TLDs

Neues von .se, .tel und .moscow

Was schon im Sandkasten gegolten hat, kann für die Verwaltung von Domain-Namen nicht schlecht sein, findet man bei .tel und fordert Gleichberechtigung mit .name. In Schweden lindert man dagegen den Kostendruck, während Moskau in eine eigene Endung investieren will – hier die Kurznews.

In Zeiten, in denen vieles teurer wird, setzt die schwedische Domain-Verwaltung IIF (Internet Infrastructure Foundation) zumindest für die Länderendung .se Zeichen: mit Wirkung ab dem 15. September 2010 hat man die Gebühren für ein Streitschlichtungsverfahren für Einzelpersonen und kleine Unternehmen mit weniger als zehn Angestellten halbiert. Sie liegt für ein Einzelpanel künftig bei SEK 4.000,–, umgerechnet also etwa EUR 430,–, und verdoppelt sich bei einem Panel mit drei Schiedsrichtern. Hinzu kommt eine Verwaltungsgebühr von SEK 2.000,–, die im Gegensatz zur Gerichtsgebühr im Erfolgsfall allerdings weiterhin nicht erstattet wird.

Telnic, Registry der Top Level Domain .tel, will der Endung .name in nichts nachstehen und hat bei ICANN ebenfalls die Zulassung reiner Ziffern-Domains eingefordert. In einer eMail vom 01. Oktober 2010 macht Khashayar Mahdavi, CEO von Telnic Ltd. deutlich, dass es ein Verbot von reinen Ziffern-Domains allein bei .name und .tel gibt; wenn daher VeriSign bei .name eine Freigabe einfordert, gebietet bereits die Gleichbehandlung, auch .tel von dieser Last zu befreien. Ausgenommen sollen allerdings Ein-Ziffern-Domains bleiben, da die Gefahr der Verwechslung mit ENUM-Domains besteht. Einen förmlichen Antrag gibt es per dato nicht, lediglich um die Freigabe bisher gesperrter Internetadressen mit einem oder zwei Buchstaben bemüht sich Telnic offiziell. Interessant bleibt, wie die Reaktion der International Telecommunications Union ausfällt; diese hatte sich bereits bei der Einführung von .tel gegen reine Ziffern-Domains gewehrt.

»Moskau, Moskau – Deine Seele ist so groß, nachts da ist der Teufel los« sangen schon Dschingis Khan. Anlass genug für den russischen Registrar RU-Center, im Herbst 2010 eine Initiative zur Einführung der Top Level Domains .moscow und der kyrillischen IDN-Variante .mockba zu starten. Die Bevölkerung Moskaus scheint zwar noch nicht ganz überzeugt; in einer Umfrage der Zeitung „Moskovskiy Komsomolets“ sprachen sich lediglich 53,3 Prozent für eine Bewerbung aus. Wie Andrey Vorobiev von RU-Center mitteilt, will man aber die nun anstehenden, großen IT-Veranstaltungen Russlands nutzen, um die Werbetrommel zu rühren. Mit etwa 14 Millionen Bewohnern in Stadt und Umkreis sollte ausreichend Potential vorhanden sein; Berlin weist bei dieser Kennzahl lediglich 3,5 Millionen Einwohner auf. Vorobiev erwartet zudem, dass weitere russische Städte von der Idee einer eigenen Städte-Domain angesteckt werden.

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