Der US-amerikanische Domain-Registrar GoDaddy hat in einem Inside-Report Einblick in seinen Domain-Bestand gewährt. Das Datenmaterial ist nicht repräsentativ, liefert aber nützliche Informationen für die Pflege von Domain-Portfolien.
Rund 81 Mio. verwaltete Domain-Namen von über 20 Mio. Kunden aus mehr als 100 Ländern weltweit – den Titel als größter Domain-Registrar der Welt hat GoDaddy bereits seit vielen Jahren inne. Die Konkurrenz mit Unternehmen wie Namecheap, Tucows, Google und IONOS (1&1) rangiert derzeit noch mit einigem Abstand. Was wiederum bedeutet: Wenn GoDaddy seine eigenen Daten analysiert, betrachtet man einen bedeutenden Teil des gesamten offenen Internets. Umso mehr lässt GoDaddy’s domain trends report aufhorchen, der Anfang Mai 2026 veröffentlicht wurde. Beginnen wir mit der Zahl, die sich kaum bewegt hat. Im Jahr 2025 entfielen 50,25 Prozent aller bei GoDaddy registrierten Domains auf die Endung .com; das ist mehr als auf die nächsten vierzehn Endungen zusammen. Auch nach vier Jahrzehnten dominiert .com damit den Markt von GoDaddy. In den USA fällt die Dominanz noch deutlicher aus; dort kommt .com auf einen Anteil von 64,98 Prozent; in den USA greifen Kunden, die eine Domain registrieren, also fast schon reflexartig zur .com-Domain. Kanadische und indische GoDaddy-Kunden sind dagegen vielfältiger interessiert, hier kommt .com auf einen Anteil von nur rund 46 Prozent. Sie setzen bewusst auf einen Mix aus .com-Domains und kombinieren diese mit lokalen oder spezialisierten Endungen, die ihren Standort und ihre Tätigkeit widerspiegeln. Der GoDaddy-Markt ist dabei konzentriert; im Jahr 2025 stammten fast 70 Prozent der neu registrierten Domains aus nur fünf Ländern, wobei die USA mit 41,77 Prozent aller Registrierungen führend waren.
Doch welche sinnvollen Alternativen gibt es zu .com? Das verrät die Statistik über die fünf am häufigsten in den USA registrierten Top Level Domains: nach .com (64,98 Prozent) sind das .org (4,87 Prozent), .net (4,57 Prozent), .ai (1,99 Prozent) und .us (1,13 Prozent). Die Dominanz von .com in den USA ist damit zwar unübertroffen; zwei von drei amerikanischen Kunden, die eine Domain bei GoDaddy registrieren, entscheiden sich für .com. Aber angefacht vom Hype um KI hat es auch .ai in die Top 5 geschafft. Eine Domain-Endung, die – wie GoDaddy einräumt – vor drei Jahren noch niemand auf dem Schirm hatte, liegt in den USA nun sogar vor dem offiziellen Länderkürzel .us. Damit gilt 2025 als das Jahr von .ai. Bei GoDaddy stiegen die Registrierungen von .ai-Domains im Jahresvergleich um 62,6 Prozent. Im unternehmensinternen Ranking kletterte die Domain-Endung innerhalb eines Jahres von Platz 18 auf Platz 14. Und das Wachstum wurde nicht von einigen wenigen Großabnehmern getragen. Die Gesamtzahl der Registrierungen und die durchschnittlichen Tagesnutzungen stiegen nahezu im gleichen Maße, was darauf schließen lässt, dass diese Nachfrage von Tausenden von einzelnen Gründern und Unternehmen kam, die unabhängig voneinander die gleiche Entscheidung trafen. Aber auch die nTLDs holen auf. Im Jahr 2025 war .shop mit 2,82 Prozent aller Registrierungen weltweit die viertbeliebteste Domain-Endung bei GoDaddy; .store landete mit 1,93 Prozent auf Platz 11.
Insgesamt zeigt sich die Domain-Landschaft bei GoDaddy im Jahr 2026 vielfältiger, globaler und durchdachter als je zuvor. Die Kommerzendung .com hat eine Ankerfunktion – vertrauenswürdig und intuitiv. Wer seinen Sitz außerhalb der USA hat, für den ist die Kombination einer .com-Domain mit einer länderspezifischen Top Level Domain (ccTLD) oft eine kluge Entscheidung. Zudem hat sich .ai etabliert; wer im Bereich KI arbeitet, braucht eine .ai-Domain. Übrigens: Der beste Zeitpunkt, um einen freien Domain-Namen zu finden und zu sichern, ist Mitte der Woche, bevor die Nachfrage ihren Höhepunkt erreicht – auch das richtige Timing zahlt sich bei der Domain-Suche also aus.