gTLDs

ICANNs Health Index-Report nimmt den Domain-Markt unter die Lupe

Die Internet-Verwaltung ICANN hat den »gTLD Marketplace Health Index« aktualisiert: die Beta-Version des Statistikreports verrät Details über den globalen Markt der generischen Top Level Domains. Inhaltlich bleibt er jedoch an der Oberfläche.

Zwei Mal im Jahr möchte ICANN künftig den »Health Index« veröffentlichen, um die Evolution des Domain Name Systems hin zu einem robusten, stabilen und vertrauenswürdigen Marktplatz zu dokumentieren. Die bisher vorliegende Beta-Version zeigt, wo die Reise hingeht. Auf 18 Seiten im .pdf-Format gibt ICANN einen statistischen Überblick zum Markt der generischen Top Level Domains und zeigt Trends auf, wobei die der Auswertung zu Grunde liegenden Daten einen Stand Mitte 2016 haben. So gibt es zum Beispiel mittlerweile 67 Jurisdiktionen mit einem von ICANN akkreditierten Registrar. Während sich ihre Anzahl seit 2013 in den USA anteilsmäßig verringert und in Europa gleich geblieben ist, haben sich seitdem vor allem in der Asia-Australien-Pazifik-Region zahlreiche weitere Registrare angesiedelt. In Europa mag man sich trösten, dass überraschend viele Registries hier ihren Sitz haben: mit 40,1 Prozent sind es Mitte 2016 mehr als in den USA (29 Prozent) und der Asia-Australien-Pazifik-Region (27,3 Prozent). Inzwischen gibt es 27 Jurisdiktionen, die mindestens eine Registry beheimaten.

Des weiteren zählt der ICANN-Report diverse Registry-Registrar-Familien auf. Hierzu gehören Unternehmen, zu denen sowohl eine Registry als auch ein Registrar zählen. Ihr Anteil ist seit 2013 allerdings von 40,3 auf 21 Prozent gesunken. Der wohl bedeutendste Wert des Reports ist die Gesamtentwicklung aller weltweit registrierten Domain-Namen unter generischer Endung. Sie stieg von 122,54 Millionen in der ersten Hälfte des Jahres 2010 auf 190,88 Millionen zum 30. Juni 2016. Die Wachstumsraten in den Jahren 2010 bis 2015 schwanken dabei stark: von 8,8 Prozent in den Jahren 2010/2011 ging es hinab auf 3,6 Prozent in den Jahren 2012/2013; erst der Markteintritt der nTLDs hat dafür gesorgt, dass die Wachstumsrate sich 2014/2015 wieder auf 7,3 Prozent erholte. Förmlich explodiert ist die Zahl der internationalisierten Domains: waren es 2013 nur 19, notieren die Statistiker von ICANN zum Ende des zweiten Quartals 2016 schon 562.841 Registrierungen.

Eine weitere Statistik weist die Zahl der UDRP- und URS-Verfahren aus, die gegen Domain-Inhaber entschieden wurden. In den Jahren 2012 bis 2015 sank sie von 3.573 auf 3.129; da die Zahl der registrierten Domains zugleich anstieg, könnte dies andeuten, dass es trotz Einführung von hunderten nTLDs zu keinem starken Anstieg von Rechtsverletzungen gekommen ist. Insgesamt enthält der “Health Index” eine nicht nur für Statistiker interessante Auswertung von Daten des gTLD-Markts. Zu viel Tiefe sollte man aber nicht erwarten. Immerhin: der Report ist gratis und kann ab sofort von jedermann abgerufen werden.

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