Newsletter-Ausgabe #404: März 2008

Themen: VeriSign – weltweit mehr als 153 Mio. Domains | Fusu – Premium-Domains für jedermann | TLD-Update – Neues von .eu, .rs und .cr | TLD-Update – Neues von .eu, .rs und .cr | OLG Frankfurt – Neues zu AdWords vs. Metatags | Buchtipp – Neuauflage des Skriptum Internetrecht | auditors.com – Buchprüfer zählen US$ 125.000,- | Paris – 32. ICANN-Meeting im Juni

VeriSign – weltweit mehr als 153 Mio. Domains

VeriSign Inc., Verwalter der beiden generischen Top Level Domains .com und .net, hat den „Domain Name Industry Brief“ neu veröffentlicht. Demnach ist die Zahl der weltweit registrierten Domain-Namen im Jahr 2007 um fast 33 auf nunmehr 153 Mio. angestiegen.

In seinem zum Stichtag 31.12.2007 veröffentlichten Industry Brief hat VeriSign allen Anlass, die Rekordglocken zu läuten. Quer über alle Top Level Domains dieser Welt waren zum Ende des Jahres 2007 die Registrierungen auf über 153 Millionen angestiegen, womit im Jahr 2007 netto insgesamt fast 33 Millionen Domains neu registriert wurden. Von den 153 Millionen Domains entfallen etwa 58 Millionen auf Länderendungen (ccTLDs), so dass sich die generischen Adressen auf rund 95 Millionen summieren. Besonders beachtlich: die Zahl der Länderendungen ist im Jahresvergleich um 33 Prozent explodiert, was zum einen das gestiegene Interesse der lokalen Internet Communities an ihrem eigenen Länderkürzel dokumentiert, für Inhaber von Kennzeichenrechten zugleich aber eine umfassende Abdeckung unter möglichst vielen TLDs immer notwendiger macht, um potentiellen Rechtsverletzungen vorzubeugen.

Schaut man sich die Länderendungen im Detail an, so fällt auf, dass vor allem .cn (China), .ru (Russland), .es (Spanien) und .tv (Tuvalu) ein beeindruckendes Wachstum zeigen und allein im 4. Quartal 2007 zweistellige Zuwachsraten gegenüber dem Vorquartal aufweisen. Die Ursachen hierfür sind nach Einschätzung von VeriSign vielfältig: während .cn von Sonderaktionen bei den Gebühren profitiert, wächst bei .ru allgemein die Zahl der Internetnutzer, während sich bei .es langsam die Erfolge der Liberalisierung einstellen; bei .tv hat VeriSign als Verwalter schließlich ganz uneigennützig massiv Werbung betrieben, um die Vorteile der Endung für Medien-Inhalte bewusster zu machen.

Bei .com und .net, den nach wie vor wichtigsten generischen Endungen, bleiben die Zeichen ebenfalls auf Wachstum. So stieg ihre Gesamtzahl auf über 80,4 Millionen, was einen Anstieg um 24 Prozent im Jahresvergleich bedeutet. Erfreulich ist dabei, dass sich die so genannte „renewal rate“, also der Anteil der Registrierungsverträge, welche vom Inhaber verlängert werden, nun bereits seit einigen Jahren bei etwa 75 Prozent einpendelt. Noch wichtiger: etwa 89 Prozent der registrierten .com- und .net-Domains lösen auf eine aktive Website auf, werden also tatsächlich genutzt; allerdings können die zahlreichen Parking-Seiten diese Statistik leicht verwässern. Schließlich wagt man bei VeriSign einen Ausblick auf IPv6: mehr als 100 Registries unterstützen bereits das Nachfolgeprotokoll, auch die Root Name Server sind umgestellt – die Voraussetzungen für weiteres Wachstum sind also geschaffen!

Den vollständigen Domain Name Industry Brief finden Sie hier:
> http://www.verisign.com/static/043379.pdf

Quelle: versign.com

Fusu – Premium-Domains für jedermann

Erstklassige Domains für jedermann: die slowakische Domain-Börse Fusu bietet über ein neuartiges Konzept ab sofort jedermann die Möglichkeit, Mitinhaber einer Premium-Domain zu werden. Die Idee ist dem klassischen Aktienhandel entliehen: statt alleine eine Domain zu halten, erwerben viele Inhaber einen Anteil.

