Branchengeflüster

Insidertipps für Domainer

Brian Provost von der Scoreboard Media Group ist seit neun Monaten Teilzeit-Domainer und hat mittlerweile einiges über das Domaining gelernt. Richard Quilley hatte nur einen Bruchteil der Zeit als Domainer verbracht, als er seine gesammelten Erfahrungen bereits nach sechs Wochen mitteilte. Wir geben, inspiriert von ihren und anderen Erfahrungen, einige Tpps.

Es ist noch nicht zu spät. Als Domainer kann man immer noch einsteigen und mit Domains Geld verdienen, egal, ob im Handel oder mit Traffic. Nach wie vor sind .com-Domains am beliebtesten und bringen wirklich Geld. Egal, ob entwickelt oder unentwickelt, die Investition in einen brauchbaren .com-Domain-Namen rechnet sich praktisch immer. Beim Verkauf von .org- und .net-Domains erzielt man dagegen nur einen Bruchteil dessen, was man mit entsprechenden .com-Domains erreichen kann. Mit anderen Endungen sieht es in der Regel noch schlechter aus. Doch auch kurze .net-Domains lassen sich durchaus besser als lange .com-Domains vermarkten.

Die Organisation des eigenen Domain-Portfolios ist die Essenz des Domainerseins. Um den Überblick über den eigenen Domain-Bestand zu halten, gibt es durchaus auch Freeware wie Domain Name Analyzer (Windows und Mac). Die automatisierte Datenabfrage der Software versagt allerdings zumindest bei Endungen wie .de und .eu, bei denen seitens der Domain-Verwaltungen die Abfrage mit kleinen Hürden limitiert wird.

Nicht alle Domains sind schon vergeben, man findet sie nach wie vor. Brian Provost rät zu Domains aus drei generischen Begriffen. Und wenn einem mal nichts einfällt, schaut man sich neueste Artikel in Wikipedia an und findet so neue Themen und Begriffe. Auch mit Suchmarketing-Werkzeugen von Yahoo! (vormals Overture) und Google Keywords findet man neue Ideen und Begriffe, wenn man diese auf neue Technologien und mit diesen assoziierte Begriffe anwendet.

Die Werthaltigkeit eines Begriffes kann man anhand von Google-Werbung feststellen. Wirft das Ergebnis der Suche nach dem Begriff auch Werbung aus und hält sich diese auch bis auf die dritte und vierte Ergebnisseite, spricht vieles dafür, dass der Begriff als Bestandteil einer Domain geeignet ist.

Was man mit den Domains anfängt, ist sicher eine Geschmacksfrage – und eine, die sich über die eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten definiert. Ob man einen Domain-Namen entwickelt oder ihn schlichtweg parkt, beides hat Vor- und Nachteile. Je nach Größe des eigenen Portfolios wird man sicher auch als ambitionierter Entwickler nicht alle Domains in Form bringen können. Parken ist dann unausweichlich.

Bei wem man die eigenen Domains parkt, ist ebenfalls Geschmacksache. Manchmal bietet sich ein jüngerer und kleinerer Anbieter an, bei dem man dann allerdings nie sicher sein kann, wie lange er überlebt und ob in einer Krise auch alle Revenuen ausgezahlt werden. Beispiele dafür sind Anbieter wie ParkedNames und ParkingDots, die unvermittelt ihre Angebote einstellten.

Nach wie vor finden sich auch gute Gelegenheiten, gelöschte Domains zu vernünftigen Preisen bei Snapnames und Pool zu ersteigern. Dabei sollte man keinen Gedanken daran verschwenden, dass man einige hundert Dollar für eine gelöschte Domain ausgibt, die man üblicherweise für kleinstes Geld registrieren könnte. Der eigentliche Gewinn liegt nicht im Verkauf einer EUR 10,– Domain zum Preis von EUR 500,–, sondern im Ankauf einer Domain für EUR 500,– und ihrem Verkauf für EUR 5.000,–. Was sich alles jedoch so einfach anhört, verlangt vom Domainer einiges an Geschick, viel Arbeit und es kostet eine Menge Zeit.

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