nTLDs

Domain-Verwalter Famous Four ändert Preisstrategie nach Investorenstreit

Famous Four Media Limited, bisherige Verwalterin von 16 generischen Top Level Domains, ist in einen Investorenstreit geraten: nach bisher unbestätigten Meldungen haben neue Gesellschafter das Ruder übernommen und wollen den langjährigen »Billig«-Kurs beenden.

Um 60 neue generische Top Level Domains hatte sich Famous Four im Jahr 2012 über eigene Tochtergesellschaften bei ICANN beworben und damit die Aufmerksamkeit der gesamten Domain Name Industry auf sich gezogen. Letztlich sicherte sich das Unternehmen, das neben seinem Sitz in Gibraltar auch über Büros in London und New York verfügt, 16 Registry-Verträge: .loan, .win, .men, .bid, .stream, .review, .trade, .date, .download sowie .party. Mit aktuell rund 2,3 Millionen Registrierungen ist .loan dabei die zweiterfolgreichste neue Endung; insgesamt hält die Registry knapp 5,4 Millionen Domains unter Verwaltung. Allerdings gilt dieses Wachstum nicht als unkritisch: ein Großteil der Registrierungen wird durch erhebliche Gebührennachlässe befeuert, weshalb die von Famous Four verwalteten Endungen als beliebter Hafen für Spammer gelten. Zudem ist der Anteil der Vertragsverlängerungen („renewal quotes“) gering. Profitiert hat hingegen ICANN; egal, wie günstig die Domains von Famous Four auf den Markt geworfen wurden, die ICANN-Gebühren waren stets unverändert zu bezahlen.

Doch dieser Kurs könnte sich in Kürze ändern. Kevin Murphy von domainincite.com berichtet, dass es eine gerichtliche Auseinandersetzung gegeben habe, in deren Folge ein Unternehmen namens Global Registry Services Limited (GRS Domains) mit Sitz wiederum in Gibraltar die 16 Registry-Verträge von Famous Four übernommen hat. GRS Domains gehört zu Domain Venture Partners (DVP) und wird aktuell von Edgar Lavarello, einem Wirtschaftsprüfer des Beratungsunternehmens PricewaterhouseCoopers, geführt. Die beiden Gesellschafter von Famous Four, Iain Roache und Geir Rasmussen, sollen an dem neuen Konstrukt nicht mehr beteiligt sein. Zu den Hintergründen des Streits hält sich Robert Maroney, Gesellschafter bei DVP, bedeckt. Nach seinen Angaben habe Roache versucht, DVP zu zerbrechen, die Verhältnisse der nTLD-Tochtergesellschaften neu zu ordnen und der Jurisdiktion Gibraltars zu entziehen; dies hätten die DVP-Gesellschafter als unangemessen und rechtswidrig betrachtet, weshalb nun GRS Domains am Ruder der 16 nTLDs sitzt.

Die wohl wichtigste Auswirkung für die Community dürfte sein, dass GRS Domains sämtliche Marketing-Aktionen in Kürze beenden möchte. Stattdessen sollen alle 16 Endungen zu Einkaufspreisen von US$ 9,98 im Jahr bei den Domain-Registraren angeboten werden. Damit dürfte die Zahl der von GRS Domains verwalteten Domain-Namen in etwa einem Jahr drastisch sinken; zugleich dürfte aber auch der Spam-Anteil sinken. Eine offizielle Bestätigung für alle diese Änderung gibt es bisher jedoch nicht; die DVP-Website domainventurepartners.net ist derzeit nicht erreichbar.

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