Themen: nTLD – Bewerbungsfenster öffnet am 30. April 2026 | Statistik – Gewinner und Verlierer 2025 | TLDs – Neues von .eu, .meow und .us | CCC – was Behörden-Domains verraten | UDRP – Siemens scheitert im Streit um siemens.app | anything.com – Einfach alles für US$ 2 Mio. | Domain pulse 2026 im Februar – Anmeldefrist endet
NTLD – BEWERBUNGSFENSTER ÖFFNET AM 30. APRIL 2026
Die Internet-Verwaltung ICANN hat die vorläufige Endfassung des Bewerberhandbuchs für eine neue generische Top Level Domain veröffentlicht. Und auch der Starttermin ist bereits fix: das Bewerbungsfenster wird sich am 30. April 2026 öffnen.
Es war ein historischer Moment: Am 12. Januar 2012 exakt um eine Minute nach Mitternacht (UTC) öffnete sich zum ersten Mal in der Geschichte des Domain Name Systems das Bewerberfenster um eine neue generische Top Level Domain. Nun wird sich die Geschichte wiederholen. Wie ICANN kurz vor Weihnachten 2025 bekanntgab, ist die Einführungsrunde 2026 „expected to open to receive applications on 30 April 2026.“ In den begleitenden FAQ heißt es vorsichtiger: „The application submission period for new gTLDs is expected to open in Q2 2026“, was theoretisch auch einen Start noch am 30. Juni 2026 möglich machen würde; damit würde ICANN aber erheblich an Glaubwürdigkeit verspielen. Geöffnet ist das Bewerbungsfenster für voraussichtlich 105 Tage (im Bewerberhandbuch steht unter dem Stichwort „Application Submission: Expected Duration: 105 days“) und würde damit voraussichtlich am 12. August 2026 um 23:59 Uhr (UTC) wieder schließen. Bewerbungen nimmt ICANN ausschließlich in elektronischer Form über das TLD Application Management System (TAMS) entgegen. Sofern keine außergewöhnlichen Umstände eintreten, plant ICANN, die Liste aller eingegangenen Bewerbungen spätestens neun Wochen nach Ablauf der Antragsfrist zu veröffentlichen; das wäre dann voraussichtlich bis zum 14. Oktober 2026. Da den Bewerbern eine Frist von zwei Wochen zur Verfügung steht, innerhalb derer sie nach Veröffentlichung aller eingegangenen Bewerbungen unter Umständen eine Ersatzendung benennen können, werden wir die endgültige Bewerberliste erst am „String Confirmation Day“ zu sehen bekommen. Innerhalb von weiteren 30 Tagen folgt dann der „Prioritization Draw“, der die Reihenfolge festlegt, in der die eingegangenen Bewerbungen geprüft werden.
All diese Details sind im Bewerberhandbuch (Applicant Guidebook, kurz: AGB) geregelt, dessen vorläufige Endfassung ICANN ebenfalls kurz vor Weihnachten 2025 veröffentlicht hat. Das AGB mit seinen 440 Seiten ist das maßgebliche Handbuch für alle Unternehmen, Marken, Communities und Städte, die sich um eine nTLD bewerben möchten. Es enthält sämtliche Bewerbungsfragen, Anforderungen und Verfahren, die durch den Bewerbungs- und Bewertungsprozess führen. „It’s important that new gTLD applicants be prepared for the assessment of the gTLD string they wish to apply for, as well as all of the applicable evaluations, including financial and operational capabilities“, sagte ICANN-CEO Kurtis Lindqvist. „The Applicant Guidebook tells them exactly what’s required and helps them navigate the process.“ Aktuell ist das AGB nur in englischer Sprache verfügbar; eine HTML-Version wird vor Ende Januar 2026 zur Verfügung stehen. ICANN will zudem spätestens zwei Monate vor Öffnung des Bewerbungsfensters Übersetzungen in Arabisch, Chinesisch, Französisch, Russisch und Spanisch bereitstellen; rechtlich verbindlich bleibt aber allein die englische Fassung.
Ein günstiges Vergnügen ist die eigene TLD unverändert nicht. Nachdem die Bewerbungsgebühr in der Einführungsrunde 2012 mit US$ 185.000,– zu Buche schlug, verlangt ICANN nun US$ 227.000,–, umgerechnet also knapp EUR 195.000,–. Dazu kommen weitere Gebühren und Kosten, so dass eine Bewerbung rasch einen mittleren sechsstelligen Euro-Betrag verschlingen kann. Über das „Applicant Support Program“ von ICANN ist es aber möglich, finanzielle Vorteile zu erhalten. Wer mehr wissen will: das erste nTLD-Webinar hat ICANN für den 20. Januar 2026 um 08:00 Uhr (UTC) angesetzt. Es richtet sich an Personen, die mit dem nTLD-Programm noch nicht vertraut sind und vermittelt ihnen umfassende Kenntnisse, von generischen Top Level Domains an sich bis hin zum Zweck der einzelnen Phasen des Bewerbungsprozesses. Nach der Veranstaltung wird eine Aufzeichnung des Webinars veröffentlicht.