Das Konzept ist ebenso einfach wie verblüffend: während Investoren früher viel Geld in die Hand nehmen mussten, um eine besonders attraktive Premium-Domain zu erwerben, teilt Fusu die Inhaberschaft an der Domain auf mehrere Personen auf. Dieses von Fusu IDO (Initial Domain Offering) getaufte Konzept feierte mit den drei Domains eel.com, warning.com und flowers.mobi vergangene Woche seine Premiere. Bei eel.com funktionierte das wie folgt: während der letzten T.R.A.F.F.I.C.-Konferenz in Las Vegas erwarben die Brüder David und Michael Castello, denen eines der besten Portfolios weltweit gehört, die Domain eel.com. 10% der Anteile (oder 25.000 Stück) an eel.com verkauften die Castello-Brüder in einem IDO über Fusu weiter. Ähnlich ging auch Domain-König Rick Schwartz vor, der über Fusu Anteile an der im Jahr 2007 für US$ 200.000,- erworbenen flowers.mobi unters Volk brachte. Neun Investoren beteiligten sich an der Domain; verkauft er sie nun weiter, erhalten sie zusammen zehn Prozent des Verkaufspreises.

Dass Fusu mit seinem IDO erst ganz am Anfang steht, zeigen die Domains rvx.com und recycle.it. Ihr Schätzwert von US$ 5.000,- bzw. US$ 150.000,- lockte nicht genügend Investoren, so dass nicht sämtliche Anteile verkauft wurden. Im Fall von rvx.com kontert Fusu daher nun mit dem geringeren Schätzwert von nur US$ 4.000,- und zugleich einer höheren Anzahl an Anteilen, so dass der Preis pro Anteil sinkt. Doch es bleibt abzuwarten, ob die Domainer nicht ohnehin nur auf „blue chips“ setzen, oder sie auch von weniger attraktiven Domains angezogen werden. Da die Anteile an der Domain dann weitergehandelt werden können, entwickeln sich hieraus möglicherweise auch Zugaben im Rahmen von anderen attraktiven Deals; selbst eine „feindliche Übernahme“ einer Domain scheint denkbar.

In einer Auswertung der ersten IDOs teilt Fusu mit, dass 50% der Gewinnergebote von kleineren Investoren kamen, die 500 oder weniger Anteile erworben haben. Das grösste Interesse zeigen bisher Domainer aus den USA und Indien. Ferner verkauften sich in den ersten zehn Tagen 207.928 Anteile weiter. Für verlässliche Prognosen über den Erfolg dieses Konzepts ist es daher sicher noch zu früh; bereits jetzt darf sich Fusu aber freuen, ein attraktives, innovatives Geschäftsmodell auf die Füsse gestellt zu haben, dass in Anlehnung an den Aktienhandel Potential für die Zukunft verspricht. Voraussetzung ist jedoch, dass sich weiterhin genügend Inhaber attraktiver Adressen freuen, andere daran Teil haben zu lassen; die laufenden Auktionen von Domains wie poker.in geben Anlass zur Hoffnung.

Weitere Informationen finden Sie unter:
> http://www.fusu.com

Quelle: fusu.com, domainnews.com

TLD-Update – Neues von .eu, .rs und .cr

Dominierten vergangene Woche noch die generischen Top Level Domains das Geschehen, hat sich das Blatt diesmal wieder gewendet: mit .eu, .rs und .cr haben gleich drei Länderkürzel Neues zu vermelden. Abgerundet wird das Bild mit zwei Kurzmeldungen zu .jp und .se.

