CENTR, das Council of European National Top-Level Domain Registries, hat sich dafür ausgesprochen, auf Ebene von nationalen Länderendungen Subdomains im Format .gov.ccTLD einzuführen.
Wie Patrick Myles, Datenanalyst bei CENTR, am Beispiel der Endung .gov.au mitteilt, ist dieser Namensraum ausschließlich australischen Regierungsbehörden vorbehalten, deren Berechtigung von der Registrierungsstelle geprüft wird. Sie führt die Überprüfung einmalig bei der Akkreditierung durch, und jeder nachfolgende Nutzer profitiert davon, solange die Domain existiert. Die Domain selbst stelle damit die Garantie dar, dass die Inhalte vertrauenswürdig sind. Ähnliches gilt in unterschiedlichem Maße für vergleichbare andere ccTLDs weltweit, darunter .gov.uk, .gov.nz, .gob.es und .gouv.fr. AFNIC, die französische Registry, verweist auf praktische Vorteile der Beibehaltung der .gouv.fr-Domain, ihr CEO Pierre Bonis erklärt:
Je mehr staatliche Dienste systematisch unter der .gouv-Domain registriert sind, desto einfacher lässt sich Typosquatting im Zusammenhang mit staatlichen Diensten bekämpfen.
AFNIC merkt außerdem an, dass ein einziger autoritativer Namensraum die konsistente Implementierung der eMail-Authentifizierung (SPF, DKIM, DMARC) in der gesamten Regierungskommunikation deutlich vereinfacht. Es liege daher nahe, Domain-Vertrauen als Reputationsfrage zu betrachten. In Europa bieten jedoch weniger als die Hälfte der Registries eine solche Domain an, was bedeute, dass einem erheblichen Teil der europäischen Namensräume diese Vertrauensebene fehle. Theoretisch möglich wäre das auch unter .de; die Domain .gov.de verweist auf die Website des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung.