nTLDs

Bewerber um .country bündeln ihre Kräfte

Top Level Domain Holdings Limited (TLDH) und Uniregistry Corp., Konkurrenten um die neue globale Top Level Domain .country, bündeln ihre Kräfte: wie beide Unternehmen bestätigten, hat man Ende April 2013 eine Grundlagenvereinbarung über einen gemeinsamen Betrieb der geplanten neuen Endung geschlossen.

Es ist erklärtes Ziel der Internet-Verwaltung ICANN, konkurrierende Bewerbungen um eine neue globale Top Level Domain gütlich zu regeln. Doch nur in den wenigsten Fällen wollte man bisher daran glauben, dass es dazu kommt. Nun ergreift zumindest das erste Bewerberduo die Initiative: wie es in einer Börsenmitteilung von TLDH heisst, wolle man gemeinsam eine neue Unternehmung gründen, an der man jeweils zu 50 Prozent beteiligt sei. Diese neue Gesellschaft soll wiederum den Registry-Vertrag mit ICANN für .country übertragen erhalten. Da es ausser TLDH und Uniregistry keinen weiteren Mitbewerber gibt, geht man offenbar fest davon aus, dass zumindest einer von beiden den Zuschlag bei ICANN erhält. Die besseren Karten hat TLDH dank der Platzziffer 664 im »prioritization draw«; Uniregistry kommt erst viel später mit Nummer 1.232. Gut möglich also, dass man zunächst das Ergebnis der Phase der »initial evaluation« abwartet und Uniregistry bei einem positiven Ergebnis für TLDH seine eigene Bewerbung zurückzieht, um Kosten zu sparen und einen grossen Teil der Bewerbungsgebühren erstattet zu erhalten. Wie sich ICANN zur Frage einer Vertragsübertragung auf eine neue Gesellschaft verhält, ist allerdings unklar.

Antony Van Couvering, CEO von TLDH, zeigte sich gleichwohl erfreut. »Mit Uniregistry zu arbeiten, stärkt den Wettbewerb, senkt die Preise für .country-Domains im Interesse der Nutzer und optimiert den Betrieb der Endung.« Auch Frank Schilling, Gründer von Uniregistry, ist zufrieden: »Dieses Joint Venture ist gut für uns, gut für TLDH, gut für ICANN, und einfach grandios für alle, die eine Domain unter .country registrieren«. Wer angesichts zahlreicher Geo-TLDs wie .berlin, .bayern oder .africa überhaupt an einer eher unscheinbaren Endung wie .country interessiert sein soll, verrät die Mitteilung nicht.

Als Vorbild für andere Bewerber taugt dieses Joint Venture jedoch nur bedingt. Wie Donuts Inc., über diverse Tochtergesellschaften selbst Kandidat für dutzende neue Domain-Endungen, mitteilt, sei man an solchen Vereinbarungen nicht interessiert. Strategie von Donuts sei es, jede Top Level Domain, um die man sich bewerbe, vollständig in eigener Hand zu halten und zu betreiben, so Mediendirektor Mason Cole. Zwar schloss er ein ähnliches Bündnis wie zwischen TLDH und Uniregistry nicht gänzlich aus, aber jeder gegenteilige Vorschlag müsse schon sehr überzeugend sein. Obwohl Donuts bei etwa 60 Endungen mit mindestens einem weiteren Kandidaten um den Zuschlag bei ICANN konkurriert, setzt das Unternehmen offenbar auf Auktionen, um sich durchzusetzen. Dabei mag helfen, dass Donuts nach bisher unbestätigten Meldungen deutlich mehr als US$ 100 Millionen an Risikokapital eingesammelt hat; Mitbewerber wie Google dürften aber auch bei solchen Beträgen allenfalls müde lächeln.

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