Die vorläufige Endfassung des Bewerberhandbuchs finden Sie unter:
> https://newgtldprogram.icann.org/sites/default/files/documents/new-gtld-program-2026-round-applicant-guidebook-current-en.pdf
Weitere Informationen zum nTLD-Programm von ICANN finden Sie unter:
> https://newgtldprogram.icann.org/en
Quelle: icann.org, circleid.com
STATISTIK – GEWINNER UND VERLIERER 2025
Zum Auftakt des neuen Jahres blicken wir nicht nur auf die Entwicklung der Registrierungszahlen im Dezember 2025 zurück, sondern präsentieren Ihnen einen Rückblick auf die letzten zwölf Monate.
Als Gewinner des Jahres 2025 darf sich .com fühlen. Nicht nach absoluten Zahlen, die sind mit 161 Mio. ohnehin unübertroffen, sondern aufgrund der Trendwende. Um rund 4,8 Mio. Domains netto konnte der Branchenprimus im vergangenen Jahr zulegen. Wir erinnern uns: 2023 verlor .com fast 900.000 Domains, im Jahr 2024 waren es mehr als 3,3 Mio. Domains. Fragt man nach den Gründen für die Trendwende, dürften sie vielfältig sein. So sind die Auswirkungen der Pandemie und der damit verbundene steile Anstieg der Registrierungszahlen, gefolgt von einem ebenso drastischen Einbruch, inzwischen verklungen und Normalität ist zurückgekehrt. Des Weiteren verweist auch VeriSign darauf, dass sich Domain-Registrare nach der Priorisierung des Umsatzes pro Nutzer nun wieder auf das Wachstum konzentrieren. Dabei geholfen haben dürften nicht zuletzt die von VeriSign initiierten Rabattprogramme mit Gebührennachlässen für Registrare, die gezielt die Anzahl der registrierten Domains fördern. Und selbst der eigentlich für Web3-Domains bekannte Anbieter Unstoppable Domains hatte seinen Anteil, indem er fast ein Jahr lang .com-Domains für US$ 5,– anbot, also deutlich unter dem sonst üblichen Händlereinkaufspreis. Auf diese Weise soll das Unternehmen monatlich rund 20.000 Neuregistrierungen generiert haben.
Nicht minder beeindruckend schneiden die 2012 neu eingeführten Top Level Domains ab. Deren Gesamtzahl nahm in den vergangenen 12 Monaten um 23,5 Mio. zu und notierte zum Jahresende 2025 auf einem Allzeithoch von 65.029.373. Maßgeblich dazu beigetragen haben .xyz mit einem Plus von 5,3 Mio. Domains und .top mit 4,5 Mio. Domains. Wie nachhaltig diese Zahlen sind, bleibt aber abzuwarten. Nicht zufällig sind die Registrierungsgebühren für beide Endungen häufig außerordentlich günstig, weshalb ihr Image (Stichwort DNS Abuse) nicht besonders gut ist, im Gegenteil: sowohl .xyz als auch .top führen regelmäßig die Listen der „bad boys“ an; das relativiert den Erfolg der nTLDs. PIR, die Verwalterin von .org, hat das längst erkannt und achtet sehr darauf, einen sicheren Namensraum zu schaffen. Dass muss nicht nachteilig sein, im Gegenteil; mit einem soliden Plus von rund 500.000 Domains schnitt .org auch 2025 erfolgreich ab und verdoppelte das Wachstum aus 2024 nahezu. Noch besser schlug sich .info, die auf ein überragendes Jahr zurückblickt: um satte 1,4 Mio. Domains ging es voran, womit .info pünktlich zu Weihnachten wieder über die Marke von 5 Mio. kletterte.
Eine gewisse Sättigung scheint schließlich bei der deutschen Landesendung .de, dem österreichischen Länderkürzel .at und der Europa-Domain .eu eingetreten zu sein. Unter dem Strich gewinnen alle drei Endungen leicht hinzu, ohne sich aber dramatisch zu verändern. In einer Welt, die an Krisen reich ist, bieten sie damit jedoch alle einen sicheren Hafen, der hoffentlich auch 2026 gerne angesegelt wird.