EURid, die in Brüssel ansässige Verwaltungsstelle für alle Domain-Namen mit der Endung .eu (dotEU), hat die Regelungen für seine WHOIS-Daten leicht modifiziert. Um den Schutz persönlicher Daten zu verbessern, erhält man bei der WHOIS-Suche künftig gleich die Mitteilung, ob eine .eu-Domain verfügbar, vergeben oder von der Registrierung ausgenommen ist. Damit dürfte den meisten bereits geholfen sein. Will man weitere Informationen zu einer registrierten Domain, gibt man wie gewohnt in einem zweiten Schritt einen so genannten „Captcha“-Code ein, um sicherzustellen, dass die WHOIS-Daten nicht massenhaft automatisiert abgefragt werden. Erst dann erhält man weitere Informationen zur Domain. Allerdings bleibt es dabei, dass EURid nur sehr eingeschränkt Angaben zum Inhaber macht, insbesondere in aller Regel nur dessen eMail-Adresse veröffentlicht. Will man dann mehr erfahren, bedarf es einer gesonderten Anfrage bei EURid; hierfür steht unter „Downloads/Dokumente“ ein Musterformular zur Verfügung.

Aus gegebenem Anlass wollen wir diesmal nochmals auf .rs hinweisen: seit Montag, dem 10. März 2008 hat das National Register of Internet Domain Names (RNIDS) den Registrierungsbetrieb aufgenommen. Egal ob Einzelperson oder Unternehmen, egal ob Wohn- bzw. Unternehmenssitz in Serbien oder nicht – nahezu jedermann kann damit über einen der aktuell 27 akkreditierten Registrare .rs-Domains anmelden, solange nur der Admin-C Serbe ist. Mit .co.rs, .org.rs, .edu.rs und .in.rs stehen fünf Subdomains zur Verfügung, die Endungen .ac.rs und .gov.rs sind akademischen und staatlichen Institutionen vorbehalten. Für die etwa 20.000 alten .yu-Domains gibt es eine Schonfrist bis zum 30. September 2009, Details für die Zeit danach gibt RNIDS noch rechtzeitig bekannt.

In Costa Rica hat die Domain-Verwaltung ihren Plan zur Liberalisierung überraschend schnell umgesetzt: bereits seit dem 3. März 2008 können .cr-Domains direkt unterhalb von .cr als Second Level Domains registriert werden. Diese Ebene tritt neben die bisher sieben offiziellen Subdomains, löst diese also nicht ab. Für 90 Tage haben die Inhaber von .cr Third Level Domains ein Erstzugriffsrecht auf das kürzere Pendant, wobei im Fall von Mehrfachbewerbungen der schnellere seine Domain bekommt. Weitere Informationen finden sich auf der Registry-Website, derzeit allerdings leider nur in spanischer Sprache; der englische Teil wird überarbeitet.

Zum Schluss noch zwei Kurzmeldungen: im Januar 2009 wechselt Schwedens Endung .se zu einem Registry-Registrar-System, so dass der Registrar mehr Kontrolle über die Domain erhält. Und eine erfreuliche Meldung aus Japan: .jp ist in den Kreis der Millionäre aufgestiegen; seit dem 1. März gibt es mehr als eine Million registrierte .jp-Domains.

Weitere Informationen zu .eu finden Sie unter:
> http://eurid.eu

Weitere Informationen zu .rs finden Sie unter:
> http://www.nic.rs/home.php?lang=en

Weitere Informationen zu .cr finden Sie unter:
> http://www.nic.cr

Quelle: eurid.eu, domainesinfo.fr, domainnews.com

TLD-Update – Neues von .eu, .rs und .cr

Dominierten vergangene Woche noch die generischen Top Level Domains das Geschehen, hat sich das Blatt diesmal wieder gewendet: mit .eu, .rs und .cr haben gleich drei Länderkürzel Neues zu vermelden. Abgerundet wird das Bild mit zwei Kurzmeldungen zu .jp und .se.

EURid, die in Brüssel ansässige Verwaltungsstelle für alle Domain-Namen mit der Endung .eu (dotEU), hat die Regelungen für seine WHOIS-Daten leicht modifiziert. Um den Schutz persönlicher Daten zu verbessern, erhält man bei der WHOIS-Suche künftig gleich die Mitteilung, ob eine .eu-Domain verfügbar, vergeben oder von der Registrierung ausgenommen ist. Damit dürfte den meisten bereits geholfen sein. Will man weitere Informationen zu einer registrierten Domain, gibt man wie gewohnt in einem zweiten Schritt einen so genannten „Captcha“-Code ein, um sicherzustellen, dass die WHOIS-Daten nicht massenhaft automatisiert abgefragt werden. Erst dann erhält man weitere Informationen zur Domain. Allerdings bleibt es dabei, dass EURid nur sehr eingeschränkt Angaben zum Inhaber macht, insbesondere in aller Regel nur dessen eMail-Adresse veröffentlicht. Will man dann mehr erfahren, bedarf es einer gesonderten Anfrage bei EURid; hierfür steht unter „Downloads/Dokumente“ ein Musterformular zur Verfügung.

