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Nominet plant Restrukturierung

Die britische Domain-Verwaltung Nominet steht am Scheideweg: ähnlich wie die DENIC e.G. mit ihrem Projekt NASA (.net-Application and Strategic Alternatives) sucht nun auch die zentrale britische Vergabestelle nach Wegen und Möglichkeiten, sich für die Zukunft zu positionieren.

Mit über vier Millionen verwalteten Domains zählt Nominet zu den vier größten Domain-Registries weltweit. Ähnlich wie DENIC in Deutschland operiert Nominet vorwiegend im Hintergrund. So erfolgt die Domain-Registrierung in der Regel nicht direkt bei der Vergabestelle, sondern über eines der 3.000 Mitglieder oder deren Reseller. Trotz gleichbleibender Preise für .uk-Domains konnte Nominet zugleich auf inzwischen 130 Mitarbeiter expandieren und einen Umsatz von £ 12 Mio. (umgerechnet € 17,65 Mio.) erwirtschaften. Doch trotz dieser Erfolgszahlen zeichnen sich tiefgreifende Änderungen ab, seit Internet-Pionier Willie Black das Führungszepter bei Nominet an Lesley Cowley übergeben hat. Zu den ersten offensichtlichen Neuerungen zählte ein Zertifikat und ein PIN-Code, welchen jeder Domain-Anmelder per Post übersandt bekommt. Durch eine Reihe von Gerichtsverfahren, darunter der Entscheidung über die Domain itunes.co.uk zugunsten des Computer- und Sofwareherstellers Apple, stellte Nominet zudem wichtige Weichen für das Domain-Recht im Königreich.

Doch ähnlich wie DENIC mit der .net-Bewerbung will Nominet nun seine größte Herausforderung anpacken: neben klassischer Internetadressverwaltung sollen bald schon Zukunftstechnologien wie etwa ENUM in die Zuständigkeit von Nominet fallen. Auch die schwerfällige Infrastruktur – im Falle von Preisänderungen muss Nominet seine 3.000 Mitglieder zunächst anschreiben, was bis zu einem Ergebnis sechs Monate dauert – soll geändert und Mitglieder leichter ausgeschlossen werden können, wenn sie die Verwaltung in Misskredit bringen. Eine außerordentliche Mitgliederversammlung, die für den 16. März 2006 in Oxford angesetzt ist, soll den Weg hierfür frei machen. Am Ende soll eine flexiblere und kundenfreundlichere Domain-Verwaltung stehen – den Kunden soll es recht sein.

Nominets Pläne unterstreichen, wie wichtig die frühzeitige Positionierung von Länderdomain-Verwaltungen ist. Auch wenn die DENIC mit der .net-Bewerbung gescheitert ist, zeugt etwa im Bereich ENUM der bereits gestartete Registrierungsbetrieb von Weitsicht. Hilfreich hierbei ist, dass DENIC als so genannte Genossenschaft privatwirtschaftlich organisiert ist. Der Zweck einer Genossenschaft ist – im Gegensatz etwa zu anderen Gesellschaftsformen – die Förderung von Erwerb und Wirtschaft ihrer Mitglieder durch gemeinschaftlichen Geschäftsbetrieb, also gerade nicht die eigene Gewinnerzielung, sondern die Unterstützung der Genossen bei deren Wirtschaftstätigkeit. In dieser Rechtsform kommen den Mitgliedern weitreichende Einfluss- und Gestaltungsmöglichkeiten zu.

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