Die aktuellen Domain-Zahlen:
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.de – 17.663.886 – (Vergleich zum Vorjahr: + 4.481)
.at – 1.493.623 – (Vergleich zum Vorjahr: + 10.707)
.com – 161.051.251 – (Vergleich zum Vorjahr: + 4.746.958)
.net – 12.468.125 – (Vergleich zum Vorjahr: – 274.968)
.org – 11.528.931 – (Vergleich zum Vorjahr: + 480.876)
.info – 5.067.228 – (Vergleich zum Vorjahr: + 1.416.172)
.biz – 1.212.358 – (Vergleich zum Vorjahr: – 20.233)
.eu – 3.673.597 – (Vergleich zum Vorjahr: + 38.196)
.xyz – 9.670.488 – (Vergleich zum Vorjahr: + 5.299.597)
.top – 7.865.691 – (Vergleich zum Vorjahr: + 4.490.983)
.shop – 5.310.926 – (Vergleich zum Vorjahr: + 1.375.412)
(Stand 01. Januar 2026)
Aktuelle Domain-Zahlen finden Sie unter:
> http://www.domain-recht.de
Quelle: eigene Recherche
TLDS – NEUES VON .EU, .MEOW UND .US
Die Katzen erobern endgültig das Internet: eine belgische Stiftung ist drauf und dran, sich um die Top Level Domain .meow zu bewerben. Derweil ändert .eu die Gebühren für das WIPO-Verfahren, während die USA eine Registry für .us suchen – hier unsere Kurznews.
Das WIPO Arbitration and Mediation Center, UN-Schiedsgericht für Streitigkeiten um Domain-Namen, hat mitgeteilt, dass sich zum 01. Januar 2026 die Gebühren für Streitigkeiten um eine und bis zu fünf .eu-Domains von EUR 100,– auf EUR 700,– erhöhen. Betroffen ist die so genannte „filing fee“, die vom Beschwerdeführer einzubezahlen ist. Geht es um sechs und bis zu zehn .eu-Domains, erhöht sich die „filing fee“ von EUR 400,– auf EUR 1.000,–; bei mehr als zehn streitigen .eu-Domains wird die Gebühr individuell festgelegt. Die gute Nachricht ist, dass die .eu-Verwalterin EURid weiterhin einen Teil der Kosten subventionieren wird. Seit Januar 2026 übernimmt EURid EUR 600,– der insgesamt mit EUR 1.300,– festgesetzten Gebühr für Fälle um eine bis fünf Domains. Die Gebühren für Fälle mit sechs bis zehn Domain-Namen sowie für dreiköpfige Schiedsgerichte werden entsprechend erhöht. Zahlungen für alle Verfahren um Domain-Namen vor der WIPO müssen übrigens über „WIPO PAY“ erfolgen. Dieses System ermöglicht die Online-Zahlung und die Einsicht in ausstehende Finanztransaktionen mit der WIPO; es ist sicher, verschlüsselt und bietet unter anderem die Zahlung mit nur einem Klick (mit Bestätigung per eMail), die Möglichkeit, mehrere Transaktionen gleichzeitig zu bezahlen und eine Echtzeit-Übersicht aller Zahlungen für WIPO-Dienste.
Die belgische dotMeow Foundation hat eine Kickstarter-Kampagne gestartet, um sich bei der Internet-Verwaltung ICANN um die neue generische Top Level Domain .meow bewerben zu können. Die gemeinnützige Organisation hat es sich satzungsgemäß zur Aufgabe gemacht, die soziale Inklusion, Vernetzung und Stärkung der LGBTQIA+-Community in Belgien und im Ausland zu fördern, indem sie Organisationen und Projekte, die dieses Ziel verfolgen, durch finanzielle, technische und beratende Ressourcen unterstützt. Demgemäß sollen sämtliche Gewinne aus .meow in die Infrastruktur der LGBTQIA+-Community fließen. Ziel ist es, bei Kickstarter insgesamt EUR 80.000,– einzusammeln, um die Kosten für das Bewerbungsverfahren zu finanzieren. Von Vorteil ist, dass dotMeow in das Applicant Support Program (ASP) von ICANN aufgenommen wurde; dadurch reduziert sich die Bewerbungsgebühr von US$ 227.000,– drastisch, nach Angaben der Stiftung auf möglicherweise bis zu US$ 34.500,–. Hinter dotMeow stehen unter anderem CEO Aeryn van Daele, CFO TQ Hirsch, Nadim Kobeissi, Lauren Thomas, Lauren Thomas, Janis König und Ela Bambust. Eine Registrierung unter .meow soll grundsätzlich jedermann zu jedem legalen Zweck offenstehen: „While ‘meow‘ is a deliberate nod to the catgirls (and boys, and others) among us, it’s about more than that“, heißt es auf der Kampagnenwebsite. Die Höhe der Registrierungsgebühr soll bei EUR 30,– pro Jahr und Domain liegen. Die am 17.02.2026 endende Kickstarterkampagne erweist sich als erfolgreich: bereits am 14.01.2026 hatte dotMeow über EUR 83.000,– eingesammelt.