Aus gegebenem Anlass wollen wir diesmal nochmals auf .rs hinweisen: seit Montag, dem 10. März 2008 hat das National Register of Internet Domain Names (RNIDS) den Registrierungsbetrieb aufgenommen. Egal ob Einzelperson oder Unternehmen, egal ob Wohn- bzw. Unternehmenssitz in Serbien oder nicht – nahezu jedermann kann damit über einen der aktuell 27 akkreditierten Registrare .rs-Domains anmelden, solange nur der Admin-C Serbe ist. Mit .co.rs, .org.rs, .edu.rs und .in.rs stehen fünf Subdomains zur Verfügung, die Endungen .ac.rs und .gov.rs sind akademischen und staatlichen Institutionen vorbehalten. Für die etwa 20.000 alten .yu-Domains gibt es eine Schonfrist bis zum 30. September 2009, Details für die Zeit danach gibt RNIDS noch rechtzeitig bekannt.

In Costa Rica hat die Domain-Verwaltung ihren Plan zur Liberalisierung überraschend schnell umgesetzt: bereits seit dem 3. März 2008 können .cr-Domains direkt unterhalb von .cr als Second Level Domains registriert werden. Diese Ebene tritt neben die bisher sieben offiziellen Subdomains, löst diese also nicht ab. Für 90 Tage haben die Inhaber von .cr Third Level Domains ein Erstzugriffsrecht auf das kürzere Pendant, wobei im Fall von Mehrfachbewerbungen der schnellere seine Domain bekommt. Weitere Informationen finden sich auf der Registry-Website, derzeit allerdings leider nur in spanischer Sprache; der englische Teil wird überarbeitet.

Zum Schluss noch zwei Kurzmeldungen: im Januar 2009 wechselt Schwedens Endung .se zu einem Registry-Registrar-System, so dass der Registrar mehr Kontrolle über die Domain erhält. Und eine erfreuliche Meldung aus Japan: .jp ist in den Kreis der Millionäre aufgestiegen; seit dem 1. März gibt es mehr als eine Million registrierte .jp-Domains.

Weitere Informationen zu .eu finden Sie unter:
> http://eurid.eu

Weitere Informationen zu .rs finden Sie unter:
> http://www.nic.rs/home.php?lang=en

Weitere Informationen zu .cr finden Sie unter:
> http://www.nic.cr

Quelle: eurid.eu, domainesinfo.fr, domainnews.com

OLG Frankfurt – Neues zu AdWords vs. Metatags

Mittlerweile gibt es zahlreiche Entscheidungen zu Kennzeichenrechtsverletzungen durch AdWords-Werbung und Metatags. Nicht immer ist diese Rechtsprechung einheitlich, sie muss es auch nicht sein. Das OLG Frankfurt/M macht, anders als andere Obergerichte, in seiner aktuellen Entscheidung deutlich, dass AdWords und Metatags mit zweierlei Maß zu messen sind.

Erst kürzlich haben wir eine Entscheidung des Landgerichts in Braunschweig (Urteil vom 30.01.2008, Az.: 9 O 2958/07 (445)) zu der Problematik besprochen (Domain-Newsletter #399). Diesmal durfte sich das Oberlandesgericht Frankfurt (Beschluss vom 26.02.2008, Az.:3/11 O 16/08) mit der gleichen Frage auseinandersetzen: Wann liegt eine Kennzeichenrechtsverletzung vor, wenn ein Kennzeichen als Keyword für eine Google-AdWords Anzeige genutzt wird?

