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Neues von .madrid, .co und .ca

Die spanische Metropole Madrid darf sich bei ihrer Bewerbung um eine Top Level Domain auf technische Unterstützung aus dem Saarland freuen. In Kolumbien liberalisiert man sein Landeskürzel mit US-amerikanischer Unterstützung, nur Kanada bleibt auf sich allein gestellt – hier die Kurznews.

Der im saarländischen Zweibrücken beheimatete Domain-Registrar Key-Systems GmbH hat bekanntgegeben, dass er die Einführung eines Internet-Namensraums .madrid für die Region der spanischen Hauptstadt betreibt. Am Rande der 10. Konferenz des ICANN-Studienkreises in Barcelona teilte Key-Systems mit, dass man als Betreiber der Registry für .madrid fungieren werde, sollte die Bewerbung bei ICANN erfolgreich sein. Bisher war das Unternehmen ausschließlich als Registrar tätig; mit über 2,6 Mio. verwalteten Domains zählt sich Key-Systems zu den 20 größten Registraren weltweit. Die Bewerbung um die Endung .madrid begleitet die Anwaltskanzlei Estudio Juridico Serrano Internacional (EJSI) sowie der spanische Internet Service Provider Dinamiq SL. Erste Registrierungen unter .madrid sind vermutlich 2011 möglich.

In Kolumbien stehen grundlegende Änderungen in der Verwaltung der Landesendung .co bevor. Mit Wirkung ab dem 7. Februar 2010 übernimmt das Unternehmen Internet SAS die Verwaltung des Kürzels vom bisherigen Verwalter Universidad de los Andes. Zudem ist die Registrierung künftig praktisch frei: jedermann weltweit, egal ob mit Sitz in Kolumbien oder nicht, kann Domains unterhalb der Endung .co registrieren. Lediglich die offiziellen Subdomains org.co, edu.co, mil.co und gov.co bleiben nur unter eingeschränkten Voraussetzungen zu registrieren. Die Anmeldung erfolgt nicht mehr über die Registry, sondern wie gewohnt über akkreditierte Registrare; ferner entfallen zahlenmäßige Beschränkungen. Der Freigabe ist jedoch eine Sunrise Period vorgeschaltet, die voraussichtlich im März 2010 beginnt. Bevorrechtigt sind unter anderem Domains und Marken mit Anmeldung vor dem 30. Juli 2008, Details folgen in Kürze. Unter der Adresse news.com.co hat Neustar eine Newssite eingerichtet, die über die aktuellen Neuerungen bei .co berichtet.

In Kanada deuten sich ebenfalls Änderungen bei der Registry CIRA ab. Nach einem Bericht von itworldcanada.com will CIRA im Rahmen der Validierung von Anmelderdaten künftig die Registrare stärker in die Verantwortung nehmen. Derzeit übernehmen Registrare zwar die Anmeldung, die Domain-Inhaber werden dann aber separat von CIRA zu Sicherheits- und Prüfzwecken kontaktiert. Das bisherige System mache .ca damit zwar sicher, führe jedoch zu Verwaltungsproblemen und sei ineffizient, so CIRA-Präsident und CEO Byron Holland. Aktuell sind gut 1,3 Mio. .ca-Domains vergeben, angesichts von 33,4 Mio. Einwohnern eine bescheide Zahl. Von einer weitgehenden Liberalisierung bleibt .ca jedoch entfernt: bei Domain-Übertragungen will sich CIRA unverändert einschalten.

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