ICANN

Fadi Chehadé zum neuen CEO erkoren

Die Internet-Verwaltung ICANN hat einen neuen Chief Executive Officer (CEO): Fadi Chehadé, zuletzt tätig für einen Anbieter von Schul-Verwaltungssoftware, folgt auf Rod Beckstrom, dessen Amtszeit am 1. Juli 2012 endet. Es ist nicht die einzige personelle Änderung bei ICANN.

Vergangenen Freitag und damit unmittelbar vor Beginn des Meetings in Prag lüftete ICANN den Schleier um ein Geheimnis, das – anders als beim letzten Mal – bis zuletzt eines geblieben war und so manchen überraschen dürfte. Fadi Chehadé, laut einer Pressemitteilung von ICANN ein Anführer in der Entwicklung fortschrittlicher Internet-Unternehmen, wurde zum President und CEO erkoren. Der inzwischen 50jährige Chehadé wurde 1962 als Sohn ägyptischer Eltern in Beirut geboren, floh jedoch 1980 aus dem vom Krieg zerrissenen Land in die USA. Dort machte er seinen Abschluss an der Stanford Universität, um sich danach in diversen Funktionen an verschiedenen Technikunternehmen zu beteiligen, darunter Viacore, RosettaNet und Nett Information Products. Er ist Bürger sowohl des Libanon, von Ägypten als auch der USA; dort hat er in Los Angeles derzeit auch seinen Wohnsitz. Er spricht fließend Arabisch, Englisch, Französisch und Italienisch. Für seine Tätigkeit erhält Chehadé ein Jahresgehalt von US$ 560.000,– zuzüglich bis zu weiteren US$ 240.000,– an Boni-Zahlungen.

Ganz nahtlos erfolgt der Führungswechsel indes nicht. Wann genau Chehadé sein Amt antritt, ist noch offen; ICANN spricht von 1. Oktober 2012 oder früher. Bis dahin leitet Akram Atallah, bisher Chief Operating Officer (COO), auch die Position als CEO. Dr. Stephen Crocker, Vorsitzender des Aufsichtsrates von ICANN, betonte, dass Atallah nicht lediglich als Platzhalter fungiere, sondern im wörtlichen Sinn der Geschäftsleiter sein werde.

Stühlerücken gibt es bei ICANN aber nicht nur in der Führung, sondern auch in der Leitung des »new gTLD-Programs«. Michael Salazar, seit 2009 Direktor des Programms, trat kurz vor Bekanntgabe des neuen CEOs von seinem Amt zurück. Eine Begründung wurde nicht genannt. Spekuliert wird allerdings, dass der Rücktritt mit der Panne im TLD Application System (TAS) und dem neuen Debakel beim »digital archery« in Zusammenhang stehen könnte; ob und inwieweit Salazar hierfür jedoch überhaupt Verantwortung trägt, ist unklar. An seine Stelle rückt interimsmäßig Kurt Pritz, bisher Senior Vice President und eines der maßgeblichen öffentlichen Gesichter des gTLD-Programms von ICANN. Wann ein offizieller Nachfolger für Salazar bestimmt wird, ist derzeit völlig offen.

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