Industry Brief

Domain-Wachstum stark gebremst

Hat die Wirtschaftskrise nun auch die Welt der Domain-Namen erwischt? Der aktuelle „Domain Name Industry Brief“ von VeriSign deutet es an: die Zahl der neu registrierten Domains ist im 2. Quartal 2009 gegenüber dem gleichen Quartal 2008 um 15 Prozent zurückgegangen.

Nun, schlechte Zeiten sehen eigentlich anders aus: rund neun Millionen Domains wurden weltweit allein im 2. Quartal 2009 registriert. Damit stieg die Gesamtzahl der weltweit registrierten Domains auf etwa 184 Millionen, davon 74,4 Millionen mit einem Länderkürzel. Doch selbst in der erfolgsverwöhnten Welt der Domains stehen angesichts solcher Zahlen die Zeichen nicht nur auf Wachstum: die Zahl der neu registrierten Domains ist gegenüber dem 1. Quartal 2009 um 14 Prozent zurückgegangen, gegenüber dem Vorjahresquartal 2008 ist es ein Rückgang um sogar 15 Prozent. Obwohl VeriSign den Rückgang im 2. Quartal mit traditionell saisonalen Entwicklungen begründet, habe zudem die allgemeine Wirtschafts- und Finanzkrise sowohl bei generischen als auch bei country code TLDs stärker zugeschlagen als jemals zuvor. Andrew Allemann von domainnamewire.com argwöhnt indes, dass das Absinken der Registrierungszahlen einen ganz anderen Grund haben könnte. So seien im April 2009 die Maßnahmen von ICANN im Kampf gegen Domain-Tasting in Kraft getreten, und haben die Zahl der Kurzzeitregistrierungen drastisch sinken lassen; damit fallen konsequenterweise auch die Registrierungszahlen.

Wenig Schuld am Rückgang tragen jedenfalls die Länderkürzel. Laut VeriSign wuchs die Gesamtzahl der Domains mit einer Endung unter einer der über 240 ccTLDs um 15 Prozent gegenüber dem 1. Quartal, wobei allerdings die zehn größten mit .de und .cn an der Spitze allein 66 Prozent der Registrierungen auf sich vereinen. Vor allem die Kürzel von .ar (Argentinien), .ru (Russland) und .br (Brasilien) legen nachhaltiges Wachstum an den Tag und belegen, dass vor allem der südamerikanische Domain-Markt rasant an Bedeutung gewinnt. Insgesamt können daneben auch .pl (Polen) und .fr (Frankreich) im Jahresvergleich um über 25 Prozent zulegen.

Die „Renewal-Quote“, also der Anteil der verlängerten Registrierungsverträge, bleibt mit 70 Prozent vergleichsweise stabil. Einer der wesentlichen Faktoren hierfür ist, ob eine Domain tatsächlich zu einer aktiven Website auflöst; VeriSign schätzt, dass dies bei 89 Prozent aller .com- und net-Domains der Fall ist. Allerdings schließt dies Parking-Angebote mit ein, so dass bei weitem nicht jede Domain für ein originäres Angebot genutzt wird.

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