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Mit Alissa Cooper ist erstmals eine Frau Vorsitzende der IETF

Eigentlich ist »Girls’Day« erst am 27. April 2017, doch die Internet Engineering Task Force (IETF) zieht diesen Aktionstag um mehrere Wochen vor: mit der US-Amerikanerin Alissa Cooper wurde erstmals eine Frau an der Spitze der Standardisierungsorganisation gewählt.

»To make the Internet work better« – so lautet die Mission der IETF. Wie es sich für Ingenieure gehört, verfolgt man dabei in erster Linie einen technischen Ansatz und definiert Standards, insbesondere in Bezug auf Kommunikationsprotokolle wie das »Internet Protocol« (IP) oder das technische Design von IP-Adressen, die wiederum die Grundlage von Domain-Namen bilden. Da es sich bei der IETF um einen losen Zusammenschluss handelt, gibt es keine besonderen Mitgliedsvoraussetzungen. So kann sich jedermann an einer der vielen Arbeitsgruppen (working groups) beteiligen, die zumeist per eMail über Mailinglisten festgelegte Themen abarbeiten. Mit technischen Spielereien hält man sich dabei ungern auf; die Webseite der IETF wirkt, als hätte man sich Ende der 90er Jahre aus dem Internet ausgeklinkt.

In administrativer Hinsicht steht der IETF ein »Nominating Committee (NomCom)« vor, das jährlich sein Führungspersonal wählt. Anlässlich der Wahl am 31. Januar 2017 hat die IETF mit Alissa Cooper nun zum ersten Mal in ihrer Geschichte eine Frau zum so genannten »chair« gewählt. Sie folgt auf den Finnen Jari Arkko, der Ende März 2017 zurücktreten wird. Cooper ist für das US-amerikanische Telekommunikationsunternehmen Cisco Systems Inc. tätig, das vor allem für Router und Switches bekannt ist, die von einem wesentlichen Teil der Internet-Backbones genutzt werden; dort ist sie als »Distinguished Engineer« in der »Collaboration Technology Group« tätig. Ihre Doktorarbeit an der Universität Stanford trägt den Titel »How Regulation and Competition Influence Discrimination in Broadband Traffic Management: A Comparative Study of Net Neutrality in the United States and the United Kingdom«. Als »chair« der IANA Stewardship Transition Coordination Group hat sie den Übergang der IANA-Funktionen auf die Internet-Verwaltung ICANN begleitet und so intensive Erfahrungen mit den Regularien der Netzverwaltung gewinnen können.

Neben Cooper sitzen zum ersten Mal auch drei weitere Frauen im 14-köpfigen Führungsgremium der IETF: Deborah Brungard (AT&T), Kathleen Moriarty (EMC Corporation) sowie Mirja Kuhlewind (ETH Zürich) komplettieren den exklusiven Kreis. Vertreter Deutschlands sucht man in der IETF-Spitze übrigens vergeblich, dagegen dürfte sich Donald Trump mit seinem »America first« freuen: 9 der 14 Mitglieder stammen aus den USA.

(Quelle: nzz.ch, ietf.org)

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