Die dem US-Handelsministerium unterstellte National Telecommunications and Information Administration (NTIA) hat einen Entwurf für eine Ausschreibung („request for proposals“, kurz RFP) zur Verwaltung der US-amerikanischen Länderendung .us veröffentlicht. Für die aktuell von der Registry Services LLC verwaltete ccTLD zeichnet in technischer Hinsicht derzeit GoDaddy Registry verantwortlich, wobei der aktuelle Vertrag bis August 2027 läuft. Potentielle Bewerber können ihr Interesse bis Februar 2026 hinterlegen. Nach Prüfung der Unterlagen benachrichtigt die NTIA die Bieter, ob sie zur zweiten Phase eingeladen werden, nicht eingeladen werden oder zwar teilnehmen dürfen, aber als unwahrscheinlich für den Zuschlag gelten. Die Einreichungsfrist für Phase 2 endet im März 2026; der Gewinner der Ausschreibung soll im April 2026 bekanntgegeben werden. Die Grundlaufzeit des neuen Registry-Vertrags beträgt drei Jahre mit der Option auf bis zu vier weitere jeweils einjährige Verlängerungen, sodass der Vertrag insgesamt bis zu sieben Jahre laufen kann. Mit rund zwei Millionen registrierten Domains zählt .us zwar nicht zu den größten ccTLDs, bringt aber verlässlich Einnahmen und hat sich im Schatten von .com zu einer vergleichsweise sicheren Domain-Endung entwickelt. Bewerber mit Sitz außerhalb der USA sind von der Teilnahme übrigens ausgeschlossen; auch die kurzfristige Gründung inländischer Gesellschaften genügt nicht.
Die Mitteilung von WIPO zu den .eu-Gebühren finden Sie unter:
> https://www.wipo.int/amc/en/domains/fees/cctlds/eu/index.html
Weitere Informationen zu .meow finden Sie unter:
> https://www.kickstarter.com/projects/dotmeow/meow-next-round-gtld-application
Die Ausschreibung für die .us-Registry finden Sie unter:
> https://sam.gov/workspace/contract/opp/3e5638fb45df4c2e9c342eab64b36c03/view
Quelle: wipo.int, domainnamewire.com, ntia.gov
CCC – WAS BEHÖRDEN-DOMAINS VERRATEN
In seinem Vortrag „Verlorene Domains, offene Türen – Was alte Behördendomains verraten“ zeigt Tim Philipp Schäfer (Mint Secure GmbH) anschaulich, welche Risiken damit einhergehen, wenn Organisationen und Unternehmen früher genutzte Domains löschen und sie sodann von Dritten registriert werden.
Am Ende jeden Jahres veranstaltet der CCC seinen Chaos Communication Congress, bei dem auch zahlreiche Vorträge, Workshops und Podcasts gehalten, im Internet live übertragen und auch zum späteren Abruf zur Verfügung gestellt werden. Für Domain-Inhaber interessant, zeigte Tim Philipp Schäfer (Mint Secure GmbH) am 28. Dezember 2025 in seinem knapp 40-minütigen Vortrag, welche Fehler und Risiken damit einhergehen, wenn man früher genutzte Domains einfach löscht. Der Vortrag, der speziell auf Behördendomains gemünzt ist und in dem er seine Erfahrungen mit einigen Domains, die er problemlos registrieren oder erwerben konnte, darstellt, ist auch für Unternehmensdomains relevant.
Den Einstieg nimmt Schäfer über eine ältere Dokumentation einer Behörde, die im Internet abrufbar ist. In dieser fand er die Beispieldomain testtraeger.de genannt. Eine kurze Prüfung machte klar, die Domain war frei. Schäfer registriert sie, nahm einfache DNS- und eMail-Einstellungen (CatchAll) für die Domain vor und erlangte so Zugriff auf Ressourcen einer Bundesbehörde – mit Admin-Rechten. Bereits im März 2025 berichteten heise.de und netzpolitik.org darüber. Anhand des Vortrags von Schäfer wird dies jedoch anschaulicher. Er verweist dabei auch auf andere Quellen für solche Testdomains, die etwa in Testumgebungen beispielsweise auf GitHub zu finden sind.
