TLDs

Neues von .cu, .nyc und .hp

Passend zur Jahreszeit tauen in diesen Tagen Domain-Namen aus und in Zusammenhang mit Kuba auf. Daran kann auch New York, die Stadt der Städte, wenig ändern, die den Preis für die Top Level Domain .nyc drücken möchte. Da passt es gut, dass mit HP ein Global Player in die TLD-Bewerbungsrunde einsteigen möchte – hier unsere Kurznews.

Der von der US-Regierung unter Präsident Obama eingeleitete politische Frühling in der Beziehung zu Kuba könnte auch für Domainer neue Möglichkeiten eröffnen. Nicht nur, dass allein in der vergangenen Woche eine Vielzahl von Spekulanten Kuba-relevante .com-Domains wie holidayingcuba.com, seeyouincuba.com oder t-mobile-cuba.com registriert haben, auch die eigene Landesendung .cu wird interessanter. Kann man den Angaben der Registry CubaNic vertrauen, ist eine Registrierung von .cu-Domains auch für ausländische juristische Personen möglich. Mit gut 2.200 vergebenen .cu-Domains ist zudem die Menge an freien Adressen vergleichsweise gigantisch, auch wenn allgemein beschreibende Domains wohl noch einige Zeit tabu bleiben. Unklar bleibt auch, ob und wie staatliche Stellen auf ein Angebot Einfluss nehmen. Jedenfalls für Inhaber von Kennzeichenrechten könnte sich ein früher Einstieg lohnen; schon das allgemeine „first come, first served“-Prinzip mahnt zur Eile.

Die aktuelle Finanzkrise scheint nun auch die Pläne zur Einführung einer Städte-Domain .nyc für New York nachhaltig zu gefährden. In einer Stellungnahme zum Entwurf des Bewerberhandbuches gegenüber der Internet-Verwaltung ICANN äußert Katherine Winningham von der Rechtsabteilung der Stadt Bedenken, dass angesichts der wirtschaftlichen Situation und ihrer Auswirkung auf öffentliche Einrichtungen die mit einer Bewerbung verbundenen Gebühren die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten übersteigen. Winningham spricht neben der Bewerbungsgebühr von US$ 185.000,– auch die ursprünglich geplante Registry-Gebühr von US$ 75.000,– an. Die Stadt New York drängt ICANN daher, das Gebührenmodell zu überdenken. Dabei ist unklar, ob die Stadt New York von den Auswirkungen dieser Gebühren selbst betroffen wäre; derzeit konkurrieren mit Connecting.nyc und dotNYC zwei Konsortien um den Zuschlag der Stadt, die Domain .nyc bewerben und nutzen zu dürfen und somit auch das wirtschaftliche Risiko zu tragen. Gut möglich also, dass New York lediglich vorbeugende Einnahmenoptimierung betreibt.

Der Technologiekonzern Hewlett-Packard – besser bekannt unter der Abkürzung HP – hat ebenfalls bei der Internet-Verwaltung ICANN interveniert. HP stört sich daran, dass nach den Plänen von ICANN neue Top Level Domains mindestens drei Zeichen lang sein müssen. Kürzere Domains sind als Kürzel für country code Top Level Domains regelmäßig gesperrt. In einem Brief an ICANN moniert HP, durch diese Regelung jedoch gegenüber Mitbewerbern benachteiligt zu sein; damit deutet HP an, sich um eine eigene Unternehmensendung bewerben zu wollen. Derzeit existiert zwar keine Landesendung .hp, jedoch könnte eine Ausnahme für ein einzelnes Unternehmen zu einer weiteren Nagelprobe für die ehrgeizigen TLD-Pläne von ICANN werden.

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