Vertipperdomains

Firmen schwächen sich selbst

Nach wie vor ist es nicht wirklich gut mit dem Domain-Management von Unternehmen bestellt. Vielfach werden offensichtliche Vertipperdomains nicht registriert. Und sind sie registriert, werden sie nicht ordentlich genutzt.

Nach wie vor geht für zahlreiche Unternehmen viel Traffic an Dritte verloren, die eine naheliegende Vertipperdomain registriert haben. Das ist im Grunde ärgerlich. Dabei muss man zwei Arten von Vertipperdomains unterscheiden:

Das Vertippen nach Lauten, und das auf der Tastatur. Wer unsicher ist, wie sich die Marke Volvo schreibt, kommt vielleicht auf die Idee, die Adresse volwo.de einzugeben – und landet schon auf einer Parkingseite. Hingegen kann man auch auf der Tastatur daneben greifen und okea.de tippen, statt den Namen eines unmöglichen Möbelhauses. Immerhin bekommt man dann aber feinste Antikmöbel geboten. Weitere Beispiele für den deutschen Raum sind satturn.de, simens.de, spakassen.de, birkenstok.de, skaut.de und kommerzbank.de, um nur einige zu nennen. Selbst die deutsche Domain-Verwaltung Denic eG versäumte es, den Domain-Namen denik.de für sich zu registrieren.

Neben diesen Säumnissen gibt es aber auch rein technische Unzulänglichkeiten, die nicht sein müssten. So ist ein Automobilhersteller aus Zuffenhausen zwar Inhaber des Domain-Namens porsch.de, aber deren IT nicht in der Lage, für diese Domain einfach eine Weiterleitung auf die eigentliche Webpräsenz einzurichten; vielmehr landet man im Internetnirvana. Einem anderen Automobilhersteller aus Stuttgart geht es ähnlich mit der Domain merzedes.de. Gleiches gilt für den Giro- und Sparkassenverband, der zwar die Domain sparkase.de hält, aber nicht konnektiert und auch keine Weiterleitung eingerichtet hat.

Als positive Beispiele guten Domain-Managements lassen sich hingegen die Inhaber von volks-wagen.de, phillips.de sowie deutsch-bank.de sowie scaut.de nennen. Alle diese Domains leiten unverzüglich auf die jeweilige Hauptinternetpräsenz weiter, so dass Nutzer beziehungsweise potentielle Kunden nahtlos an das angepeilte Ziel weitergereicht werden.

Alles in allem verblüfft es nach wie vor, dass nach all den Jahren, in denen das Internet nicht nur salonfähig, sondern zur Pflicht geworden ist, erhebliche Mängel beim Domain-Management von Unternehmen auftreten, und wichtige Vertipper-Domains nicht in das eigene Domain-Portfolio aufgenommen wurden.

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