TLDs

Neues von .be, .in und .unicef

Cyberkriminelle und kein Ende: nunmehr sind auch in Belgien Abzockschreiben mit Einträgen für Online-Branchenverzeichnisse aufgetaucht. Gut, dass das Kinderhilfswerk mit der Endung .unicef Vertrauen schaffen will. Nur Indiens Registry kratzt an der eigenen Glaubwürdigkeit – hier die Kurznews.

Die belgische Domain-Verwaltung DNS.BE warnt vor Abzockschreiben. So haben Inhaber geschäftlich genutzter Domains zuletzt gehäuft Schreiben erhalten, in denen sie um Weitergabe ihrer Kontaktdaten oder Bestätigung der Websiteangaben gebeten werden. Die rechnungsartig aufgemachten Schriftstücke erwecken einen offiziellen Eindruck und erinnern an Schreiben von Domain-Registraren. Tatsächlich handelt es sich jedoch um Einträge in nutzlose Online-Branchenverzeichnisse, für die Gebühren von beispielsweise EUR 89,- gezahlt werden sollen. DNS.BE warnt davor, auf diese Masche hereinzufallen; wer Fragen zu seiner Domain hat, soll sich ausschließlich an den Registrar wenden, bei dem man die eigenen Domains registriert hält.

Auf eine ungewöhnliche Klausel in den Vergabebedingungen für indische .in-Domains weist uns ein Leser hin: so räumt Klausel 12 der „Terms and Conditions for Registrants“ der Vergabestelle .IN Registry das jederzeitige Recht ein, registrierte Domains zu übertragen, wenn die indische Regierung das verlangt. Und die Regelung ist nicht nur graue Theorie: wie uns der Leser, Inhaber von mit.in, berichtet, erhielt er ein gerade mal fünfzeiliges Schreiben der Regierung, und war binnen 24 Stunden seine Domain los. Ähnliches dürfte dem Inhaber von dit.in widerfahren sein, von Entschädigungsleistungen ist allerdings nichts bekannt. Ob es sich um Einzelfälle oder ein strategisches Vorgehen handelt, bleibt abzuwarten.

Zum Schluss noch zwei Meldungen aus der nTLD-Abteilung. Antony Van Couvering von Minds + Machines will den Kommentaren zu der vierten Entwurfsfassung des Bewerberhandbuchs entnehmen, dass der Elektronikkonzern IBM ernsthaft die Einführung des Kürzels .ibm in Betracht zieht. So begrüßt es IBM zum Beispiel, dass Marken-Endungen ihre Domains nicht über Domain-Registrare vergeben müssen; für Van Couvering ein Anzeichen, dass IBM die eigene Endung auch nur zu internen Zwecken nutzen will. Offiziell bestätigt ist dagegen, dass das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) die Bewerbung um die Domain-Endung .unicef plant. Über ein Request for Information (RFI) streckt man aktuell die Fühler nach Interessenten aus, die die Bewerbung vorbereiten und durchführen. So sollen Domains wie cards.unicef oder donations.unicef für Sicherheit beim Spendensammeln sorgen. Wie bei .ibm dürfte eine Registrierung für die Allgemeinheit somit ausgeschlossen sein.

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