InterNetX

Der aktuelle »Global Domain Report« für 2026 ist da

Die Mechanismen der Domain-Suche, -Registrierung, -Bewertung und -Nutzung befinden sich in einem radikalen Wandel. Zu diesem Ergebnis kommen der Internet-Provider InterNetX GmbH aus Regensburg und die Kölner Domain-Handelsplattform Sedo GmbH in der Neuauflage ihres »Global Domain Report« für das Jahr 2026.

Wer wissen will, wohin sich das Domain-Universum entwickelt, findet im aktuellen Global Domain Report auf 102 Seiten Antworten auf nahezu jede Frage. Im Mittelpunkt stehen die Brennpunkte, welche die Branche prägen: Internet Governance, die Auswirkungen von KI, Web3, die bevorstehende nTLD-Einführungsrunde und der sich stetig verschärfende DNS-Missbrauch. Grundlage ist ein Domain-Namensraum, der mit 386,9 Mio. Registrierungen einen neuen Höchsttand erreicht hat. Die Wachstumsquote lag insgesamt bei 2,2 Prozent, wobei die ccTLDs mit einem Plus von 3,4 Prozent und das Lager der nTLDs mit sogar 29,9 Prozent herausstechen. Für die Macher des Reports verläuft das Wachstum nun eher stetig als explosionsartig, was auf eine reifere Branche hindeutet. Legacy-gTLDs wie .com, .net oder .info bleiben das Rückgrat des Marktes; doch ihre Dominanz nimmt langsam ab, während ccTLDs und einzelne nTLDs Marktanteile gewinnen. Aber man darf sich nicht täuschen lassen: Auf die Top-10-TLDs entfallen rund zwei Drittel aller weltweiten Domain-Registrierungen, was verdeutlicht, wie konzentriert der Markt an der Spitze nach wie vor ist. Die Endung .com dominiert mit einem Volumen von 161 Mio. registrierten Domains, das um ein Vielfaches höher ist als das der meisten anderen TLDs in den Top 10. Die auffälligste Veränderung findet am Rand der Rangliste statt: .xyz und .top schaffen es zum ersten Mal unter die Top 10, während .br und .au herausfallen, was auf eine starke Dynamik bei einigen wenigen nTLDs mit hohem Volumen hindeutet.

Schaut man sich an, wie viele Domains aktiv genutzt werden, fällt das Bild oft ernüchternd aus. Nicht bei jeder Domain-Endung führt ein hohes Registrierungsvolumen automatisch zu vielen entwickelten Websites: Bei .xyz gibt es beispielsweise mehr Registrierungen, aber vergleichsweise wenige aktive Websites, während bei .space der gegenteilige Trend zu beobachten ist. Dies unterstreicht, wie unterschiedlich nTLDs eingesetzt werden. Weiter ist zu beobachten, dass nTLDs bei der Einführung wichtiger Sicherheitsmaßnahmen noch hinterherhinken. Eine gute DNS-Hygiene wirkt wie ein Schutzschild: HTTPS verschlüsselt den Datenverkehr, SPF und DMARC helfen dabei, eMail-Spoofing zu verhindern, DNSSEC schützt DNS-Antworten vor Manipulationen, während IPv6-Unterstützung und CDNs die Ausfallsicherheit, Reichweite und Leistung verbessern. Die nTLDs weisen bei mehreren dieser Sicherheitsmaßnahmen generell niedrigere Akzeptanzraten auf. Mögliche Gründe hierfür sind jüngere, volatilere Portfolios, ein höherer Anteil an geparkten oder spekulativen Registrierungen sowie viele kleinere Registries oder Hosting-Konfigurationen, die sich noch nicht vollständig an bewährten Sicherheitsstandards ausgerichtet haben. Einerseits enttäuschend aber andererseits zumindest in Teilen erfreulich: Marken-TLDs (.brands) machten in der Einführungsrunde 2012 etwa 34 Prozent der Bewerbungen aus, gleichwohl bleiben die meisten Domains unter Marken-Endung bislang inaktiv. So verfügen nur 14 Prozent über entwickelte Websites; in einigen Fällen wird die eigene Domain-Endung sogar nur für eMails genutzt. Interessanterweise gehören mehr als die Hälfte aller .brands deutschen Unternehmen, was die Bedeutung Deutschlands im Namensraum unterstreicht.

All das ist natürlich nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Report. Wie bereits in den Vorjahren ist er auch in seiner Neuauflage 2026 sehr lesenswert. Und es ist mehr als erfreulich, dass InterNetX und Sedo ihre und Daten aus anderen Quellen zusammentragen, um einen praktisch nützlichen Einblick in die Domain Name Industry zu gewähren; bleibt zu hoffen, dass das auch nach einem im Raum stehenden Verkauf von Sedo so bleibt. Bis dahin bietet die aktuelle Ausgabe des »Global Domain Report« eine Menge wertvoller Informationen, die bei der Beurteilung von Fragen zur Domain-Strategie herangezogen werden können und sollten.

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