TLDs

Neues von .ly, .org und .xxx

Führen die politischen Unruhen in Libyen zur Sperrung der Landesendung und damit zur Sperrung des URL-Verkürzers bit.ly? Der Betreiber versucht vorsorglich, die Nutzer zu beruhigen. Bei .org wird es dagegen kyrillisch, und .xxx hofft auf Mitte März – hier die Kurznews.

Der URL-Verkürzer bit.ly zählt zu den beliebtesten seiner Art. Da er unter einer Domain mit der libyschen Landesendung .ly betrieben wird, tauchte angesichts der aktuellen politischen Wirren die Frage auf, ob der Service von einer Sperrung des Internets in Libyen betroffen sein könnte. Doch John Borthwick, CEO der in New York City ansässigen bit.ly Inc., beruhigt. Damit eine .ly-Domain nicht auflöst, müssten alle fünf „Root Server“ ausfallen; nur zwei der fünf Server befinden sich jedoch in Libyen, zwei weitere im US-Staat Oregon und der letzte in den Niederlanden. Allerdings erhalten die drei ausländischen Server ihre Daten aus Libyen, weshalb ihnen nach spätestens 28 Tagen ohne Update das „Daten-Aus“ droht. Doch auch dieser Fall sei laut Borthwick bedacht, da jeder bit.ly-Link auch unter der Domain j.mp funktioniere, einer Adresse mit der Endung der Nördlichen Marianen. Jedenfalls die im Raum stehende Notwendigkeit zu einem Ausweichen zeigt, dass mit jeder .ly-Domain derzeit ein Risiko verbunden ist.

Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt hat die Public Interest Registry (PIR), Verwalterin der Top Level Domain .org, die Registrierung von internationalisierten Domains mit kyrillischen Schriftzeichen gestartet. Seit dem 19. Februar 2011 ist es demnach möglich, auf Ebene der Second Level Domain Zeichen aus dem kyrillischen Alphabet zu verwenden. Nicht nur in Russland, sondern auch in Ländern wie Bosnien, Bulgarien, Weissrussland, Mazedonien, Serbien und der Ukraine eröffnet sich somit die Möglichkeit landessprachlicher Domains unterhalb von .org.

Das Schicksal der umstrittenen Rotlicht-Domain .xxx könnte sich am 18. März 2011 entscheiden. Wie der Online-Nachrichtendienst xbiz.com meldet, trifft sich der Vorstand der Internet-Verwaltung ICANN an diesem Tag zu einer Sitzung; dabei soll auch .xxx auf der Tagesordnung stehen. Für das ICANN-Treffen mit dem Governmental Advisory Committee erschien die Porno-Domain nicht auf der Agenda, dürfte aber zumindest im Flurfunk diskutiert worden sein; so hat etwa die Free Speech Coalition, die sich als Branchenvereinigung der Erwachsenen-Industrie heftig gegen die Einführung wehrt und Zensur fürchtet, die Reise nach Brüssel angekündigt. Doch zumindest der US-Registrar Network Solutions (NSI) rechnet mit einem positiven Votum: unter dem Motto „Be ready for the launch of .XXX!“ kündigt NSI auf seiner Website an, dass .xxx in Kürze gestartet wird.

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