$ 12.000,- (ca. EUR  7.650,-)
ausbildung.net – US$  4.860,- (ca. EUR  3.098,-)
cameltoes.net – US$  4.600,- (ca. EUR  2.933,-)
dressup.org – US$  4.200,- (ca. EUR  2.678,-)
dibujos.net – US$  4.000,- (ca. EUR  2.550,-)
jazzmusic.net – EUR  2.500,-
motors.org – US$  3.800,- (ca. EUR  2.423,-)
alimony.net – US$  3.600,- (ca. EUR  2.295,-)
barbecues.net – US$  3.441,- (ca. EUR  2.194,-)
tomato.org – US$  3.311,- (ca. EUR  2.111,-)

Der Verkauf von pizza.com zum Preis von US$ 2,6 Mio. ist beeindruckend. Chris Clark hatte die Domain 1994 für US$ 20,- gekauft. Der Verkauf von vodka.com, berichtet cnet.com, habe ihn darüber nachdenken lassen, die Domain zu verkaufen. Der Gedanke und der Preis scheinen nicht nur auf den ersten Blick richtig gewesen zu sein, auch wenn man letzten Endes wohl noch mehr hätte daraus machen können: der Preis ist beeindruckend. In dieser Riege wirkt dann eine Domain wie skiresorts.com für US$ 850.000,- (ca. EUR 541.904,-) deutlich schwachbrüstiger, dabei ist das ein ausgezeichneter Preis. Weitere .com-Preise fallen zurückhaltender aus:

celibataire.com – EUR 25.000,-
contemporaryrugs.com – US$ 30.000,- (ca. EUR 19.126,-)
howtoinvest.com – US$ 23.000,- (ca. EUR 14.663,-)
stcatharines.com – US$ 19.000,- (ca. EUR 12.113,-)
motorize.com – US$ 18.000,- (ca. EUR 11.476,-)
657.com – US$ 16.101,- (ca. EUR 10.265,-)
weddingplace.com – US$ 16.000,- (ca. EUR 10.201,-)
microjuegos.com – EUR  9.600,-
udvd.com – US$ 15.000,- (ca. EUR  9.563,-)
hitradio.com – EUR  9.000,-

Weitere Domain-Preise finden Sie unter:
> http://www.domain-spiegel.de

Quelle: dnjournal.com, sedo.de, domainnamewire.com, cnet.com, thedomains.com

Domainer – von ICANN ungeliebt?

Anlässlich einer ICANN-Tagung in Dubai, die sich unter anderem mit einer zukünftigen geoTLD .arab beschäftigte, äußerte sich ICANN-Präsident und CEO Dr. Paul Twomey auch zur Frage des Geschäfts mit Domains. Wie thedomains.com berichtet, lassen seine Äußerungen für Domainer nichts Gutes hoffen, denn Domaining sei laut Twomey ein Problem.

Domaining? „It’s going to be an issue“, wird Twomey zitiert. Was Twomey wirklich sagte und tatsächlich meinte, bleibt unklar. Nachdem auf gulfnews.com ein Artikel von Scott Shuey mit kritischen Äußerungen von Twomey zum Domaining veröffentlicht war, griff Michael Gilmour diesen auf dem Blog thedomains.com auf und machte deutlich, dass ICANN etwas gegen Domainer habe: Domainer zählten laut Twomey, zitiert auf gulfnews.com, zu den Problemen der Domain-Industrie wie auch Cybersquatting und Typosquatting.

Kein Wunder, dass Domainer sich über die Äußerungen Twomeys und die Zukunftsaussichten für ihr einträgliches Geschäft aufregen. Doch reagierte ICANN auf den Artikel auf thedomains.com prompt, indem Jason Keenan, der in ICANNs Presseabteilung sitzt, sich an Jeffrey Behrendt von domainbits.com wandte und ihm ein Statement von Twomey als Reaktion auf den thedomains.com-Eintrag weiterleitete. Darin beteuerte Twomey, rein gar nichts gegen Domainer gesagt zu haben, sondern lediglich auf die Entwicklung eingegangen zu sein, wonach Domainer immer mehr auch auf ccTLD-Domains setzen. Diese Aussage griff nun wieder Scott Shuey in einem neuen Artikel auf gulfnews.com auf und teilte mit, dass Twomey die klare Aussage getroffen habe, im Mittleren Osten würden die Domainer ein Problem werden. Allerdings macht er auch deutlich, dass die Äusserungen Twomeys keineswegs so kritisch gewesen seien, wie sie von einigen Webseiten dargestellt werden. Derweil fordern immer mehr Domainer, Twomey müsse endlich als Präsident und CEO von ICANN Abschied nehmen.

Ist das nun alles in allem ein Sturm im Wasserglas, oder sind die Ängste der Domainer berechtigt? Nun, Domainer sind nicht gleich Domainer. Es gibt solche, die sich beim Sammeln ihrer Domains eher im dunkelgrauen Bereich bewegen und immer wieder auch Kennzeichenrechte Dritter verletzen. Diese stellen in der Tat eine Gefahr für alle, die guten wie die bösen Domainer, dar. Sie ziehen, wie in allen anderen Geschäftsbereichen dieser Welt, eine ganze Berufsgruppe in ein schlechtes Licht. Das ist in der Tat ein Problem. Wie ICANN damit umgehen wird, wird man sehen.

Den ursprünglichen Artikel auf gulfnews.com findet man hier:
> http://www.gulfnews.com/technology/internet/10203231.html

Quelle: thedomains.com, gulfnews.com, domainbits.com, domainnamenews.com

Konferenz – T.R.A.F.F.I.C. East in Orlando

Die diesjährige T.R.A.F.F.I.C. East steht an. Rick Schwartz und Howard Neu laden zu ihrer 11. T.R.A.F.F.I.C.-Veranstaltung, die diesmal wieder im Osten, nämlich in die Disney-Stadt Orlando in Florida, vom 20. bis 24. Mai 2008 stattfindet.

Die Agenda für die viertägige Veranstaltung steht aktuell noch nicht fest; doch soll es die wichtigste aller T.R.A.F.F.I.C.-Veranstaltungen bisher sein. Schwerpunkt ist, neben der wieder einmal größten Domain-Auktion überhaupt, die kreative Fortentwicklung der Internetgrundstücke: Vermarktung im besten Sinne scheint das Ziel zu werden, mit Walt Disney als kreativem Kopf als Vorbild. Domains zu parken war gestern, zukünftig müssen echte Geschäfte unter den Domains entstehen. Rick Schwartz deutete diese bereits an, als er sich von seinem Weblog verabschiedete.

Die T.R.A.F.F.I.C. East wird im schönen Grand Floridian Hotel in Orlando, Florida zelebriert. Teilnehmen kann man nach Anmeldung. Die Gebühren liegen bei US$ 695,- für Familienmitglieder und US$ 1.995,- für die Standardteilnahme; Gruppenkarten gibt es auch.

Weitere Informationen und Anmeldung unter:
> http://www.targetedtraffic.com

Quelle: targetedtraffic.com

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