Trend Domain-Auktion

ein Markt im Wandel

Was einmal, vor vielen Jahren mit vereinzelten eBay-Versteigerungen begann, ist nun ein Machtkampf auf der großen Bühne Internet geworden: Domain-Auktionen. Jüngste Entwicklungen in der Domain-Auktionsbranche verändern die Internetlandschaft. Hier bieten wir einen kleinen Schnappschuss.

Domain-Börsen gibt es schon sehr lange. Man bietet dort seine Domain an und nennt gegebenenfalls einen Preis, den man für sie haben möchte. Das klappt oder nicht, es wird gehandelt und gekauft oder nicht. Einige Verwegene boten vor vielen Jahren ihre Domains auch auf eBay an; dort wurden sie zum Höchstgebot an den Mann gebracht, auch wenn das oft genug unter dem Registrierungskosten lag.

Dann boten einige Domain-Börsen auch Auktionen einzelner Domains an. Zu den ersten zählte SnapNames, die freiwerdende Domains registrierte und Interessenten per Auktion offerierte. Dieses Konzept entwickelte sich gut. Einige Domain-Registrare schlossen sich der Idee an, wie NSI, eNOM und Namewinner. Andere bauten eigene Auktionsangebote auf, wie etwa addacom.com, afternic.com, pool.com, gdnx.com, moniker.com, sedo.de oder nicit.de. Zahlreiche sind damit erfolgreich, andere haben die Auktionen wieder eingestellt und wenige sind von der Bildfläche ganz verschwunden.

Schließlich nahmen einige Domainer, die wirklichen Fachleute auf dem Gebiet, die Sache selbst in die Hand und zeigten, was mit einer massierten Massenauktion möglich war. Targettraffic .com zeigte den Domain-Börsen, wie man für Umsatz sorgt. Mit ihren T.R.A.F.F.I.C. east/west Treffen zieht Targettraffic die richtigen Leute zu einem Zeitpunkt an den Ort der Auktion; und alle, alle Domainer geben ordentlich Gebote ab. Diese Domainertreffen sorgten für Furore in der Domain-Handelsbranche. Einige Domain-Handelsbörsen versuchen nun ihrerseits im Rahmen von Veranstaltungen, bei denen sich Domainer treffen, im großen Stil Auktionen zu veranstalten. Selbst Domain-Verwaltungen sind auf den Zug aufgesprungen und bieten so genannte Premiumdomains in Auktionen an.

Da dieses Geschäft offensichtlich blüht und die Aussichten nicht schlecht sind, dass das auch in Zukunft so bleibt, suchen einige Anbieter ihrerseits besser in das Geschäft einzusteigen. So musste SnapNames feststellen, dass die Kooperationspartner NSI und eNOM soeben kurzerhand eine eigene Auktionsplattform entwickelt haben, NameJet, und bei SnapNames ausstiegen. Dabei hatte SnapNames gerade sein Angebot um eine Auktionsplattform mit dem Titel SnapNames Live erweitert; mit der will man bei der kommenden DOMAINfest-Konferenz reüssieren. Registrar GoDaddy setzt nun ebenfalls auf Auktionen und richtet die eigene Plattform Signature Auction ein, auf der man beim Start Anfang November nicht mehr als 25 wertvolle Domains anbieten will. Sedo stülpte seine Börse vor gut einem Jahr um und richtete sie auf Auktion aus, kaufte greatdomains.com und steuert in Zusammenarbeit mit der Veranstaltungsreihe Domainfocus und der Domain-Verwaltung für .mobi ebenfalls in Richtung Großauktion.

Die Branche ist in Bewegung. Die Domainer auch. Alles scheint darauf hinaus zu laufen, dass der zweite Markt, der Domain-Handel, den ersten Markt, die Domain-Registrierung, weit überflügelt. Mehr Anbieter bieten mehr Konkurrenz, das kann nur im Interesse dieses Marktes sein. Wie sich das auf die Preise auswirkt, wird man sehen.

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