nTLDs

Domain-King prognostiziert Domino-Effekt

Werden die neuen Top Level Domains erfolgreich sein? Die Frage stellt sich nicht erst, seit die Einführung der neuen Endungen beschlossen wurde. Domain-King Rick Schwartz sieht die Sache kritisch und hält sogar einen Domino-Effekt, bei dem die Einführung schwacher nTLDs neue Endungen mit Potential in den Abgrund stürzt, für nicht ausgeschlossen.

Rick Schwartz ist Domain-Investor der ersten Stunde, also seit Mitte der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts. Die Frage nach einem möglichen Domino-Effekt bei der Einführung der neuen Domain-Endungen stellt er demgemäß aus der Sicht eines Domain-Investors. Für ihn ist wichtig in Domains zu investieren, die wertvoll werden und teuer verkauft werden können. In einem aktuellen Artikel in seinem Weblog spekuliert Rick Schwartz über das Scheitern der Einführung der neuen Top Level Domains und nimmt als bekanntes Beispiel .mobi, eine Endung, die 2006 eingeführt wurde und derzeit gut 1 Mio. registrierter Domains aufweist. Domain-Investoren tun sich schwer mit der Endung, weil sie kaum gehandelt wird und keine guten Preise erzielt. Die Registry verdient mit den Registrierungen, aber Domain-Investoren nicht. Denn Domains unter der Endung würden, so Rick Schwartz, nicht kommerziell genutzt. Aber diese Form der Nutzung sei ausschlaggebend für Domain-Investoren, verspricht sie doch Bekanntheit und Interesse, die Domains begehrenswert und damit wertvoll machen. Aus Sicht eines Domain-Investors ist eine Endung wie .mobi, trotz zahlreicher Registrierungen, nicht von Interesse. Wie aber schaut es bei den neuen Endungen aus?

Rick Schwartz sieht vor allem ein Problem in der Reihenfolge, in der die neuen Endungen auf den Markt kommen könnten. Sollten sich die ersten 100 neuen Endungen auf dem Markt nicht gleich etablieren und von Endkunden nicht zur Vermarktung genutzt werden, dann verlöre sich auch das Interesse an wirklich attraktiven Endungen, so die Überlegung von Rick Schwartz. Die ersten neuen Endungen auf dem Markt entscheiden, wie die Zukunft aller anderen Endungen aussieht: ob sie angenommen und erfolgreich werden – oder abstürzen. Wenn die neuen Endungen keiner unbedingt haben will und nicht für Werbung eingesetzt werden, sind sie in den nächsten rund zwanzig bis dreißig Jahren insbesondere für Investoren uninteressant. Und Rick Schwartz sieht keinen Grund, warum die neuen Endungen als Werbemittel genutzt werden sollten.

Das sind denkbar schlechte Aussichten, die der Domain-King da als möglichen Weg für die neuen Endungen aufzeigt. Doch ist es die Sicht eines Domain-Investors, der in diesem Zusammenhang auch an die Tulpenkrise des 17. Jahrhunderts erinnert: Die Spekulation um Tulpenzwiebeln führte zu einer Preisspirale nach oben und, als niemand mehr bereit war, die hohen Preise zu zahlen, zum Zusammenbruch. Wenn tatsächlich kein wirkliches Interesse von Domain-Investoren an den neuen Endungen besteht, wirkt sich das allerdings positiv für alle anderen aus: so werden gute Domain-Namen nicht auf die lange Parking-Bank geschoben, sondern gleich aktiv von Endnutzern eingesetzt. Das verstärkt die Attraktivität der neuen Endungen und führt zu einem stärkeren Interesse und vermehrtem Einsatz durch Internetnutzer. Das wäre eine glänzende Zukunft für die neuen Endungen.

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