Sowohl die Antragstellerin als auch die Antragsgegnerin vertreiben jeweils unterschiedliche Erfrischungsgetränke. Die Antragstellerin ist Lizenznehmerin für die Marke, unter der sie ein Erfrischungsgetränk vertreibt. Sie wirft der Antragsgegnerin die unrechtmäßige Benutzung der Marke im Rahmen von Google-AdWords vor. Sie habe für ihre Google-Anzeige die erweiterte Option „weitgehend passende Keywords“ gewählt, weshalb nun bei Eingabe bestimmter Suchbegriffe eine Anzeige der Antragsgegnerin erscheine, während das Suchergebnis das Angebot der Antragstellerin ausweise. Nachdem die Antragstellerin vor dem Landgericht Frankfurt/M keinen Erfolg hatte, ging sie vor das Oberlandesgericht, das die Sache nochmals ausführlich prüfte.

Das OLG Frankfurt/M schloss sich in seinem Beschluss vom 26. 02.2008 (Az.:3/11 O 16/08) der Ansicht der Vorinstanz an und wies den Antrag der Antragstellerin zurück. Aus Sicht des OLG Frankfurt war der Antragsgegnerin keine Kennzeichenrechtsverletzung vorzuwerfen. Es unterschied sehr deutlich zwischen Metatags und Google-AdWords, wobei erstere sich auf das Suchergebnis auswirken und letztere lediglich Einfluß auf die Platzierung der Werbeanzeige hätten. Das stelle keine kennzeichenrechtliche Benutzungshandlung dar, soweit die Werbeanzeige als solche klar erkennbar und von dem Suchergebnis getrennt dargestellt werde. Damit grenzte sich das Gericht von früheren Entscheidungen des OLG Braunschweig und des OLG Stuttgart ab. Das OLG Frankfurt vertritt die Auffassung, die Nutzung des Kennzeichens als Keyword für AdWords wirke beim Internetnutzer nicht als kennzeichenrechtlicher Herkunftshinweis der Waren oder Dienstleistungen. Die Lotsenfunktion des Kennzeichens wird im Falle der Anzeige nur zur Präsentation einer Werbung genutzt, die als solche auch erkennbar ist. Der Eindruck, es bestehe eine wie auch immer geartete Verbindung zwischen den beworbenen Waren und dem Geschäftsbetrieb des Zeicheninhabers, wird so aber nicht erweckt.

Da aufgrund dieser Argumentation eine markenmäßige Benutzung eines Kennzeichens schon dann ausscheidet, wenn das Kennzeichen selbst als AdWord verwendet wird, gilt dies erst recht, soweit der Werbende anders lautende AdWords angegeben hat, welche erst durch die Wahl der Option „weitgehend passende Keywords“ vom Betreiber der Suchmaschine dem (fremden) Kennzeichen zugeordnet wird. Im Hinblick darauf war der Antragsgegnerin nichts vorzuwerfen.

Weiter stellte sich die Frage nach einer wettbewerbswidrigen Rufausbeutung durch die Antragsgegnerin (§§ 4 Nr. 10, 5 UWG), die das OLG Frankfurt/M zurückwies, indem es einen Vergleich mit herkömmlichen Werbeanzeige in Printmedien zog, wo man oft genug Werbeanzeigen im Umfeld eines Testberichts für ein Konkurrenzprodukt findet.

Nun stehen sich unterschiedliche Auffassungen der Obergerichte hinsichtlich der Bewertung von Kennzeichennutzung in AdWords-Anzeigen gegenüber. Wenn die Obergerichte solchermaßen unterschiedlich entscheiden, ist es Zeit, dass der Bundesgerichtshof, wie schon bei der Frage einer Kennzeichenrechtsverletzung durch Metatags, die Sache verbindlich klärt.

Die Entscheidung des OLG Frankfurt findet man unter:
> http://snipurl.com/21i1e

Mehr zur Schokoladen-Entscheidung findet man unter:
> http://snipurl.com/21i16

Die gegenteilige Rechtsprechung von OLG Braunschweig und OLG Stuttgart findet man unter:
> http://snipurl.com/21i19
> http://www.aufrecht.de/5128.html
> http://snipurl.com/21i1a

Die Entscheidung des BGH zu „Impuls“ findet man unter:
> http://www.aufrecht.de/4750.html

Spezialisierte Anwälte findet man unter:
> http://www.domain-anwalt.de

Quelle: olg-frankfurt.justiz.hessen.de

Buchtipp – Neuauflage des Skriptum Internetrecht

Schon wieder ist ein halbes Jahr rum. Die Zeit vergeht und wie eine Präzisionsuhr versorgt uns Prof. Dr. Thomas Hoeren alle halbe Jahr mit einer aktualisierten Version seines „Skriptum Internetrecht“. Das Manuskript ist auf den Internetseiten des Instituts für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht der Universität Münster abrufbar.

