ai.com-Deal

Der Mitbewerber bot dem Käufer US$ 500 Mio. und mehr

Wie vergangene Woche berichtet, zeigte sich, dass die Domain ai.com im April 2025 für US$ 70 Mio. in Bitcoin den Inhaber wechselte. Das brachte den Domain-Handel wieder einmal in das Wahrnehmungsfeld der allgemeinen Medien. Mittlerweile gibt es weitere Informationen um den Rekord-Deal.

Am ersten März-Wochenende 2025 war ein Artikel bei TheInformation.com erschienen mit der Überschrift: »AI.com Is for Sale. Asking Price? $100 Million«, und dnjournal.com berichtete wenige Tage danach darüber. Im April 2025 wurde die Domain sodann für US$ 70 Mio. in Bitcoin verkauft. Am 06. Februar 2026 machte der Käufer, Kris Marszalek (crypto.com), den Kaufpreis öffentlich. Grund dafür war, dem unter der Domain laufenden Projekt, für das beim Super Bowl zwei Tage später eine Werbung geschaltet war, frühzeitig Aufmerksamkeit zu bringen. Danach wurde auch der Name des Verkäufers bekannt, der ai.com gekauft hatte, weil die Domain seine Initialen A. I. wiedergibt. Es handelt sich um den 1983 geborenen malayischen »Technopreneur« Arsyan Ismail, der unter anderem sehr stark in Kryptowährungen engagiert ist. Die Abwicklung des Kaufes in Bitcoin zwischen ihm und crypto.com-Gründer Marszalek ist dann schlüssig. Nun gibt es das Gerücht, Arsyan hätte die Domain ai.com 1993 als Zehnjähriger für rund US$ 100,– gekauft. Ritu Singh führt in einem Artikel bei dem indischen Medienunternehmen NDTV (New Delhi Television) aus:

As it turns out, the domain was purchased by Arsyan in 2021 on the domain brokerage site SAW.com for an undisclosed amount. The previous owner of the domain was Future Media Architects, Inc, a holding company for domain names owned by Kuwaiti Thunayan Khalid Al-Ghanim.

Bei dem nicht offengelegten Betrag soll es sich, berichtet wiederum indiatimes.com, um US$ 10 Mio. handeln, die Arsyan 2021 für ai.com zahlte.

In einem am 07. Februar 2026 auf X geführten dreistündigen Gespräch zwischen »Domainer Expo«-Gründer Ish Milly und Domain-King Rick Schwartz fragt letzterer zum Thema ai.com:

How did the other CEOs miss it?

Zumindest gab es einen weiteren Interessenten an der Domain ai.com. Marszalek eröffnete im Gespräch mit John Coogan und Jordi Hays bei der Live-Tech-Talkshow TBPN (The Big Picture Network), nachdem er den Zuschlag für ai.com erhalten hatte, habe ihm der Mitbieter US$ 500 Mio. und mehr für die Domain geboten. Im Gespräch führt Marszalek weiter aus, er glaube, er hätte den Mitbieter auch auf US$ 1 Mrd. hochtreiben können, aber er sei ganz dem Produkt verpflichtet. Andererseits teilt Marszalek zu einem früheren Zeitpunkt im Gespräch mit, dass man bei crypto.com nach dem Kauf von ai.com lange Zeit überhaupt keine klare Produktidee für die Domain hatte. Das alles klingt widersprüchlich. Die Erkenntnis um den vermeintlichen Wert der Domain kam jedenfalls nicht nur dem Mitbieter etwas spät, wie sich der Frage von Schwartz entnehmen lässt. Wenn AI-Unternehmen Mitarbeiter für Milliardensaläre einkaufen können, dann ist auch der Preis von US$ 1 Mrd. für ai.com eigentlich kein Problem für diese Unternehmen. Nur hätten die CEOs früher darauf kommen müssen. Die Domain hat sicher einen hohen Wert, aber US$ 70 Mio. oder gar US$ 1 Mrd.? Ihr Wert ergibt sich nicht daraus, dass man eine »Brand«, eine Marke in Händen hält, sondern eine Zwei-Zeichen-Domain, die eine ganze Branche bezeichnet. Bietet ai.com mit seinem KI-Assistenten zur Unterstützung von Verbrauchern bei eMail, Terminplanung, Buchungen und Kündigungen von Abonnements und anderem das Produkt, das den Kaufpreis tatsächlich refinanzieren kann? Nach der Super Bowl Werbung brach die Website unter ai.com zusammen, aber es reichte für 300.000 Anmeldungen von Neukunden. Möglicherweise rechnet es sich – entgegen unserer früheren Vermutung – doch.

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