TLDs

Neues von .pro, .music und .xxx

Aufatmen bei .pro: die Liberalisierung und Öffnung des Kreises der Registrierungsberechtigten im vergangenen Jahr scheint erste Früchte zu tragen. Mit .music und .ker sind zudem zwei Initiativen für neue Top Level Domains (TLDs) gestartet, und auch .xxx lässt nicht locker.

Wenn man den Mitteilungen von Verwalter RegistryPro Glauben schenken kann, sind die Registrierungszahlen für die Profi-Domain .pro in den vergangenen fünf Monaten explodiert. Laut einer Pressemitteilung ist der Ansturm einem Relaunch zu verdanken, der im September 2008 eingeleitet wurde und .pro für zahlreiche weitere Berufsgruppen, darunter Architekten, Kaufleute sowie Zahn- und Tierärzte, geöffnet hat. Konkrete Zahlen vermisst man in der Mitteilung indes; nach den letzten ICANN-Zahlen aus dem September 2008 stand .pro damals bei etwa 20.000 Domains, wobei gut 1.100 auf Deutschland entfielen.

Der Kreis der potentiellen TLD-Bewerber ist um zwei Initiativen reicher. So will sich .music aufmachen, der Musik-Community eine virtuelle Heimat zu bieten. Zielgruppen sind unter anderem Künstler, Musiker, Bands, die Musikindustrie und Musikorganisationen sowie Veranstaltungsorte. Damit sollen Domains wie eltonjohn.music, appetitefordestruction.music, emi.music, u2.music oder pop.music möglich sein. Unter music.us haben die Initiatoren eine Petition gestartet, über die jedermann .music unterstützen kann. Die Bewohner der englischen Grafschaft Cornwall wollen sich dagegen unter .ker im Internet verwirklicht sehen. So wie .cat, .scot, .bzh oder .cym setzt sich die dotKER-Kampagne zum Ziel, ihrem Kulturkreis und ihrer Sprache eine virtuelle Heimat zu geben. Erste Gespräche mit CORE (Council of Registrars), einer Vereinigung von Registraren und zugleich Registry für die existierenden Endungen .aero, .cat und .museum, haben bereits stattgefunden. Wer .ker unterstützen will, kann dies ebenfalls im Rahmen einer Petition tun.

Die Porno-Domain .xxx lässt nicht locker: von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, hat Bewerber ICM Registry einen 522 Seiten starken Schriftsatz im Rahmen des „Independent Review Process“ eingereicht. Im Rahmen dieses Verfahrens wird erstmalig in der Geschichte ICANNs überprüft, ob die Zurückweisung der Bewerbung im März 2007 rechtmäßig war oder nicht. Zu den Vorwürfen von .xxx zählt, dass sowohl von der Bush-Administration als auch der australischen Regierung heftiger Druck auf ICANN-CEO Paul Twomey ausgeübt wurde, um die Einführung einer Rotlicht-Domain zu verhindern. Ergänzt wird der Schriftsatz unter anderem durch Stellungnahmen der Jura-Professoren Jack Goldsmith (Uni Harvard) und Dr. Milton Mueller (Syracuse University). Wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist, ist derzeit nicht absehbar.

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