LTO – 290 Lease to Own-Deals liefern Fakten über den Domain-Kauf auf Raten

Michael Sumner (namebio.com) gibt tiefere Einblicke in die Welt des Domain-Leasings (LTO = »Lease to Own«). Er untersuchte 290 LTO-Deals bei Afternic.

»Lease to Own« ist eine interessante Form des Domain-Handels, bei der Käufern ermöglicht wird, hochpreisige Domains zu erwerben und durch deren Nutzung schon das Geld zu sammeln, mit dem sie weitere Raten des Kaufpreises zahlen. Die Parteien vereinbaren beim LTO, dass der Käufer die gehandelte Domain vom ersten Moment an nutzen darf und den Kaufpreis in Raten zahlt. Erst mit Ausgleich der letzten Rate wird er auch Inhaber der Domain. Der Verkäufer hat den Vorteil, mehr Domains an den Mann bringen zu können. Eigentlich ist das eine Win-Win-Situation. Aber nicht immer läuft es reibungslos. Da kommt Michael Sumners Untersuchung von 290 LTO-Domain-Käufen bei Afternic.com als wichtige Informationsquelle gerade zum richtigen Zeitpunkt.

Die Anzahl der LTO-Deals nimmt jährlich zu. Sumner greift auf Daten seit 2023 zurück, mit 13 LTOs in 2023 (hochgerechnet auf das Jahr waren es etwa 54 Deals), 106 in 2024, 114 in 2025 und bisher 57 Deals in 2026, die sich vermutlich auf etwa 137 summieren werden. Die seit 2023 insgesamt 290 belegten LTO-Deals bei Afternic waren nicht immer erfolgreich. Sumner stellte eine »Abbruchquote« von brutto 26,9 Prozent fest. Allerdings erfasst diese Zahl auch Geschäfte im untersuchten Datenbestand als nicht storniert, deren Ratenzahlungen noch nicht abgeschlossen sind, die aber jederzeit noch abgebrochen werden können. Bei bereits abgeschlossenen LTOs liegt die Abbruchquote bei 41 Prozent; demnach waren 59 Prozent der LTOs erfolgreich.

Für Domain-Investoren wichtig zu wissen sind die Gründe, die zum Abbruch der Ratenzahlung durch den Käufer führen. In die Beweggründe des Käufers für einen Abbruch lässt sich schlecht blicken. Aber die von Sumner durchforsteten Daten geben hilfreiche Informationen. Es kommen der Zeitpunkt des Abbruchs in den Blick (bei der wievielten Rate) sowie Gesamtzahl und Höhe der Raten. Generell gilt die Regel: je mehr Raten der Käufer bereits gezahlt hat, desto unwahrscheinlicher wird es, dass er mit den Zahlungen aufhört. Sumner stellt fest, dass bei den 78 Stornierungen 28 (36 Prozent) die Käufer lediglich eine Zahlung leisteten; 40 (51 Prozent) der 78 Käufer leisteten höchstens zwei Zahlungen und 63 (81 Prozent) der 78 Käufer leisteten höchstens sechs Zahlungen. Sobald ein Geschäftsabschluss nicht bereits nach der ersten Rate storniert wird, steigt die Erfolgsquote auf etwa 70 Prozent. Sobald ein Geschäftsabschluss die Phase des frühen Abbruchs übersteht und etwa sechs Raten gezahlt wurden, steigt die Erfolgsquote auf etwa 86 bis 88 Prozent. Bei Abbrüchen spielt die Anzahl der geplanten Raten und deren Höhe mit. Für die meisten (87 Prozent) LTOs sind 12 bis 23 Monate Laufzeit vorgesehen. Je länger die Laufzeit, desto höher war die Abbruchquote. Bei einer Laufzeit von weniger als einem Jahr (unter 12 Raten) betrug die Abbruchquote 25 Prozent, bei 12 bis 23 Monaten Laufzeit lag sie bei 25,3 Prozent, bei Ratenzahlungen über 24 bis 35 Monate lag die Abbruchquote bei 31,2 Prozent und darüber hinaus, für 36 und mehr Monatsraten, lag die Abbruchquote bei 53,8 Prozent. Es erscheint also sinnvoll, die Raten deutlich unter 36 Monate zu halten. Einen geringeren Einfluss scheint die Höhe der Raten zu haben. Hier blickte Sumner lediglich auf Verträge mit 12 Monaten Laufzeit. Bei monatlichen Zahlungen unter US$ 200,– und Zahlungen zwischen US$ 200,– und US$ 299,– sowie bei Zahlungen zwischen US$ 300,– und US$ 499,– lag die Quote zwischen 26,7 Prozent und 28,6 Prozent. Sobald die monatlichen Raten bei US$ 500,– oder höher lagen, sank die Abbruchquote auf nur noch 12,5 Prozent und lag also rund 50 Prozent niedriger als bei geringeren Beträgen.

Weitere Erkenntnisse sind, dass 17 Prozent der LTOs durch frühzeitige Zahlung des Komplettkaufpreises zum Abschluss kamen, wobei das in nahezu 50 Prozent der Fälle kurz vor Abschluss der Ratenzahlungen erfolgte, während in 32 Prozent der Fälle der volle Kaufpreis bereits nach einer bis zwei Raten entrichtet wurde. Sumner verblüffte, dass es sogar drei Käufer gab, die lediglich die letzte Rate nicht zahlten – und so um ihre Domain kamen.

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