In einem weiteren Schritt zeigt Schäfer, wie bedeutend es ist, sich Vertipperdomains zu sichern. In einem Vortrag auf der DefCon21 von 2013 wurde nebenbei über Logdaten von Bundesbehörden mit Zugriffsversuchen auf die Domain bund.ee unter der Länderendung von Estland berichtet. Schäfer prüfte die Verfügbarkeit der Domain bund.ee und konnte auch diese Domain für sich registrieren. In den Logdaten fand er auch 12 Jahre nach dem Vortrag aus 2013 DNS- und MX-Anfragen des Bundes auf die Domain. Hintergrund für die Zugriffe müssen nicht zwingend Vertipper sein, es können auch Fälle von Bitsquatting/Bitflips sein, die auf Problemen der Hardware zurückgehen, etwa wenn diese qualitative Schwächen aufweist oder aufgrund zu hoher Temperaturen Fehler generiert. So kann aus der Bitfolge „01100100“ für „d“ ein „01100101“ für „e“ und die falsche Top Level Domain abgerufen werden.
Aus diesen Fehlern können sich missbräuchliche Zugriffe auf Systeme ergeben, oder auch Phishing-Angriffe, um an Log-In-Daten zu gelangen. Schlimmstenfalls lässt sich Schadcode implementieren. Um solchen Fehlern zu begegnen, sollte man Maßnahmen ergreifen, die die eigene Infrastruktur und das Domain-Management verbessern. Schäfer empfiehlt unter anderem, keine zufälligen „Beispiel“-Domains zu verwenden, keine Testdaten in die Produktivumgebung zu übertragen, alles sorgfältig zu dokumentieren, unbedingt sichere Testdaten zu verwenden, und regelmäßige Überprüfung der Konten und Berechtigungen durchzuführen. Weiter kann man Vertippern und Übertragungsfehlern ECC Hardware / ECC Memory entgegensetzen, die per „Error correcting code“ Bitflips vermeiden, und beim DNS-Resolver offensichtlich falsche Eingaben blocken oder vor Aussendung von Anfragen Empfänger auf Mail-Gateways prüfen. Für den Bund legt er nahe, nachdem er deren Domain-Registrierungskuddelmuddel dargestellt hat, ein einheitliches System für Domain-Registrierungen zu etablieren, etwa in Form von durchgängigen Subdomains unterhalb von .bund.de. Ein wichtiger Schritt zu mehr Sicherheit ist dann auch, sehr wahrscheinliche Vertipperdomains zu registrieren.
Sie finden die unbedingt sehenswerte Aufzeichnung des CCC-Vortrags von Tim Philipp Schäfer auf den Seiten des Chaos Computer Clubs unter:
> https://media.ccc.de/v/39c3-verlorene-domains-offene-turen-was-alte-behordendomains-verraten
Quelle: ccc.de
UDRP – SIEMENS SCHEITERT IM STREIT UM SIEMENS.APP
In einer aktuellen UDRP-Entscheidung des Czech Arbitration Court (CAC) zwischen der Siemens Trademark GmbH & Co. KG und Mehmet Sahin über die Domain siemens.app wies das Streitbeilegungsgericht die Beschwerde ab. Das Panel stellte eine Verwechslungsgefahr aufgrund der Bekanntheit der Marke „SIEMENS“ fest, doch wies es die Beschwerde ab, da die Beschwerdeführerin ein bösgläubiges Handeln des Gegners nicht zweifelsfrei nachgewiesen hatte.
Die Beschwerdeführerin trug unter anderem vor, die Domain sei identisch mit ihrer weltbekannten Marke „SIEMENS“ und der Gegner, der die Marke kennen musste, habe diese nur registriert, um sie für EUR 5.738,40 zum Verkauf anzubieten und so von der Reputation der Marke zu profitieren. Der Gegner halte die Domain passiv und er nutze einen Privacy-Service, was beides ebenfalls für seine Bösgläubigkeit spreche. Der Gegner Mehmet Sahin, der die Domain siemens.app im Oktober 2025 registriert hatte, hielt entgegen, „Siemens“ sei ein generischer Begriff – als deutscher Nachname sowie als eine physikalische Einheit für den elektrischen Leitwert – und der Verkauf generischer Domains rechtmäßig. Als Entscheider wurde Domain-Anwalt Douglas Isenberg tätig.
