Good Bye

CEO Paul Twomey verlässt ICANN

Dr. Paul Twomey sagt Good Bye: nach zwei Amtsperioden kündigte der Präsident und CEO der Internet-Verwaltung ICANN an, seinen zum 30. Juni 2009 auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Ein Nachfolger steht noch nicht fest.

Twomey gab seine Entscheidung vor den mehr als 1.200 weltweiten Teilnehmern des vergangene Woche zu Ende gegangenen ICANN-Meetings in Mexiko öffentlich bekannt. „Auch wenn ich ICANN und dem Erfolg von ICANN tief und persönlich verbunden bin, ist es Zeit für mich, eine andere Führungsposition im privaten oder internationalen Sektor zu übernehmen“, so Twomey in einer Presseerklärung. Der Australier, der vor seiner Tätigkeit für ICANN Führungspositionen unter anderem bei Austrade (Australian Trade Commission) und beim Beratungsunternehmen McKinsey & Company innehatte, war im Jahr 2003 zum für das Tagesgeschäft zuständigen CEO ernannt worden. Davor hatte er bereits vier Jahre lang dem Regierungsbeirat (Governmental Advisory Committee) von ICANN vorgestanden. Das Angebot, seinen Vertrag um weitere drei Jahre zu verlängern, hat Twomey nun ausgeschlagen.

Die Mitteilung von Twomeys Vertragsende veranlasste zahlreiche Experten, seine Arbeit zu loben. „Für mich gibt es keine andere Person, die mehr Einfluss auf die Entwicklung von ICANN hatte als Paul“, so Vint Cerf, Vater des Internets und selbst für acht Jahre Vorsitzender des Aufsichtsrats. Peter Dengate Thrush, der aktuellen Vorsitzende, fügte an: „Paul Twomey hat einen herausragenden Beitrag zu ICANN geleistet.“ Wer Nachfolger wird, ist derzeit offen. Der ICANN-Aufsichtsrat hat Twomey gebeten, einem Nachfolger ab Juli 2009 für eine Übergangsperiode bis zum Ende des Jahres 2009 zur Verfügung zu stehen.

Diese personelle Änderung trifft ICANN in einer schwierigen Zeit. So steht der Prozess zur Einführung neuer Top Level Domains unter heftiger Kritik, und wird sich weiter verzögern. Daneben ist ungewiss, wie sich die neue US-Regierung unter Präsident Obama zur Netzverwaltung positioniert; das Memorandum of Understanding zwischen ICANN und dem US-Wirtschaftsministerium endet im Herbst 2009. Möglicherweise sollen dann die Internetnutzer wieder das Recht haben, zwei Vertreter in den ICANN-Vorstand zu entsenden. Wer auch immer als Nachfolger antritt – Zeit zum Ausruhen oder Üben wird er nicht haben.

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