Branchenblogger Kevin Murphy (domainincite.com) hat ein nTLD-Tool online gebracht, mit dem man die eigenen Bewerber-nTLD im Hinblick auf Risiken prüfen kann. Auch wenn das Werkzeug etwas knapp vor Öffnung des Bewerbungsfensters der 2. nTLD-Einführungsrunde Ende April 2026 herauskommt, so gewinnt man bei Nutzung von Stringtel doch interessante Informationen.
Mit der Webanwendung Stringtel von Murphy können Bewerber und Interessierte kostenlos nach Endungen (»Strings«) suchen und ihr Risiko im Hinblick auf eine nTLD verringern. Konkret geht es um das Risiko, dass die von ihnen ausgewählten gTLD-Strings gesperrt werden oder während des Bewerbungsprozesses zusätzliche Kosten entstehen. Zugleich kann Stringtel dabei helfen, potenziell wertvolle, noch nicht vergebene Strings zu entdecken. Das Ziel des Angebots ist es vornehmlich, Bewerbern dabei zu helfen, die Verschwendung von zehn- oder hunderttausenden US-Dollar für ungeeignete Bewerbungen zu vermeiden.
Unter domainincite.com/stringtel/ gibt es einen kleinen Hinweis auf eine FAQ-Seite und ein Eingabefeld. Wer in das Eingabefeld den eigenen Wunsch-String oder einen möglichen nTLD-Kandidaten eingibt, wird mit interessanten Informationen belohnt. Dabei greift Stringtel auf die string-bezogenen Regeln aus der neuesten Version des Applicant Guide Book (AGB) sowie weitere Risikofaktoren aus einer Datenbank mit fast einer Million potenziell problematischer Strings zurück. Zur Analyse greift das System auch auf über 180 Millionen Domains unter den Endungen .com, .net und .org zu und prüft anhand dessen die Beliebtheit eines Zeichens oder Begriffs. So erhalten Bewerber und Interessierte einen schnellen Überblick über mögliche Probleme, die ihre Anträge zunichtemachen oder erschweren könnten, aber auch, ob es Nachfrage nach dem String geben könnte. Es wird zudem angezeigt, ob der eingegebene String gemäß den AGB-Regeln sofort blockiert würde oder zusätzliche Analysen, Einsprüche, Gebühren oder Konflikte mit anderen Bewerbern auslösen könnte.
Im Ergebnis liefert Stringtel nach Eingabe einer Zeichenkette Hinweise und Listen mit unterschiedlichen Daten. Beim String »design« wird angezeigt, dass die Endung bereits an GoDaddy delegiert ist – Informationen zum Risiko ergeben sich folglich nicht, da eine Bewerbung nicht möglich ist. Man erfährt, dass »design« (bei der Einstellung »show only dictionary words«) 470.000-mal in .com-, .net- und .org-Domains vor- und die Abwandlung „redesign“ auf 5.000 Nutzungen kommt. Der »Opportunity Context« zeigt eine Liste anderer Endungen, die in Kontext mit dem Begriff »design« stehen und deren Verbreitung sowie der Anzahl registrierter Domains unter den unterschiedlichen Endungen. Gibt man den String »coin« ein, erhält man folgenden »Risk Factor«:
The string ‚coin‘ matches the name of a town or city in the following countries: Spain. An application for this string may require relevant governmental support under ICANN rules if the intention is to operate the gTLD as a geographic string related to the town or city in question. Even if the intention is to operate the TLD for non-geographic purpooses, the application may still attract formal Objections or negative publicity.
Weitere wertvolle Informationen zu Ähnlichkeiten mit anderen Endungen gibt es unter dem Punkt »Similarity«. Unter diesen Gegebenheiten ist nachvollziehbar, wenn Murphy betont, keinen Rechtsrat noch auch Anlageberatung zu geben.
In der FAQ heißt es, dass Murphy keine Daten von Stringtel-Suchanfragen speichert; niemand habe Einblick in das, wonach der Nutzer sucht.