Isenberg wies die Beschwerde von Siemens ab, da letztlich kein stichhaltiger Nachweis für das Vorliegen der Bösgläubigkeit des Beschwerdegegners vorlag (CAC Case CAC-UDRP-108086). Er bestätigte das Vorliegen der internationalen Marke „SIEMENS“ mit einem Eintrag vom März 1995 und gestand auch zu, dass die Marke weltbekannt und die Domain siemens.app ihr zum Verwechseln ähnlich ist. Die Prüfung eines fehlenden Rechts oder berechtigten Interesses des Gegners übersprang er und verwies auf seine Ausführungen zur Bösgläubigkeit. Hier prüfte Isenberg, ob die Domain bösgläubig registriert wurde und verwendet wird. Obwohl die Marke „SIEMENS“ weltbekannt ist, kam Isenberg zu dem Schluss, dass die Beweise für eine Bösgläubigkeit nicht ausreichten. Isenberg stützte sich darauf, dass „Siemens“ kein reiner Phantasiebegriff ist, sondern eine eindeutige Bedeutung im Wörterbuch hat, das es als Einheit des elektrischen Leitwerts ausweist. Die bloße Registrierung einer Domain, die eine bekannte Marke enthält, sei dann nicht automatisch bösgläubig, soweit dieser Begriff auch eine allgemeine Bedeutung hat. Den Vorwurf, der Gegner halte die Domain nur passiv, was für seine Bösgläubigkeit spreche, sah Isenberg kritisch. Dass der Gegner auf das Verfahren reagierte und keine falschen Kontaktdaten angegeben hatte, spreche für ihn. Auch die Nutzung eines Privacy-Dienstes spreche nicht gegen ihn, da die Nutzung eines solchen Dienstes heute der üblichen Praxis entspräche und nicht als Beweis für Bösgläubigkeit herangezogen werden könne. Auch die Verkaufsabsicht sprach aus Isenbergs Sicht nicht gegen den Domain-Inhaber. Denn es bleibe unklar, ob die primäre Absicht des Gegners darin bestand, die Domain gezielt an Siemens oder einen Wettbewerber zu verkaufen, oder ob er sie aufgrund ihrer generischen Bedeutung als Spekulationsobjekt registriert hatte und zum Kauf anbot. Es fehlten zudem Beweise dafür, dass die Website des Gegners versuchte, Internetnutzer durch Verwechslung mit der Marke „SIEMENS“ in die Irre zu führen oder Dienstleistungen anzubieten, die mit der Beschwerdeführerin in Verbindung stehen. Isenberg zeigte sich zwar skeptisch gegenüber der Behauptung des Gegners, dass die Hinweise auf die physikalische Einheit auf seiner Website kein bloßer Vorwand seien, um eine mögliche Bösgläubigkeit zu kaschieren. Doch das reiche im Rahmen des UDRP-Verfahrens nicht aus, die Beschwerde zu bestätigen. Das UDRP-Verfahren sehe keine tiefergehende Beweisaufnahme (wie Zeugenaussagen oder Kreuzverhöre) vor, um das weiter aufzuklären. Die Beschwerdeführerin hatte die bösgläubige Absicht des Gegners nicht zweifelsfrei belegt, weshalb Isenberg die Beschwerde abwies. Es bleibe der Beschwerdeführerin unbenommen, so Isenberg, auf die ordentliche Gerichtsbarkeit zurückzugreifen oder erneut ein UDRP-Verfahren anzustrengen, sollten sich neue Tatsachen ergeben, die für eine Bösgläubigkeit des Gegners sprächen.
Die UDRP-Entscheidung über die Domain siemens.app finden Sie unter:
> https://udrp.adr.eu/decisions/detail?id=694a6e15444e154e110a6d7c
Spezialisierte Anwälte findet man unter:
> https://www.domain-anwalt.de
Quelle: adr.eu, eigene Recherche
ANYTHING.COM – EINFACH ALLES FÜR US$ 2 MIO.
Wir halten uns diesmal an einige der letzten Domain-Handelswochen im Dezember 2025, in denen anything.com zum Preis von US$ 2.000.000,– (ca. EUR 1.709.402,–) an erste Stelle steht. Sedo hat weitere Daten vom Ende des vergangenen Jahres veröffentlicht, die wir erst kommende Woche heranziehen.
Zum Jahresabschluss 2025 trumpft die Kommerzendung .com noch einmal auf, mit anything.com zum Preis von US$ 2.000.000,– (ca. EUR 1.709.402,–). Die Domain steht auf Platz 4 der Jahresbestenliste 2025. Weitere .com-Domains von Interesse sind wonderly.com, die US$ 100.000,– (ca. EUR 85.470,–) einspielt und sich so ganz wunderbar gegenüber den im Dezember 2012 erzielten US$ 3.000,– (ca. EUR 2.310,–) verbessert. Nicht ganz so weit treibt es govt.com mit aktuell US$ 60.000,– (ca. EUR 51.282,–) gegenüber US$ 3.000,– (ca. EUR 2.655,–) aus dem April 2013. Die Domain coinbook.com tritt mehr oder weniger auf der Stelle, mit US$ 19.078,– (ca. EUR 16.306,–) gegenüber im August 2017 erzielten US$ 20.000,– (ca. EUR 17.440,–). agentplus.com bringt US$ 8.024,– (ca. EUR 6.858,–) ein und vervierfacht so ihren Wert gegenüber den im Februar 2008 verbuchten US$ 2.000,– (ca. EUR 1.316,–). Den schnellen Dollar macht der Inhaber von towingservices.com, der die im Oktober 2025 für US$ 2.611,– (ca. EUR 2.251,–) erworbene Domain jetzt für US$ 6.600,– (ca. EUR 5.641,–) weiterverkauft.
