Domain-Rechtsanwalt Doug Isenberg legt pünktlich seinen statistischen Bericht zu UDRP-Entscheidungen für das vierte Quartal 2025 und das Gesamtjahr 2025 vor. Er verzeichnet einen leichten Rückgang bei UDRP-Entscheidungen – und einen starken Rückgang bei streitbefangenen Domains.
»Gigalaw’s Domain Dispute Digest Fourth Quartal, 2025« ist ein 18-seitiger Report über die Entwicklung der UDRP-Verfahren in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres und die Entwicklung über das gesamte Jahr 2025. Isenberg wertete dafür die entschiedenen UDRP-Verfahren aller fünf ICANN-akkreditierten Streitbeilegungsstellen (WIPO, Forum, CAC, ADNDRC und CIIDRC) aus. Kernfeststellung seines Berichts ist: Bei allen fünf akkreditierten Streitbeilegungsstellen gingen die Zahlen leicht zurück. Das passe zwar nicht ganz mit den Daten von WIPO zusammen, die einen Anstieg verzeichnete. Doch das liege an den unterschiedlichen Betrachtungsweisen und unter anderem daran, dass WIPO mit den dort eingegangenen Beschwerden rechnet, während Isenberg sich an der Anzahl der tatsächlich getroffenen Entscheidungen orientiert. Da gut acht Prozent der Verfahren eingestellt werden, etwa weil die Parteien sich vorher geeinigt haben, fallen die Werte von WIPO und Isenberg unterschiedlich aus.
Isenberg vergleicht zunächst die Entwicklung des gesamten Jahres 2025 und stellt sie den Zahlen aus 2024 gegenüber. So kommt er auf 8.476 Entscheidungen in 2025 gegenüber 8.484 in 2024 (ein Abfall von kaum merklichen 0,9 Prozent). Bei den Domains gehen die Zahlen jedoch eklatant zurück, von 16.909 in 2024 auf 13.739 in 2025, was einem Minus von 18,75 Prozent entspricht. Die WIPO weist 3,71 Prozent weniger Entscheidungen auf, während das Forum ein Plus von 5,14 Prozent erfährt. Der Czech Arbitration Court (CAC) kommt mit 4,57 Prozent mehr Entscheidungen, das ADNDRC steigert sich um 28,31 Prozent (was einen Ausgleich zu dem Minus von 21,33 Prozent im Vorjahr schafft). In die Gegenrichtung gegenüber dem Vorjahr lief es auch bei dem kanadischen CIIDRC, das ein Minus von 50 Prozent verbucht, wo im Vorjahresvergleich die Anzahl der Entscheidungen um 88,57 Prozent auf 16 angestiegen war.
Für das vierte Quartal 2025 verzeichnet Isenberg einen leichten Anstieg gegenüber dem vierte Quartal 2024: Die Entscheidungen steigern sich von 2.169 (Q4/2024) auf 2.264 (Q4/2025), und die Anzahl der Domains steigert sich um geringe 1,21 Prozent von 3.635 (Q4/2024) auf 3.679 (Q4/2025). Die Panelisten entschieden im letzten Quartal 2025 bei 3.504 Domains (95,24 Prozent) auf Transfer, bei 136 Domains (3,7 Prozent) wiesen sie die Beschwerde zurück und die Domain verblieb beim Inhaber, und bei 39 Domains (1,06 Prozent) wurde das Verfahren eingestellt. Darüber hinaus bietet der von Isenbergs GigaLaw herausgegebene Domain Dispute Digest Fourth Quarter, 2025 zahlreiche detaillierte Informationen, etwa zu Größe von Verfahren, wer die meisten Verfahren initiiert, die Verteilung der Entscheidungen auf die einzelnen Streitbeilegungsgerichte, der Umfang von »UDRP Terminations« und vieles mehr. Die Lektüre ist wie immer empfehlenswert, um einen weiteren Blick auf die UDRP-Statistik zu werfen, als ihn die WIPO mit ihrem Jahresbericht bietet.
Auf das Domain-Recht spezialisierte Anwälte findet man auf Domain-Anwalt.de, einem Projekt der united-domains GmbH.