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DENIC geht in die Offensive

Die DENIC geht in die Offensive: mit einer Reihe von Statements und Pressemitteilungen untermauert die deutsche Domain-Verwaltung ihre Ambitionen im Rennen um die künftige Verwaltung der Top Level Domain .net. Unterdessen gab ICANN bekannt, dass das US-Unternehmen Telcordia Technologies, Inc. mit der Aufgabe der Evaluierung der eingegangenen Bewerbungen betraut wurde.

Den Auftakt für die PR-Offensive der DENIC bildet eine Studie des US-amerikanischen Marktforschungsinstituts Penn, Schoen & Berland (PSB), wonach sich neun von zehn Registraren für mehr Wettbewerb unter den Domain-Registries und gegen Monopolisierungsversuche durch einzelne Unternehmen aussprechen – ein klarer Seitenhieb gegen VeriSign. Nur wenig später gab DENIC bekannt, im Falle der Übernahme von .net mit dem kanadischen Provider Tucows zusammenarbeiten zu wollen, um so einen 24-Stunden-Support-Service für die .net-Registrare anbieten zu können. Tucows soll dabei insbesondere den nordamerikanischen Markt abdecken und englischsprachigen Support zur Verfügung stellen. Unterstützung erhielt DENIC ferner durch einen Kommentar von Tucows-Präsident Elliot Noss im Internet-Magazin circleid.com, der die Vorteile der DENIC-Bewerbung gegenüber anderen Mitkandidaten wie technische Kompetenz, Erfahrung, Schaffung von Wettbewerb sowie den Vorteilen für die Internet Community (sicherlich nicht uneigennützig) hervorhob. Ganz unproblematisch ist diese Support-Lösung freilich nicht, da Tucows auch weiterhin als Registrar tätig ist, was zwingend eine interne Trennung zwischen Registry und Registrar voraussetzt.

Scharfe Geschütze fuhr DENIC gegen Vorwürfe von Mitbewerber Afilias auf, das die eigene Bewerbung listig nutzte, um Giftpfeile gegen die Konkurrenz zu schiessen. Doch auch VeriSign nahm mit Neustar, Partner im Konsortium Sentan, einen Mitbewerber ins Visier. Zu ihrem Tummelplatz haben die Bewerber dabei das öffentliche ICANN-Forum auserkoren. Wer sich also über die jeweiligen Vor- und Nachteile der Bewerber informieren will, dem sei ein Blick dorthin wärmstens ans Herz gelegt.

Von diesen wohl üblichen Grabenkämpfen abgesehen herrscht in Expertenkreisen Übereinstimmung, dass das Schicksal von .net im Wesentlichen davon abhängt, ob sich ICANN zu einer nicht-US-amerikanischen Lösung durchringen kann. Wie weit politische Faktoren eine Rolle spielen, ist umstritten. Eine Schlüsselrolle kommt dabei sicherlich dem US-Unternehmen Telcordia Technologies, Inc. zu, dass im Auftrag von ICANN die fünf eingegangenen Bewerbungen nun sichten und auswerten wird. Mit einer Entscheidung ist in der zweiten Märzhälfte zu rechnen.

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