Unter den Länderendungen steht wieder eine Domain aus Anguilla vorne: leo.ai kommt auf US$ 150.000,– (ca. EUR 128.205,–). Der Preis von 137.tv konnte sich von US$ 2.150,– (ca. EUR 2.014,–) im Februar 2023 auf jetzt US$ 4.176,– (ca. EUR 3.569,–) verbessern.
Die neuen generischen Endungen gehen mit lonestar.bet zum Preis von US$ 80.000,– (ca. EUR 68.376,–) ins Wettgeschäft, während die klassischen generischen Endungen lediglich pareonline.net zum Preis von US$ 9.250,– (ca. EUR 7.906,–) aufbieten. Die Domain slope.org verbessert sich leicht auf US$ 2.474,– (ca. EUR 2.115,–), nachdem sie im Januar 2025 US$ 2.055,– (ca. EUR 1.986,–) kostete. Die „vorletzten“ Domain-Handelswochen des vergangenen Jahres sind stark durchmischt, bieten allerdings wieder eine Domain im siebenstelligen Bereich.
Länderendungen
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leo.ai – US$ 150.000,– (ca. EUR 128.205,–)
pr.co.uk – GBP 34.000,– (ca. EUR 39.150,–)
acp.io – US$ 25.000,– (ca. EUR 21.368,–)
ryze.it – EUR 13.000,–
soft.co – US$ 10.027,– (ca. EUR 8.570,–)
gro.co – US$ 10.000,– (ca. EUR 8.547,–)
tourismus.ch – EUR 8.600,–
defi.ch – EUR 7.500,–
tickets.co.kr – US$ 6.000,– (ca. EUR 5.128,–)
koopkompas.nl – EUR 5.000,–
op.eu – EUR 4.000,–
jetzt-vorsorgen.de – EUR 3.999,–
myskin.eu – EUR 3.900,–
xlove.eu – EUR 3.900,–
lazzen.de – US$ 4.428,– (ca. EUR 3.785,–)
kickstage.de – EUR 3.700,–
137.tv – US$ 4.176,– (ca. EUR 3.569,–)
gartenmoebelshop.de – EUR 3.500,–
seniocare.de – EUR 3.500,–
felicitysolar.co.za – US$ 4.010,– (ca. EUR 3.427,–)
interfe.re – EUR 3.000,–
industrailhub.eu – EUR 2.999,–
the-well.de – EUR 2.999,–
industriestrompreis.de – EUR 2.995,–
bismut.de – EUR 2.990,–
Neue Endungen
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lonestar.bet – US$ 80.000,– (ca. EUR 68.376,–)
bitcoin.talk – US$ 18.888,– (ca. EUR 16.144,–)
dgt.biz – US$ 3.340,– (ca. EUR 2.855,–)
ai.style – EUR 2.700,–
agents.now – US$ 2.483,– (ca. EUR 2.122,–)
renders.xyz – US$ 2.849,– (ca. EUR 2.435,–)
terrain.pro – EUR 2.000,–
Generische Endungen
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pareonline.net – US$ 9.250,– (ca. EUR 7.906,–)
alpen.org – US$ 9.000,– (ca. EUR 7.692,–)
kpw.org – US$ 8.800,– (ca. EUR 7.521,–)
oaklandmetro.org – US$ 7.500,– (ca. EUR 6.410,–)
supercapital.org – EUR 4.995,–
custody.net – US$ 5.805,– (ca. EUR 4.962,–)
owlinstitute.org – US$ 5.001,– (ca. EUR 4.274,–)
pyp.net – US$ 5.000,– (ca. EUR 4.274,–)
petra.org – US$ 4.734,– (ca. EUR 4.046,–)
digitalcongo.net – US$ 4.604,– (ca. EUR 3.935,–)
larktheatre.org – US$ 4.600,– (ca. EUR 3.932,–)
going-to-college.org – US$ 4.500,– (ca. EUR 3.846,–)
sapdc.org – US$ 4.133,– (ca. EUR 3.532,–)
yards.net – US$ 3.999,– (ca. EUR 3.418,–)
gathered.org – US$ 3.649,– (ca. EUR 3.119,–)
eastpointpeace.org – US$ 3.600,– (ca. EUR 3.077,–)
gmcbettiah.org – US$ 3.600,– (ca. EUR 3.077,–)
readingwithpictures.org – US$ 3.511,– (ca. EUR 3.001,–)
jhsap.org – US$ 3.501,– (ca. EUR 2.992,–)
iphas.org – US$ 3.200,– (ca. EUR 2.735,–)
slope.org – US$ 2.474,– (ca. EUR 2.115,–)
.com
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anything.com – US$ 2.000.000,– (ca. EUR 1.709.402,–)
serp.com – US$ 210.000,– (ca. EUR 179.487,–)
wonderly.com – US$ 100.000,– (ca. EUR 85.470,–)
