y.com

Yahoo vor Marketing-Coup?

Der US-Suchmaschinenbetreiber Yahoo! Inc. hat mit einer Markenanmeldung die Debatte um die äusserst seltenen Ein-Zeichen-Domains unterhalb der generischen Top Level Domain .com neu entfacht: wie erst jetzt bekannt wurde, beantragte Yahoo bereits am 22. August 2005 die Eintragung der US-Wortmarke y.com. Doch ob Yahoo damit auch die Domain erhält, erscheint zweifelhaft.

Wie ein Blick in die Online-Markendatenbank des United States Patent and Trademark Office (USPTO) bestätigt, prüft die Behörde unter der Seriennummer 78697698 derzeit tatsächlich die Eintragung von y.com; eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. Die Marke wurde für mehrere Waren- und Dienstleistungsklassen angemeldet, darunter „online computer services“ sowie „search engine services“. Derzeit konzentrieren sich die Spekulationen nach den Beweggründen für die Anmeldung auf zwei Aspekte: entweder Yahoo möchte seine bereits eingetragene Marke „Y!“ durch eine vorsorgliche Registrierung vor einer Verwässerung und der Konkurrenz schützen, oder es ist den Verantwortlichen in geheimen Verhandlungen mit ICANN und IANA gelungen, die Zuteilung von y.com für den Fall einer Markeneintragung in Aussicht gestellt zu bekommen. Realistisch erscheint derzeit allein die erstere Variante, zumal Yahoo wenige Tage später, am 25. August 2005, auch ein ovales Logo mit dem charakteristischen Ausrufezeichen anmelden ließ.

Sollte Yahoo die Internet-Adresse y.com erhalten, steht die Domain-Welt vor einem großen Marketing-Coup. Im Jahre 1993 hatte der inzwischen verstorbene Internet-Pionier Jon Postel über die von ihm verwaltete IANA (Internet Assigned Numbers Authority) fast alle einbuchstabigen Domain-Namen unter .com im Interesse aller Internet-User registriert und so für die Öffentlichkeit gesperrt. Lediglich drei Domains waren zu diesem Zeitpunkt vergeben, und geniessen seither Bestandsschutz: q.com (in Händen des Telekommunikationsunternehmen Qwest), x.com (gehört jetzt PayPal) und z.com, die zur Weiterleitung auf die Website von Nissan USA genutzt wird. Obwohl es seither einige Versuche kaufkräftiger Unternehmen gab, sich ebenfalls eine der extrem begehrten Adressen zu sichern, blieben IANA und jetzt ICANN eisern und erteilten durchgängig Absagen. Ob das auch im Fall einer erfolgreichen Markeneintragung von y.com so bleibt, wird die Zukunft zeigen.

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