Statistik

Der Domain-Markt in Europa mit Blick auf Registrare

Der Branchenblogger Andrew Allemann (domainnamewire.com) war im Mai 2026 bei den Nordic Domain Days und lernte dort die europäischen ccTLDs kennen, ebenso das Team von ShareShift (shareshift.io), eines jungen Unternehmens für Datenanalyse im Bereich Hosting und Domains, das forensische Erkenntnisse zur europäischen digitalen Wirtschaft sammelt. Dieses lud er ein, in seinem Blog in drei Artikeln dem .com-Land USA Hintergründe zur Domain-Welt in Europa (»The Domain Market in Europe«) zu vermitteln. In drei zahlenschweren Artikeln erklärt Nafya Frost von ShareShift den europäischen Domain-Name Markt.

Dass sich der Domain-Markt in Europa von dem in anderen Ecken der Welt und besonders vom US-amerikanischen unterscheidet, weil die Nutzer in den europäischen Staaten mehr Wert auf die landeseigene Endung legen, ist für uns selbstverständlich. Interessant werden die Artikel von Frost, wenn sie Zahlen zur Verteilung von Domains in den einzelnen Ländern und den Domain-Inhabern mitteilt, und die Marktanteile von Konzernen aufschlüsselt. Diese ermittelt ShareShift nicht über Zone-Dateien, weil ccTLDs solche selten zur Verfügung stellen. ShafeShift sammelt stattdessen Daten aus öffentlichen Quellen, unter anderem anhand von Nameservern, und baut einen Datenstamm auf, der nach eigenen Angaben rund 90 Prozent erfasst. Nameserver sind eine gute Quelle, können aber auch irreführen, weil vielfach Cloudflare-Server ausgelesen werden, die auch von Domain-Inhabern, die bei anderen Anbietern ihre Domains registrieren, als Proxy genutzt werden. Anhand der Angaben von ShareShift zeigt sich jedenfalls folgendes Bild:

In der DACH-Region ist die United Internet AG (UI) mit ihren zahlreichen Tochterunternehmen, darunter auch die united-domains GmbH (zu deren Projekten der Domain-Newsletter und domain-recht.de zählen) gehört, federführend. Der Marktanteil von UI im DACH-Bereich liegt demnach bei 17 Prozent. Allerdings verzeichnen laut ShareShift lediglich drei von zwölf UI-Konzerntöchtern 2026 positive Registrierungszahlen. Mit ähnlicher Marktmacht stehen Konzerne da wie OVHcloud in Frankreich, die ein Drittel des französischen Marktes beherrscht, und Aruba S.p.A , die in Italien mit drei Töchtern ebenfalls ein Drittel des italienischen Marktes beherrscht. Neben diesen europäischen Konzernen versuchen sich auch außereuropäische Konzerne: Für Team.blue verzeichnet ShareShift 24 Brands, die als Gruppe 6 Prozent des gesamten europäischen Domain-Marktes in der Tasche haben. Deren Methode ist es, erstklassige Unternehmen in den Ländern zu kaufen und sie auszubauen. So konnten sie in den Niederlanden (TransIP) und Schweden (Loopia, die ein Drittel des schwedischen Marktes besetzen) Fuß fassen. Group.one beherrscht 4 Prozent des europäischen Marktes und dominiert unter anderem mit one.com den skandinavischen Markt. Darüber hinaus ist Cloudflare auf dem europäischen Markt mit einem Anteil von 5,5 Prozent vertreten, wobei der Anbieter vermeintlich 18,3 Prozent der Neuregistrierungen für sich vereinnahmt, ein Wert, der zu großen Teilen auf die Proxy-Nutzung seiner Domain-Name-Server zurückzuführen ist. Weiter bemerkenswert sind Squarespace (1,3 Prozent Marktanteil), Wix (1,5 Prozent Marktanteil), Namecheap (kein nennenswerter Marktanteil) und GoDaddy (7,3 Prozent Marktanteil). Bei GoDaddy zeichnet sich ein Rückgang bei Neuregistrierungen um 1,51 Prozent ab, während Namecheap, im Vereinigten Königreich starke Zuwachszahlen verzeichnet.

Weitere Informationen zeigen die – fallenden – Börsenwerte der Konzerne, die Sättigung der einzelnen europäischen Länder mit Domains pro Bürger (Niederlande an Platz 1 mit 33,4 Prozent Sättigung, Deutschland mit 21,1 Prozent und Spanien mit 4,3 Prozent) und Entwicklungstendenzen der einzelnen Unternehmen und Tochterunternehmen bei den Marktanteilen. Was fehlt, ist eine umfassendere Liste der europäischen Endungen, was für den US-Markt wahrscheinlich nicht relevant ist. ShareShift bietet lediglich 18 europäische ccTLDs in der Liste zur Marktsättigung; es fehlen zum Beispiel Irland (.ie), Andorra (.ad), Luxemburg (.lu), Estland (.ee), Kroatien (.hr), Gurnsey (.gg), Litauen (.lt) usw., die sicher keine hohen Zahlen aufzuweisen haben, aber doch von Interesse sind.

Auf die drei Gast-Artikel von Frost auf domainnewswire.com kommt man über den letzten: »Top 20 Chart«, vom 23. Juni 2026, mit Details zu Marktanteilen und deren Veränderung.

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