Stets aktuelle Daten zu eingetragenen Marken und eine automatische Nachricht bei jeder Änderung – mit diesem Versprechen tritt die Plattform MarkMesh an, um eine Lücke im Grenzgebiet zwischen Marken und Domains zu schließen.
Rund 190 Ämter weltweit verwalten eingetragene Marken, darunter das Deutsche Patent- und Markenamt (DPMA), das European Union Intellectual Property Office (EUIPO), die World Intellectual Property Organization (WIPO), das United States Patent and Trademark Office (USPTO), das Japan Patent Office (JPO) sowie die China National Intellectual Property Administration (CNIPA). Jedes dieser Ämter hat seine eigenen Regeln, sein eigenes Datenformat, seinen eigenen Aktualisierungsrhythmus und seine eigene Interpretation von Statusmeldungen. Es gibt Amtsblätter, öffentliche Portale und Datenschnittstellen (Application Programming Interfaces, kurz APIs), doch nicht selten gehen die Informationen zu ein und derselben Marke auseinander. Damit ähneln Markenämter TLD-Registries; auch hier gelten oft unterschiedliche Regeln und Anforderungen, die den Anwendern die Arbeit nicht unbedingt erleichtern. Mit diesem Zustand wollten sich Tobias Sattler und Lenz Gschwendtner nicht länger zufriedengeben; ihr Anspruch war es, mit der MarkMesh Ltd. eine Plattform zu entwickeln, die Markendaten aus unterschiedlichen Quellen zusammenführt, normalisiert und kontinuierlich aktualisiert.
Herausgekommen ist MarkMesh, eine Plattform für Markendaten und Markenmonitoring. Die beiden Gründer betonen, dass es sich nicht um einen Anmeldedienstleister handelt; MarkMesh reicht keine Markenanmeldungen ein, übernimmt keine Verlängerungen und zahlt auch keine amtlichen Gebühren. Das bleibt in der Hand des Markeninhabers und des jeweiligen Markenamts. Die Aufgabe von MarkMesh ist es vielmehr, die Markenämter zu beobachten, die für die Kunden relevanten Marken zu verfolgen und diese zu benachrichtigen, sobald sich etwas ändert. Oder kurz: Welche Marke erfordert die Aufmerksamkeit des Nutzers? Kombiniert wird das Angebot mit einem Pauschalpreismodell, angefangen bei EUR 199,– netto monatlich für Anwaltskanzleien und Rechtsabteilungen in Unternehmen, über EUR 490,– netto monatlich für Plattformen, die Unternehmen und deren Kunden bedienen, bis hin zu EUR 2.500,– netto monatlich für größere Partner mit individuellen Anforderungen. Eingeschlossen sind der Zugang zu allen angeschlossenen Markenämtern, eine unbegrenzte Anzahl von Nutzern sowie eine 30-tägige Testphase. Die beiden Gründer können dabei auf ihre Expertise zurückgreifen. Tobias Sattler war als CTO bei united-domains.de (deren Projekt dieser Newsletter ist) tätig, übernahm später den Vorsitz im Vorstand von PTI (dem Betreiber der IANA-Funktionen), war Mitbegründer der TechOps-Gruppe bei ICANN und verfasste das RFC 9167. Lenz Gschwendtner arbeitete ebenfalls als CTO bei einem Domain-Registrar, wanderte dann nach Neuseeland aus, war Mitgründer von iwantmyname, arbeitete dort mehr als zehn Jahre als CTO und begleitete das Unternehmen bis zu seiner Übernahme durch die Londoner CentralNic, die inzwischen für zahlreiche TLDs als Registry auftritt.
MarkMesh steht aktuell noch am Anfang. Die Gründer räumen ein, dass es noch viel zu lernen gäbe; aber es gäbe auch unzählige Ideen für die Zukunft, um die Plattform zu verbessern. Gschwendtner erklärt:
We tend to spend less time discussing why something is difficult and more time figuring out how to do it better.