GoDaddy

Ein neues Appraisal-Programm ist online

Der US-Registrar GoDaddy Inc. ist mit einer runderneuerten Version seines Domain-Bewertungsprogramms online gegangen: gleich 3,3 mal besser als das bisherige System soll es sein. Doch löst es wirklich die Dauerfrage nach dem wahren Wert einer Domain?

Eine Domain ist so viel wert, wie ihr Käufer bereit ist, zu bezahlen – an diesem Grundsatz ist kaum zu rütteln. Doch bei der Suche nach dem wahren Wert einer Domain hilft das wenig weiter. Die Domain-Praxis arbeitet daher seit vielen Jahren mit automatisierten Bewertungsprogrammen, die anhand verschiedenster Faktoren mal mehr, mal weniger genau den Preis einer Domain zu ermitteln versuchen. Zu den Anbietern solcher Programme gehört auch GoDaddy Inc., mit 341,1 Millionen verwalteten Domains der größte Registrar der Welt. Seit 2012 konnten GoDaddy-Kunden im eigenen Domain-Portfolio die Funktion »Appraisal« aufrufen; daraufhin spuckte ein Generator zweifelhafte Zertifikate mit weit gestreuten Zahlen aus. Die Differenzen zwischen unterem und oberem Wert lagen teilweise bei 400 Prozent. Im Rahmen der Bewertung berücksichtigt wurden dabei die üblichen Charaktere einer Domain, also vor allem Länge, Anzahl der Worte, Zahlen, Endung, Bindestriche und Verlinkungen. Wirklich überzeugen konnte man damit aber nicht.

In Zukunft soll das aber ganz anders sein. Wie das US-Unternehmen mitteilte, ist seit wenigen Tagen eine neue Fassung des Bewertungsprogramms online, die jedermann (also nicht nur GoDaddy-Kunden) kostenfrei nutzen kann. Auslöser für die Überarbeitung ist der Erwerb von zwei Domain-Portfolien mit zusammen 300.000 Domain-Namen, den GoDaddy im Oktober 2017 für runde US$ 50 Mio. vollzog. Um die Domains zu angemessenen Preisen weiterverkaufen zu können, mussten sie automatisiert bewertet werden. Herausgekommen ist ein Algoritmus, der 3,3 mal besser sein soll als das bisherige System und doppelt so gut wie der Durchschnitt aus vier menschlichen Bewertern. Er wirft einen Schätzwert aus und begründet ihn anhand mehrerer Faktoren, wie beispielsweise vergleichbaren Verkäufen. Ausserdem schlägt er ähnliche freie Domains vor, die registriert werden können – ganz uneigennützig handelt GoDaddy also nicht. Jedoch bleibt es eine maschinelle Bewertung; den einen einzigen wahren Wert einer Domain kann also auch dieses Werkzeug nicht ermitteln – eben weil es ihn gar nicht gibt.

Einen guten Anhaltspunkt für den Marktwert einer Domain können auch Domain-Bewertungsgutachten liefern. Die Handelsplattform sedo.de bietet derartige Gutachten gegen Zahlung einer einmaligen Gebühr in Höhe von EUR 99,– an. Wer sich das Geld sparen will, greift zur Selbstbewertung; einen solchen Service bietet zum Beispiel bewertungsformel.de an. Den Community-Ansatz verfolgt hingegen die Plattform Flippa; sie stellt ausgewählte Domain-Namen für einen beschränkten Zeitraum zur öffentlichen Bewertung, lediglich eine vorherige Anmeldung ist erforderlich. Die Zahl der Schätzer wird dabei ebenso veröffentlicht wie der von ihnen geschätzte Betrag, so dass sich ein transparentes Ergebnis ergibt.

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