Ein bisschen mehr ist es wieder geworden. In die aktuelle Ausgabe ist auf fünf Seiten das Streitschlichtungsverfahren rund um die dotEU-Domain eingeflossen. Aktualisierungen findet man unter anderem hinsichtlich der Rechtsprechung des Jahres 2007 zum Internet und beim neuen Urheberrecht, und da insbesondere die neue Rechtslage aufgrund § 54 Abs. 1 UrhG.

Auf summa summarum 587 Seiten gewährt Professor Dr. Thomas Hoeren erneut einen wohl strukturierten, grundlegenden Überblick über das Internetrecht. Die bewährte Struktur des Werkes wurde weitestgehend beibehalten; die Ziffernfolge zeigt allerdings eine kleine Lücke beim Kapitel Domain-Recht, die bei der Umstrukturierung entstanden sein mag. Das Werk richtet sich nach den Bedürfnissen von Internetanbietern: es beginnt mit dem Erwerb von Domains und deren Inhalten, um dann ausführlich das Online-Marketing zu beleuchten. Weiteres Thema ist der Datenschutz, die Haftung und schließlich das internationale Verfahrensrecht. Abgerundet wird das Skript mit Gesetzesmaterialien und Formularen.

Das Manuskript kann kostenlos auf den Seiten des Instituts herunter geladen werden. Wem der Inhalt zusagt, sollte es nicht versäumen, seinen Obolus in die Kaffeekasse des Instituts zu geben. Wer sein Manuskript in der ersten Märzwoche abgerufen hat, sollte tunlichst nochmals auf die Seite der Uni Münster gehen und die Datei nochmals herunterladen, denn bei der ersten Version handelte es sich um ein unfertiges Stück, bei dem ein paar Absätze zum Thema „Reprographische Vervielfältigung“ abhanden gekommen waren.

Das Skript findet man unter den Materialien auf:
> http://www.uni-muenster.de/Jura.itm/hoeren/

Quelle: NETLAW-L

auditors.com – Buchprüfer zählen US$ 125.000,-

Die vergangene Domain-Handelswoche war zwangsläufig etwas ruhiger im Vergleich zur Woche davor. Die teuerste Domain war die Adresse auditors.com (Buchprüfer), sie kam auf einen Betrag von US$ 125.000,- (ca. EUR 82.218,-). Die Sedo-Reisedomains-Auktion führte zu einige Geschäften, die eher als zurückhaltend zu beschreiben sind.

Beste Domain unter den Länderendungen war die britische Adresse internetbusiness.co.uk für ganz gelassene GBP 7.500,- (ca. EUR 9.842,-). Als dann machte sich die deutsche Endung mit zahlreichen Umlaut-Domains stark, während uns ein Leser mitteilte, dass die Domain skihit.de für EUR 1.500,- in neue Bahnen überführt wurde:

canadianpersonals.ca – US$ 3.101,- (ca. EUR 2.040,-)
mylan.de – US$ 8.400,- (ca. EUR 5.525,-)
südsee.de (IDN) – EUR 5.110,-
reisebörse.de (IDN) – EUR 2.900,-
gpac.de – EUR 2.600,-
kindergärten.de (IDN) – EUR 2.085,-
göteborg.de (IDN) – EUR 2.000,-
drogenaufklärung.de (IDN) – EUR 1.750,-
sportversand24.de – EUR 1.550,-
powerinternet.de – EUR 1.550,-
bürodienste.de (IDN) – EUR 1.350,-
tiefkühlschrank.de (IDN) – EUR 1.250,-

Daneben waren andere Länderendungen und auch .eu vertreten:

calories.ca – US$ 5.300,- (ca. EUR 3.486,-)
autorecambios.es – EUR 2.500,-
jq.eu – US$ 3.315,- (ca. EUR 2.180,-)
canadianpersonals.ca – US$ 3.101,- (ca. EUR 2.040,-)
nds.eu – EUR 1.850,-
icad.fr – EUR 1.500,-

