Google-Transparenz

Studie zu Rechtsverletzungen bei ccTLDs

Cedric Manara, französischer Professor und Blogger zum Domain-Recht, hat sich einmal Google-Daten über Urheberrechtsverletzungsanzeigen angeschaut und exploriert, welches Licht sie auf Länderendungen werfen.

Die Daten liefert Google, die marktbeherrschende Suchmaschine. Sie erhält von Rechteinhabern oder deren Vertretern zahlreiche Löschungsersuchen bezüglich Suchergebnissen, wenn diese auf – vermeintliche – Urheberrechtsverletzungen verweisen. Diese Ersuchen beziehen sich auf bestimmte URLs. Seit 25. Juli 2011 verarbeitet Google den Domain-Teil dieser URLs in einer Datenbank, die das Unternehmen aus Transparenzgründen der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt. Allein im letzten Monat beantragten 2.081 Urheberrechtsinhaber und 1.271 Unternehmen die Löschung von exakt 13.834.893 URLs auf 44.087 Domains. Die Datenbank ist groß und man muss sich klar machen, dass Google nicht alleine steht mit solchen Anfragen; auch andere Suchmaschinen und Anbieter erhalten »Ersuchen«.

Cedric Manara nutzte die Daten aus der als »URLs« benannten Datenbank, um zu schauen, welchen Stand ccTLDs haben. Dabei handelt es sich um die Fälle, in denen Google nichts unternahm. Für das Vorhaben von Manara, den Missbrauch von ccTLDs für Urheberrechtsverletzungen zu prüfen war das leider die falsche Datenbank. Nichtsdestotrotz sind die Informationen erkenntnisfördernd: Manara blendete generische Endungen für seine Untersuchung aus, auch wenn sie in der von ihm zusamengestellten Datenbank noch vorhanden sind. Es verblieben 391.510 URLs unter ccTLDs, gegen die Ersuchen wegen Urheberrechtsverletzungen vorgebracht wurden, aber gegen die Google nichts unternahm. Mit den von Manara gesetzten Filtern wird – anders als von ihm dargestellt – deutlich, dass gegen .se-Domains mit insgesamt 64.443 die meisten unberechtigten Rechtsverletzungen geltend gemacht werden. Davon richteten sich rund 20 Prozent (12.739) gegen piratebay.se. An zweiter Stelle der unberechtigten Ersuchen findet man .nl mit 47.900 und an Dritter Position .uk mit 37.774.

Die deutsche Endung .de taucht in der Liste der 15 »am meisten belasteten Länderendungen« von Manara nicht auf. Aus der von Manara genutzten Datenbank vom 31.12.2012, die mit der aktuellen von Google zur Verfügung gestellten nicht identisch zu sein scheint, richteten sich ganze 715 unberechtigte Anfragen gegen gerade mal 276 .de-Domains, darunter finden sich heise.de (8), macwelt.de (1) und pcwelt.de (5) genauso wie sportwettenonline.de (2), myvideo.de (22) oder – die .de-Domain mit den meisten unberechtigten Anzeigen – fileuplo.de (41). Diesen stehen rund 2.900 aus Sicht von Google berechtigte Ersuchen gegen .de-Domains in der aktuellen Google-Datenbank gegenüber. Offensichtlich ist .de kein gutes Ziel für Urheberrechtsverletzungen, jedenfalls werden nur relativ wenige über die Google-Suche angezeigt.

Die Auswertung, die wir im Domain-Newsletter #649 vorgenommen haben, steht dem entgegen. Wie sich nach Veröffentlichung des Domain-Newsletters #649 herausgestellt hat, weichen die Daten, die Manara nutzte, von der für den Artikel genutzten Google-Datenbank ab. Zudem hatte Manara für seinen Artikel auf circleid.com auf die Datenbank der Fälle zurückgegriffen, in denen Google nichts unternommen hat.

Auf das Domain-Recht spezialisierte Anwälte findet man auf Domain-Anwalt.de, einem Projekt der united-domains GmbH.

Kommentar schreiben

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht, oder weitergegeben.
Bitte füllen Sie die gekennzeichneten Felder aus.*

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Der Domain-Newsletter von domain-recht.de ist der deutschsprachige Newsletter rund um das Thema "Internet-Domains". Unser Redeaktionsteam informiert Sie regelmäßig donnerstags über Neuigkeiten aus den Bereichen Domain-Registrierung, Domain-Handel, Domain-Recht, Domain-Events und Internetpolitik.

Mit Bestellung des Domain-Recht Newsletter willigen Sie darin ein, dass wir Ihre Daten (Name und E-Mail-Adresse) zum Zweck des Newsletterversandes in unseren Account bei der Optimizly GmbH (vormals Episerver GmbH), Wallstraße 16, 10179 Berlin übertragen. Rechtsgrundlage dieser Übermittlung ist Artikel 6 Absatz 1 Buchstabe a) der Europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Sie können Ihre Einwilligung jederzeit widerrufen, indem Sie am Ende jedes Domain-Recht Newsletters auf den entsprechenden Link unter "Newsletter abbestellen? Bitte einfach hier klicken:" klicken.

Top