PokémonGo

Die Registrierung von Pokémon-Domains verletzt Markenrechte

Mit dem Start von »PokémonGo« vor zwei Wochen begann nicht nur ein neuer Freiluftspiel-Hype, sondern das virtuelle Spiel wirkt sich auch auf den Domain-Markt aus.

Am 06. Juli 2016 startete der japanische Spielehersteller Nintendo in den USA PokémonGo, ein Spiel für Mobile-Devices, dass die Möglichkeiten der Augmented Reality nutzt, um Spieler in der Außenwelt zusammen mit ihren Mobilgeräten aktiv werden zu lassen. Der Domainer Elliot Silver stellte in seinem Blog am 14. Juli 2016 fest, dass allein unter .com und .net binnen der ersten sieben Tage knapp 4.000 Pokémon-Domains registriert wurden. Er nutzte dazu das VeriSign DomainView Tool, das 421 .net- und 3.447 .com-Domains auswies. Wie die Registrierungen unter Länderdomains oder den neuen Endungen aussehen, lässt sich kaum abschätzen. Als Domain-Profi weist Silver mit Recht darauf hin, dass die Registrierung von Pokémon-Domains immer mit dem Risiko einer Markenrechtsverletzung und einem Rechtsstreit verbunden ist. Es handelt sich bei dem Begriff »Pokémon« um eine für Nintendo eingetragene Marke. Nicht nur erhielt Silver bereits Angebote zum Kauf solcher Domains, die er wegen des Risikos ablehnt, er sieht auch keinen nachhaltigen Wert in diesen Adressen.

Doch als ob man ihn dazu Lügen strafen wollte, verkündete Adam Strong auf seinem Blog namebio.com, dass die Domain pokemongo.net am 16. Juli 2016 bei DropCatch.com mit dem Höchstgebot von US$ 20.950,– (ca. EUR 18.874,–) einen neuen Inhaber fand. Das Geschäft ist noch nicht abgewickelt. Es wäre einer der höchsten Preise für eine .net-Domain in 2016. Beinahe zeitgleich berichtete Konstantinos Zournas (onlinedomains.com), Colin Campbell, CEO von .club, habe auf Twitter verkündet, man habe die Domain pokemon.club für US$ 10,– an Nintendo verkauft. Die Registrierung erfolgte über Nintendos Brandprotection-Agentur »Corporation Service Companyq (CSC). Dieser Preis ist für .club-Domains handelsüblich. Jeff Sass von .club teilte dazu mit,

wir bevorzugen es immer, Brand Names und Marken-Domains in die Hände der Inhaber der Kennzeichen zu geben. Die Domain pokemon.club hatten wir für Nintendo reserviert.

Sie leitet allerdings lediglich auf pokemon.com weiter.

Anders sieht es mit der Domain pokemongo.club aus, die bereits seit September 2015 registriert ist und sich in texanischen Händen befindet. Unter der Domain findet sich bisher lediglich ein Blogeintrag, der auf das kommende Spiel PokémonGo hinweist und weitere Informationen in Zukunft verspricht. Zugleich gibt der Inhaber einen Hinweis auf die Rechte von Nintendo an der Marke Pokemon. Im Hinblick auf den Umstand, dass es sich bei Pokémon um eine auf Nintendo seit vielen Jahren weltweit eingetragene Marke handelt, bewegt sich nicht nur der texanische Domain-Inhaber, sondern jeder, der eine entsprechende oder ähnliche Domain registriert, auf dünnem Eis. Wir raten deshalb davon ab, Pokémon-Domains zu registrieren.

Kommentar schreiben

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht, oder weitergegeben.
Bitte füllen Sie die gekennzeichneten Felder aus.*

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Der Domain-Newsletter von domain-recht.de ist der deutschsprachige Newsletter rund um das Thema "Internet-Domains". Unser Redeaktionsteam informiert Sie regelmäßig donnerstags über Neuigkeiten aus den Bereichen Domain-Registrierung, Domain-Handel, Domain-Recht, Domain-Events und Internetpolitik.

Top