Unter den generischen Domain-Endungen war endlich auch .info wieder einmal vertreten, mit den beiden Domains compraventa.info für EUR 3.000,- und cadzand.info für EUR 2.250,-; eine .mobi mit deutlich niedrigerem Preis, nämlich bill.mobi für US$ 3.000,- (ca. EUR 1.973,-), wurde ebenfalls gehandelt. Dagegen zeigte vor allem .net Flagge und setzt drei Domains im unteren Bereich des mittleren Preissegment an die Spitze, gefolgt von allerlei Kleinkram:

casino777.net – US$ 20.000,- (ca. EUR 13.155,-)
offers.net – US$ 19.000,- (ca. EUR 12.497,-)
subscriptions.net – US$ 17.000,- (ca. EUR 11.182,-)
wrestlers.net – US$ 7.500,- (ca. EUR 4.933,-)
onion.net – US$ 7.000,- (ca. EUR 4.604,-)
cakes.net – US$ 7.000,- (ca. EUR 4.604,-)
vender.net – US$ 6.500,- (ca. EUR 4.275,-)
top100.net – US$ 6.000,- (ca. EUR 3.946,-)
parachute.net – US$ 6.000,- (ca. EUR 3.946,-)
kreditrechner.org – EUR 2.450,-
coloncleanse.net – US$ 3.500,- (ca. EUR 2.302,-)
strategicplanning.net – US$ 3.000,- (ca. EUR 1.973,-)
transcription.org – US$ 2.950,- (ca. EUR 1.940,-)
bridalshower.net – US$ 2.888,- (ca. EUR 1.900,-)
seguridad.org – US$ 2.800,- (ca. EUR 1.842,-)
medicaldoctor.org – US$ 2.500,- (ca. EUR 1.644,-)

Die große .com war diesmal eher klein, mit lediglich zwei Domains im sechsstelligen Dollarbereich: auditors.com für US$ 125.000,- (ca. EUR 82.218,-) und skyport.com für US$ 101.000,- (ca. EUR 66.432,-). Darüber hinaus gab es auch unter .com nichts spektakuläres. Alles war friedlich:

gaybondage.com – US$ 41.180,- (ca. EUR 27.086,-)
elreino.com – EUR 24.440,-
0800hotels.com – EUR 17.500,-
2games.com – US$ 20.000,- (ca. EUR 13.155,-)
fnu.com – US$ 15.502,- (ca. EUR 10.196,-)
mintcoins.com – US$ 15.000,- (ca. EUR 9.866,-)
skyguide.com – US$ 14.500,- (ca. EUR 9.537,-)
industrialsupplies.com – US$ 14.500,- (ca. EUR 9.537,-)
amatures.com – US$ 13.770,- (ca. EUR 9.057,-)
ac360.com – GBP 6.500,- (ca. EUR 8.530,-)
euclid.com – US$ 12.100,- (ca. EUR 7.959,-)
e-partners.com – US$ 12.088,- (ca. EUR 7.951,-)

Weitere Domain-Preise finden Sie unter:
> http://www.domain-spiegel.de

Quelle: dnjournal.com, sedo.de

Paris – 32. ICANN-Meeting im Juni

ICANN trifft sich zum 32. Mal zu seinen großen Meetings und wählte diesmal Paris als Veranstaltungsort. Vom 22. bis zum 27. Juni 2008 findet das ICANN-Meeting im Le Méridien Montparnasse, 19 Rue du Commandant Mouchotte in 75014 Paris statt.

Die Agenda zum Meeting ist noch nicht veröffentlicht, das Hotel nimmt aber bereits die Reservierungen entgegen – und frühe Reservierung ist angeraten. Allerdings ist der Spaß nicht eben ganz billig: Die Übernachtung kostet zum ICANN-Tarif ab dem 19. Juni 2008 EUR 210,-. Inwieweit andere, günstigere Hotels in das Angebot miteinbezogen werden, ist noch unklar.

Reservierungen und weitere Informationen zum Hotel unter:
> http://snipurl.com/20v4o

Weitere Informationen zum Meeting unter:
> http://par.icann.org

Quelle: icann.org

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