Umfrage

Nutzer begrüßen neue Domain-Endungen

Die Internet-Nutzer sind neuen Domain-Endungen gegenüber grundsätzlich positiv aufgeschlossen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage unter 1.000 Personen von »InsightsNow«, in Auftrag gegeben vom Domain-Beratungsunternehmen Fairwinds Partners.

Hunderte von neuen Domain-Endungen rollen auf die Internet-Nutzer zu. In weniger als einem Jahr bietet sich ihnen eine ungeahnte Auswahl an Top Level Domains – doch sind sie daran überhaupt interessiert? Dieser Frage ist Fairwinds Partners nachgegangen und hat im April 2013 insgesamt 1.000 Internet-Nutzer im Alter zwischen 13 und 64 Jahren online befragt; wie sich die Gruppe der befragten Personen im Einzelnen zusammensetzt, verrät Fairwinds Partners leider nicht. Während 43 Prozent der Teilnehmer erklärten, auch künftig .com zu bevorzugen, sind immerhin 57 Prozent nicht auf die bereits existierenden Top Level Domains festgelegt und können sich vorstellen, eine Website unter neuer Domain anzusteuern. Etwas weniger, nämlich 52 Prozent, würden auch ein Angebot unter neuer Domain-Endung nutzen, um dort einzukaufen; bei .com sind es 48 Prozent, was belegt, dass diese Endung jedenfalls derzeit einen Vertrauensvorschuss genießt. Etwas überraschend ist, dass sich 53 Prozent vorstellen könnten, Finanzgeschäfte auch bei einem Anbieter unter neuer Top Level Domain zu tätigen, während .com insoweit nur bei 47 Prozent der Nutzer beliebter ist; ob dabei eine mögliche neue Endung wie zum Beispiel .bank eine Rolle spielt, lässt sich nicht ersehen.

Darüber hinaus förderte die Umfrage zu Tage, dass sich die Nutzer ohne weiteres darauf einlassen, ihnen bekannte Marken und Anbieter auch unter einer strikt markenbezogenen neuen Top Level Domain anzunehmen. Vor allem die Nutzer von Shopping-Angeboten würden einer Endung wie .zalando den Vorzug vor einer generischen Endung wie .shoes geben. Fairwinds Partners zieht sogar den Schluss, dass die Nutzer auf Dauer offenbar erwarten, eine ihnen bekannte Marke unter einer Marken-TLD erreichen zu können.

Wie bei jeder Umfrage sollte man diese nicht-repräsentative Veröffentlichung ins rechte Licht rücken. Der US-amerikanische Domainer-Anwalt John Berryhill beschreibt es pointiert: »New Fairwinds Poll Finds Overwhelming Support For Whatever Fairwinds Is Selling Its Clients Lately«. Mit anderen Worten: als Vertreter der Domain Name Industry kann Fairwinds Partners kein Interesse daran haben, die neuen Endungen negativ darzustellen. Das darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Umfrage dazu beiträgt, das Thema nTLDs in die Öffentlichkeit zu tragen – eine Verpflichtung, die eigentlich der Internet-Verwaltung ICANN obliegt.

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