DomainGemsAI

Was die Analyse der Zone Files über Top Level Domains aussagen kann

Mohd Hashim (DomainGemsAI) hat sich Zone Files angeschaut, um besser zu verstehen, welche Domains unter Top Level Domains registriert sind, wie sie sich unterscheiden und ob man daraus ein besseres Verständnis für den Bestand einer Domain-Endung entwickeln kann.

Hashim ist Gründer von DomainGemsAI, einer Analyse-Plattform für Domain-Investoren. Er war lange Zeit im Bereich Rechenzentrumsinfrastruktur und technischer Betrieb tätig, was ihm einen anderen Blick im Hinblick auf Systeme gegeben hat. Seit er sich mit Domains beschäftigt, schaut er sich Zone Files an. Nun legt er eine Strukturanalyse vor, dernach sich aus den Zone Files von Top Level Domains gegebenenfalls ablesen lässt, wie gesund eine Domain-Endung ist. In der Regel werden Top Level Domains anhand der Anzahl registrierter Domains, Verlängerungsraten oder Aktivierungsdaten gelesen und verglichen. Jedoch können Namensräume mit nahezu identischen Registrierungszahlen aufgrund unterschiedlicher Domains völlig unterschiedliche innere Strukturen aufweisen. Mit der Methode von Hashim lässt sich nachverfolgen, aus welchen Domain-Arten sich der Registrierungsbestand einer Top Level Domain zusammensetzt und was das gegebenenfalls über die Qualität der Endung aussagt.

Die Analyse von Hashim klassifiziert Domains in strukturelle Kategorien. Er unterscheidet Domains in die große mittlere Masse von einfachen Domain-Namen ohne sichtbare kommerzielle Signale; sie umfasst zwischen 55 Prozent und 70 Prozent einer Zone. Eine kleine Gruppe von 5 Prozent bis 12 Prozent umfasst Domains von Investoren, die sich aus kurzen, prägnanten Namen zusammensetzt. Und es gibt die Kategorie im mittleren einstelligen Bereich der »Operator-Grade«-Domains, die kommerziell plausible Namen enthalten, mit denen ein Unternehmen realistischerweise eine Präsenz aufbauen könnte. Darüber hinaus gibt es ein strukturelles Rauschen, das aus Konsonanten-Clusters, extrem langen Keyword-Kombinationen, zufälligen alphanumerischen Mustern, sich wiederholenden Zeichen und Infrastruktur-Artefakten besteht. Über die Relation dieser Gruppen zueinander lassen sich, so Hashim, Aussagen über die Qualität der Top Level Domain treffen. Sie werden über leichte Verschiebungen der Relationen deutlich.

Leider wird Hashim an dieser Stelle nicht spezifisch, sondern bleibt allgemein. Er macht deutlich, dass einige Namensraum-Profile relativ mehr Domains enthalten, die als »Operator-Grade« einzustufen wären, während andere relativ mehr aufweisen, die als spekulativ zu klassifizieren und von Investoren registriert sind. Das gern herangezogene Registrierungsvolumen behandelt beide Profile gleich. Dabei muss ein erhöhter spekulativer Bestand sich nicht negativ auswirken; er kann die Liquidität im Sekundärmarkt und die Preisfindung unterstützen, aber ein Namensraum, der davon dominiert wird, verhalte sich im Laufe der Zeit ganz anders als einer mit einer stärkeren Basis an „Operator-Grade“-Domains. Auch die Domains, die für das strukturelle Rauschen verantwortlich sind, wirken sich aus, je nachdem, wie stark die Kategorie im Namensraum einer Top Level Domain ausgeprägt ist. In Profilen mit mehr Rauschen kamen zufällige alphanumerische Muster um ein Vielfaches häufiger vor und numerischer Spam trat in deutlich höheren Quoten auf. Andere Namensräume zeigten proportional mehr Domains mit Bindestrichen und auf Missbrauch (DNS Abuse) hindeutende Keyword-Zeichenfolgen. Die Daten deuten darauf hin, dass ein Namensraum mit einem hohen Anteil an zufälligen alphanumerischen und numerischen Spam-Domains wahrscheinlich über Registrar-Kanäle oder Werbestrukturen verfügt, die massenhaft »Wegwerf-Registrierungen« anziehen.

In jedem analysierten Namensraum bildete die defensive Mitte die größte Gruppe an Domains, die strukturell sauber, aber semantisch nicht verankert sind. Diese Domains sehen so aus, als könnten sie Marken, persönliche Projekte, Start-Up-Experimente oder Platzhalter-Registrierungen sein. Diese Kategorie schätzt Hashim als wichtiger als die Extremen ein. Die defensive Mitte, die einen Anteil von die 55 Prozent bis 70 Prozent jedes untersuchten Namensraums ausmacht, ist strukturell mehrdeutig. Ihre Wirkung kristallisiert sich im Zeitpunkt der Domain-Verlängerung heraus. Mit ihrer Verlängerung üben diese Domains einen überproportionalen Einfluss auf die langfristige Gesundheit des Ökosystems aus. Die gängigen Kennzahlen für Registrierungen sagen darüber rein gar nichts aus. Hashim kommt zu dem Schluss: Das Registrierungsvolumen trifft die Aussage, wie groß ein Namensraum ist. Die strukturelle Analyse zeigt, woraus dieser Namensraum tatsächlich besteht. Beides verdient einen Platz bei der Bewertung von Domain-Endungen.

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