14 gegrabbte Barbiedomains

Spielwarenfirma Mattel klagte vor dem National Arbitration Forum

Die Barbiepuppe gibt ihrer Herstellerin Mattel keinen Grund zur Klage. Seit über vier Jahrzehnten ist sie erfolgreich im Geschäft und hat Millionen Kinder auf der ganzen Welt glücklich gemacht. Großer Beliebtheit erfreute sich die Puppenfrau mit „Idealmaß“ scheinbar auch bei einem Domaingrabber, der gleich vierzehn Internetadressen mit dem Bestandteil „barbie“ registrierte, darunter „barbiefetish.com“, „barbiefanatic.com“, „iwantabarbie.com“, „lesbianbarbie.com“ oder „politicallycorrectbarbie.com“. Vor dem National Arbitration Forum reichte Mattel kürzlich Klage gegen den aus Puerto Rico stammenden Barbiefan ein (Fall Nr.: FA0312000220025). Dieser hatte die strittigen Adressen im Frühjahr 2003 registriert, um darauf einen Domainregistrierungsservice anzubieten.

38 in den USA eingetragene Marken gehören dem Spielzeugersteller Mattel, der auf die Verwechslungsgefahr zwischen den Domainnamen und seinem Kennzeichen hinwies. Die allgemeinsprachlichen Zuätze wie „fetish“ oder „fanatic“ seien nicht ausreichend unterscheidungskäftig. Von böser Absicht könne man ausserdem ausgehen, weil die Marke dem Besitzer der strittigen Adressen bei der Registrierung habe bekannt sein müssen. Sein Domainregistrierungsservice profitiere von dem Adressenamen, den er absichtlich gewählt habe, um Barbie-Interessenten auf seine Seite zu locken. Diese werden jedoch nicht länger in die Irre geführt. Das Gremium des National Arbitration Forum sprach die vierzehn Domains Mattel zu.

Die Barbie feiert in diesem Jahr ihren 45. Geburtstag. 1959 wurde sie zum ersten Mal auf der New Yorker Spielwarenmesse der Öffentlichkeit vorgestellt. Mattel-Gründerin Ruth Handler wollte junge Mädchen durch das identifizierende Spiel mit der Puppe auf ihr künftiges Erwachsensein vorbereiten. Barbie sollte modern und auch ein Vorbild sein, weshalb sie im Laufe ihrer Lebensgeschichte immer wieder modifiziert und gesellschaftlichen Veränderungen und Trends angepasst wurde. Das galt ebenfalls für die je nach Verkaufsland variierende Optik der Puppe. Oft musste Barbie aber auch Kritik an ihrer Körperform einstecken, die unnatürlich und zur Idealisierung und Verbreitung deshalb ungeeignet sei. Dass Identifikation auf Realitätsanbindung auch gerne mal verzichtet, scheint Mattel jedoch begriffen zu haben. Seine auf Traummaße setzende Barbie-Strategie hat sich mit mehr als einer Milliarde verkaufter Puppen jedenfalls bewährt.

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