.app

Google zahlt US$ 25 Millionen

Im Wettstreit um die besten neuen Top Level Domains hat Google ein erstes deutliches Zeichen gesetzt: über die Tochtergesellschaft Charleston Road Registry Inc. erwarb der kalifornische Suchmaschinengigant für US$ 25 Millionen die Rechte an .app.

Vergangene Woche berichteten wir noch über die auffällige Zurückhaltung von Google in Sachen nTLDs. Trotz einer Rekordzahl von 101 Bewerbungen hat das US-Unternehmen erst drei neue Endungen auf den Markt gebracht, hingegen schon bei 28 Endungen (zumeist freiwillig) den Kürzeren gezogen, darunter so Schwergewichte wie .blog, .buy, .earth, .cloud, .book, .movie oder .store. Doch damit ist nun Schluss: im Rahmen einer von ICANN veranstalteten Auktion setzte sich Google gegen 12 Mitbewerber durch und erhielt den Zuschlag, künftig die neue Top Level Domain .app verwalten zu dürfen. Dabei war die Konkurrenz durchaus namhaft; mit Afilias Domains No. 2 Limited, der zu Donuts gehörenden Lone Maple LLC, Top Level Domain Holdings Limited oder Amazon EU S.à r.l. hatten etliche finanzstarke Bewerber ebenfalls Interesse an .app. Damit war .app die Endung mit den meisten Bewerbungen, noch vor .inc und .home mit jeweils elf und .art mit zehn Bewerbungen.

Diese Konkurrenzsituation hat sich auch auf den Preis niedergeschlagen. Wie ICANN bestätigt, lag das Höchstgebot bei US$ 25,001 Millionen, umgerechnet also EUR 22,302 Millionen. Drei Bewerber wären bereit gewesen, mindestens US$ 19,4 Millionen zu bezahlen; erst bei über US$ 24,3 Millionen verblieben nur noch zwei Bewerber, ohne dass ICANN aber mitteilt, wer neben Google noch so lange durchhielt. Damit ist .app die bisher teuerste unter sämtlichen von ICANN versteigerten nTLDs; auf Platz zwei liegt derzeit noch .tech mit US$ 6,76 Millionen. Die Gesamteinnahmen für ICANN aus diesen Auktionen belaufen sich inzwischen auf knapp US$ 60 Millionen. Nicht miteinbezogen sind private Auktionen der Bewerber untereinander; dort wurde nahezu ausschließlich Geheimhaltung vereinbart. Nach unbestätigten Meldungen soll dort aber .blog mit US$ 30 Millionen die bisher teuerste nTLD sein. Und das Wettbieten hat noch kein Ende, bisher sind erst 178 von 233 sogenannten »contention sets«, also Endungen mit mehr als einer Bewerbung, gelöst.

Die Internetnutzer dürften sich über die Entscheidung zu Gunsten von Google freuen. Zwar hatte das Unternehmen im Rahmen der Bewerbung beabsichtigt, sie als geschlossene Endung lediglich für eigene Zwecke zu betreiben; nach heftiger Kritik an solchen so genannten »closed generics« vor allem von Seiten nationaler Regierungen entschied man sich aber mittlerweile, .app frei zu geben und allen Interessenten zur Verfügung zu stellen. Bisher ist .app aber noch nicht in die Root Zone eingetragen, auch eine Registrierung ist noch nicht möglich. Bis wann .app in den Regalen der Registrare steht, ist daher noch nicht abzusehen.

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