Grabbing

Ansturm auf Whitney-Houston-Domains

Kaum drangen erste Informationen zum Ableben von Whitney Houston an die Öffentlichkeit, stürzten sich Nutznießer auf die Domain-Registrare, um Domains mit dem Namen der Künstlerin zu registrieren und sogleich zu absurden Preisen anzubieten.

GoDaddy berichtete, laut Andrew Alleman, dass binnen 24 Stunden nach Bekanntgabe des Todes von Whitney Houston 324 Domain-Namen registriert wurden, die damit in Zusammenhang stehen. Andere Registrare konnten sicherlich ebenfalls zahlreiche vergleichbare Registrierungen verbuchen. Kurze Zeit später gab es die ersten Versteigerungsangebote auf eBay, die sich mittlerweile bei rund 50 Domains bewegen: allwhitneyhouston.com, memory-whitneyhouston.com und whitneyehousto?n.com sind die milderen Domain-Varianten im Angebot. Andere Adressen sind whitney-houston-dead.com, whitneyhoustond?iedat48.com oder whitneyhoustondead2012.com. Die Preise für die fragwürdigen Domains der Geschäftemacher variieren stark: manche werden gegen jedes Gebot abgegeben oder für einen Mindestbetrag von US$ 500,–. Einige Domains scheinen aber besser als andere zu sein; so verlangt der Inhaber von whitneyhoustonstory.com US$ 300.000,–, der von officialwhitney?houston.com US$ 400.000,–. Der Inhaber von inmemoryofwhitneyhouston.com wusste sich wohl nicht recht zu entscheiden und hat gleich zwei Auktionen laufen: einmal liegt das Einstiegsgebot bei US$ 500.000,– und der Sofortkaufpreis bei US$ 1,5 Mio.; beim zweiten Angebot liegt der Sofortkaufpreis bei US$ 1 Mio. Teuerste Domain war jedoch whitneyhoustonheartattack.com, die ursprünglich US$ 21 Mio. kosten sollte. Dieses eBay-Angebot wurde mittlerweile entfernt.

Die gesamte Geschichte wirft kein gutes Bild auf Domainer. Hier wird unschön Kapital aus der Tragödie eines Menschen geschlagen. Der Effekt, Domains um jeden Preis zu registrieren, stellt sich immer wieder ein, wenn eine bekannte Persönlichkeit verstirbt: Michael Jackson und Amy Winehouse sind einige bekannte Beispiele dafür. Die Profis unter den Domainern lehnen solche Geschmacklosigkeiten ab. Domainer Michael H. Berkins sieht letztlich in den eher schwachen Zahlen im Vergleich zum Fall Michael Jackson, bei dessen Tode GoDaddy binnen 24 Stunden 3.700 registrierte Domains verbuchte, dass das Internet langsam die Regeln des Domainings lernt: Den rund 50 eBay-Domain-Angeboten zu Whitney Houstons Ableben standen bei Michael Jacksons Tod rund 400 Angebote gegenüber. Möglicherweise ist die Bedeutung von Whitney Houston aber nicht so groß wie die Michael Jacksons. In jedem Falle bedeutet die Registrierung oder der Ankauf einer solchen Domain ein rechtliches Risiko, könnten doch die Rechtsnachfolger der Verstorbenen die Verletzung von Namensrechte geltend machen.

  1. Leser

    Ich dachte, man darf keine Prominenten Namen als Domain nehmen?!

    Antworten
    • RA Daniel Dingeldey

      Der Umstand, dass die Registrierung und/oder Nutzung solcher Domains Rechte Dritter verletzt, hält viele nicht davon ab, sie zu registrieren. Die Folge können Abmahnungen, UDRP-Verfahren und gerichtliche Streitigkeiten sein.

      Antworten

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