govt.com – US$ 60.000,– (ca. EUR 51.282,–)
ansor.com – US$ 56.482,– (ca. EUR 48.275,–)
mien.com – US$ 25.561,– (ca. EUR 21.847,–)
coinbook.com – US$ 19.078,– (ca. EUR 16.306,–)
skore.com – US$ 14.655,– (ca. EUR 12.526,–)
crosses.com – US$ 12.500,– (ca. EUR 10.684,–)
bioclinic.com – US$ 9.638,– (ca. EUR 8.238,–)
aspired.com – US$ 9.579,– (ca. EUR 8.187,–)
tixi.com – US$ 9.030,– (ca. EUR 7.718,–)
qpus.com – US$ 8.800,– (ca. EUR 7.521,–)
usedevs.com – US$ 8.700,– (ca. EUR 7.436,–)
agentplus.com – US$ 8.024,– (ca. EUR 6.858,–)
anpu.com – US$ 7.500,– (ca. EUR 6.410,–)
sttheresaobgyn.com – US$ 6.750,– (ca. EUR 5.769,–)
towingservices.com – US$ 6.600,– (ca. EUR 5.641,–)
showplaceicon.com – US$ 6.500,– (ca. EUR 5.556,–)
mindworx.com – US$ 5.308,– (ca. EUR 4.537,–)
threehundredeight.com – US$ 5.305,– (ca. EUR 4.534,–)
livego.com – US$ 5.299,– (ca. EUR 4.529,–)
primegoods.com – US$ 5.099,– (ca. EUR 4.358,–)
livey.com – US$ 5.033,– (ca. EUR 4.302,–)
Weitere Domain-Preise finden Sie unter:
> https://www.domain-spiegel.de
Quelle: dnjournal.com, sedo.de, thedomains.com
DOMAIN PULSE 2026 IM FEBRUAR – ANMELDEFRIST ENDET
SWITCH lädt zum kommenden Domain pulse, der Anfang Februar 2026 unter dem Titel „Sicher vernetzt“ an der Hochschule St. Gallen (Schweiz) stattfindet. Teilnehmenden bleiben nur noch wenige Tage, sich anzumelden: Die Anmeldefrist endet am 26. Januar 2026.
Der Domain pulse ist die bedeutendste Veranstaltung für aktuelle Themen, Tendenzen und Trends rund um Domain-Namen im deutschsprachigen Raum. Über zwei Tage hinweg tauschen sich Fachleute aus der Domain- und Internetbranche sowie aus Forschung und Politik über aktuelle Themen rund um Domain-Namen aus. Die Registrierungsstellen der Länderendungen Deutschlands (DENIC eG), Österreichs (nic.at) und der Schweiz (SWITCH) richten die Veranstaltung gemeinsam aus und wechseln sich dabei ab. Aktueller Gastgeber ist SWITCH, die am 04. und 05. Februar 2026 nach St. Gallen (Schweiz) lädt. Das Motto der Veranstaltung lautet „Sicher vernetzt – Gemeinsam für ein sicheres Internet von morgen“. Da der Termin näher rückt, schließt bald das Anmeldefenster. Anmeldungen sind noch bis 26. Januar 2026 möglich.
Auf der Konferenz werden Fragen wie „Wie sicher ist das Internet? Und wie wirken sich Vertrauen, Zusammenarbeit und Verantwortung auf unsere digitale Zukunft aus?“ gestellt und von Fachleuten beantwortet. Auf dem Programm stehen unter anderem Vorträge von Daria Höhener und Jeff Van de Poël zum Thema „New Work durch KI“, Robert Schischka (EU TLD ISAC) und Peter Van Roste (CENTR) zum Thema „Die Zukunft des digitalen Vertrauens: Die Rolle der Registries“ und – ganz auf Englisch – Andronikos Kyriakou (DNS4EU) sowie Simon Forster (Quad9) zum Thema „Öffentliche Resolver-Infrastrukturen“. Die Veranstaltung endet am Freitag, 05. Februar 2026, wie immer mit der Staffelübergabe, diesmal wieder an nic.at.
Der Domain pulse 2026 findet am 04. und 05. Februar 2026 im SQUARE / Hochschule St. Gallen, Guisanstrasse 20, 9010 St.Gallen (Schweiz) statt. Die Konferenzsprache ist Deutsch, einzelne Referate werden auf Englisch gehalten.
Weitere Informationen und Anmeldung unter:
> https://domainpulse.ch/#rsvp
Quelle: domainpulse.ch, eigene Recherche