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Uniregistry löscht 230.000 neue Domains

In den vergangenen Tagen sorgte die Meldung für Aufregung, dass die Uniregistry-Tochter North Sound Names 230.000 Domains löschen werde und Uniregistry selbst weitere 9,8 Mio. bisher gesperrte Domain-Namen zur Registrierung frei geben wird. Frank Schilling, Gründer und CEO von Uniregistry, erklärt die Maßnahme.

Bei den 230.000 Domains handelt es sich um registrierte Premium-Domains der von Uniregistry verwalteten neuen Endungen. Die Domains, die über den hauseigenen Registrar North Sound Names registriert sind, weisen auf Landing-Pages, auf denen Interessierte zum Kauf der Domains eingeladen werden. Die weiteren 9,8 Mio. Domains waren bis vor kurzem für eine Registrierung gesperrt. Frank Schilling erklärt auf Anfrage von Elliot Silver (domaininvesting.com), ob die neuen Endungen tot sind, oder warum die 230.000 Domains nun gelöscht und dann zur freien Registrierung angeboten werden. Schilling legt dar, man habe die Sache durchgerechnet und es habe sich gezeigt, dass die Domains im freien Verkauf mehr Gewinn erbringen, als wenn man sie weiter selbst registriert halte und Verkaufsanzeigen auf ihnen schaltet. Uniregistry konnte sie so nicht früher anbieten, da man kurz nach dem Live-Start der Endungen noch keine funktionierende Geschäftsbeziehungen zu Registraren hatten. Jetzt arbeiten man jedoch mit 200 Registraren zusammen, die die Domains leichter an den Mann bringen. Als weiteren Grund, alle gut 10 Mio. Domains jetzt dem Markt zuzuführen, benennt Schilling die neue Partnerschaft mit dem Webseiten-Baukastenanbieter thegrid.io.

Für Domain-Investoren sieht das dagegen aus wie der Tod der neuen Top Level Domains. Auf Schillings Äußerung, »The cream is rising and new names are selling«, reagieren Domain-Investoren mit Häme und dem Vorwurf der Schönfärberei. Uniregistry und Schilling kapitulieren, so die kritischen Kommentare, vor der Tatsache, dass sich die neuen Domains nicht verkaufen lassen. Was jedoch zunähme, seien die Löschungen von Domains unter den neuen Endungen. Wer all diese Domains kaufen solle, bleibe völlig unklar. Dass die knapp 10 Mio. jetzt entsperrten Domains, die am 04. Oktober 2016 auf den Markt kommen sollen, sich kaum verkaufen werden, machte Kevin Murphy (domainincite.com) deutlich, indem er auf eine der Kollisionslisten von ICANN für die Endung .link verweist, die überwiegend aus kryptischen Zeichenfolgen besteht. Allerdings findet man in diesen Listen durchaus auch das ein oder andere Stück Gold. Indem Uniregistry die 230.000 Domains über einen Registrar registrieren muss, weil Registries lediglich 100 Domains kostenfrei für sich registrieren dürfen, erklärt Konstantin Zournas (onlinedomaining.com), zahlt sie für jede Domain US$ 0,25 an ICANN, also US$ 57.500 jährlich. Dieser Kleinstbetrag summiert sich auf. Die Kostenersparnis, die mit Löschung dieser Domains einhergeht, ist offensichtlich. Hinzu komme aber auch, dass die registrierten Domains das Risiko von Markenrechtsverletzungen und UDRP-Prozessen mit sich bringen. So seien Zournas bisher vier UDRP-Verfahren gegen North Sound Names bekannt, von denen der Registrar einen verloren hat.

Es zeigt sich: der Aufruhr unter Domainern über den Untergang der neuen Top Level Domains angesichts der 230.000 gelöschten Domains von Uniregistry kommt etwas verfrüht und ist unbegründet. Es liegen schlichtweg handfeste wirtschaftliche Interessen seitens Uniregistry dahinter, die allerdings auch zeigen, dass die Methode, registrierte und geparkte Domains an den Mann zu bringen, bei den neuen Endungen nicht zu fruchten scheint.

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