Datenschutz

Nominet macht WHOIS-Abfragen für .uk kostenpflichtig

Nominet, Registry der britischen Länderendung .uk, zieht Konsequenzen aus dem erhöhten Arbeitsaufwand durch die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO): Abfragen aus dem WHOIS kosten künftig eine Gebühr. Kostenlose Auskünfte gibt es zwar weiterhin, sie dauern aber einige Zeit.

Im März 2018 hatte Nominet mitgeteilt, den bevorstehenden Änderungen durch die DSGVO Rechnung tragen zu wollen und im ersten Schritt ab dem 25. Mai 2018 den Namen und die Adresse eines Domain-Inhabers nicht mehr zu veröffentlichen, es sei denn, er hatte ausdrücklich in eine Veröffentlichung eingewilligt. Doch nun folgt der zweite Schritt: am 19. April 2018 veröffentlichte die Registry eine Direktive, wonach es zu mehreren weiteren Änderungen im Umgang mit den WHOIS-Daten kommt. Neben der reduzierten Datenveröffentlichung müssen Nutzer, die im WHOIS suchen wollen, eine der Höhe nach noch nicht bekanntgegebene Gebühr bezahlen; Name und Adresse des Domain-Inhabers bleiben jedoch verborgen. Die neue Regelung gilt auch für Inhaber von Markenrechten und deren anwaltliche Vertreter, lediglich Strafverfolgungsbehörden erhalten weiterhin kostenlosen Zugriff. Zumindest eine Lücke lässt Nominet aber offenbar offen; wer sich einen Tag lang gedulden kann, erhält bei berechtigtem Interesse automatisiert einen vollständigen WHOIS-Auszug, also inklusive Name und Adresse des Domain-Inhabers. Dieser soll auch künftig kostenlos bleiben.

Eine weitere einschneidende Änderung für .uk droht dabei beinahe unterzugehen. Seit im Jahr 2014 die Second Level Ebene für .uk freigegeben wurde, mussten Personen und Unternehmen ausserhalb Großbritanniens zumindest eine Adresse innerhalb des Landes angeben; die beliebte »PO Box« genügte nicht. Im Interesse der Standardisierung der Registrierungsprozesse streicht Nominet dieses Erfordernis aber nunmehr vollständig. Trotz erheblicher Proteste konnte sich die Markenlobby damit nicht durchsetzen. Weiteren Diskussionsbedarf sieht Nominet dagegen bei der geplanten Unterstützung von Proxy- oder Privacy-Services, und will deshalb in Kürze mit den diversen Interessensgruppen ins Gespräch kommen. Von Seiten der Strafverfolgungsbehörden wurde jedoch bereits signalisiert, dass man diese Dienstleistungen nicht völlig ablehne.

Nominet ist nicht die erste Länderdomainverwaltung, die für eine WHOIS-Abfrage künftig Gebühren erheben möchte. Am 12. April 2018 hat das Council of Country Code Administrators (CoCCA) angekündigt, dass Inhaber von Markenrechten und sonstige Dritte mit berechtigten Interessen »historical abstracts« aus dem WHOIS bestellen können. Die Bestellung kostet US$ 3,– und kann online abgewickelt werden. Betroffen sind die Endungen .af, .cx, .gs, .gy, .ht, .hn, .ki, .kn, .sb, .tl, .kn, .ms und .nf. Ausgenommen sind Strafverfolgungsbehörden und Mitglieder der »Secure Domain Foundation«; sie haben vollen Zugriff auf die Zone Files und die unredigierten WHOIS-Daten.

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