DENIC

personelle Turbulenzen halten an

Mit ungewöhnlich heftigen personellen Turbulenzen hat derzeit die DENIC eG, mit weit über zehn Millionen registrierten .de-Domains die erfolgreichste Länderverwaltung der Welt, zu kämpfen: nachdem Ende März 2007 die Zusammenarbeit mit Vorstand Sabine Dolderer einvernehmlich beendet wurde, haben mit Elmar Knipp und Eric Schätzlein nun zwei Aufsichtsratsmitglieder ihren sofortigen Rücktritt erklärt. Zu ihren Gründen hielten sich beide bedeckt.

Mit einer knappen eMail hatte Sabine Dolderer, seit 1994 der DENIC eG verbunden und seit Gründung mit der Leitung des Geschäftsbetriebes befasst, am 23. März 2007 ihren Abschied von der DENIC bekanntgegeben. Zur Begründung verwiesen sowohl Dolderer als auch die DENIC darauf, „unterschiedliche Vorstellungen über die zukünftige Weiterentwicklung der DENIC“ zu haben, weshalb man übereingekommen sei, sich zu trennen. In der Folge kam es wegen fehlender Informationspolitik zu teilweise heftiger Kritik von Mitgliedern der genossenschaftlich organisierten DENIC, nachdem Sebastian von Bomhard, Vorsitzender des Aufsichtsrats, bestätigt hatte, dass die Entscheidung nicht spontan gefallen, sondern Ergebnis einer längeren Entwicklung sei. Konkrete Gründe blieben unter Hinweis auf eine Vertraulichkeitsvereinbarung jedoch bisher ungenannt. Mit Spannung wird daher die für den 3. Mai 2007 angesetzte Generalversammlung erwartet; zahlreiche Genossen erhoffen sich dort konkrete Antworten auf ihre Fragen zu den Hintergründen von Dolderers Demission.

Umso überraschender kam daher am vergangenen Montag die Meldung, dass wenige Tage vor der Generalversammlung mit Elmar Knipp, Geschäftsführer der Dortmunder Knipp Medien und Kommunikation GmbH, und Eric Schätzlein, bis Februar 2006 für den Registrar Schlund & Partner tätig, zwei Mitglieder des fünfköpfigen DENIC-Aufsichtsrates ihren sofortigen Rücktritt erklärt haben. Auf Nachfrage bestätigte uns Elmar Knipp, dass interne Angelegenheiten eine konstruktive Zusammenarbeit im Aufsichtsrat nicht mehr möglich gemacht hätten. Eric Schätzlein deutete an, sich der Mehrheit im Aufsichtsrat angeschlossen zu haben, die für eine Trennung von Sabine Dolderer geführt hat. Heute sieht er selbst zumindest manches anders. Knipp war von vornherein gegen diese Trennung, hat jedoch nach demokratischer Manier dann die Mehrheitsentscheidung mittragen müssen. Im Gegensatz zu Schätzlein steht Knipp, bereits seit 1998 Mitglied des Aufsichtsrates, als Kandidat für eine erneute Wahl anlässlich der Generalversammlung jedoch wohl zur Verfügung.

Für erheblichen Unmut unter den DENIC-Genossen sorgte erneut, dass sich die auf einer internen Mailingliste der DENIC nacheinander innerhalb weniger Minuten veröffentlichten Rücktrittserklärungen von Knipp und Schätzlein nur wenig später jedenfalls in Auszügen im Online-Magazin heise.de zu lesen waren. Echte Aufklärung wäre jedoch wie im Fall Dolderer nur zu erwarten, wenn sich die Parteien von Vertraulichkeitsvereinbarungen entbinden; alles andere bleibt Spekulation. Das Wichtigste: Trotz aller personeller Diskussion besteht für die .de-Community derzeit kein Grund zur Sorge, der Geschäftsbetrieb der DENIC läuft ohne Probleme.

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