runningshoes.com

der lange Weg zum Ziel

Mit runningshoes.com liegt nicht nur der bisher wohl teuerste Domain-Deal des Jahres 2011 vor, sondern wahrscheinlich auch der mit der längsten Geschichte. Über die rund sechsmonatige Geschichte bis zum Abschluss dieses Deals berichtet Andrew Alleman in seinem Weblog domainnamewire.com. Wir haben die Story aufgegriffen.

Die Geschichte beginnt bereits im August 2010. Cat5 Commerce, eine Unternehmung, die mehrere spezialisierte Internetshops führt, unter denen sie jeweils singulär Warengruppen anbietet wie unter anderem Wanderhosen und Wanderstiefel, suchte nach einem neuen, nahe liegenden Feld. CEO Chad Weinman, auf der Suche nach Killer-Domains für neue Geschäftsfelder, fand bei einer Google-Suche die Webadresse runningshoes.com gut positioniert auf der ersten Seite zwischen Markenseiten von Asics, New Balance, dem großen Anbieter zappos.com und anderen. Er wandte sich an den Inhaber der Domain, von dem er erfuhr, dass er bereits einen Broker mit dem Verkauf der Domain beauftragt hatte. Chad Weinman verhandelte gleichwohl mit dem Domain-Inhaber, beinahe kam es zum Abschluss, doch schien die Offerte, den Preis der Domain über einen längeren Zeitraum zu begleichen, gescheitert zu sein. Mittlerweile war der Domain-Broker in Verhandlungen mit Sports Authority, einem großen US-amerikanischen Sportwarenhandel, getreten. Cat5 Commerce schien damit aus dem Rennen zu sein.

Das Geschäft mit der Sports Authority kam allerdings nicht zustande, da sich die Abwicklung verzögerte, unter anderem, weil man einen Zahlungsplan anstrebte. Aus diesem Grund wandte sich der Domain-Inhaber seinerseits wieder an Cat5 Commerce. Chad Weinman offerierte nun eine einfache, direkte Vorgehensweise: Domain gegen Kaufpreis. Die klare Linie überzeugte auch den Domain-Inhaber, weshalb es zum Deal kam. Mit dem Preis von US$ 700.000,– lehnte sich der Käufer wahrscheinlich weit aus dem Fenster. Frühere Premium-Domains, die das Unternehmen Cat5 Commerce kaufte, waren bei weitem nicht so teuer, berichtet Andrew Alleman. Allerdings hat man Erfahrung mit der Vermarktung der eigenen Onlineshops, und dank des bereits bestehenden Angebots huntingbots.com auch die notwendigen Kontakte zu Herstellern. Kein Wunder also, wenn bereits einen guten Monat, nachdem der neue Inhaber am 23. März 2011 in das WHOIS eingetragen wurde, ein ordentlicher Shop unter der runningshoes.com läuft.

Der Fall zeigt, dass der Verkauf oder Kauf einer Domain nicht immer einfach ist. Aber auch unter Privaten, ohne Handelsbörse und Domain-Broker, sind sehr gute Geschäfte möglich. Da scheint es sinnvoll, die Sache einfach zu halten. Verträge, die darauf ausgerichtet sind, über Jahre auch Revenuen an den Verkäufer abzuführen, wie sie etwa der ungekrönte Domain-King Rick Schwartz schließt, oder solche, bei denen Zahlungen in Raten erbracht werden, machen es für die Vertragspartner nicht gerade leicht. Ein klarer Schnitt ist da nicht nur der einfachere Weg, sondern in der Regel auch der weitaus schnellere, ein solches Geschäft abzuwickeln.

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